Der Bahnhof Königs Wusterhausen ist ein Bahnhof in Brandenburg, der vornehmlich die Pendlerströme der Stadt Königs Wusterhausen von und nach Berlin aufnimmt. Der Bahnhof liegt am Rande der Innenstadt und relativ weit von den großen Wohngebieten entfernt. Er gehört zum Berliner Tarifbereich C und ist Endstation der Linie S46 der S-Bahn Berlin.

Anlagen mini|links|Der Bahnhof verfügt über einen Seitenbahnsteig (Hausbahnsteig direkt am Bahnhofsgebäude) und einen Mittelbahnsteig, an letzterem halten auch die Züge der Berliner S-Bahn mini|links|Durchgang durch das Bahnhofsgebäude mini|links|Denkmalgeschützte ehemalige Wartehalle auf 'Bahnsteig 2'

Der Bahnhof Königs Wusterhausen verfügt aktuell über drei Bahnsteigkanten mit den folgenden Maßen:

Gleisnummer Bahnsteighöhe ü. SO Bahnsteiglänge 1 76 cm 233 m 2 103 cm 185 m 3 76 cm 140 m

hochkant|mini|Wasserturm und Stellwerk, 1990 hochkant|mini|Das Empfangsgebäude in seiner heutigen Form geht zurück auf das Jahr 1893

Der Mittelbahnsteig mit den Gleisen 2 und 3 wurde ursprünglich auf die Höhe der S-Bahn Berlin ausgelegt, was auch seine Bahnsteighöhe von 103 cm erklärt. Um den Fahrgastwechsel für mobilitätseingeschränkte Personen einfacher zu gestalten, wurde die Seite des Bahnsteigs am Gleis 3 auf einer Länge von rund 100 m auf eine Höhe von 76 cm abgesenkt.

Der Bahnhof stellt ein Nadelöhr auf der Strecke dar. Unmittelbar nördlich des Bahnhofs wird der Nottekanal auf einer lediglich zweigleisigen Eisenbahnbrücke überquert, welche jedoch sowohl von der S-Bahn als auch vom Fern- und Regionalverkehr genutzt wird und somit jeweils nur ein Gleis zur Verfügung steht. In und aus Richtung Norden ist zudem nur Gleis 1 (Hausbahnsteig) ohne Kreuzung des S-Bahn-Gleises erreichbar. Die meisten durchgehenden Zugfahrten entlang der Görlitzer Bahn im Regional-, Fern- und Durchgangsgüterverkehr werden in beiden Richtungen über Gleis 1 abgewickelt. Gleis 3 wird (abgesehen von den Zügen der RB 36 von und nach Beeskow) nur von wenigen durchgehenden Zügen auf der Görlitzer Bahn genutzt. Zur Beseitigung dieses Engpasses und Einrichtung der durchgehenden Zweigleisigkeit wäre eine umfassende Umgestaltung und betriebliche Neuorganisation des Bahnhofsbereichs erforderlich, hierfür gibt es derzeit jedoch keine konkreten Planungen.

Das Bahnhofsgebäude wurde mittlerweile unter Denkmalschutz gestellt, was Auswirkungen auf planerische Aspekte eines möglichen Umbaus des Bahnhofs hat.

Direkt am Bahnhof sind 100 Fahrradstellplätze vorhanden. (PDF; 4,6 MB) der DB auf Seite 20; abgerufen am 25. Januar 2010. Die täglich bis zu 500 abgestellten Fahrräder werden zwischen 6 und 18 Uhr in zwei Schichten von sechs Ein-Euro-Jobbern bewacht.Artikel in der taz, abgerufen am 25. Januar 2010.

Geschichte

19. Jahrhundert Der Bahnhof Königs Wusterhausen wurde zusammen mit der Bahnstrecke Berlin–Görlitz in den Jahren 1865 und 1866 erbaut. Die Eröffnung des ersten Abschnitts von Berlin bis Cottbus fand am 13. September 1866 statt. Am 31. Dezember 1867 wurde die Strecke bis Görlitz verlängert.private Homepage zur Strecke Berlin-Görlitz Anfänglich wurde auf Grund des gerade ausgebrochenen Deutschen Krieges nur ein Fachwerkhaus als Empfangsgebäude errichtet. Erst 1893 entstand das Hauptgebäude in seiner heutigen Form.Historientafel am Gebäude des Bahnhofs Königs Wusterhausen; auch Am 1. Oktober 1891 wurde der Berliner Vororttarif bis Königs Wusterhausen eingeführt. Die wirtschaftliche Prosperität der Region, welche vor allem den Materialbedarf Berlins mit Baustoffen bediente, ließ im Jahr 1894 die Königs Wusterhausen-Mittenwalde-Töpchiner Kleinbahn und am 20. September 1898 die Strecke in Richtung Beeskow und Frankfurt (Oder) hinzukommen. Dies ging einher mit umfangreichen Erweiterungen der Bahnanlagen im Bahnhof.Historie auf beefland.de Unter anderem wurde für die Strecke nach Mittenwalde ein eigener Bahnsteig errichtet, welcher direkt südlich an den heutigen Hausbahnsteig angrenzt.Integriertes Stadtentwicklungskonzept der Stadt Königs Wusterhausen vom 14. Dezember 2007.

