mini|Luftaufnahme des Pressezentrums Salzburg

Die Salzburger Nachrichten (SN) sind eine österreichische Tageszeitung. Sie erscheinen werktags im Berliner Format. Die SN haben ihren Sitz als Mehrheitseigentümer (76 Prozent) im Pressezentrum Salzburg, das sie mit der mediaprint betreiben.

Geschichte Die Anfänge Die Salzburger Nachrichten erschienen erstmals am 7. Juni 1945 als eine der ersten Tageszeitungen Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. Herausgegeben wurden die SN von der Spezialabteilung Information Service Branch (ISB) des 12. Armeekorps General Eisenhowers. Sie trugen zu diesem Zeitpunkt den Untertitel „Herausgegeben von der 12. Heeresgruppe für die Österreichische Bevölkerung“. Die ersten Ausgaben umfassten wegen der Papierzuteilungen lediglich zwei Seiten und der Preis betrug damals 15 Pfennig.

Am 20. Oktober erhielten Max Dasch, zu diesem Zeitpunkt Direktor der Salzburger Druckerei (seit 1937), und Gustav Canaval das Permit S1, die Lizenz zur Herausgabe der Zeitung und am Dienstag, dem 23. Oktober 1945, erschienen die „Salzburger Nachrichten“ erstmals als unabhängige österreichische Tageszeitung mit einem durchschnittlichen Umfang von vier Seiten.

Die amerikanischen Presseoffiziere hatten festgelegt, dass 50 Prozent des Reingewinns der Zeitung für den Wiederaufbau und für kulturelle Zwecke, 25 Prozent für das Unternehmenspersonal und weitere 25 Prozent zur Bildung von Finanzreserven verwendet werden sollen. Zur Kontrolle einer unabhängigen, demokratisch orientierten Berichterstattung sowie um die Empfänger der Fördergelder zu bestimmen, wurde 1946 der Verein „Kuratorium Salzburger Nachrichten“ geschaffen, ein Komitee von zwölf Personen unter dem Vorsitz von Landeshauptmann Albert Hochleitner. Das Kuratorium war jedoch nur bis etwa 1948 aktiv und wurde 1954 aufgelöst. Nach Ende der Besatzungszeit wurde 1956 die Regelung gestrichen, wonach 50 Prozent des Gewinns gemeinnützigen Zwecken zugutekommen soll, diese Gelder wurden auch nur bis 1948 ausgeschüttet. Die Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter endete 1956.Fritz Hausjell: Die gescheiterte Alternative. Das Modell der Sozialisierung der Betriebsgewinne einer Zeitung am Beispiel der „Salzburger Nachrichten“ (1945–1960). In: Hans-Heinz Fabris, Fritz Hausjell (Hrsg.): Die Vierte Macht. Zur Geschichte und Kultur des Journalismus in Österreich seit 1945. (= Österreichische Texte zur Gesellschaftskritik. Band 53). Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1991, ISBN 3-85115-134-8, S. 81–106.

Die 1960er und 1970er Jahre Im Jahre 1959 starb Gustav Canaval. Seine Nachfolge als Chefredakteur trat der seit 1946 bei den SN tätige René Marcic an. Die ursprünglich nicht in der Firma tätige Antonie Canaval übernahm den 50-Prozent-Anteil ihres Gatten und wurde Co-Herausgeberin.

Im Jahre 1964 übernahm Karl Heinz Ritschel die Position des Chefredakteurs und behielt diese Rolle bis 1995. Nach dem Tod Antonie Canavals äußerten ihre Kinder 1976 Verkaufsabsichten, ihre Anteile gingen an Max Dasch und seine Kinder Max Dasch jun. und Gertrude Kaindl-Hönig über. Als Max Dasch selbst 1977 einem Krebsleiden erlag, übernahmen die beiden Kinder den Verlag.

