Der Große Preis von Deutschland 1951 (offiziell XIV Großer Preis von Deutschland) fand am 29. Juli auf dem Nürburgring in Nürburg statt und war das sechste Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1951.
Bericht
Hintergrund Nach dem Großen Preis von Großbritannien führte Juan Manuel Fangio in der Fahrerwertung mit sechs Punkten vor Giuseppe Farina und mit neun Punkten vor Luigi Villoresi und José Froilán González.
Mit dem Großen Preis von Deutschland fand 1951 erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ein großes, internationales Motorsportereignis auf dem Nürburgring statt. Dass Ferrari im vorangegangenen Rennen in Silverstone zu den bis dahin dominierenden Alfa Romeo aufgeschlossen hatte, gab dem Rennen eine zusätzliche Spannung, zumal die Streckencharakteristik den Ferrari auch hier entgegenkam.Lang, Mike; Grand Prix 1950 – 1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 S33. (ISBN 0-85429-276-4) (englisch)
Alfa Romeo startete mit vier Werkswagen zum Rennen. Neben den Stammpiloten Fangio und Farina fuhr diesmal Felice Bonetto den dritten und als einziger deutscher Starter Paul Pietsch den vierten Wagen. Die Alfa Romeo konnten auf dieser Strecke ihre überlegene Höchstgeschwindigkeit – mit Ausnahme der Döttinger Höhe – nicht ausspielen und galten daher auch wegen ihres enormen Treibstoffverbrauchs gegenüber den Ferrari nicht als die Top-Favoriten.
Ferrari gab ebenfalls vier Nennungen ab. Neben den Stammpiloten Alberto Ascari, González und Villoresi kehrte Piero Taruffi ins Team zurück. Gerade Ascari wurden gute Chancen eingeräumt, kannte er doch die Strecke dank zahlreicher Rennen in anderen Kategorien sehr gut. Das Gordini-Werk gab wieder drei Nennungen ab, jedoch waren die Wagen den italienischen Werksteams in jeder Hinsicht unterlegen, man konnte nur auf Achtungserfolge hoffen oder bedingt durch Probleme der anderen weiter nach vorn kommen.
Maserati und Talbot waren nur durch Privatteams vertreten.
Mit Ascari (einmal) trat ein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training und Qualifying Im Training zeigte sich Ferrari den Alfa Romeos ebenbürtig. Ascari sicherte sich die Pole-Position mit 9:55,8 Minuten vor seinem Teamkollegen González. Fangio, der zum ersten Mal auf dem Nürburgring fuhr, wurde im Alfa Romeo Dritter. Sie waren die Einzigen, die eine Zeit unter zehn Minuten erreichten. Beachtung fand auch die Leistung von Robert Manzon, der es im unterlegenen Simca-Gordini schaffte, einen Alfa Romeo (Bonetto) hinter sich zu lassen und die neuntbeste Zeit zu erreichen.
Rennen Bei heißem Wetter kam Fangio als Führender aus der ersten Runde mit einem Vorsprung von drei Sekunden auf Ascari und weiteren drei Sekunden auf González und Farina zurück. In der zweiten Runde kam Pietsch beim „Karussell“ von der Strecke ab und fiel auf den letzten Platz zurück.
In der fünften Runde gelang es Ascari zu Fangio aufzuschließen und ihn im Streckenabschnitt Breidscheid zu überholen. Eine Runde später war auch González vorbei. In der achten Runde musste Farina mit Getriebeschaden aufgeben, kurz nachdem Villoresi an ihm vorbeigegangen war. Als die Ferrari bei Halbzeit des Rennens einen Boxenstopp einlegten, ging Fangio wieder in Führung, die er jedoch nur bis zu seinem zweiten Stopp in der 14. Runde hielt. Sein Halt dauerte wegen Getriebeproblemen länger als sonst, und Ascari ging wieder in Führung. Pietsch, der sich nach seinem Abflug zu Beginn des Rennens wieder auf den zwölften Platz vorgekämpft hatte, kam in der elften Runde in der Nordkurve abermals von der Strecke ab, blieb aber unverletzt. Als Bonetto in der gleichen Runde mit einem Schaden an der Zündung aufgeben musste, blieb Fangio als einziger Alfa Romeo im Rennen. Ascari lag weiterhin unangefochten in Führung und gewann trotz eines weiteren kurzen Boxenaufenthalts zum Reifenwechsel mit über 30 Sekunden Vorsprung sein erstes Rennen in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Damit waren die Alfa Romeo zum zweiten Mal von Ferrari in Folge geschlagen.
