Travis Vernon Green (* 20. Dezember 1970 in Castlegar, British Columbia) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeyspieler sowie derzeitiger -trainer und -funktionär, der im Verlauf seiner aktiven Karriere zwischen 1986 und 2007 unter anderem 1026 Spiele für die New York Islanders, Mighty Ducks of Anaheim bzw. Anaheim Ducks, Phoenix Coyotes, Toronto Maple Leafs und Boston Bruins in der National Hockey League auf der Position des Centers bestritten hat. Seinen größten Karriereerfolg feierte Green im Trikot der kanadischen Nationalmannschaft mit dem Gewinn der Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 1997. Ebenso errang er mit der Verbandsauswahl im Jahr 2007 den Spengler Cup. Seit Mai 2024 ist er als Cheftrainer bei den Ottawa Senators tätig, nachdem er in dieser Funktion bereits für die Vancouver Canucks und die New Jersey Devils aktiv war.

Karriere Als Spieler Travis Green begann seine Karriere als Eishockeyspieler bei den Spokane Chiefs, bei denen er von 1986 bis 1990 in der kanadischen Western Hockey League aktiv war. Während des NHL Entry Draft 1989 wurde er in der zweiten Runde an 23. Position von den New York Islanders ausgewählt. Nachdem der Angreifer ein Jahr bei den Medicine Hat Tigers und zwei Jahre bei den Capital District Islanders – dem damaligen Farmteam der New York Islanders – gespielt hatte, wurde er in der Saison 1992/93 in den Profikader der New York Islanders aufgenommen. Er bestritt 61 Partien in der National Hockey League, in denen ihm 25 Scorerpunkte gelangen. In der darauffolgenden Saison erhielt Green mehr Eiszeit, absolvierte 83 NHL-Spiele und erreichte 40 Punkte. In den folgenden Jahren gehörte er zum Stammpersonal der Islanders und verbesserte sich deutlich. In den Spielzeiten 1995/96 und 1996/97 erreichte er 70 respektive 64 Punkte in der regulären Saison.

Im darauffolgenden Jahr baute er jedoch ab und wurde zusammen mit Doug Houda und Tony Tuzzolino für Joe Sacco, Jean-Jacques Daigneault und Mark Janssens an die Mighty Ducks of Anaheim abgegeben. Dort gelangen ihm in 105 Spielen insgesamt 47 Punkte. Er wechselte im Jahr 1999 als Austausch für Oleg Twerdowski zu den Phoenix Coyotes. In Phoenix konnte er weiterhin nicht an die Form früherer Jahre anknüpfen und nach zwei Jahren transferierte das Management ihn zusammen mit Robert Reichel und Craig Mills für Daniil Markow zu den Toronto Maple Leafs. Während er in der Saison 2001/02 noch überwiegend gute Leistungen erbringen konnte und mit dem Team die Play-offs erreichte, gelangen ihm in der folgenden Spielzeit nur noch 24 Punkte. Für die Saison 2003/04 lief Green für die Boston Bruins aufs Eis. Er fand nicht mehr seine Form, die er in New York gezeigt hatte. Nach der Saison 2005/06, die er noch mit Boston beendet hatte, verlängerten die Verantwortlichen seinen Vertrag nicht und er wurde ein sogenannter Free Agent.

Travis Green unterschrieb danach erneut einen Vertrag bei den Ducks, denen er schon von 1998 bis 1999 angehört hatte. Nach nur sieben NHL-Spielen und zwei Scorerpunkten setzten die Ducks Travis Green auf die Waiver-Liste. Er wurde von den Toronto Maple Leafs verpflichtet, bei denen er noch 24 Partien absolvierte und keinen einzigen Scorerpunkt sammelte. Zum Saisonende boten die Leafs ihm keinen neuen Vertrag an und er blieb vereinslos, bis er im November 2007 einen neuen Arbeitgeber fand, als ihn der Schweizer Eishockeyverein EV Zug unter Vertrag nahm. In 29 Spielen gelangen ihm mit zwanzig Punkten eine gute Spielzeit in der National League A, in der er zu dem mit dem Team Canada den prestigeträchtigen Spengler Cup gewann. Nach der Saison 2007/08 beendete er seine Karriere.

International Auf internationaler Ebene vertrat Green sein Heimatland Kanada bei den Weltmeisterschaften 1996, 1997 und 1998. Nachdem er mit den Ahornblättern 1996 die Silbermedaille errungen hatte, wurde im Folgejahr die Goldmedaille gewonnen. Insgesamt bestritt der Stürmer 25 WM-Partien, in denen er acht Tore und zwölf Assists erzielte.

Als Trainer

Zur Saison 2010/11 wurde Green als Assistenztrainer der Portland Winterhawks verpflichtet. Im Verlauf der Spielzeit 2012/13 fungierte er zeitweise aufgrund der Suspendierung von Mike Johnston als Cheftrainer und General Manager der Winterhawks, nachdem er zwischenzeitlich auch den Posten des Assistenz-GMs übernommen hatte. Zur Saison 2013/14 wurde der Kanadier zum Cheftrainer der Utica Comets aus der American Hockey League ernannt.

Nach vier Jahren bei den Comets wurde Green im April 2017 zum Cheftrainer von deren NHL-Kooperationsteam, den Vancouver Canucks ernannt, wo er die Nachfolge des entlassenen Willie Desjardins antrat. In den folgenden vier Jahren führte er das Team nur einmal in die Playoffs, bevor er nach einem schwachen Start in die Saison 2021/22 im Dezember 2021 mitsamt General Manager Jim Benning und Assistenztrainer Nolan Baumgartner entlassen wurde. Seine Nachfolge trat Bruce Boudreau an.

Nach einem Hiatus von zwei Jahren kehrte er im Juni 2023 in die NHL zurück, als er als Assistenztrainer von Lindy Ruff bei den New Jersey Devils engagiert wurde. Dort wiederum wurde er nach der Entlassung von Lindy Ruff im März 2024 interimsweise zum Cheftrainer befördert. Im Mai 2024 verpflichteten ihn dann die Ottawa Senators als feste Nachfolge des ebenfalls interimsweise tätigen Jacques Martin, sodass seine Zeit in New Jersey bereits nach einem Jahr endete.

Erfolge und Auszeichnungen 1996 Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft 1997 Goldmedaille bei der Weltmeisterschaft 2007 Spengler-Cup-Gewinn mit dem Team Canada

Karrierestatistik Reguläre Saison Playoffs Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM 1986/87 Spokane Chiefs WHL 64 8 17 25 27 3 0 0 0 0 1987/88 Spokane Chiefs WHL 72 33 53 86 42 15 10 10 20 13 1988/89 Spokane Chiefs WHL 72 51 51 102 79 – – – – – 1989/90 Spokane Chiefs WHL 50 45 44 89 90 – – – – – 1989/90 Medicine Hat Tigers WHL 25 15 24 39 19 3 0 0 0 2 1990/91 Capital District Islanders AHL 73 21 34 55 26 – – – – – 1991/92 Capital District Islanders AHL 71 23 27 50 10 7 0 4 4 21 1992/93 Capital District Islanders AHL 20 12 11 23 39 – – – – – 1992/93 New York Islanders NHL 61 7 18 25 43 12 3 1 4 6 1993/94 New York Islanders NHL 83 18 22 40 44 4 0 0 0 2 1994/95 New York Islanders NHL 42 5 7 12 25 – – – – – 1995/96 New York Islanders NHL 69 25 45 70 42 – – – – – 1996/97 New York Islanders NHL 79 23 41 64 38 – – – – – 1997/98 New York Islanders NHL 54 14 12 26 66 – – – – – 1997/98 Mighty Ducks of Anaheim NHL 22 5 11 16 16 – – – – – 1998/99 Mighty Ducks of Anaheim NHL 79 13 17 30 81 4 0 1 1 4 1999/00 Phoenix Coyotes NHL 78 25 21 46 45 5 1 2 3 2 2000/01 Phoenix Coyotes NHL 69 13 15 28 63 – – – – – 2001/02 Toronto Maple Leafs NHL 82 11 23 34 61 20 3 6 9 34 2002/03 Toronto Maple Leafs NHL 75 12 12 24 67 4 2 1 3 4 2003/04 Boston Bruins NHL 64 11 5 16 67 7 0 1 1 8 2004/05 Boston Bruins NHL nicht gespielt wegen Lockout 2005/06 Boston Bruins NHL 82 10 12 22 79 – – – – – 2006/07 Anaheim Ducks NHL 7 1 1 2 6 – – – – – 2006/07 Toronto Maple Leafs NHL 24 0 0 0 21 – – – – – 2007/08 EV Zug NLA 29 9 11 20 126 6 0 3 3 12 WHL gesamt 283 152 189 341 247 21 10 10 20 15 AHL gesamt 164 56 72 128 75 7 0 4 4 21 NHL gesamt 970 193 262 455 764 56 10 11 21 60

International Vertrat Kanada bei: Weltmeisterschaft 1996 Weltmeisterschaft 1997 Weltmeisterschaft 1998

Jahr Team Veranstaltung Resultat Sp T V Pkt SM 1996 Kanada WM 15px|2. Platz, Silber 8 5 3 8 8 1997 Kanada WM 15px|1. Platz, Gold 11 3 6 9 12 1998 Kanada WM 6. Platz 6 0 3 3 2 Herren gesamt 25 8 12 20 22

NHL-Trainerstatistik Reguläre Saison Playoffs Saison Team Liga Sp S N OTN Pkt Platz Sp S N Resultat 2017/18 Vancouver Canucks NHL 82 31 40 11 73 7., Pacific – – – nicht qualifiziert 2018/19 Vancouver Canucks NHL 82 35 37 10 80 5., Pacific – – – nicht qualifiziert 2019/20 Vancouver Canucks NHL 69 36 27 6 78 3., Pacific 17 10 7 Conference-Halbfinale 2020/21 Vancouver Canucks NHL 56 23 29 4 50 7., North – – – nicht qualifiziert 2021/22 Vancouver Canucks NHL 25 8 15 2 18 – – – – entlassen 2023/24 New Jersey Devils NHL 21 8 12 1 17 7., Metropolitan – – – nicht qualifiziert 2024/25 Ottawa Senators NHL 82 45 30 7 97 4., Atlantic 6 2 4 Conference-Viertelfinale NHL gesamt 417 186 189 42 414 0 Divisionstitel 23 12 11 0 Stanley Cups

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