Diese Liste enthält Filme mit homosexuellem Inhalt, sei es eine dargestellte Einzelperson in mehr als einer Nebenrolle oder eine gleichgeschlechtliche Begegnung.

Chronologische Filmliste 2020er 19501951———19551956195719581959 1960196119621963196419651966196719681969 1970197119721973197419751976197719781979 1980198119821983198419851986198719881989 1990199119921993199419951996199719981999 2000200120022003200420052006200720082009 2010201120122013201420152016201720182019 2020202120222023202420252026Literatur | Siehe auch | Weblinks

Chronologische Filmliste 1910er Jahre Anders als die Andern (Deutschland 1919) – Regie: Richard Oswald Eine Erpressungsgeschichte mit tödlichem Ausgang. Der Pionierfilm mit Magnus Hirschfeld gilt als erster Kinofilm, der Homosexualität thematisiert.Kultur Erster Kinofilm über Homosexualität vom 26. Juni 2019 Deutsche Welle, abgerufen am 10. September 2024

1920er Jahre 1927: Einführung der Listen mit „Don’ts“ und „Be Carefuls“ in der Filmindustrie der Vereinigten Staaten. Michael (Deutschland 1924) – Regie: Carl Theodor Dreyer Platonische Liebe eines Künstlers zu seinem Modell.

Parisian Love (Vereinigte Staaten 1925) – Regie: Louis J. Gasnier Liebesdreieck zwischen einem Dandy (Lou Tellegen), einem attraktiven Einbrecher (Donald Keith) und dessen Freundin (Clara Bow).The Celluloid Closet

Geschlecht in Fesseln (Deutschland 1928) – Regie: Wilhelm Dieterle Stummfilm u. a. über Sexualität im Männergefängnis

Die Büchse der Pandora (Deutschland 1929) – Regie: Georg Wilhelm Pabst Gräfin Geschwitz (Alice Roberts) ist die erste auf Film gebannte lesbische Figur.

Der scheintote Chinese (Kurz-Animationsfilm, Deutschland 1929) – Regie: Lotte Reiniger Animationskurzfilm, der mit einem Kuss zwischen zwei Männern endet.

1930er Jahre 1930: Einführung des „Production Code“ (Hays Code) als freiwillige Selbstkontrolle in den Vereinigten Staaten. 1934: Gründung der „Production Code Administration“ zur formalen Überwachung in den Vereinigten Staaten.

Mädchen in Uniform (Deutschland 1931) – Regie: Leontine Sagan In einem preußischen Mädcheninternat vor dem Ersten Weltkrieg verliebt sich die Schülerin Manuela von Meinhardis (Hertha Thiele) in ihre Lehrerin Fräulein von Bernburg (Dorothea Wieck).

Call Her Savage (Vereinigte Staaten 1932) – Regie: Al Boasberg Western mit einer Szene in einer Schwulenbar.

Draculas Tochter (Dracula’s Daughter) (Vereinigte Staaten 1936) – Regie: Lambert Hillyer Vampirfilm mit starkem lesbischen Subtext.

1940er Jahre (Quelle:Foster Hirsch: The Dark Side of the Screen: Film Noir, Da Capo Press, New York 2008, ISBN 978-0-306-81772-4)

Fireworks (Vereinigte Staaten 1947) – Regie: Kenneth Anger Experimentalfilm homoerotischer Phantasien

Cocktail für eine Leiche (Rope) (Vereinigte Staaten 1948) – Regie: Alfred Hitchcock Kriminalfilm, dessen zwei Hauptfiguren (das Mörderpaar) (John Dall und Farley Granger) an der Zensur vorbei auf subtile Weise als schwul charakterisiert werden.

Die Reise nach Marrakesch (Deutschland 1949) – Regie: Richard Eichberg Zwei Damen (gespielt von Maria Holst und Luise Ullrich) aus der Halbwelt geraten in allerlei Verwicklungen: Da die eine in die andere verliebt ist, macht sie deren Geliebten zu ihrem Geliebten. Nachdem er tödlich verunglückt und ihre Freundin mit ihrem Ehemann nach Marrakesch gehen will, tötet sie aus Verzweiflung ihre Freundin.

1950er Jahre 1950 Ein Liebeslied (Un chant d’amour) (Kurzfilm, Frankreich 1950) – Regie: Jean Genet Kurzfilm über zwei Gefängnisinsassen und ihre Versuche zueinander zu kommen.

1951 Olivia (Frankreich 1951) – Regie: Jacqueline Audry Olivia und Laura besuchen beide ein Mädcheninternat in Frankreich und verlieben sich beide in die Direktorin Mademoiselle Julie. Damit ziehen die beiden den Zorn der Lehrerin Mademoiselle Cara auf sich, die seit langem in die Direktorin verliebt ist. Basiert auf dem gleichnamigem, autobiografischem Roman der Schriftstellerin Dorothy Bussy.

