mini|Viničné Šumice
Viničné Šumice, bis 1925 Šumice (deutsch Schumitz), ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt vier Kilometer nordwestlich von Rousínov und gehört zum Okres Brno-venkov.
Geographie Viničné Šumice liegt am südlichen Fuße des Drahaner Berglandes. Das von Obstgärten und terrassenförmig angelegten Weinbergen umgebene Dorf ist der nördlichste Weinbauort Mährens.
Nachbarorte sind Vítovice und Královopolské Vážany im Osten, Rousínov und Slavíkovice im Südosten, Velešovice und Kovalovice im Süden sowie Pozořice im Westen.
Geschichte Archäologische Funde deuten auf eine Besiedlung des Gemeindegebiets seit der Jungsteinzeit hin. Der Schwerpunkt der Funde stammt aus der Bronzezeit. Die meisten dieser Stücke lagern heute als Teil der Sammlung Antonín Procházka im Magazin Rebešovice des Mährischen Landesmuseums. 1945 entdeckte der Brünner Frühgeschichtler Josef Poulík im Südosten der Ortsfluren eine ovale Bodenvertiefung mit Funden aus der mitteldonauländischen Hügelgräberkultur, die später als Kultstätte einer Fruchtbarkeitsgottheit gedeutet wurde.
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1350 und findet sich in einer Erfassung mährischen Adelsbesitzes für die Einrichtung des Landesgerichts in Brünn. Damals war der Ort im Besitz des Adelsgeschlechts von Wildenberg. 1371 verkauften die Herren von Wildenberg die Burg Vildenberk (Wildenberg) mit allem Zubehör, darunter auch das Dorf Šumice, an Markgraf Johann Heinrich. Dessen Sohn Jobst überließ 1402 die Dörfer Pozořice, Šumice, Kovalovice und Sivice als erbliches Gut an Peter von Krawarn auf Plumlov. 1417 verkaufte dessen Sohn Jindřich das Dorf mit dem herrschaftlichen Hof, den Weinbergen und dem Bergrecht an Peter von Krumsín. Weinbau wurde auf den Fluren Horní Hora, Dolní Hora, Pšenky, Regle und Jezviny betrieben. Auf Peter folgte seine Mutter Klára, die 1437 seine Schwester Machna und deren Ehemann Frank von Hartmanov in die Gütergemeinschaft aufnahm. Zugleich bestanden Forderungen Dritter: Sulek von Pacov und dessen Sohn Hynek hielten einen Schuldbrief auf das Dorf. 1447 übertrug Jiří, Vetter des einstigen Grundherrn Jindřich von Krawarn, sein Erbrecht am Dorf auf Bušek von Melicz. Ihm folgte seine Tochter Zuzana und deren Tochter Elška, die mit Václav Pavlovský von Widbach verheiratet war. 1563 verkaufte ihr Sohn Hynek den Besitz an Albrecht von Boskowitz und Černahora, der Šumice der Herrschaft Pozořice anschloss. 1807 brachen in Šumice drei Großfeuer aus, die weite Teile des strohgedeckten Dorfes zerstörten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Šumice der Herrschaft Pozořice untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Šumice ab 1850 eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Vyškov. 1885 wurde eine Dorfschule errichtet. 1893 brannten die Häuser in den Ortslagen Hloušek und Hradská nieder. 1925 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in Viničné Šumice. 1950 wurde Viničné Šumices dem Okres Slavkov zugeordnet. Seit 1961 gehört die Gemeinde zum Okres Brno-venkov. Viničné Šumice ist nach Pozořice gepfarrt.
Gemeindegliederung Für die Gemeinde Viničné Šumice sind keine Ortsteile ausgewiesen.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kapelle des hl. Johannes des Täufers Steinkreuz aus der Wende 18./19. Jahrhundert Wegkreuze Denkmal für die Opfer beider Weltkriege Naturdenkmal Hynčicovy skály
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1350