miniatur|Straßentafel miniatur|Das Verwaltungsgebäude der Bahn (um 1910) auf Nr. 4 wurde im Jahr 2020 abgerissen. miniatur|Arbeiterheim Favoriten (1902) von Hubert Gessner auf Nr. 8–10 miniatur|Hotel Kolbeck „Zur Linde“ (1867) auf Nr. 17, Ecke Columbusplatz miniatur|Ehem. Asylgerichtshof auf Nr. 36 miniatur|Magistratisches Bezirksamt (1881 / 1882) auf Nr. 43–47, Ecke Gudrunstraße miniatur|Zürcher Hof mit Fries der Arbeit (1930) von Siegfried Charoux auf Nr. 49–57 miniatur|hochkant|Figurale Gruppe (1931) von Otto Fenzl im Anton-Hölzl-Hof auf Nr. 94 miniatur|Maria-und-Rudolf-Fischer-Hof (1930 / 1931) auf Nr. 98 miniatur|Wohnhausanlage (1953–1956) auf Nr. 203–207 miniatur|hochkant|Fenstergucker (1953 / 1954) von Josef Bock auf Nr. 203–207 Die Laxenburger Straße verläuft im 10. Wiener Gemeindebezirk, Favoriten, im 23. Wiener Gemeindebezirk, Liesing, und in Wiens südlichen Nachbargemeinden Vösendorf und Biedermannsdorf in Niederösterreich. Sie ist eine wichtige Stadtausfahrt Wiens nach Süden; vom Südtiroler Platz, ihrem nördlichen Endpunkt, bis zur südlichen Stadtgrenze ist sie etwa 6,2 km lang.

Benannt ist die Straße nach dem Ort Laxenburg etwa 8 km südlich der Wiener Stadtgrenze, dessen Schlösser als Sommerresidenz des Kaiserhauses dienten. Sie endet an der Nordgrenze von Laxenburg im Kreisverkehr mit der B 11. Im Gemeindegebiet von Laxenburg trägt die Straße zum Schlosspark die Namen Leopold-Figl-Straße, Wiener Straße und Hofstraße.

Straßenrechtlich ist die Verbindung Wien–Laxenburg seit 2002 eine Landesstraße mit der Nummer B 230 (zuvor Bundesstraße) und von der Ortsstraße in Vösendorf südwärts 154.

Verlauf und Charakteristik Verlauf Die Laxenburger Straße beginnt an der nördlichen Bezirksgrenze des 10. Bezirks. Hier unterfährt der in West-Ost-Richtung verlaufende Wiedner Gürtel, Teil einer Hauptverkehrsader Wiens, auf dem Südtiroler Platz die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Favoritenstraße.

Auf dem Platz zweigt unmittelbar unter der in Hochlage verlaufenden Südbahn die Laxenburger Straße westlich in sehr spitzem Winkel von der Favoritenstraße ab. Aus der Perspektive des Autofahrers erscheint dies umgekehrt, da der Verkehr vom und zum Platz in beiden Fahrtrichtungen durch die Laxenburger Straße geführt wird, während die Favoritenstraße stadtauswärts Fußgängerzone ist.

Die Laxenburger Straße verläuft dann in südlicher Richtung ansteigend gegen die Höhe des Wienerberges. Dabei durchquert sie das rasterförmig bebaute Kerngebiet von Favoriten (siehe auch Neues Landgut) zur Gänze und weist bis zur Raxstraße / Grenzackergasse auf dem Kamm des Berges mehr als 20 Seitenstraßen und -gassen auf. Dann senkt sie sich auf dem Südhang des Wienerberges bis zur Südosttangente genannten, überbrückten Stadtautobahn (keine Auffahrt) und der parallelen, ebenfalls überbrückten Donauländebahn ins Tal der Liesing ab. An der Bahn verläuft die Bezirksgrenze 10 / 23.

Im Liesinger Bezirksteil Inzersdorf, vor dem sie die Liesing überquert, steigt die Laxenburger Straße bis zur Stadtgrenze wieder leicht an. Unmittelbar südlich der Stadtgrenze befindet sich die Anschlussstelle Laxenburger Straße der Wiener Außenring-Schnellstraße S 1.

In Niederösterreich durchquert die Straße, südwärts führend, das leicht gewellte nördliche Wiener Becken und überquert einige Bäche. Weder in Vösendorf noch in Biedermannsdorf führt sie durch das Ortszentrum, sondern strebt, zumeist durch überwiegend landwirtschaftlich genutztes Gelände, direkt Laxenburg zu.

Charakteristik in Wien Querverkehr Der vom Autoverkehr geprägten Ausfallstraße wird durch mehrere stark befahrene Straßen, die sie in ost-westlicher Richtung queren, weiterer Autoverkehr zugeführt. Von Norden nach Süden sind dies im 10. Bezirk die Gudrunstraße, die Quellenstraße, die Troststraße und auf der Höhe des Wienerberges die Raxstraße bzw. die Grenzackergasse mit Verbindung zur Stadtautobahn Südosttangente. Im 23. Bezirk kommt der Straßenzug Draschestraße / Oberlaaer Straße dazu, der versetzt in die Laxenburger Straße einmündet. Öffentliche Verkehrsmittel Öffentliche Verkehrsmittel auf der Laxenburger Straße sind: die Straßenbahnlinien O (über die Verkehrsstation Wien Hauptbahnhof nordostwärts in den 3. und den 2. Bezirk) und 11 (neu seit 2019; Verbindung Laxenburger Straße–Quellenstraße–U-Bahn-Station Reumannplatz–Favoritenstraße im 10. Bezirk), die beiden aus der Davidgasse kommenden, südwärts in die Straße einbiegenden Autobuslinien 66A (bis zur Draschestraße) und 67A (bis zur Kolbegasse); in Fahrtrichtung Norden aus der Laxenburger Straße ostwärts in die Inzersdorfer Straße abbiegend, die Autobuslinie 70A (in der Laxenburger Straße von der Troststraße stadtauswärts bis zur Richard-Tauber-Gasse beim Großmarkt) und regionale Autobuslinien nach Laxenburg und in andere Orte südlich von Wien. Quer zur Laxenburger Straße verkehrt auf der Quellenstraße (Kreuzung: Quellenplatz) die Straßenbahnlinie 6 und auf der Raxstraße / Grenzackergasse die Autobuslinie 15A. Beide Linien bilden Verbindungen in die Nachbarbezirke westlich, nordwestlich und östlich von Favoriten. Bebauung Vom Beginn der Laxenburger Straße bis zur Troststraße finden sich noch zahlreiche Gebäude vom Ende des 19. Jahrhunderts oder dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Dieser dicht bebaute, älteste Abschnitt wird durch den Quellenplatz unterbrochen und besitzt am Arthaberplatz die einzige Grünfläche dieser Gegend.

Zwischen der Troststraße und der Bezirksgrenze 10 / 23 wird die Laxenburger Straße von Alleebäumen gesäumt. Von der Troststraße bis zur Raxstraße dominieren Gemeindebauten, errichtet von den 1930er Jahren bis zur Gegenwart.

Von der Raxstraße südwärts bis zur Bezirksgrenze ändert sich der Charakter der Straße, da in diesem Abschnitt die Häuser nicht direkt entlang der Straße stehen, sondern große Wohnsiedlungen in Grünanlagen etwas weiter von der Straße entfernt gebaut wurden. Auch Kleingartenanlagen und Sportplätze tragen zum Charakter dieses Straßenabschnitts bei.

Von der Überquerung der Südosttangente und der Donauländebahn an durchquert die Straße Firmen- und Industriegelände und weist starken Lkw-Verkehr auf. Dieser Eindruck dominiert, wenn sich auch an der östlichen Straßenseite die Gartensiedlung Blumental befindet. Südlich dieser Siedlung befindet sich seit 1972 der Obst- und Gemüsegroßmarkt für Wien.

Geschichte Der urkundlich 1377 erwähnte Verkehrsweg wurde 1703 als Verbindungsstraße zwischen den kaiserlichen Schlössern Neue Favorita (im heutigen 4. Bezirk) und Laxenburg (im südlichen Umland Wiens) ausgebaut.

In Lehmanns seit 1859 erschienenem Adressbuch für Wien und seine Vororte ist in der ErstausgabeLehmann 1859, S. 948 (= S. 954 der digitalen Darstellung) in Wieden (seit 1850 4. Wiener Gemeindebezirk) eine Laxenburger Allee zu finden, 1861 auch die Laxenburger Straße, dann nur mehr diese. Die Straße war von 1861, als der heutige 5. Bezirk vom 4. abgetrennt wurde, bis zur Errichtung des 10. Bezirks, 1874, Bezirksgrenze zwischen 4. Bezirk (östliche Straßenseite, ungerade Hausnummern) und 5. Bezirk (westliche Straßenseite, gerade Hausnummern).

In Inzersdorf (bis 1938 selbstständige Gemeinde) wurde die Straße amtlich seit etwa 1886 als Laxenburger Straße registriert, doch ist unklar, ob es sich dabei um die heutige Straße dieses Namens oder um die heutige Altmannsdorfer Straße gehandelt hat. Der Name Laxenburger Allee war nämlich von etwa 1742 bis 1888, der Name Laxenburger Straße in Wien dann bis 1894 für die 1892 eingemeindete Altmannsdorfer Straße im 12. Bezirk in Gebrauch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als der 10. Bezirk nördlich der Donauländebahn bis 1955 zum sowjetischen Sektor Wiens gehörte und das Stadtgebiet südlich der Bahn von den Besatzungsmächten zur sowjetisch besetzten Zone, zu Niederösterreich, gerechnet wurde, wurde die Laxenburger Straße von 1946 bis 1956 nach dem Befehlshaber der siegreichen Roten Armee in der Schlacht um Wien 1945, Marschall Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin, als Tolbuchinstraße bezeichnet.

