mini|Lage des Überseequartiers (rot) innerhalb des HafenCity-Projekts (hellrot)mini|Marketing-Logo des Überseequartiers mini|hochkant|Wegweiser im Überseequartier mini|Nördliches Überseequartier (Osakaallee, 2013) mini|Überseeboulevard als zentrale Einkaufs- und Fußgängerzone des Überseequartiers Das Überseequartier ist ein Teilquartier der HafenCity in Hamburg. Es ist als das zentrale Quartier des Stadtteils konzipiert.

Der nördliche Quartiersteil wurde am 23. Oktober 2010 offiziell eröffnet, war jedoch bereits seit Ende August desselben Jahres öffentlich zugänglich. Die für Frühjahr 2024 avisierte Fertigstellung des südlichen Quartiersteils musste wiederholt verschoben werden. Die Eröffnung fand dann im April 2025 statt. Ulrich Gaßdorf und Louisa Eberhard, Westfield offiziell eröffnet: Mega-Event am Dienstag bis 22 Uhr, in Hamburger Abendblatt, 8.4.2025

Nach Fertigstellung soll das Überseequartier über ca. 1000 Wohnungen sowie circa 1150 Hotelzimmer verfügen. Zudem sollen laut Projektentwickler über 6000 Arbeitsplätze dort entstehen.

Das städtebauliche Gesamtkonzept wurde unter anderem von Rem Koolhaas und Erick van Egeraat entwickelt, die ferner Entwürfe für einzelne Bauprojekte beitrugen. Im südlichen Überseequartier verantwortet HPP International als Masterplaner die Koordination und Zusammenführung aller an dem Teilprojekt beteiligten Architekten und Fachplaner, unter Berücksichtigung aller städtischen und baurechtlichen Angelegenheiten. So verbindet HPP International die individuellen Gebäude zu einer Einheit, die schließlich das Westfield Hamburg-Überseequartier bildet. Das Immobilien- und Investmentunternehmen Unibail-Rodamco-Westfield entwickelte dieses Areal mit einer geplanten Investitionssumme von über einer Milliarde EuroHafenCity Hamburg GmbH (Hrsg.): Neues Zentrum der HafenCity. In: HafenCity News Nr. 4, S. 1, Selbstverlag, Hamburg 2005. Zuletzt war die Rede von 2,5 Mrd. Euro Sandra Schäfer, XXL-Shoppingtempel: Kosten explodieren – trennt Betreiber sich von vielen Centern?, in Hamburger Morgenpost, 14.2.2025

Städtebauliches Konzept Lage und Ausgangssituation Das Quartier liegt in der westlichen Mitte der HafenCity und wird im Osten durch die Wasserfläche des Magdeburger Hafens und südlich durch die Norderelbe begrenzt. Im Norden bildet der historische Bebauungsbestand der Speicherstadt eine weitgehend geschlossene Barriere zur bestehenden Hamburger Altstadt, im Westen grenzt die Bebauung der Quartiere Am Sandtorpark/Grasbrook und Strandkai an. Das Areal hat eine Gesamtfläche von rund 14 ha und eine Brutto-Grundfläche von ca. 410.000 m².

Die Bestandsbebauung des Areals wurde vor Baubeginn weitgehend abgeräumt, als einzige Gebäude blieben das Alte Hafenamt und ein kleineres Verwaltungsgebäude des ehemaligen Amtes für Strom- und Hafenbau erhalten. Heutzutage beherbergt es ein Hotel.

Konzept Das zentrale stadträumliche Gliederungselement des Quartiers ist der Überseeboulevard, der das Quartier von Norden nach Süden durchmisst und die einzelnen Nutzungszonen miteinander verbindet. Durch die in Ost-West-Richtung verlaufende Überseeallee wird das Quartier in zwei etwa gleich große Teile geteilt. Die Bebauung orientiert sich entlang des Überseeboulevards und bildet eine blockrandartige Struktur aus, die von Straßen und Plätzen durchbrochen wird.

Nutzung In der Erdgeschosszone des gesamten Quartiers sind Flächen für Einzelhandels- und Gastronomienutzungen vorgesehen, ferner sind mehrere Hotels mit insgesamt ca. 55.000 m² BGF geplant. Als Sondernutzung ist ein Kreuzfahrtterminal mit ca. 7.600 m² geplant. Insgesamt werden 410.000 m² Bruttogeschossfläche realisiert. Den größten Anteil mit ca. 123.000 m² machen Flächen für Wohnungen aus, auf die Büronutzung entfallen ca. 97.000 m², auf Einzelhandel ca. 94.000 m², auf Gastronomie entfallen ca. 16.000 m², auf Kultur und Entertainmentnutzung entfallen ca. 14.000 m² sowie auf Hotelnutzungen 35.500 m².

