mini|Haupteingang der Akademie mini|Akademie Schloss Solitude mit Temple Solitude, einem Projekt der Künstler Ariel Schlesinger, Stephanie Choi und Masao Sato Die Akademie Schloss Solitude ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts, die Künstler und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen sowie Kulturschaffende durch Wohn- und Arbeitsstipendien fördert. Als internationales Artist-in-Residence-Programm hat die Akademie seit ihrer Gründung 1990 mehr als 1.400 junge Künstler und Wissenschaftler aus über 120 Ländern gefördert. Sie bildet für die internationale Kunstszene ein wichtiges globales und transdisziplinäres Netzwerk.

Der Name verbindet die Idee eines Refugiums mit dem Gedanken künstlerischen und wissenschaftlichen Austauschs. Ein Aufenthalt ermöglicht den Stipendiaten, sich unter materiell und intellektuell guten Bedingungen ihren Arbeitsvorhaben zu widmen. Für sie ist die Akademie Schloss Solitude eine transdisziplinäre Lerneinheit, eine Plattform für gemeinsames Lernen außerhalb des formalen Bildungssystems und ein Ort, der sich für ein breiteres Publikum öffnet. Durch das Experimentieren mit künstlerischen Forschungspraktiken und neuen Formaten möchte die Akademie sich aktiv an gesellschaftlichen Prozessen beteiligen und einen generationenübergreifenden Diskurs initiieren.

Die Stipendiaten wohnen und arbeiten in 45 möblierten Studios, die sich in den ehemaligen Offiziengebäuden von Schloss Solitude in Stuttgart befinden. Die Akademie wird durch Zuwendungen des Landes Baden-Württemberg finanziert.

Der Gründungsdirektor Jean-Baptiste Joly leitete die Akademie vom 1. Januar 1989 bis zum 31. März 2018. Im Anschluss führte Elke aus dem Moore bis 2022 die Akademie. Seit dem 1. Februar 2024 ist Anne Fleckstein Direktorin der Akademie Schloss Solitude.Anne Fleckstein wird Direktorin der Akademie Schloss Solitude. Baden-Württemberg.de, 22. September 2023.

Stipendium Seit 1990 vergibt die Akademie im Turnus von 24 Monaten Aufenthaltsstipendien von unterschiedlicher Länge (zwischen sechs, neun und zwölf Monaten). Für ein Stipendium können sich Künstler und Wissenschaftler aus den Praxisfeldern „Visuell“ (Visuelle Kunst & Medien), „Auditiv & Physisch“ (Musik & Darstellende Kunst), „Digital“ (Digitale Kunst, Gaming, Digitaler Journalismus, Digitales Publishing), „Räumlich“ (Architektur & Design), „Textuell“ (Literatur & Sprache), „Gesellschaftlich/Gemeinschaftlich“ (Erziehung, Vermittlung, Theorie) und „Wissenschaftlich“ (Geistes-, Sozial-, Natur- & Wirtschaftswissenschaften) bewerben.

Außerdem erweiterte die Akademie erstmals mit der Bewerbungsrunde 2019 ihr Profil um einen „thematischen Fokus“ und richtet ab 2020 gemeinsam mit der KfW Stiftung ein neues Programm mit einem inhaltlichen Schwerpunkt ein, mit dem sich eine Gruppe von sieben Stipendiaten über einen Zeitraum von neun Monaten gemeinsam beschäftigen wird. Die Akademie möchte mit dem thematischen Fokus den Stellenwert des transdisziplinären und diskursiv-künstlerischen Arbeitens in der Gesellschaft stärken und hierfür inhaltliche Impulse geben.

Die Entscheidung über die Vergabe der Stipendien wird von unabhängigen Fachjuroren getroffen, die alle zwei Jahre von einem Konsortium neu gewählt werden.

Die Online-Plattform Schlosspost und das Programm »Web Residencies« werden vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg unterstützt.miniatur|Innenansicht eines Wohn- und Arbeitsstudios

Juroren 1990–1991 Vorsitzender der Jury: Johannes Cladders Sparte Juror Architektur François Burkhardt Darstellende Kunst Dieter Dorn Musik/Klang Hansjoachim Hespos Video/Film/Neue Medien André Iten Bildende Kunst Reiner Speck Literatur Nelleke van Maaren Design Margit Weinberg Staber

