Wellerode ist ein Ortsteil und der Verwaltungssitz der Gemeinde Söhrewald im nordhessischen Landkreis Kassel.
Geographie Geographische Lage Wellerode ist der nördlichste Söhrewalder Ortsteil. Er befindet sich in der bewaldeten Mittelgebirgslandschaft Söhre (max. ) am Fahrenbach. Das Dorf liegt auf etwa 270 bis nördlich des bewaldeten Bergrückens von Hambühlskopf () im Westen und Brandt () im Osten; südlich dieses Rückens befindet sich der Söhrewalder Ortsteil Wattenbach.
Durch Wellerode verläuft in Nordwest-Südost-Richtung die Landesstraße 3236 (Vollmarshausen–Wattenbach). Knapp drei Kilometer südsüdwestlich des Dorfs liegt der teils zur Gemeinde Söhrewald gehörende Stellbergsee, etwa 2,5 km südöstlich steht am Franzosentriesch (ca. ) der Fernmeldeturm Söhrewald-Wellerode. Rund drei Kilometer ostnordöstlich der Ortschaft steht einsam in der Söhre nördlich oberhalb des Fahrenbachs die baulich begonnene Autobahnbrücke von Söhrewald; sie ist ein Relikt der zur Zeit des Nationalsozialismus baulich begonnenen Reichsautobahn Kassel–Eisenach, der heutigen Bundesautobahn 44 im Abschnitt zwischen Kassel und Herleshausen–Wommen, die derzeit immer noch in Planung ist bzw. sich unter anderem im weiter nördlich gelegenen Lossetal abschnittsweise in Bau befindet.
Wellerode ist zu drei Viertel von Wald umschlossen.
Gewässer Fahrenbach/Wahlebach Im Söhrewalder Gemeindegebiet entspringt der 16,6 km lange Wahlebach, der in seinem Quell- und Oberlaufabschnitt Fahrenbach heißt und ein östlicher Zufluss der Fulda ist. Er fließt als Fahrenbach durch Söhrewald-Wellerode, Lohfelden-Vollmarshausen und – fortan Wahlebach genannt – durch Lohfelden-Ochshausen sowie durch mehrere Stadtteile von Kassel, um im dortigen Stadtteil Unterneustadt in den westlichen Weser-Quellfluss Fulda zu münden.
Steinbach Der Steinbach in Wellerode entspringt an der Ostseite des Warpels, rund 300 Meter nordöstlich der Warpelhütte. Nahe der Gartenanlage westlich der ehemaligen Söhrebahntrasse wurde nach dem schweren Wolkenbruch vom 11. Juli 1980 das 1,40 m hohe, 0,76 m breite und rund 0,30 bis 0,40 m dicke Sühne- oder Steinkreuz freigespült, wiederentdeckt und im April 1982 von der Gemeindeverwaltung Söhrewald nahe der Söhrebahntrasse aufgerichtet (siehe dort). Der Bach unterquert die Söhrebahntrasse, danach die nach ihm benannte, fast einen Kilometer lange Steinbachstraße und dann die Kasseler Straße, in deren Durchlass Welleröder während des Zweiten Weltkrieges bei Bombenangriffen der Alliierten auf Kassel Unterschlupf finden konnten. Der Steinbach durchfließt dann die Grundstücke der Häuser Kasseler Straße 15 a (von 1919 bis 1995 Gaststätte Mendel, genannt Knochens, dann Jantzen, später Göttlicher, zur Zeit (2007) Zweigniederlassung Nordhessen Probat) und Kasseler Straße 17 (Langhuth), um dann gegenüber der Untermühle (jetzt: Untermühlenweg 6) in den Fahrenbach zu münden.
Das erwähnte Haus Langhuth zeigt an seiner Fassade das Symbol der Zimmerer. Nur an einem weiteren Haus in Wellerode ist ein Handwerkersymbol (Tischler) angebracht, ohne Werbung für einen Betrieb zu sein: Am Kaninchenberg 22 (Keller). Der Name Steinbach ist als Gewässer- und Familienname anderenorts weit verbreitet. Die Wasserführung des Steinbachs in Wellerode ist unregelmäßig, oft ist er trocken gefallen. Der untere Steinbach wurde bis etwa 1900 bis zur jetzigen Steinbachstraße als Feldweg genutzt. In Ermangelung geeigneter Straßen und Wege wurde auch der Fahrenbach vom alten Forsthaus abwärts derart benutzt. Der Feldweg schlängelte sich von der Steinbachmündung durch „Knochen Höhlchen“ zum Walde am Eisberg. Es ist überliefert, dass sich die Fuhrleute durch Peitschenknallen ankündigten, wenn sie in den Hohlweg fuhren, denn ein Ausweichen war in ihm nicht möglich.