Die Einzelhandelsstruktur konzentriert sich im nördlichen, zuerst fertiggestellten Quartiersteil auf Angebote des täglichen Bedarfs und bietet unter anderem einen Vollsortimenter und Drogeriemärkte. Das Überseequartier schließt auf diese Weise eine bis zu diesem Zeitpunkt vorhandene Lücke im Versorgungsnetz der HafenCity, die bislang mit Ausnahme mehrerer Bäcker, Cafés und Restaurants keine Nahversorgungsinfrastruktur hat.

Im südlichen Teilquartier sind die öffentlichen Flächen zu weiten Teilen überdacht und bilden dadurch ein offenes, urbanes jedoch nicht klimatisiertes, aber gleichzeitig regengeschütztes Einkaufsviertel mit 94.000 Quadratmeter Fläche o. V., Westfield Hamburg: Kaum Leerstand, hohe Besucherzahlen, in Hamburger Abendblatt, 19.2.2026. Dieses beinhaltet u. a. ein Multiplex-Kino mit 10 Sälen und 2.300 Sitzen Louisa Eberhard, Im Video: Das sind die Highlights des neuen Kinos im Westfield, in Hamburger Abendblatt, 9.4.2025. Hinzugekommen sind u. a. Port des Lumières und Legoland Discovery Centre. Die Hotels Ibis (Hotel), Novotel und Pullman Hotels and Resorts des Accor-Konzern sind seit Eröffnung des Einkaufszentrums grundsätzlich fertig, aber noch nicht eröffnet. Ulrich Gaßdorf, Westfield vor zehn Monaten eröffnet – doch Hotels haben noch immer keine Gäste, in Hamburger Abendblatt, 17.2.2026

Bebauung Übersicht mini|Das Überseequartier in der HafenCity (ehemalige Gebäudeplanungen) Der mit der Entwicklung des Überseequartiers betraute Investor plante insgesamt fünfzehn Bauvorhaben, wobei das Projekt Palisander aus zwei separaten Gebäuden besteht. Hinzu kommen zwei weitere Baufelder im Nordwesten des Quartiers. Als einzige Bestandsgebäude bleiben das Alte Hafenamt und ein kleineres Verwaltungsgebäude am Ufer des Magdeburger Hafens erhalten.

Das Überseequartier wird die höchste Bebauungsdichte aller Teilquartiere der HafenCity aufweisen; die Gebäude verfügen durchgehend über mindestens sieben Vollgeschosse mit einzelnen akzentuierenden Hochpunkten wie dem vierzehngeschossigen Arabica-Wohnturm.HafenCity Hamburg GmbH (Hrsg.): Dichte Atmosphäre, offener Stadtraum. In: HafenCity News Nr. 17, S. 1. Selbstverlag, Hamburg 2009 Die farbliche Gestaltung orientiert sich größtenteils am Rotklinker der angrenzenden Speicherstadt und variiert dessen Farbigkeit mit verschiedenen Braun-, Rot- und Violetttönen. Die materielle Qualität des Backsteins wird teilweise durch den Einsatz von Klinkerverblendungen imitiert bzw. zitiert.

Die einzelnen Gebäude entlang des Überseeboulevards sind nach historisch wertvollen Handelsgütern benannt; Sumatra bzw. Sumatrakontor, Java und Virginia (Tabak), Arabica und Pacamara (Kaffee), Ceylon (Tee), Cinnamon (Gewürze), Silk und Linnen (Textilien) sowie Palisander, Kambala, Limba und Meranti (Edelhölzer). Die drei letztgenannten Namen wurden erst im späteren Verlauf der Projektentwicklung vergeben und differenzieren die vier Flügel des vormals einheitlich Palisander genannten Gebäudes. Die Gebäude sind zu Gruppen zusammengefasst, die sich jeweils um einen zentralen Platz orientieren; Arabica, Ceylon, Java, Pacamara bilden das Areal Am Kaffeelager mit dem Kaffeeplatz, Sumatra, Virginia und Cinnamon gehören zum Areal Altes Hafenamt, der Genueser Platz fasst die nach Textilien und Hölzern benannten Gebäude zusammen.

Entwicklung der Bebauung mini|Der Südteil des Quartiers im September 2010, im Vordergrund die Zugänge zur U-Bahn-Station Überseequartier; die Zugänge liegen auf der finalen Geländehöhe mini|Baustelle im südlichen Überseequartier, Juni 2022 Die Entwicklung des Überseequartiers schreitet insgesamt wesentlich langsamer voran als geplant; während die HafenCity Hamburg GmbH Ende 2004 noch von einem Baubeginn im Jahr 2006 und einer Fertigstellung in den Jahren 2009 bis 2010.HafenCity Hamburg GmbH (Hrsg.): Am Puls der HafenCity. In: HafenCity News Nr. 1, S. 1. Selbstverlag, Hamburg 2004 ausging, verschob sich die erwartete Fertigstellung Anfang 2005 bereits auf 2011.HafenCity Hamburg GmbH (Hrsg.): Zwei für eine Sache. In: HafenCity News Nr. 2, S. 1. Selbstverlag, Hamburg 2005 Nachdem der Baubeginn des nördlichen Teils erst im September 2007 erfolgte, wird die Fertigstellung des südlichen Teils aktuell für Frühjahr 2024 erwartet.