1992–1993 Sparte Juror Darstellende Kunst Nikolai Koljada

1996–1997 Sparte Juror Architektur Annette Gigon

2000–2001 Sparte Juror Architektur Peter Zumthor

2009–2011 Sparte Juror Architektur Beatriz Colomina

2013–2015 Vorsitzende der Jury: Corinne Diserens Sparte Juror Architektur Eyal Weizman Bildende Kunst Raqs Media Collective (Jeebesh Bagchi, Monica Narula) Darstellende Kunst Bojana Cvejić Design Saâdane Afif Exakte Wissenschaften Seda Gürses Literatur Maxi Obexer Musik/Klang Tom Pauwels, Jean-Luc Plouvier Video/Film/Neue Medien Jean-Pierre Rehm Dokumentarfilm Böller und Brot (Sigrun Köhler und Wiltrud Baier) Geisteswissenschaften Sarat Maharaj Wirtschaft/Wirtschaftswissenschaften Akseli Virtanen Schach Enrique Irazoqui

2015–2017 Vorsitzender der Jury: Kaiwan Mehta (Mumbai, Indien) Sparte Juror Architektur Brett Steele (London, Großbritannien) Bildende Kunst Desire Machine Collective: Sonal Jain und Mriganka Madhukaillya (Guwahati, Indien) Darstellende Kunst Galin Stoev (Sofia, Bulgarien) Design Ute Meta Bauer (Singapur, Republik Singapur) Deutschsprachige Literatur Ulrike Draesner (Berlin, Deutschland) Literatur Ranjit Hoskote (Mumbai, Indien) Musik/Klang Jennifer Walshe (Dublin, Irland) Video/Film/Neue Medien Nancy Adajania (Mumbai, Indien) Geisteswissenschaften Kaiwan Mehta (Mumbai, Indien) Wirtschaft/Wirtschaftswissenschaften Edward Soja (Los Angeles, USA) Sozialwissenschaften Ackbar Abbas (Hong Kong, China) Recht/Rechtswissenschaften Lawrence Liang (Bangalore, Indien)

2017–2019 Vorsitzender der Jury: Kaiwan Mehta Sparte Juror Architektur Rahul Mehrotra Bildende Kunst Catherine David Darstellende Kunst Nicole Gingras Design Iris Dressler, Hans D. Christ Deutschsprachige Literatur Terézia MoraInternationale Literatur Ahdaf Soueif Musik/Klang Marcus Schmickler Webbasierte Medien Nishant Shah Zeitbasierte Medien Shilpa Gupta Geisteswissenschaften Sunil Khilnani Sozialwissenschaften und Geschichte Kaiwan Mehta Wirtschaftswissenschaften Ackbar Abbas

Kuratorium Vertreter des kulturellen Lebens: Ludger Engels, Annika Hampel, Christian Holtzhauer, Holger Kube Ventura, Mark Kwami, Prasanna Oommen, Dieter Ripberger, Marcus Schmickler, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Hortensia Völckers, Susanne M. Winterling, Gitte Zschoch. Vertreter des öffentlichen Lebens: Anna Bartels, Hans Peter Buohler, Danica Dakić, Giovanni Galizia, Julia Grosse, Felix Heidenreich, Andreas Kaminski, Anh-Linh Ngo, Cem Özdemir, Eva-Maria Seng, Ülkü Süngün, Mirjam Zadoff. Vertreter kraft Amtes: Rainer Balzer, Stephen Brauer, Marc Gegenfurtner, N. N., Erwin Köhler, Nils Schmid, Katrin Steinhülb-Joos, Andreas Sturm.

Bekannte Stipendiaten

Israel Laut Stuttgarter Zeitung sollen Stipendiaten „eine Erklärung mit antiisraelischen Positionen verbreitet“ haben.Andreas Müller: Wirbel um Israel-Kritik aus Landesakademie. In: Stuttgarter Zeitung, 24. November 2023, abgerufen am 30. Dezember 2023. Eine „Aufarbeitung“ durch Wissenschaftsministerin Petra Olschowski blieb „ohne Folgen für Stipendiaten“.Andreas Müller: Nach Antisemitismus-Vorwurf: Brief bleibt ohne Folgen für Stipendiaten. In: Stuttgarter Zeitung, 26. Dezember 2023, abgerufen am 30. Dezember 2023.

Weblinks Homepage Web Residencies und Informationen zum Programm

Fußnoten

Kategorie:Kulturstiftung in Deutschland Kategorie:Stiftung in Stuttgart Kategorie:Stiftung des öffentlichen Rechts Kategorie:Kulturelle Organisation (Stuttgart) Kategorie:Wikipedia:Gründungsdatum ungeklärt Kategorie:Stiftungsgründung 1990 Kategorie:Stuttgart-West