20. Jahrhundert mini|Wendezug am Hausbahnsteig, 1995 Im April 1945 wurde der Verkehr auf der Görlitzer Bahn im Berliner Raum eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1947 der dampfbetriebene Vorortverkehr vom Görlitzer Bahnhof in Berlin in Richtung Königs Wusterhausen wieder aufgenommen. Am 30. April 1951 wurde der elektrische S-Bahn-Verkehr von Grünau bis Königs Wusterhausen verlängert und in Betrieb genommen, während parallel der dampfbetriebene Vorortverkehr eingestellt wurde. Aus diesem Anlass erhielt der Bahnhof in diesem Jahr zusammen mit dem benachbarten Bahnhof Wildau sowie dem Bahnhof Hennigsdorf eines der drei ersten Gleisbildstellwerke der Deutschen Reichsbahn.Erich Preuß, Reiner Preuß: Chronik der Deutschen Reichsbahn 1945–1993, Eisenbahn in der DDR. GeraMond, München 2009, ISBN 978-3-7654-7094-3, S. 35. Der Schienenpersonennahverkehr in Richtung Mittenwalde auf der Strecke nach Töpchin wurde am 29. September 1974 auf Omnibusbetrieb umgestellt. Am 16. Oktober 1987 wurde die Fernbahnstrecke zwischen Grünau und Königs Wusterhausen elektrifiziert.

21. Jahrhundert mini|Der Bahnsteig mit seinen denkmalgeschützten Überdachungen im Jahr 2026 Im Jahr 2010 wurde die Gleisinfrastruktur um Königs Wusterhausen erneuert. So wurde die Strecke bis Lübbenau im Rahmen einer zwölfmonatigen Vollsperrung auf 160 km/h ertüchtigt. Parallel wurde ab Juni 2010 die Strecke Richtung Frankfurt/Oder für zwei Monate gesperrt und auf durchgehend 80 km/h ertüchtigt. Somit war der Bahnhof Königs Wusterhausen bauzeitlich ein Kopfbahnhof. Zukünftig ist auch eine Modernisierung des anschließenden Streckenabschnitts bis Berlin-Grünau geplant. Hier wurde bereits im Jahr 2009 eine neue Signal- und Sicherungstechnik installiert. Ebenfalls sind seit Anfang 2010, finanziert durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung, die alten Leuchtstoffröhrenanzeigen durch moderne LCD-Anzeigen ersetzt worden. Parallel dazu wurde im Bahnhof ein Blindenleitsystem installiert.Konjunkturpaket: Mängel an Bahnhöfen verschwinden. In: Märkische Allgemeine, 30. Oktober 2009, abgerufen am 26. Januar 2010.

Geschichte des Fernverkehrs Einen Überblick der Fernverkehrsverbindungen enthält folgende Tabelle:

