mini|Ortsansicht
Hostěnice (deutsch Hostienitz) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt dreizehn Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Brünn und gehört zum Okres Brno-venkov.
Geographie Hostěnice liegt am südlichen Fuße des Drahaner Berglandes. Das von Wäldern umgebene Dorf erstreckt sich rechtsseitig des Baches Hostěnický potok. Nordwestlich befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Moravský kras, im Norden der Naturpark Říčky. Im Südosten erhebt sich die Velká Baba (420 m n.m.), nordwestlich die Lysá hora (428 m n.m.). Südlich der Gemeinde liegen ausgedehnte Kalkbrüche.
Nachbarorte sind Proseč, Lhotky und Bukovinka im Norden, Račice im Nordosten, Olšany im Osten, Pozořice im Südosten, Sivice im Süden, Mokrá im Südwesten sowie Ochoz u Brna im Nordwesten.
Geschichte Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Hostyeniczka datiert auf das Jahr 1371, als die Herren von Wildenberg die Burg Vildenberk (Wildenberg) mit allem Zubehör an Markgraf Johann Heinrich verkauften. Hostěnice und das nördlich gelegene Lhota zählten zu den Dörfern der Herrschaft Wildenberg, die im 15. bzw. 16. Jahrhundert erloschen. Während Lhota wüst blieb, wird für das Tal des Hostěnický potok eine Wiederbesiedlung um 1580 durch eine zehnköpfige Familie überliefert. Die Siedlung gehörte zur Herrschaft Pozořice. Im Lauf der Zeit wurden Waldflächen gerodet, um Ackerland zu gewinnen. Wegen des steinigen Bodens war die Landwirtschaft wenig ertragreich, sodass Besenbinderei aus Birkenreisig, Steinmetzarbeiten aus Marmor und die Verarbeitung von Kalkstein zu Branntkalk als Erwerbszweige hinzukamen. 1746 wurde auf der Flur der Wüstung Lhota der herrschaftliche Wirtschaftshof Nový Dvůr angelegt, der später Lhotky genannt wurde. Um den Hof entstanden ein Jägerhaus, eine Försterei und 1842 eine Unterkunft für Forstarbeiter. Lhotky gehörte damals zu Březina. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb Hostěnice der Herrschaft Pozořice untertänig.
Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Hostěnice ab 1850 eine politische Gemeinde in der Bezirkshauptmannschaft Vyškov. 1885 wurde Lhotky nach Hostěnice umgemeindet. 1898 entstand ein Schulhaus. Zwischen 1950 und 1960 war Hostěnice dem Okres Slavkov zugeordnet. 1953 wurde das Gemeindeamt gebaut. Seit 1961 gehört Hostěnice zum Okres Brno-venkov. Die Gemeinde ist nach Pozořice gepfarrt.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Hostěnice besteht aus den Ortsteilen Hostěnice und Lhotky sowie den Feriensiedlungen Pod Hádkem, Peklo, Pastviska, Říčky und Amstrdam.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Glockenturm, errichtet 1877 Waldkapelle der hl. Anna, errichtet 1748 Wegkreuze Denkmal für die Opfer beider Weltkriege Jubiläumsgedenksteine für Fürst Johann II. von Liechtenstein, errichtet 1898 bzw. 1908, nördlich bzw. nordöstlich des Dorfes Hostěnické propadání, Ponor des Hostěnický potok, nordwestlich des Dorfes
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1371