Minuskel 97 (in der Nummerierung nach Gregory-Aland), α 260 (von Soden) ist eine griechische Minuskelhandschrift des Neuen Testaments auf 204 Pergamentblättern (18 × 13,5 cm). Mittels Paläographie wurde das Manuskript auf das 12. Jahrhundert datiert. Die Handschrift ist nicht vollständig.K. Aland, M. Welte, B. Köster, K. Junack: Kurzgefasste Liste der griechischen Handschriften des Neues Testaments, Walter de Gruyter, Berlin, New York 1994, S. 52.
Beschreibung Die Handschrift enthält den Text des Neuen Testaments außer den Evangelien und der Offenbarung des Johannes mit einer Lücke (Apg 16,39-17,18). Er wurde einspaltig mit je 27 Zeilen geschrieben. Die Handschrift enthält die Euthalianische apparatus, Unterschriften, στιχοι, Synaxarion, Menologion, αναγνωσεις (liturgische) und Anmerkungen am Rande. Sie enthält scholia am Rande von Johannes Chrysostomos und Œcumenius.
Die Reihenfolge der Bücher ist Apostelgeschichte, Katholische Briefe und Paulusbriefe. Der Hebräerbrief ist als letztes Buch von Paulus aufgeführt.
Text Der griechische Text des Kodex repräsentiert den byzantinischen Texttyp. Kurt Aland ordnete ihn in Kategorie V ein.Kurt und Barbara Aland, Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die wissenschaftlichen Ausgaben sowie in Theorie und Praxis der modernen Textkritik. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1989, ISBN 3-438-06011-6, S. 141.
Geschichte Die Handschrift war von einem Theodoret in der Bibliothek des Klosters Megisti Lavra auf dem Athos niedergelegt worden. Sie kam vom Athos nach Deutschland. Die Handschrift wurde durch Langer untersucht und kollationiert (für Johann Jakob Griesbach).
Der Kodex befindet sich in der Herzog August Bibliothek (Cod. Guelf.104.2 Gud. graec.) in Wolfenbüttel.
Siehe auch Liste der Minuskelhandschriften des Neuen Testaments
Einzelnachweise
Kategorie:Minuskelhandschrift des Neuen Testaments Kategorie:Handschrift der Herzog August Bibliothek (Wolfenbüttel) Kategorie:Handschrift (12. Jahrhundert)