Christteich Der Christteich, ein künstliches stehendes Gewässer, liegt in der Söhre auf etwa , ungefähr einen Kilometer nordwestlich des Stellbergsees (siehe oben) zwischen Söhrewald-Wellerode (Landkreis Kassel) und Guxhagen-Wollrode (Schwalm-Eder-Kreis) in der Gemarkung Wellerode.
Der auf der Westseite des Teiches liegende Damm ist aus Erdreich errichtet, über dessen Krone ein forstwirtschaftlicher Weg führt, der auch vom 34 km langen Hauptwanderweg Fulda-Gelster-Weg des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins von Guxhagen nach Großalmerode (Kennzeichen: M 15) überquert wird. Der Damm verfügt auf seiner Rückseite über keine bauliche Sicherung, weswegen nach den katastrophalen Niederschlägen am 11. Juli 1980 das Wasser wild über den Damm abfloss, weil das Ablaufbauwerk im Teich, fachmännisch Mönch genannt, schon seit Jahren nicht mehr bestand. Die Fachleute befürchteten wegen der dadurch entstandenen Schäden an der Dammrückseite eine gefährliche Rückwärtserosion, die zum Deichbruch hätte führen können. Aus diesem Grunde war damals eine Teilevakuierung der unterliegenden Ortslagen von Wollrode und Guxhagen erwogen worden, die allerdings nicht nötig wurde. Der Mönch wurde bei den Ausbesserungsarbeiten wiederhergestellt.
Der Christteich wird über den Schwarzenbach entwässert, der durch das Schnepfental, Wollrode und Guxhagen fließt und dort zwischen dem 150 m langen Wehr der früheren Farbmühle in Guxhagen und der Mühle in Breitenau einerseits sowie der Fuldabrücke andererseits rechts in die Fulda mündet.
Die Überlieferung, der Christteich sei 1905 von Pionieren angelegt worden, ist nicht richtig, weil bereits 1734 über die Instandsetzung des Christbornteiches bei Wellerode berichtet wird,StAM, Sig. 14641 also vor diesem Jahr bereits bestand, und der Christteich darüber hinaus in der Niveaukarte 112 des Kurfürstentums Hessen von 1857 eingetragen ist. Eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1851 belegt die Verpachtung des Christbrunnenteiches. Ob der Teich tatsächlich Fischerei-Lehrzwecken dient, sei dahingestellt. Es sind aber in ihm Karpfen eingesetzt. Die fischereiwirtschaftliche Bedeutung des Teiches ist nach Auskunft der Förster untergeordnet.
Vom Christteich nicht zu sehen ist die rund 200 m nordöstlich liegenden, nach Pfarrer Magnus Riebeling von der Auferstehungskirche in Kassel benannte CVJM-Hütte, die von Schülern eines Kasseler Bibelkreises erbaut wurde, die nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten mit diskreter Hilfe des damaligen Landesforstmeisters Betke der Preußischen Forstverwaltung übergeben wurde, um einen Zugriff der Hitler-Jugend nach der Gleichschaltung zu verhindern. Grund und Boden gehört dem Land Hessen, vertreten durch die Forstverwaltung, die Nutzung der Hütte wurde vertraglich dem CVJM und seinen Gästen überlassen. Das in einem Balken eingeschnitzte Datum 31. August 1932 ist vermutlich das Erbauungsdatum der Hütte. Der „Anbau“ der Hütte ist der älteste Teil, er diente als Unterstand für die Waldarbeiter.
Der Christteich wurde nachweislich der im Archiv der deutschen Jugendbewegung in der Burg Ludwigstein verwahrten Fotos aus dem Jahre 1927 von der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) aus Kassel als Badeteich benutzt.
Von der oberhalb des Christteiches sprudelnden Quelle schöpften früher Dörnhagener Jungfrauen am ersten Ostertag vor Sonnenaufgang Osterwasser; das verhieß Schönheit, sobald sich die Mädchen damit daheim wuschen. In den 1970er Jahren fuhren junge Leute aus Dörnhagen auf der Christteich Wiese Ski.Th. Hans-Dieter Scholz „Hier dreht sich alles ums Wasser – Der Christteich“, in: Söhrewald 1984, S. 318–320; "Der Christteich" in: Jahrbuch Landkreis Kassel '84, S. 106; "Söhrewald von A–Z", Söhrewald 1990, Band 1, S. 76, und "Wasser- und Windmühlen im Schwalm-Eder-Kreis - Eine Bestandsaufnahme", herausgegeben vom Regierungspräsidium Kassel, Kassel 1996, S. 72.
Stellbergsee
Im Westteil des Söhrewalder Gemeindegebiets liegt an der Nahtstelle zum Schwalm-Eder-Kreis westlich unterhalb des zur Söhre gehörenden Stellbergs der Stellbergsee, ein etwa 1,4 ha großer Tagebausee, also ein künstliches Stillgewässer, das durch Bergbau entstand und heutzutage als Badesee genutzt wird.
