Die Martin Hildebrand Automobilwerke AG war ein deutsches Unternehmen zur Herstellung von Automobilen.
Unternehmensgeschichte mini|hochkant|Aktie über 1000 Mark der Martin Hildebrand Automobilwerke AG vom Mai 1922 Martin Hildebrand (1882–1953), der bereits seit 1920 die Reparaturwerkstatt Hohentwiel-Garage in Singen (Hohentwiel) betrieb, gründete das Unternehmen am 2. Dezember 1921 im gleichen Ort. Die Produktion von Automobilen begann unter dem Markennamen Hildebrand, auf dem Emblem war ein geometrisch stilisierter kniender Ritter abgebildet. Das Unternehmen präsentierte drei Fahrzeuge auf der Berliner Automobilausstellung, die von Harry Piel, Lee Parry und einem Graf von Soden gekauft wurden. Martin Hildebrand hatte einen schweren Unfall, nach dem er fast ein Jahr arbeitsunfähig war, sein Ausfall hemmte das Unternehmen. Der zweite Geschäftsführer Ott entnahm Geld aus dem Unternehmen. Am 24. Juli 1924 wurde das Konkursverfahren eröffnet, Konkursverwalter war der Rechtsanwalt Adolf Schmidt in Radolfzell.
Eine Quelle gibt an, dass sowohl die Teilnahme an der Automobilausstellung als auch der Unfall 1923 waren und nur etwa 100 Fahrzeuge entstanden. Ältere Quellen nennen fast 450 Fahrzeuge, eine andere neuere Quelle nennt etwa 120 Fahrzeuge.
Fahrzeuge Das erste Modell war ein 5/15 PS Kleinwagen. Ein Einbaumotor von den Steudel-Werken trieb das Fahrzeug an. Der Vierzylindermotor mit 65 mm Bohrung, 100 mm Hub und 1327 cm³ Hubraum leistete 15 PS. Auch Selve und Protos lieferten Motoren. Besonderheit war das Viergang-Soden-Vorwahlgetriebe der Zahnradfabrik Friedrichshafen AG, benannt nach dem Konstrukteur Alfred Graf von Soden-Fraunhofen. Das Fahrzeug wog 650 kg und erreichte 65 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Weiter werden die Modelle 6/18 PS und 6/20 PS genannt.
Ein Mr. Washburne aus Fair Harem in den USA fuhr nach eigenen Angaben bis mindestens 1949 ein Fahrzeug dieses Herstellers und fragte am 24. Oktober 1949 schriftlich nach Ersatzteilen. 1957 wurde das letzte bekannte Fahrzeug verschrottet.
Autorennen Die Fahrzeuge wurden auch bei Autorennen eingesetzt, besonders bei Bergprüfungen und Zuverlässigkeitsfahrten. Der Fahrer Blümmer belegte den 3. Platz beim ADAC-Bergrennen in Rießersee, das vom 4. bis zum 5. Februar 1924 stattfand. Bei der zwei Tage zuvor in Garmisch veranstalteten Winterfahrt des ADAC wurde auch eine gute Platzierung erzielt.
Literatur Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, 30. Ausgabe 1925, Band 4, S. 6827. Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1996, ISBN 3-87943-519-7, S. 447.
Willy Kornmayer: Der kniende Ritter vom Hohentwiel. Die Geschichte der Hildebrand-Automobile, von denen vermutlich keines mehr überlebt. In: Automobil- und Motorrad-Chronik, Ausgabe 4/1976, S. 18 f.
Weblinks (abgerufen am 28. März 2015) Allcarindex (englisch)
Einzelnachweise Harald H. Linz, Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. (vergleiche Literatur) Willy Kornmayer: Der kniende Ritter vom Hohentwiel. (vergleiche Literatur) Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945. (vergleiche Literatur) Internetseite der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) (vergleiche Weblinks) Beitrag von Willy Kornmayer auf www.hildebrand-automobile.de vom 25. April 2013. (abgerufen am 13. Mai 2017, offline am 28. September 2026)
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