Jahr Zugart Lauf Takt Quelle 1867 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 3 Zugpaare, 1 bis Cottbus (zeuthenonline.de) 1880 beschleunigter Zug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Zittau 4 Zugpaare, 1 Beschleunigter (zeuthenonline.de) 1884 beschleunigter Zug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 4 Zugpaare, 2 Beschleunigte (zeuthenonline.de) 1900 beschleunigter Zug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 6 Zugpaare, 1 Beschleunigter (zeuthenonline.de) 1936 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg – Glatz Hbf 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1936 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1936 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 2 Zugpaare (zeuthenonline.de) 1939 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg – Glatz Hbf 1 Zugpaar (deutsches-kursbuch.de) 1939 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg 1 Zugpaar (deutsches-kursbuch.de) 1939 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 2 Zugpaare deutsches-kursbuch.de i. V. m. (deutsches-kursbuch.de) 1941 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg – Glatz Hbf 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1941 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1941 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 2 Zugpaare (zeuthenonline.de) 1943 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg – Glatz Hbf 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1943 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1943 Personenzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1944/45 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Hirschberg 2 Zugpaare pkjs.de i. V. m. (pkjs.de) 1944/45 Eilzug Berlin Görlitzer Bahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 1 Zugpaar (pkjs.de) 1948/49 Eilzug Berlin Zoologischer Garten – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 1 Zugpaar (eisenbahnwelt.com) 1980/81 Eilzug Berlin Schöneweide – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz – Zittau 4 Zugpaare, 3 bis Zittau (eisenbahnwelt.com) 1980/81 Eilzug Königs Wusterhausen – Cottbus – Hoyerswerda – Bautzen 1 Zugpaar (eisenbahnwelt.com) 1980/81 Schnellzug Berlin Schöneweide – Königs Wusterhausen – Senftenberg – Hoyerswerda – Bautzen 2 Zugpaare (eisenbahnwelt.com) 1980/81 Schnellzug Köln Hbf – Magdeburg Hbf – Berlin-Schönefeld Flughafen – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 1 Zugpaar (eisenbahnwelt.com) 1981/82 Eilzug Berlin Schöneweide – Königs Wusterhausen – Cottbus – Weißwasser – Görlitz – Zittau 4 Zugpaare, 3 bis Zittau (zeuthenonline.de) 1981/82 Eilzug Königs Wusterhausen – Cottbus 1 Zugpaar (zeuthenonline.de) 1981/82 Schnellzug Berlin Schöneweide – Königs Wusterhausen – Hoyerswerda – Bautzen 2 Zugpaare (zeuthenonline.de) 1981/82 Schnellzug Köln Hbf – Magdeburg Hbf – Berlin Flughafen Schönefeld – Königs Wusterhausen – Cottbus – Görlitz 1 Zugpaar (zeuthenonline.de)

Bis zur Einstellung der Interregioverkehre zum Sommerfahrplan 2001 in privater Homepage zur Görlitzer Bahn; abgerufen am 6. März 2011. hatte Königs Wusterhausen stets Fernverkehrsverbindungen nach Cottbus und Görlitz in Richtung Süden und zu wechselnden Zielen in Richtung Berlin. Anschließend war Königs Wusterhausen bis 2012 kein Fernverkehrshalt. Der Intercity von Norddeich Mole nach Cottbus und der EC 99 von Hamburg nach Kraków fuhren ohne Halt durch Königs Wusterhausen. Seit Dezember 2012 hält ein IC-Zugpaar in Königs Wusterhausen.

Personenverkehr mini|Doppelstockwagen im Regionalverkehr im Bahnhof Königs Wusterhausen auf dem Weg nach Cottbus mini|Regionalbahn 36 auf dem Weg nach Frankfurt (Oder)

Fernverkehr Ein Intercity-Zugpaar der Linie 56 von Norddeich Mole nach Cottbus hält in Königs Wusterhausen.

Linie Verlauf Takt (min) EVU IC 56 (Norddeich Mole –) Emden – Bremen – Hannover – Magdeburg – Berlin Hauptbahnhof – Königs Wusterhausen – Cottbus 1 Zugpaar täglich DB Fernverkehr Stand: 14. Dezember 2025

Regionalverkehr Linie Verlauf Takt (min) EVU RE 2 Nauen – Berlin-Spandau – Berlin Friedrichstraße – Berlin Ostbahnhof – Königs Wusterhausen – Lübben – Cottbus 60 DB Regio Nordost RE 7 Dessau – Bad Belzig – Berlin-Wannsee – Berlin Ostkreuz – Königs Wusterhausen – Lübbenau – Senftenberg 60 RE 20 Berlin Hauptbahnhof – Berlin Südkreuz – Flughafen BER – Königs Wusterhausen – Lübbenau (– Cottbus) 60 RB 22 Königs Wusterhausen – Flughafen BER – Potsdam Pirschheide – Golm – Potsdam (– Potsdam Griebnitzsee) 60 RB 36 Königs Wusterhausen – Storkow – Beeskow – Müllrose – Frankfurt (Oder) 60 NEB 20 S-Bahn BerlinStand: 14. Dezember 2025

Busverbindungen mini|Bushaltestelle auf der Westseite mini|Bushaltestelle auf der Ostseite Der Bahnhof der Stadt wird von Buslinien der Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme-Spreewald, Herz-Reisen und Busverkehr Oder-Spree bedient, welche aber in teilweise sehr unterschiedlichen Taktzeiten verkehren. Die zwei Abfahrtsbereiche westlich und östlich der Bahn sind durch eine Fußgängerunterführung unter den Gleisen des Bahnhofs verbunden. Neben zahlreichen brandenburgischen Linien hält hier unter anderem auch der PlusBus des Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Folgende Verbindungen starten ab Königs Wusterhausen: