Jettenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein an und ist dort die am weitesten südliche gelegene Ortsgemeinde.
Geographie Lage Jettenbach liegt im Nordpfälzer Bergland sowie dessen Teilbereich Obere Lauterhöhen und bildet den südlichen Abschluss der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Im Norden liegt Eßweiler, im Osten Rothselberg und westlich Bosenbach. Zu Jettenbach gehören die Wohnplätze Röhlhof, Gangelbornerhof und Korbüsch-Hof.
Erhebungen und Gewässer Im Süden der Gemarkung erstreckt sich der Spannagelberg ().
Durch die Gemeinde fließt der namensgebende Jettenbach samt dessen Nebenstrang-Oberlauf Rutzenbach und dem Hauptstrang-Oberlauf Selchenbach.
Geschichte Mittelalter mini|hochkant|Ersterwähnungsurkunde Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes stammt von 1348. Er gehörte zur Grafschaft Veldenz. Die Ersterwähnungsurkunde enthält den Text:
Das Kloster Otterberg war im Ort begütert.Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015. ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (538).
Neuzeit Im Zuge des Marburger Vertrags kam der Ort 1543 zu Pfalz-Veldenz. Ab 1694 gehörte Jettenbach zur Kurpfalz.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war der Ort in den Kanton Wolfstein eingegliedert. 1815 gehörte der Jettenbach zunächst zu Österreich. Nach dem Wiener Kongress wurde er ein Jahr später dem Bayern zugeschlagen. Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde weiterhin dem Kanton Wolfstein an und war Bestandteil des Landkommissariats Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.
1939 wurde der Ort in den Landkreis Kusel eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jettenbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Jettenbach 1972 Bestandteil der Verbandsgemeinde Wolfstein. Seit 2014 gehört der Ort zur Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.
Ortsname Die erste Silbe des Ortsnamens bezieht sich auf den noch heute am Ortsbach wachsenden Wiesenlolch.
Diesen aus dem althochdeutschen stammenden Namensteil „jetto“ verwendete man damals für Unkraut, bzw. als Pflanzennamen für Wiesenlolch. Ein Personennamen, welcher mit diesem jetto in Verbindung gebracht werden könnte, ist nicht bekannt. So ist anzunehmen, dass die ersten Siedler diesen Lolch ausjäten mussten, um die Wiesen, aber auch den Ortsmittelpunkt urbar zu machen. Diesem Beiwort „jetto“ hängte man noch das Grundwort -bach an. Somit wäre der ursprüngliche Sinn des Ortsnamens als Bach, welcher durch ein mit Wiesenlolch (jetto) bewachsenes Tal fließt, zu erklären.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Jettenbach besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Karl Mohr wurde am 11. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Jettenbach, nachdem er zehn Jahre als Erster Beigeordneter für die Gemeinde aktiv war. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 85,9 % für fünf Jahre gewählt worden.
Mohrs Vorgänger Timo Harth hatte das Amt seit 2014 ausgeübt und kandidierte 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 86,83 % in seinem Amt bestätigt worden.Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: .
Wappen Das Wappen der Gemeinde wurde 1967 in Zusammenarbeit mit dem damaligen Lehrer Straßenberg und dem Landesarchiv Speyer entworfen.
Kultur mini|hochkant|Jettenbacher Kirche („Musikantendom“)
Kulturdenkmäler In Jettenbach stehen zehn Objekte unter Denkmalschutz.
Vereine Der Gesangverein „Harmonie“ 1860 Jettenbach e. V. feierte im Jahr 2010 sein 150-jähriges Jubiläum und gehört zu den ältesten Vereinen im Kreis Kusel. Der mitgliederstärkste Verein in der Gemeinde ist der Turn- und Sportverein Jettenbach. Der Musikverein wurde 1882 gegründet. Er ist der zweitälteste Verein innerhalb des Landkreises Kusel und seit seiner Gründung durchgehend aktiv. Der Tischtennisverein Jettenbach (TTV) wurde 2007 gegründet.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Gemeindebereich wurde früher Bergbau betrieben. Darüber hinaus bildete Jettenbach ein Zentrum des Westpfälzer Wandermusikantentums. Zeitweise lebten in der Gemeinde mehr als 500 Musikanten.
Im Süden des Gemeindegebiets befanden sich ab 2001 die Windkraftanlagen Jettenbach, mittlerweile wurden sie abgebaut. Zudem existiert vor Ort ein Steinbruch der Basalt-Actien-Gesellschaft, der von den Südwestdeutschen Hartsteinwerken betrieben wird und in dem Kuselit abgebaut wird.
Verkehr Straße Durch Jettenbach verlaufen die Landesstraße 369, die von Eßweiler nach Schwedelbach führt, und die Landesstraße 370 von Friedelhausen nach Kreimbach-Kaulbach.
Im Osten verläuft die Bundesstraße 270.
Bahn Im Zuge der Projektierung der Bachbahn gab es Bestrebungen, die Strecke ab Weilerbach Richtung Norden über Jettenbach und Eßweiler bis nach Offenbach am Glan zu führen. Diese setzten sich jedoch nicht durch. In Kreimbach-Kaulbach ist ein Bahnhof der Lautertalbahn.
Tourismus mini|Korbuschhütte
Auf dem Gemeindegebiet befindet sich die Korbuschhütte, die von der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins betrieben wird.
Persönlichkeiten Ehrenbürger Walter Hamm, langjähriger Ortsbürgermeister, ernannt 2018
In Jettenbach geboren Hubertus Kilian (1827–1899), Musikant Ludwig Heinrich Hauber (1827–1902), Mäzen Karl Andreä (1841–1913), Politiker, Pädagoge und Autor
Mit Jettenbach verbunden Detlef Bojak (* 1935), Politiker (SPD), saß ab 1964 im Gemeinderat.
Weblinks
Webpräsenz der Ortsgemeinde Jettenbach Ortsgemeinde Jettenbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein Jettenbach bei regionalgeschichte.net
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kusel Kategorie:Ersterwähnung 1348