1955 … denn sie wissen nicht, was sie tun (Rebel Without a Cause) (Vereinigte Staaten 1955) – Regie: Nicholas Ray Sal Mineo spielt John „Plato“ Crawford, den ersten schwulen Teenager im US-Film.

1956 Anders als die anderen (Tea and Sympathy) (Vereinigte Staaten 1956) – Regie: Vincente Minnelli Die Geschichte des Internatsschülers Tom Robinson Lee (John Kerr) mit unklarer sexueller Orientierung, dessen Familie versucht, ihn zu einem „richtigen Mann“ zu erziehen. Wegen des Hays Code wurde die im Theaterstück thematisierte Homosexualität auf ein „Anderssein“ reduziert.

1957 Anders als du und ich (§ 175) (auch: Das dritte Geschlecht) (Deutschland 1957) – Regie: Veit Harlan Eine Mutter (Paula Wessely) will durch Verkuppelung ihren Sohn (Christian Wolff) vor homosexuellen Einflüssen bewahren. Die Originalfassung unter dem Titel Das dritte Geschlecht war in Deutschland verboten, wurde aber in Österreich gezeigt. In Deutschland war nur die zensierte Fassung zu sehen.

1958 Die Katze auf dem heißen Blechdach (Cat on a Hot Tin Roof) (Vereinigte Staaten 1958) – Regie: Richard Brooks Gegenüber dem gleichnamigen Theaterstück aus dem Jahre 1955 sind Hinweise auf die homoerotische Beziehung zwischen Brick Pollitt (Paul Newman) und Skipper nur mehr in Spurenelementen vorhanden,Ulrich Behrens: , 29. Dezember 2004 auf filmzentrale.com; Erstveröffentlichung auf werden aber „nicht durch eine andere kausale Logik ersetzt. Dadurch erscheint das fehlende Verlangen Bricks gegenüber Maggie [Pollitt] (Elizabeth Taylor) völlig unmotiviert. Genauso sonderbar erscheint, warum Brick den Tod seines Freundes Skipper nicht verwindet. Und somit bleibt schließlich doch Raum, um möglicherweise homosexuelle Züge an Brick zu decodieren.“Wolfgang Jilke: Sissy and the Other Guys. Zur Darstellung von Homosexualität im Hollywoodfilm zwischen McCarthy und Kennedy (PDF; 1,1 MB), Diplomarbeit, 2009 Die Homosexualität Bricks wird durch die (angebliche) sexuelle Beziehung Maggies zu Skipper kaschiert.

Mädchen in Uniform (Deutschland/Frankreich 1958) – Regie: Géza von Radványi Neuverfilmung des gleichnamigen Films von 1931 mit Lilli Palmer als Fräulein Elisabeth von Bernburg und Romy Schneider als Manuela von Meinhardis.

1959 Ben Hur (Vereinigte Staaten 1959) – Regie: William Wyler Monumentalfilm, in dem Stephen Boyd den Freund des Titelhelden spielt, der in Ben Hur heftig verliebt ist. Basiert auf einer Idee von Drehbuchautor Gore Vidal.

Plötzlich im letzten Sommer (Suddenly, Last Summer) (Vereinigte Staaten 1959) – Regie: Joseph L. Mankiewicz Mit Hilfe seiner Mutter (Katharine Hepburn) und seiner Cousine (Elizabeth Taylor) als Kupplerin verschafft sich ein junger Dichter Zugang zu gleichaltrigen Männern.

1960er Jahre 1960 Der Mann mit der grünen Nelke (The Trials of Oscar Wilde) (Vereinigtes Königreich 1960) – Regie: Ken Hughes Der Film beginnt mit der Premiere von Lady Windermeres Fächer, Oscar Wildes (Peter Finch) Durchbruch als Theaterautor. Der Schwerpunkt liegt auf den drei Gerichtsprozessen im Jahr 1895, an deren Ende Wilde zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.

Oscar Wilde (Vereinigtes Königreich 1960) – Regie: Gregory Ratoff Der Film behandelt das Leben Oscar Wildes (Robert Morley) von seinen ersten Erfolgen als Schriftsteller über seine Beziehung zu Lord Alfred Douglas bis zu seinen Gerichtsprozessen im Jahr 1895, in denen er zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wird.

…und vor Lust zu sterben (Et mourir de plaisir) (Frankreich 1960) – Regie: Roger Vadim Verfilmung von Sheridan Le Fanus Buch Carmilla über eine lesbische Vampirin.

1961 Bitterer Honig (A Taste of Honey) (Vereinigtes Königreich 1961) – Regie: Tony Richardson Jo ist schwanger von dem Matrosen Jimmy. Als Jimmy wieder aufs Meer hinausfährt und sie auf sich alleine gestellt ist, begegnet sie dem schwulen Modestudenten Geoffrey, der bei ihr einzieht und die Vaterrolle für ihr Baby übernimmt. Als Jos Mutter unerwartet zurückkehrt, erkennt Geoffrey, dass für ihn nun kein Platz mehr ist und verlässt Jo.