In der Fahrerwertung baute Fangio seinen Vorsprung aus, neuer Zweiter war nun Ascari mit zehn Punkten Rückstand.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 71 Ferrari 375F1 Ferrari 4.5 V12 72 73 74 75 Alfa Romeo 159B Alfa Romeo 1.5 L8C 76 Alfa Romeo 159B 77 Alfa Romeo 159A 78 Alfa Romeo 159 Enrico Platé 79 Maserati 4CLT/48 Maserati 1.5 L4C 80 Pietsch wechselte zum zweiten Trainingstag ins Alfa Romeo Werksteam 81 Simca-Gordini T15 Gordini 1.5 L4C 82 83 84 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 4.5 L6 85 Talbot-Lago T26C Philippe Étancelin 86 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 4.5 L6 Yves Giraud-Cabantous 87 Talbot-Lago T26C Talbot 4.5 L6 Duncan Hamilton 88 Talbot-Lago T26C Talbot 4.5 L6 89 Maserati 4CLT/48 Maserati 1.5 L4C Pierre Levegh 90 Talbot-Lago T26C Talbot 4.5 L6 91 Ferrari 212 F1 Ferrari 2.5 V12 92 Maserati 4CLT/48 Maserati 1.5 L4C 93 Talbot-Lago T26C Talbot 4.5 L6 94 Talbot-Lago T26C-DA Talbot 4.5 L6 Anmerkungen
Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Reihe 1 9:55,8 1 2 9:57,5 1 3 9:59,0 1 4 10:01,0 1 5 10:06,6 2 6 10:12,9 2 7 10:15,7 2 8 10:23,8 3 9 10:28,9 3 10 10:46,1 3 11 10:52,8 3 12 10:57,5 4 13 11:00,2 4 14 11:07,5 4 15 11:08,2 5 16 11:25,6 5 17 11:26,7 5 18 11:33,5 5 19 11:41,0 6 20 11:49,3 6 21 11:52,9 6 22 12:09,1 7
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde1 20 0 3:23:03,3 12 20 0 + 30,5 3 9:55,8 (12.)3 20 0 + 4:39,0 24 20 0 + 5:50,2 55 20 0 + 7:49,1 66 19 0 + 1 Runde 87 19 0 + 1 Runde 98 19 0 + 1 Runde 15 10:44,5 (10.)9 18 0 + 2 Runden 19 11:24,7 (8.)10 18 0 + 2 Runden 22 11:21,3 (6.)11 17 0 + 3 Runden 18 11:18,4 (12.)– 17 0 DNF 11 11:43,9 (7.)– 13 0 DNF 14– 12 0 DNF 10– 12 0 DNF 20 11:29,7 (6.)– 11 0 DNF 7– 11 0 DNF 12– 8 0 DNF 4– 4 0 DNF 21 10:58,7 (3.)– 3 0 DNF 13 11:56,6 (1.)– 3 0 DNF 17– 2 0 DNF 16
WM-Stand nach dem Rennen Die ersten fünf bekamen 8, 6, 4, 3 bzw. 2 Punkte; einen Punkt gab es für die schnellste Runde. Es zählten nur die vier besten Ergebnisse aus acht Rennen. Zahlen in Klammern sind Streichresultate.
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte1 Alfa Romeo 27 (28)2 Ferrari 17 3 Alfa Romeo 154 Talbot-Lago / Ferrari 155 Ferrari 156 Kurtis Kraft 97 Ferrari 88 Kurtis Kraft 69 Ferrari / B.R.M. 510 Alfa Romeo 411 Talbot-Lago 312 Alfa Romeo 313 Alfa Romeo 314 Sherman 315 Maserati / Alfa Romeo 216 Talbot-Lago 2 17 Kurtis Kraft 218 Kurtis Kraft 219 Schroeder 220 B.R.M. 021 Talbot-Lago 022 Talbot-Lago / Maserati 023 E.R.A. 024 Ferrari 025 Talbot-Lago 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte26 Ferrari 027 Simca-Gordini 028 HWM 029 Talbot-Lago 030 Talbot-Lago 031 Talbot-Lago 032 Talbot-Lago 033 E.R.A 034 Maserati 035 Talbot-Lago 036 Talbot-Lago 0– Talbot-Lago 0– HWM 0– Veritas-Meteor 0– Simca-Gordini 0– Simca-Gordini 0– Simca-Gordini 0– Maserati 0– Alta 0– Maserati 0– Maserati 0– Maserati 0– Alfa Romeo 0– Maserati 0
Literatur Lang, Mike; Grand Prix 1950 - 1965; Haynes Publishing Group, Sparkford Sommerset 1981 S31f. (ISBN 0-85429-276-4) (engl.) Christian Moity, « L'année 1951 : championnat an II », dans L'Année Automobile 1999-2000, no 47, 1999, S. 122 (ISBN 2-88324-055-8) (franz.)
Weblinks Ergebnisse
Einzelnachweise
#1951 Deutschland Kategorie:Nürburgring Kategorie:Sportveranstaltung in Rheinland-Pfalz