Seit 1971 wurde die Laxenburger Straße in ihrer heutigen Form als Durchzugsstraße ausgebaut.

Adressen Nr. 1–5: Professor-Raimund-Jungbauer-Hof Diese Wohnhausanlage aus dem Jahr 1966 besitzt an der Laxenburger Straße zwei Reliefs, die Arbeiter darstellen, und vier Mosaike mit Motiven aus der Geschichte Wiens. Abgebildet sind Prinz Eugen, Georg Franz Kolschitzky und das belagerte Wien zur Zeit der Zweiten Türkenbelagerung, das Schloss Favorita und ein weiteres Bild zeigt Till Eulenspiegel.

Auf der ersten Liegenschaft nach der Abzweigung der Laxenburger Straße von der Favoritenstraße befand sich zwischen den beiden Straßen der Ausgangspunkt für die weitere Besiedlung Favoritens. Hier errichtete Johann Mathias Steudel 1830 einen Einkehrgasthof, der volkstümlich als Spitzwirtshaus bezeichnet wurde. Knapp außerhalb des Linienwalls, nach dem Viadukt der seit 1841 verkehrenden Südbahn (damals Wien–Gloggnitzer Bahn genannt), wurde diese Gaststätte zu einem beliebten Rastplatz der aus Ungarn nach Wien kommenden Fuhrleute. Später verkehrte hier die immer größer werdende Anzahl von Arbeitern, die sich in der Gegend ansiedelten.

1847 übernahm der Sohn, Johann Heinrich Steudel, den florierenden Betrieb und machte das erste Kaffeehaus vor der Favoritenlinie daraus. Auf die Zerstörungen während der Revolution 1848 folgte der weitere Ausbau des Anwesens. Ein (nicht mehr bestehender) Verbindungstunnel der Eisenbahn vor dem Gasthof erhielt den Namen Steudeltunnel. Steudel schlug als Kommunalpolitiker die Gründung des 10. Bezirks vor und erreichte sie 1874. Er wurde daraufhin 1875 erster Bezirksvorsteher von Favoriten. Das Steudelhaus bestand bis zum Zweiten Weltkrieg, in dem es schwer beschädigt und in dessen Folge es abgerissen wurde.

Nr. 2A und 4: Bahngebäude, Entwicklungsgebiet Neues Landgut

Auf dem großflächigen Betriebsgelände der Bahn, das durch die Schaffung des neuen Hauptbahnhofes für Wien erhebliche Veränderungen erfährt, ist nunmehr unter dem Namen Neues Landgut ein Stadtentwicklungsgebiet. Es befinden sich noch mehrere Hallenbauten aus Backstein vom Ende des 19. Jahrhunderts. Die bekanntesten Hallen sind die Inventarhalle (erbaut um 1850) und die Gösserhalle (erbaut 1902 und lange Zeit von der Brauerei Göss betrieben).Favoriten: Bahn-Gebäude demoliert!, abgerufen am 6. März 2021 Ein Verwaltungsgebäude aus der Zeit um 1910 wurde im Jahr 2020 abgerissen; ebenso ein kleines als „Doktorhaus“ bezeichnetes Backsteingebäude bei den Hallen.

Bereits 2009 hatten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Stadt Wien einen Architekturwettbewerb für das ganze Gebiet ausgeschrieben, nach dem die historischen Hallen hätten abgerissen werden sollen. Der jetzige Stand des Projekts sieht aber vor, dass die Hallen zwar entkernt werden, aber in ihrer Außenerscheinung erhalten bleiben sollen.Stadtentwicklungsprojekt Neues Landgut auf wien.gv.at

Das um 1910 entstandene Verwaltungsgebäude, das gegenüber dem Columbusplatz gelegen war, galt als typisches Gebäude des Neoklassizismus vor dem Ersten Weltkrieg, das neben der verzierten Fassade auch noch das originale Dach aufwies. Das Gebäude, das sogar in der kunsthistorischen Fachliteratur Einklang fand, soll bis zu seinem Abriss in einem ausgezeichneten Zustand gewesen sein. Während des Zweiten Weltkriegs war das Gebäude – im Gegensatz zu vielen anderen Bahngebäuden – bei der Bombardierung von Wien ohne Schäden geblieben.

Daneben wurde im Frühjahr 2020 auch noch weitere Bahngebäude aus der Nachkriegszeit abgerissen.

Ein Gemeindebau auf diesem Gelände (Nr. 4A, Ecke Landgutgasse), der nach Willi Resetarits benannt wurde, wurde 2024 eröffnet. Er weist Wandmalereien von Johanna Kandl auf.

Nr. 8–10: Ehem. Arbeiterheim Favoriten