Achtrup (dänisch: Agtrup, nordfriesisch: Åktoorp) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland im Nordwesten Schleswig-Holsteins.

Geografie Geografische Lage Das Gemeindegebiet erstreckt sich im Bereich der naturräumlichen Haupteinheit Lecker Geest. Der Fluss­lauf der Lecker Au bildet zunächst die östlichen Gemeindegrenze ab, bevor er ins Gemeindegebiet in westliche Richtung einschwenkt. Im Mittelteil bildet er die südlichen Gemeindegrenze ab. Auf Teilstücken ist der Flusslauf abgedämmt.

Gemeindegliederung Im Gemeindegebiet sind, neben dem Dorf gleichen Namens, auch die bei der Volkszählung in der Bundesrepublik Deutschland 1987 im amtlich aufgestellten Wohnplatzverzeichnis mit eigenem Namen erfassten Siedlungen vermerkt:

Weitere Dörfer sind Büllsbüll (dänisch: Bølsbøl) und Lütjenhorn (Lillehorn); daneben auch Achtrup, Bahnhof mit Haus; außerdem die Streusiedlung Achtrupfeld, sowie die nachfolgenden Häusergruppen Braunberg (BrunbjergAnders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, Bd. 4, Kopenhagen 1984. S. 57), Lütjenhornermoor, Lütjenhornerfeld, Tettwang (Tætvang), Kalleshave, Mühlenwadt (MøllevadAnders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, Bd. 4, Kopenhagen 1984. S. 62), Nordacker (NoragerAnders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, Bd. 4, Kopenhagen 1984. S. 57), Schruplund (Skruplund), Seewang (Søvang) und Seewangacker (Søvangager) und die Einzelsiedlungen Holbeckwadt (Holbækvad), Iwersacker (Iversager), Kalfslund (Kalslund), Korrewang (Korrevang), Norderhof, Nordhof (Nørgård), Osterhof, Süderhof, Südhof (Sydgård), Wanghof und Gärtnerslust.Anders Bjerrum: Sydslesvigs stednavne, Bd. 4, Kopenhagen 1984. S. 58–64

Nachbargemeinden An Achtrup angrenzende Gemeindegebiete sind:

Geologie Achtrup liegt im Grundmoräne­ngebiet eines Sanders. Die Landschaft ist flach reliefiert; in der geologischen Übersichtskarte sind für diesen Bereich glazigene Ablagerungen des Saale-Komplexes ausgewiesen. Es befinden sich dennoch auch Anhöhen im Gemeindegebiet, wie der Mühlenberg mit der Mühle Jenny.

Geschichte Der Name Achtrup entstand vermutlich aus dem Namen „Aggi“ oder „Akki“Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 148 (Fußnote 65.). sowie dem Suffix -rup.Vgl. hinsichtlich der Bedeutung von -rup auch das Wort Dorf: dänisch: torp, niederdeutsch: Dörp, Dorp, englisch auch: thorp(e); Vgl. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, Artikel: Tremmerupweg sowie Wolfgang Lindow: Plattdeutsches Wörterbuch. Schuster, Leer 1998, Artikel: Dorf sowie Judy Persall: The New Oxford Dictionary of English, 2001, Artikel: thorpe Der Ortsname bedeutet demnach offensichtlich so viel wie „Dorf des Aggi“ beziehungsweise „Akkis Dorf“.Wie beispielsweise auch beim Ort Tremmerup. Quelle: Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Tremmerupweg Flensburg ist offenbar eng mit der Geschichte Achtrups verbunden. Am Ostufer der Flensburger Förde existierte einst ein Dorf namens Achtrup. Spätestens im 13. Jahrhundert, als an der Flensburger Förde viele neue Siedlungsbereiche entstanden, wurde es vermutlich aufgegeben. Dennoch blieb zeitweilig der Flurname „Achtrup“ zurück.Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 20 und 109. Auch überlebte der Name offenbar als Familienname. Eine Familie Achtrup aus „Achtrup“ brachte mehrere Flensburger Bürgermeister hervor (vgl. Liste der Stadtoberhäupter von Flensburg). Des Weiteren ist bekannt, dass dem Ritter Peter Jul († vor 1398), der auf dem Hof Flenstoft, dem Vorgängerbau der Duburg wohnte, Besitzungen im heutigen, dem nordfriesischen Achtrup hatte.Flensburg – Geschichte einer Grenzstadt. Hrsg. von der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Flensburg 1966, S. 39. Möglicherweise waren die Besitzungen in Achtrup eine Mitgift von Peter Juls Frau, einer geborenen Krummendiek.Flensburg – Geschichte einer Grenzstadt. Hrsg. von der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte. Flensburg 1966, S. 572 (Fußnote 123). In einer Urkunde vom 31. März 1398 wurde das heutige Achtrup Schleswig-HolsteinsAmt Südtondern. Gemeinde Achtrup, abgerufen am: 21. November 2019 schließlich erstmals als Aktorp erwähnt. Diese Urkunde ist mit Siegel heute im Stadtarchiv von Flensburg zu finden. Darin wird ein Verkauf eines Gutes von Tomas Petersen in Achtrup erwähnt. Ein weiteres Achtrup existiert im Übrigen auch noch im dänischen Kirchspiel Bjert ().Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009, S. 148 (Fußnote 65).