Infam (The Children’s Hour) (Vereinigte Staaten 1961) – Regie: William Wyler Ein von einem Kind in die Welt gesetztes Gerücht zerstört das Leben der Lehrerinnen Karen Wright (Audrey Hepburn) und Martha Dobie (Shirley MacLaine).

Das Mädchen mit den goldenen Augen (La Fille aux yeux d’or) (Frankreich 1961) – Regie: Jean-Gabriel Albicocco Ein Modefotograf verliebt sich in eine junge Frau, bevor er merkt, dass diese in einer Beziehung mit seiner Geschäftspartnerin lebt.

Der Teufelskreis (Victim) (Vereinigtes Königreich 1961) – Regie: Basil Dearden Ein uneingestanden schwuler Rechtsanwalt (Dirk Bogarde) verfolgt einen Erpresser, der Homosexuelle bedroht. Es ist der erste englischsprachige Film, der das Wort „homosexual“ benutzte.

1962 Sturm über Washington (Advise & Consent) (Vereinigte Staaten 1962) – Regie: Otto Preminger Spielfilm über einen jungen US-Senator (Don Murray), der wegen seiner Homosexualität erpresst wird.

Die Verdammten der Meere (Billy Budd) (Vereinigtes Königreich 1962) – Regie: Peter Ustinov Im Jahr 1791 macht der junge und freundliche Billy Budd (Terence Stamp) auf dem Kriegsschiff Avenger die Matrosen verrückt. Nach dem Roman Billy Budd von Herman Melville.

1963 Alles in allem (À tout prendre) (Kanada 1963) – Regie: Claude Jutra Autobiografie über den Regisseur, der sich selbst verkörpert. Behandelt wird vor allem seine Beziehung zur Schauspielerin Johanne Harrelle und sein Problem damit, sich seine Homosexualität einzugestehen.

Bis das Blut gefriert (The Haunting) (Vereinigte Staaten 1963) – Regie: Robert Wise Eine Gruppe soll in einem Spukhaus übernachten um die Existenz von Paranormalität zu beweisen. Basiert auf dem Roman „Spuk in Hill House“ der Schriftstellerin Shirley Jackson. Theodora wurde als lesbisch interpretiert, was Regisseur Wise später bestätigte. Eine herausgeschnittene Szene zeigte (für die 1960er-Jahre entsprechend diskret), wie Theodora gerade von ihrer Liebhaberin verlassen wurde und deswegen Nell verführen will.

Blonde Cobra (Kurzfilm, Vereinigte Staaten 1963) – Regie: Ken Jacobs Experimenteller, sequentieller Kurzfilm, in dem Jack Smith unter anderem einen Crossdresser und eine lesbische Nonne verkörpert.

Flaming Creatures (Kurzfilm, Vereinigte Staaten 1963) – Regie: Jack Smith Experimenteller, zusammenhangsloser Film, in dem die Figuren allesamt von Darstellern in Drag gespielt werden, ihre Sexualitäten sind sehr zweideutig ausgelegt.

Scorpio Rising (Kurzfilm, Vereinigte Staaten 1963) – Regie: Kenneth Anger Experimenteller Kurzfilm, bestehend aus nicht miteinander verbundenen Szenen: im Kern geht es um den jungen Scorpio, der Mitglied in einer Biker-Gang ist, die in einer Sequenz orgienhaft feiert, wobei Homosexualität stark angedeutet wird.

1964 Gastmahl der Liebe (Comizi d’amore) (Dokumentation, Italien 1964) – Regie: Pier Paolo Pasolini Dokumentation, in der der Regisseur von März bis November 1963 quer durch Italien reiste, um die Menschen an ihrem Arbeitsplatz oder in der Freizeit über die Liebe und ihre sexuellen Vorlieben zu befragen. Auch die Haltung zum Thema Homosexualität kommt dabei immer wieder zur Sprache.

Heimliche Freundschaften (Les Amitiés particulières) (Frankreich 1964) – Regie: Jean Delannoy Zwei Jungen im Teenageralter verlieben sich in einem katholischen Internat ineinander, was dramatische Verwicklungen auslöst.

1965 Haremde Dört Kadın (Türkei 1965) – Regie: Halit Refiğ Sadık Paşa ist mit den Frauen Mihrengiz, Gülfem und Şevkidil verheiratet. Şevkidil verliebt sich in Mihrengiz, die ihre Gefühle erwidert, obwohl sie eigentlich in den jungen Cemal verliebt ist.

Horse (Vereinigte Staaten 1965) – Regie: Andy Warhol Ein Outlaw und ein Sheriff führen miteinander Gespräche, anschließend spielen sie zusammen homoerotisches Strip-Poker. Etwas später gesellt sich ein Freund des Sheriffs zu ihnen.

Utsukushisa to kanashimi to (Japan 1965) – Regie: Masahiro Shinoda