Hetschbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Höchst im Odenwald im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographie mini|Höchst - Hetschbach / Südportal des Frau-Nauses-Tunnels Hetschbach grenzt als nördlichster Ortsteil der Gemeinde Höchst im Nordwesten an den Kernort an. Die Bebauungen der beiden Orte gehen ineinander über. Hetschbach liegt an dem gleichnamigen Bach in einem nur zwei Kilometer langen Tal, das hufeisenförmig auf drei Seiten von einem Kranz bewaldeter Odenwald-Berge umschlossen wird, über deren Höhen die Gemarkungsgrenze verläuft, und das sich nach Südosten zum Mümlingtal öffnet. Hetschbach liegt im Norden des Buntsandstein-Odenwalds. Der Höhenzug um Hetschbach ist für den Verkehr insofern von Bedeutung, als dieser an dem Rondell genannten Bergsattel einen günstigen Übergang von Mümlingtal nach Frau-Nauses und zum Rhein-Main-Gebiet bietet.
Am Westrand des Ortes führt die Bundesstraße 45 vorbei. Der Haltepunkt Höchst-Hetschbach liegt an der Odenwaldbahn, wenige hundert Meter südöstlich des Portals zum Frau-Nauses-Tunnel.
Geschichte Ortsgeschichte mini|Sanierte Hofreite im nördlichen Teil Hetschbachs an der Kreuzung Tal-/Bergstraße Die älteste erhaltene Erwähnung des Dorfes stammt von 1398. Der damalige Ortsname lautete Hexsbach. Er bildete ein Patrimonialgericht unter den Freiherren von Wambold. Diese traten ihre entsprechenden Rechte 1823 an das Großherzogtum Hessen ab. Dieses gliederte den Ort in den Landratsbezirk Breuberg und den Bezirk des Landgerichts Höchst ein.Zutheilung des Freyherrl. Von Wamboldtischen Patrimonialgerichts-Ortes Hetschbach zum Landrathsbezirk Breuberg und Landgerichtsbezirk Höchst betreffend vom 5. März 1823. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 10 vom 7. April 1823, S. 85.
Der Ort hatte im Jahre 1939 insgesamt 324 Einwohner und gehörte zum damaligen Landkreis Erbach.
Zum 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hetschbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Höchst im Odenwald eingemeindet. Für Hetschbach sowie für die übrigen im Zuge der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden von Höchst i. Odw. wurden Ortsbezirke gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hetschbach angehört(e):
vor 1737: Heiliges Römisches Reich, Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Otzberg (Zentgericht als Mannlehen an Freiherr Wambolt von Umstadt) ab 1737: Heiliges Römisches Reich, Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Otzberg ab 1777: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Pfalzbayern (durch Erbfall), Pfalzgrafschaft bei Rhein, Oberamt Otzberg ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Durch den Reichsdeputationshauptschluss. Oberamt Otzberg ab 1805: Heiliges Römisches Reich, Herren von Löwenstein-Wertheim (durch Tausch), (Niedere Gerichtsbarkeit weiter bei Wambolt von Umstadt) ab 1806: Großherzogtum Hessen,Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Fürstentum Starkenburg, Amt Hetschbach (Wambolt von Umstadt) ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Hetschbach (Wambolt von Umstadt) ab 1823: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk BreubergTrennung zwischen Justiz (Landgericht Höchst) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Neustadt ab 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde Höchst im OdenwaldAm 1. Februar 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Höchst im Odenwald. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Höchst im Odenwald
Einwohnerentwicklung 1961: 282 evangelische (= 60,13 %), 183 katholische (= 39,02 %) Einwohner
Politik Für Hetschbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hetschbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 60,22 %. Dabei wurden gewählt: je ein Mitglied der CDU, des Bündnis 90/Die Grünen und der Liste „Kommunalpolitischer Arbeitskreis Höchst i. Odw.“ (KAH). Der Ortsbeirat wählte Joachim Jirowetz zum Ortsvorsteher.
Literatur Hans Teubner und Sonja Bonin: Kulturdenkmäler in Hessen. Odenwaldkreis. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Vieweg, Braunschweig/Wiesbaden 1998 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland), ISBN 3-528-06242-8, S. 384. Karl-Heinz Winter: Hetschbach. In: Verein für Heimatgeschichte Höchst im Odenwald (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte von Höchst im Odenwald. Höchst im Odenwald 2006, S. 345–348.
Weblinks
Webauftritt der Gemeinde Höchst im Odenwald
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
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