Tuchenbach (fränkisch: „Dumba“) ist eine Gemeinde im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern) und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Tuchenbach. Sie ist die kleinste Gemeinde im Landkreis Fürth. Im Ort befinden sich ein Kindergarten, eine Kinderkrippe und ein „Hort Wirbelwind“. Im Hauptort befindet sich eine Verwaltungsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Obermichelbach-Tuchenbach.

Geografie

Lage Tuchenbach liegt etwa 15 km westlich der Stadt Fürth. Der Ort liegt am Tuchenbach, einem linken Zufluss der Zenn.

Nachbargemeinden sind Obermichelbach, Veitsbronn, Puschendorf sowie die Stadt Herzogenaurach.

Gemeindegliederung Die politische Gemeinde Tuchenbach besteht nur aus dem Hauptort.

Die Gemarkung Tuchenbach liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Tuchenbach (Gemarkungsteil 0), teils auf dem Gemeindegebiet von Veitsbronn (Gemarkungsteil 0). Sie hat eine Fläche von 10,219 km² und ist in 2259 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4523,82 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteil Retzelfembach und Veitsbronn (zum Teil).

Geschichte mini|Hauptstraße Der Ort wurde 1284 als „Tuchenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort wahrscheinlich der Personenname Tucho ist.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 224.W. Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth, S. 96 f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Tuchenbach aus 31 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Grundherren waren das brandenburg-ansbachische Kastenamt Cadolzburg (10 Höfe, 6 Güter, 1 Haus, 1 Hirtenhaus, 1 Schmiede, 1 Feuerhäuslein), das bambergische Amt Herzogenaurach (4 Güter, 2 Häuser), das Spital Langenzenn (1 Wirtshaus), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (1 Gut), St.-Klara-Klosteramt (1 Gut), Spitalamt (1 Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Scheurl (1 Halbhof).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 177.

Im Jahre 1792 fiel die Markgrafschaft Ansbach – und damit auch Tuchenbach – an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Tuchenbach dem Steuerdistrikt Veitsbronn zugeordnet. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Tuchenbach, zu der Retzelfembach gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 233 f. Ab 1862 gehörte Tuchenbach zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt) und zum Landgericht Fürth (ab 1876 Stadt- und Landgericht Fürth, 1879 in das Amtsgericht Fürth umgewandelt). Die Finanzverwaltung wurde 1870 vom Rentamt Fürth übernommen (1919 in Finanzamt Fürth umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,259 km².

Am 1. Januar 1980 wurde nach einer Bürgerbefragung der Gemeindeteil Retzelfembach mit damals etwa 350 Einwohnern nach Veitsbronn umgegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Tuchenbach (= ab 1987 Ort Tuchenbach) Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016Einwohner 388 447 483 482 454 468 451 466 494 465 495 508 478 494 465 474 460 462 698 641 568 732 944 1249 1343 1332HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 62 67 75 78 81 75 80 83 98 259 446Quelle Für die Gemeinde Tuchenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Retzelfembach (S. 75). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 449 Einwohner.

Ort Tuchenbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970Einwohner 234 256 281 271 286 287 268 338 285 385Häuser 36 38 45 43 42 45 47 Quelle

Politik mini|Rathaus Gemeinderat Der Gemeinderat von Tuchenbach hat zwölf Mitglieder. IGT SPD WGT AfT Gesamt 2002 5 3 4 – 12 Sitze2008 8 1 3 – 12 Sitze2014 6 – 3 3 12 Sitze2020 7 – 2 3 12 Sitze

Bürgermeister Am 3. März 2002 wurde Leonhard Eder (IGT) mit 61,8 % der Stimmen zum nebenamtlichen Bürgermeister gewählt und am 2. März 2008 (73,8 % der Stimmen), am 16. März 2014 (76,53 % der Stimmen), sowie am 15. März 2020 (68,79 % der Stimmen) jeweils für eine weitere Amtszeit im Amt bestätigt.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist gelb-schwarz-weiß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen Kirchweih ist jedes Jahr von Christi Himmelfahrt bis zum darauffolgenden Montag.

Verkehr Die Autobahn A 3 mit der Anschlussstelle Erlangen-Frauenaurach (82) liegt etwa 7 km nordöstlich.

Die Kreisstraße FÜ 8/ERH 13 verläuft nach Höfen (2,6 km nordwestlich) bzw. nach Veitsbronn (2,5 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Burgstall (2,5 km nordöstlich), nach Puschendorf (2,2 km westlich), nach Obermichelbach zur Kreisstraße FÜ 21 (3,3 km östlich) und die Kreisstraße FÜ 7 kreuzend nach Retzelfembach (2,5 km südlich).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ersterwähnung 1284 Kategorie:Gemeindegründung 1808

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth