mini|Ottifanten-Statue in Emden mini|Otto Waalkes mit einem Stoff-Ottifanten Der Ottifant ist ein vom deutschen Komiker Otto Waalkes erdachter, im Comic-Stil gezeichneter Elefant. Die Bezeichnung Ottifant ist eine Wortmischung aus dem verniedlichten Vornamen des Komikers (Otto → Otti) und Elefant. Die Ottifanten wurden zu einem Markenzeichen und einer Art Maskottchen von Otto Waalkes und tauchen immer wieder in seinen Bühnenshows sowie auf zahlreichen Merchandise-Produkten auf.

Geschichte Nach eigenen Angaben begann Otto Waalkes bereits zu Schulzeiten mit dem Zeichnen von Ottifanten. Veröffentlicht wurden die Ottifanten zuerst ab 1973 auf den Schallplattencovern Otto Waalkes’, der seiner Plattenfirma den Namen „Rüssl Räckords“ gab. Später erschienen Comicstrips in Zeitungen und Sammelbänden sowie zahlreiche Merchandising-Artikel.

1993 entstand für den Fernsehsender RTL die 13-teilige Zeichentrickserie Ottos Ottifanten, in der Otto Waalkes die Stimme von Baby Bruno sprach; sie wurde erstmals ab dem 25. September 1993 ausgestrahlt und später auf RTL II und Super RTL wiederholt. 2001 folgte der darauf basierende Kinofilm Kommando Störtebeker. Während das ursprüngliche Design der Ottifanten stark an realen Elefanten orientiert war, waren die Ottifanten in den Comics und der Fernsehserie deutlich humanoider und traten als Zweibeiner auf.

Für die Videospielkonsole Mega Drive von Sega erschien 1993 das Videospiel Die Ottifanten. 1998 erschien das Spiel Ottos Ottifanten - Baby Brunos Alptraum für den Game Boy. mini|Ottifantenplastik am Otto-Huus Dat Otto Huus in Emden, ein Otto Waalkes gewidmetes Museum mit Fanartikel-Shop, zeigt an einer Außenwand die überlebensgroße Plastik eines Ottifanten, der scheinbar die Wand durchbricht. Im Emder Stadtteil Transvaal, in der Nähe von Ottos Geburtshaus, steht eine Bronzeplastik, die zwei sich küssende Ottifanten darstellt.

In den Gemälden von Otto Waalkes (etwa seit 2018), die sich häufig auf alte Meister wie beispielsweise Jan Vermeer beziehen, sind oft Ottifanten eingearbeitet.

Hauptfiguren der Ottifanten-Comics mini|Ottifant auf dem Dach des Museums der Phantasie als Hinweis auf die Otto Waalkes-Ausstellung 2023

Familie Bommel

Paul ist das nicht unbedingt anerkannte Oberhaupt der Familie und als Buchhalter in der Firma Kaluppke & Co., welche Schrauben herstellt, tätig. Er ist sehr um Autorität bemüht und obwohl er stets beste Absichten hat und seine Arbeit mit viel Ehrgeiz und Mühe angeht, ist er bei seinen Kollegen und seinem Chef nicht sonderlich beliebt. Seine Tollpatschigkeit und Naivität ist meist ein fester Bestandteil der Geschichten rund um die Ottifanten. Er trägt meistens Fliege, Weste und Hut. Auch wenn oft Anspielungen und Witze – auch von der eigenen Familie – über sein niedriges Gehalt gemacht werden, wohnt die Familie Bommel dennoch in einem vergleichsweise ansehnlichen großen Haus. Er bemüht sich mehrmals um eine Gehaltserhöhung, allerdings werden seine Anträge stets von seinem Chef abgelehnt. Nichtsdestotrotz bekommt Paul oft die Verantwortung für wichtige Aufgaben und Projekte übertragen, was aber in der Regel wegen seiner Tollpatschigkeit und Naivität im Chaos endet. Sein größter Wunsch, Abteilungsleiter in der Buchhaltung zu werden, wurde ihm bisher noch nicht erfüllt. Er fährt einen blauen, schon etwas in die Jahre gekommenen Kleinwagen, der immer wieder durch von Opa Bommel angestiftete Rennen oder andere Unfälle in Mitleidenschaft gezogen wird. In diesen Fällen neigt der sonst eher ruhig gesinnte Paul auch zu emotionalen Ausbrüchen. Sein Synchronsprecher war in der Serie Wolfgang Draeger, im Film Bastian Pastewka.

Renate ist Pauls Ehefrau, die bodenständigste Person und der Ruhepol der Familie, wobei sie allerdings auch ab und an mal ins Fettnäpfchen tritt. Sie ist Hausfrau, allerdings in ihrer Freizeit sowohl ehrenamtlich (im Film ist sie bei einem Organisationskomitee zur Rettung des Krankenhauses aktiv) als auch künstlerisch (in der Serie spielt sie am Theater oder absolviert verschiedene Kurse an der Volkshochschule) tätig. Renate liebt Paul trotz seiner Tollpatschigkeit und seines niedrigen Einkommens über alles. Zwar verrät sie in der Serien-Episode Greif den Zaster ihren alten Schulfreundinnen, die schon mehrmals wohlhabende Männer geheiratet hatten, aus Scham nicht seinen richtigen Beruf, steht ihm aber grundsätzlich bei Problemen zur Seite. In der Serien-Episode Happy Birthday wird erwähnt, dass Paul und Renate sich bei einem von ihm verursachten Autounfall kennengelernt und später verliebt hatten, als er sie versehentlich an einem Zebrastreifen anfuhr. In der Serie wurde sie von Monika Barth, im Film von Karin Eckhold gesprochen.

Bruno ist der einjährige Sohn von Paul und Renate und oft die Hauptfigur der Geschichten rund um die Ottifanten. Seine Gedanken werden als Voice-over wiedergegeben, ansonsten gibt Bruno nur alterstypische Laute von sich. Seine Freizeit verbringt er meist mit improvisierten oder nachgestellten Spielen als Polizist, Regisseur, Schatzsucher oder Superheld (als sein Alter Ego Captain Pamper), entweder alleine, mit Nachbarskindern oder mit Opa Bommel. In vielen dieser Spiele stellt er auch wahre Begebenheiten dar. Trotz seines Alters ist er ein großer Fan von Action- und Horrorfilmen (seine Lieblingsfilme handeln vom fiktiven Grausigen Gumbo) und versucht mehrmals und dabei meist erfolglos, sich diese Filme aus der Videothek auszuleihen oder ins Kino einzudringen. Er ist in das Nachbarmädchen Lisa verliebt, macht ihr regelmäßig Avancen und hat dabei meist Erfolg. Sein ständiger Begleiter und bester Freund ist sein Teddybär Honk, dessen Name von einem Etikett mit der Aufschrift Made in Hongkong herrührt. Er wurde in der Serie und im Film von Otto Waalkes selbst gesprochen.

Opa ist Pauls Vater und steht ebenfalls meist im Mittelpunkt der Ottifanten-Geschichten. Trotz seiner 90 Jahre und seines Gehstocks ist er noch in einer sehr guten körperlichen Verfassung. Seine Freizeit verbringt er meist damit, mit seinen Freunden Otto, Karlchen und Jockel unterwegs zu sein und einen draufzumachen. Zwischen ihm und seinem Sohn kommt es wegen dessen blauen Kleinwagen immer wieder zum Streit, da er den Wagen gegen den Willen seines Sohnes benutzt, obwohl er ihn wegen seines hohen Alters nicht mehr fahren soll, und ihn dabei oft im normalen Straßenverkehr sowie bei legalen wie illegalen Rennen in Mitleidenschaft zieht. Opa Bommel, dessen Vorname unbekannt ist (sein Sohn Paul und seine Schwiegertochter Renate nennen ihn Vater, seine Kumpel schlicht Bommel), hatte bereits im Altersheim gelebt, ehe er aus Langeweile abhaute und sich im Haus seines Sohnes einnistete. Seine Lieblingsbeschäftigung ist das Erzählen von meist erfundenen Geschichten aus seinem Leben, in denen er angeblich viele bekannte Persönlichkeiten getroffen, viel in der Welt unterwegs gewesen und angeblich an geschichtlichen Großereignissen beteiligt sein will. Außerdem soll er mehrere, zum Teil skurrile Berufe ausgeübt haben. Zudem besitzt er eine Holzkiste mit ganz alltäglichen Dingen, zu denen er aber immer eine ungewöhnliche Geschichte erfindet oder reininterpretiert. Sein Synchronsprecher war in der Serie Günter Lüdke, im Film Ferdinand Dux.

Nebenfiguren

Erna Hoppmann ist als Putzfrau bei der Firma Kaluppke & Co. tätig und damit eine Arbeitskollegin von Paul. Sie trägt einen schwarzen Kittel und eine schwarze Schleife im Haar, raucht permanent Zigarren und pflegt einen ungesunden Lebensstil. Sie lebt in einer heruntergekommenen Wohnung und ist ein Fan von Meister Proper und anderen meist körperlich gutgebauten Männern. Zudem hat sie eine zum Teil sehr vulgäre Vorliebe für Sex. In der Firma legt sie dafür aber viel Wert auf Ordnung und Sauberkeit, indem sie jedem mit Gewalt droht, der ihren frischgewischten Fußboden betreten will. Sie drückt diese Warnungen mit oft zensierten Schimpfwörtern bis hin zu Gewalt- und Morddrohungen aus. Andernfalls schleudert sie ihren Opfern ihren Feudel ins Gesicht oder schlägt diese sogar zusammen. Abseits der Arbeit ist sie meist zu Gast in der äußerst unhygienischen Imbissbude Chez Kalli, wo sie – oft mit Paul – zu Mittag isst oder sich zum Spielen des fiktiven Kartenspiels Eumelzocken trifft. Auch wenn Frau Hoppmann in der Regel ein offenes Ohr für allerlei Probleme oder Gedanken hat, die Paul bei einem gemeinsamen Kaffee an der Kaffeemaschine - wo viele Dialoge in den Comic-Episoden stattfinden - sich von der Seele redet, haben ihre Ratschläge oft keinen Mehrwert oder wenig mit Pauls Problemen oder Gedanken an sich zu tun. Auch wenn das Verhältnis zwischen den beiden Arbeitskollegen in der Regel durchaus in Ordnung ist, kann Frau Hoppmann allerdings auch ab und an eine hinterlistige Seite zeigen. Über ihre Familie ist wenig bekannt. Ihr Vater stirbt in einer Comic-Episode an den Folgen seiner ungesunden Lebensweise, als er gerade seine Tochter besuchen will, die ihn bis dato nie gesehen hat. Angeblich hat sie aber fünf Väter, da ihre Mutter in jener Nacht mit fünf Männern geschlafen haben soll. Ihre Mutter fährt meist zur See, kommt aber in einigen Comic-Episoden zu Besuch und freundet sich auch mit Opa Bommel an. Charakterlich benimmt sie sich wie ihre Tochter und sieht – abgesehen davon, dass sie deutlich kleiner ist und ein Anker-Tattoo im Gesicht trägt – auch genauso aus.

Fräulein („Frollein“) Lusch ist die extrem faule Sekretärin von Paul, hat erhebliche orthografische Defizite, welche an Analphabetismus grenzen, und hält sich Unmengen von Grünpflanzen in ihrem Büro. Deren Anzahl variiert von einem kleinen Biotop bis hin zu einem Dschungel. Sie verwöhnt einzelne davon wie ein Kind (in der Serien-Episode Unkraut vergeht nicht ihre Topfpflanze Bibi und in mehreren Comic-Episoden ihren Kaktus Bubi) und lässt dafür jede Arbeit im Büro stehen. Nebenbei lackiert sie sich die Fingernägel, telefoniert mit Freundinnen und nutzt jede Gelegenheit, ihren Arbeitsplatz vorzeitig oder zwischendurch zu verlassen. Das Verhältnis zu Paul ist daher nicht sehr gut und mehr als einmal kommt es wegen ihrer Lustlosigkeit zum Streit. Privat ist nicht viel über sie bekannt. In der Serien-Episode Die Bestie der Vorstadt verrät sie lediglich, dass sie auch zuhause Unmengen an Grünpflanzen besitzt und mehrere Stunden braucht, um diese zu gießen. Zudem bräunt sie sich jeden Abend unter ihrer Sonnenbank.

Egon Kaluppke ist der Generaldirektor der Firma Kaluppke & Co. und der Vorgesetzte von Paul. Er leitet die Firma als Patriarch alter Schule und tritt stets in einem blauen Nadelstreifenanzug und mit einer Zigarre im Mund auf. Von Paul hält er insgesamt wenig, weshalb er immer wieder dessen Anträge auf Gehaltserhöhung ablehnt oder ihn gelegentlich auch ganz loswerden will. Andererseits setzt er oft bei wichtigen Aufträgen auf ihn oder lobt ihn ausdrücklich bei Gesprächen mit seinem Geschäftspartner Herrn Borschleck, der stets immer wieder seine Zweifel an Paul äußert. Sein Vorname variiert: In der Serien-Episode Traumhochzeit stellt er sich bei einem Seniorenball dem als Frau verkleideten Paul als Egon vor, in einer Comic-Episode wird er von seinem Neffen, der sich mit Paul um den Posten des Abteilungsleiters duelliert, Hubert genannt.

Norbert Bosewinkel ist ein Nachbarskind und im selben Alter wie Bruno. Er ist geistig ziemlich zurückgeblieben und trägt Windeln, die dringend gewechselt werden müssten. Seine Markenzeichen sind seine dümmlich klingenden Wortfetzen, seine heraushängende Zunge und das Essen von Sand. Auch er schwärmt sehr zu Brunos Unmut für das Nachbarsmädchen Lisa, weshalb beide, vor allem in der Serie, verfeindet sind. Allerdings kommen die beiden in einigen Comic-Episoden auch gut miteinander aus, wobei Bruno allerdings Norbert meist nur für Experimente oder ähnliche Aktionen be- und ausnutzt. In einigen Comics ist er oft in der Rolle als Superpuper der Antagonist in Brunos Fantasien von Captain Pamper.