Das historische Herrenhaus Lütjenhorn liegt im Gemeindegebiet.

Im Jahr 1968 wurde Büllsbüll (dän. Bølsbøl, nf. Bousbel) eingemeindet. Am 1. Februar 1974 kam Lütjenhorn (dän. LillehornNordfriisk Instituut: Nordfriesland Karte, Bräist/Bredstedt 2011) hinzu. Lütjenhorn wurde 1927 aus dem aufgelösten gleichnamigen Gutsbezirk gebildet.

Religion In Glaubenssachen besteht in Achtrup eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde. Gottesdienste werden in der sehenswert, modern gestalteten Kirche am Kirchweg abgehalten. Sie ist gewidmet dem Reformator Martin Luther.Evangelische Kirche Achtrup

Politik Gemeindevertretung Die im Zuge der Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein 2023 am 14. Mai 2023 durchgeführt Gemeindewahl in Achtrup erbrachte das folgende Ergebnis:

Die CDU erzielte 24,2 Prozent und erhielt 2 Sitze, der SSW 32,0 Prozent (4 Sitze). Die stärkste Fraktion bildet in der aktuellen Wahlperiode (2023–2028) mit sechs gewählten Vertretern der AWG (Achtruper Wählergemeinschaft).

Die Wahlbeteiligung betrug bei dieser Wahl 57,1 Prozent.

Bürgermeister Zum Jahresbeginn 2026 wählten die Gemeindevertreter am 9. Januar Robin Kubitzki (SSW) zum Nachfolger des zum Jahresschluss 2025 zurückgetretenen Bürgermeisters Norbert Nielsen.

Wappen Blasonierung: „Über blauem Schildfuß, darin ein silberner Wellenbalken, in Gold die vier roten, diagonal gestellten Flügel einer Windmühle mit silbernen Ruten und schwarzer Nabe, begleitet von zwei schwarzen Ähren.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Wirtschaft und Infrastruktur Allgemeines Das Gemeindegebiet ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Im Ortszentrum gibt es außerdem mehrere Gewerbe- und Einzelhandelsbetriebe.

Verkehr Das Gemeindegebiet wird im Motorisierten Individualverkehr erschlossen durch L 212. Diese zweigt im Ortszentrum von Leck an der Bundesstraße 199 ab und führt in nordöstlicher Richtung zur Landesstraße 1 in die Gemeinde Medelby. Auf der Gesamtlänge in Parallellage zur Landesstraße verläuft ein kombinierter Fußgänger- und Radweg.

Im Grenzbereich zu Sprakebüll bestand bis Ende der 1970er-Jahre beim Siedlungsplatz Achtrup-Bahnhof Anschluss an den Schienenpersonennahverkehr auf der Bahnstrecke Flensburg-Weiche–Lindholm. Dieser ehemalige Haltepunkt befindet sich etwa 1,5 Kilometer südlich der Dorflage an der L 300.

Mittlerweile erfolgt die Anbindung der Gemeinde im Linienbus­verkehr über die Schnellbuslinie R 1 zwischen Flensburg und Niebüll mit Umstieg in Leck in den Bürgerbus Ladelund (Buslinie R 112).

Seit August 2019 ist, auf Grundlage eines neuen Nahverkehrskonzepts des Kreises Nordfriesland, zusätzlich für den Raum Leck ein Rufbus­gebiet eingerichtet worden. Hierin ist das Gemeindegebiet von Achtrup mit allen zwölf Bushaltestellen vollständig integriert. Umsteigeknoten ist die Haltestelle Leck, ZOB.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das Wahrzeichen des Ortes ist die Mühle Jenny, die heute als Kinderheim genutzt wird.

Vereine Verein Art Dorfverschönerungsverein Verschönerung des Dorfes Handels- und Gewerbeverein Achtrup Verbund der Betriebe im Dorf Landfrauen Treffen der Frauen zu verschiedenen Interessen Ortskulturring Dachverband aller örtlicher Vereine Ringreiterverein Reitsport TSV Achtrup von 1954 e. V. Breitensport Sozialverband (Ortsverband) Sozialverband Deutschland (SovD)

Weblinks

Gemeinde Achtrup

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Nordfriesland Kategorie:Ort in Südschleswig

Kategorie:Ersterwähnung 1398