Rotebachteich Der Rotebach- oder Holzlagerteich ist rund 1,5 km Luftlinie südöstlich von Wellerodes Ortszentrum entfernt. Der 3500 Quadratmeter große Teich wurde mit seinem vorgelagerten 350 Quadratmeter großen Sandfang, der als Ententeich bezeichnet wird, Mitte der 1970er Jahre angelegt. Der 70 Meter lange, sechs Meter hohe und in seiner Krone sechs Meter breite Damm wurde quer durch das Tal aufgeschüttet. Die Dammkrone des Rodebachteichs liegt bei , die des oberhalb liegenden Sandfangs bei . Der Teich wird vom Rotebach, einem Nebengewässer des Fahrenbaches, und einer Quelle am Osthang der Anlage gespeist und wird offiziell als Holzlagerteich des vormaligen Hessischen Forstamtes Kaufungen genutzt. Im wasserrechtlichen Erlaubnisverfahren wurde vom Forstamt Kaufungen gegenüber der Unteren Wasserbehörde (= Landrat des Landkreises Kassel) der Teich ausdrücklich als Erhöhung des Erholungs- und Freizeitwerts für die Welleröder Bevölkerung hervorgehoben. Tatsächlich wird der Teich im Sommer als Badegewässer und im Winter zum Schlittschuhlauf genutzt. Der Rotebachteich kann zu Fuß auf kürzesten Weg über die Wattenbacher Straße und Tiefenrod oder über die Diebgrabenstraße dem rechts abzweigenden Knickchen (Rundwanderweg 21) am sogenannten Hänsel-und-Gretel-Stein erreicht werden.Th. Hans-Dieter Scholz: Hier dreht sich alles ums Wasser – Der Rotebachteich, in: Söhrewald 1984, S. 314; Söhrewald von A–Z, Band 3, Söhrewald 1995, S. 10;
Teich an der Schornstraße Ebenfalls Mitte der 1970er Jahre wurde der 25 × 20 Meter (= 500 Quadratmeter) große Teich unterhalb der Schornstraße auf dem früheren Wendeplatz eines Zufahrtsstollens des Karlsstollen angelegt, dessen Wasser für den nordöstlich vor dem Eingang des alten Steinbrauchs liegenden Berieselungsplatzes von der Forstverwaltung zur Holzkonservierung benötigt wird. Die Dammhöhe beträgt nur ein bis zwei Meter. Gespeist wird das kleine Becken durch das bis dahin wild abfließende Wasser aus dem Karlsstollen und aus zwei in unmittelbarer Nähe liegenden gefassten Quellen, die früher zur Trinkwassergewinnung für Wellerode dienten. Der Zulauf beträgt rund zwei Liter pro Sekunde.Th. Hans-Dieter Scholz „Hier dreht sich alles ums Wasser – Der Teich an der Schornstraße“, in: Söhrewald 1984, S. 314.
Eisbergteich Der Eisbergteich liegt 600 m nordöstlich des Forsthauses Eisberg an einer Forststraße, die als landwirtschaftlicher Weg in Höhe des Hundesportplatzes rechtwinklig auf die Landesstraße zwischen Söhrewald-Wellerode und Lohfelden-Vollmarshausen mündet. Der Teich ist offenbar durch die Aufschüttung der Trasse über den Gewässergraben (namenloses Gewässer, das in den Fahrenbach mündet) entstanden. Nach der Niveaukarte vom Kurfürstentum Hessen, Blatt 23, Oberkaufungen, von 1855, wird der Einschnitt „Breitegrund“ zwischen Hohenrod und Eis Berg genannt. Ein kaum zu sehendes Ablaufbauwerk in Form einer Betonröhre mit 50 cm Durchmesser befindet sich am Südrand der Waldstraße (also Richtung Wellerode), dessen Trasse gleichzeitig der Damm des Eisbergteiches ist, der auf liegt. Zum Eisbergteich gelangt man von Wellerode zum Beispiel über die Bahnhofstraße und Eisberg. Bevor man das Haus Eisberg 3 (Köhler) am Waldrand erreicht, biegt man rechts ab und folgt dem Nebenwanderweg 114 des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatvereins (HWGHV) Richtung Vollmarshausen; dieser Weg ist gleichzeitig der lokale Wanderweg 6. Nach rund 180 m erreicht man linker Hand den Teich.
Geschichte Im Jahre 1351 wurde Wellerode erstmals urkundlich erwähnt, als die von Elben den Ort an das Kloster Kaufungen verkauften. Besiedelt wurde es wahrscheinlich von Vollmarshausen aus bereits im 7. und 8. Jahrhundert. In der erwähnten Urkunde finden sich die Brüder Thyle, Heimrad und Werner von Elben bereit, ihre Lehnsrechte auf Wellerode an die Äbtissin Jutta von Katzenelnbogen (1315–1378) vom Kloster Kaufungen zu verkaufen, weshalb die beiden Parteien am 2. Juni 1351 einen Vertrag schlossen, der im Hessischen Staatsarchiv Marburg aufbewahrt wird.