2008 wurde als erstes Gebäude des Quartiers ein Informationspavillon fertiggestellt, der sich in unmittelbarer Nähe zu den Projekten Cinnamon und Altes Hafenamt befand. In Ergänzung zum früheren zentralen Informationszentrum im Kesselhaus (Speicherstadt) in der Straße Am Sandtorkai informierte der Pavillon ausschließlich über die Projekte im Überseequartier.

Am 23. Oktober 2010 wurden die Häuser Arabica, Ceylon, Java, Pacamara und Sumatra mit insgesamt 300 Wohnungen und Einzelhandelsflächen offiziell eröffnet. Als erster kommerzieller Nutzer des Quartiers hatte bereits am 6. September 2010 eine Filiale der Deutschen Bank eröffnet, die inzwischen aber bereits wieder geschlossen wurde. Die Arbeiten am Haus Virginia mit weiteren 60 Wohneinheiten und dem Designhotel begannen Ende 2009. Die Wohnungen darin wurden ab 1. April bezogen, das 25hours Hotel nutzt seine Flächen dort seit dem 1. Juli. Am 22. September wurde dort eine Filiale der Hamburger Sparkasse eröffnet,haspa.de: , Pressemeldung, 22. September 2011, abgerufen am 23. Juli 2013 weitere Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss waren im August 2011 noch nicht vermietet.Auskunft der BLK2-Böge-Lindner-K2-Architekten-Partnerschaft, Ende August 2001 Nachdem die Arbeiten am südlichen Quartiersteil zunächst im Frühjahr, dann im Sommer 2010 aufgenommen werden sollten, begannen die Arbeiten an den Gebäuden Linnen und Silk tatsächlich Anfang Oktober 2010.

Die Entwicklung der zusammenhängenden Projekte Altes Hafenamt und Cinnamon begann ebenfalls im Oktober 2010, nachdem zuletzt ein Baubeginn in der ersten Jahreshälfte 2010 vorgesehen war.

Die Bewerbungsfrist der Ausschreibung für die beiden bislang freigehaltenen Baufelder 34/15 und 34/16 im Nordwesten des Quartiers endete am 11. Februar 2011.

2019 wurde das KPTN-Quartier am Sandtorkai mit 5 Gebäuden fertiggestellt. Hierzu gehören u. a. das Kino ASTOR Film Lounge HafenCity sowie das PIERDREI Hotel mit 212 Zimmern und 214 Wohnungen. Ulrich Gaßdorf, Pierdrei: Das nächste große Ding der Brüder Braun, in Hamburger Abendblatt, 29.05.2018

Einzelprojekte

Die Tabelle enthält Angaben zu allen Hochbauprojekten des Überseequartiers. Die beiden am Ende der Tabelle aufgeführten Projekte beschreiben die Bebauung der Baufelder, die im Besitz der Stadt verblieben sind und nicht vom Investorenkonsortium entwickelt und vermarktet werden. Projektname Nutzung(en) BGF Architekt(en) Baubeginn (tlws. u. Vorbehalt) Eröffnung (tlws. u. Vorbehalt) Bild Nördliches Teilquartier InfoPavillon Überseequartier Informationspavillon 170 m² Ausstellungsfläche Bolles + Wilson Oktober 2007 Juni 2008zentriert|x75px ArabicaEinzelhandel, Gastro., Wohnen 7.500 m²Arbeitsgemeinschaft Trojan + Trojan und Dietz JoppienSeptember 200723. Oktober 2010zentriert|x75px Ceylon 6.500 m² Java Einzelhandel, Gastronomie, Büro 11.560 m² Pacamara Einzelhandel, Gastronomie, Wohnen 10.000 m² nps tchoban voss Gbr Sumatra Einzelhandel, Büro, Wohnen 29.600 m² designed by Erick van Egeraatzentriert|x75px Virginia Einzelhandel, Wohnen, Hotel 8.100 m² Böge Lindner K2 Architekten November 2009 April 2011zentriert|x75px Altes Hafenamt Einzelhandel, Gastronomie, Hotel 6.300 m² Bolles + Wilson Oktober 2010 2015zentriert|x75px Cinnamon Wohnen, Gastronomie Oktober 2010 2015zentriert|x75px Projekt 34/15 Hotel, Kino, Gastronomie 10.000 m² in Bau Projekt 34/16 Wohnen, Gastronomie, Einzelhandel 20.000 m² in Bau Südliches TeilquartierThe Heart (Projekt 34/8 | 2B)Wohnen, HandelLéonwohlhageim Bau2024Eleven Decks (Projekt 1/A)Wohnen, Handel31.600 m²Carsten Roth Architektim Bau2024F1 (Projekt 34/11)Hotel, Handel Hild und K Architekten im Bau2024F2