Ende der 1970er Jahre erweiterten die SN ihr Portfolio mit dem Ankauf der Pongauer Nachrichten und gründeten die Verlagshaus GesmbH & Co KG, die ab diesem Zeitpunkt auch für die restlichen Bezirke jeweils eine Wochenzeitung herausgibt. Nach der Einstellung des Salzburger Volksblattes gelang es den SN, den überwiegenden Teil der Abonnenten des „Volksblattes“, rund 6000, in den eigenen Bezieherkreis einzugliedern.Salzburger Nachrichten auf Salzburgwiki

Aufbau und technologische Entwicklungen Im Jahre 1983 erfolgte die Umstellung von Blei- auf Lichtsatz. Seit Februar 1983 erscheint der Titel der „Salzburger Nachrichten“ in Blau. Im Jahre 1987 folgte die Umstellung auf das hauseigene Satzsystem. Druckvorbereitung bzw. Druck verblieben noch bei der Salzburger Druckerei.

Am 1. März 1989 erschienen die SN mit einer eigenen Österreich-Ausgabe und für Salzburg wurde die Lokalberichterstattung erweitert. Ab diesem Zeitpunkt lag den SN (wie auch der Kleinen Zeitung, den Oberösterreichischen Nachrichten, der Neuen Vorarlberger Tageszeitung, der Tiroler Tageszeitung, den Vorarlberger Nachrichten und der Wochenzeitung Niederösterreichische Nachrichten) das Fernseh- und Radiomagazin tele bei, das von den Trägermedien auch verlegt wurde.

Im Oktober 1991 wurde das Druckzentrum in der Karolingerstraße fertiggestellt. Das Druckzentrum wird von einer Betreibergesellschaft geführt, die zu je 50 Prozent den Verlagsfirmen der SN und der Mediaprint gehören. Das neue Verlagsgebäude wurde am 12. August 1994 fertiggestellt und die SN zogen von der Bergstraße in der Salzburger Altstadt, in die Karolingerstraße, um.

Ab 1995 erscheinen die „Salzburger Nachrichten“ in zwei Formaten: Die Österreich-Ausgabe (wieder mit dem Untertitel „Unabhängige Zeitung für Österreich“) bleibt im gewohnten Berliner Format. Der neu konzipierte Lokalteil für Salzburg erscheint im Halbberliner Format. Dieser wird der Stammausgabe im Bundesland Salzburg und in den angrenzenden Bezirken in Oberösterreich beigelegt und ist um die Bereiche Kultur, Wirtschaft und Sport aus Stadt und Land erweitert.

Am 5. März 1997 ging das Internet-Angebot unter www.salzburg.com in den Live-Betrieb. 1999 führten die SN die „Computer-to-Plate“-Technologie ein. Damit werden fertige Zeitungsseiten direkt auf die Druckplatte gespielt, das zeitintensive Anfertigen und Belichten der Druckplatten fällt als Zwischenschritt weg. Dies ermöglichte noch aktuellere Informationen durch späteren Redaktionsschluss.

Zusammen mit dem Kubaner Mario Garcia, der bis zu diesem Zeitpunkt bereits 410 Zeitungen in aller Welt beraten hat, wurden 2008 die SN groß umstrukturiert. Die Seitenabfolge mit mehr Raum für die Österreich-Berichterstattung wurde neu strukturiert und auch die Optik, Lesbarkeit und Übersichtlichkeit verbessert und modernisiert.Runderneuerte „Salzburger Nachrichten“ ab Samstag. In: derStandard.at. 1. Oktober 2008, abgerufen am 13. August 2020.

2012 erfolgte die Installation einer neuen Druckmaschine, die KBA Commander von Koenig & Bauer. Die neue Dimension in der Rollenoffsettechnik öffnete Raum für neue Produkte, für den Mitdruck des Lokalteils im Halbberliner Format und damit die Belieferung ganz Österreichs in der gleichen Aktualität wie die Stammausgabe im Berliner Format. Mit 12 Meter Höhe, 16 Meter Länge und 8 Meter Breite war sie sparsamer im Platzbedarf und schaffte bis zu 45.000 Exemplare pro Stunde.

Maximilian Dasch, der gleichnamige Sohn des Herausgebers wurde am 2. September 2013 Teil der Geschäftsleitung, wo er zuletzt schon vier Jahre als Assistent tätig war.„Salzburger Nachrichten“: Daschs Sohn rückt in Geschäftsführung auf. In: derStandard.at. 26. August 2013, abgerufen am 13. August 2020.

2017 wurde aus www.salzburg.com das neue Webportal www.sn.at.

Nach mehr als fünf Jahrzehnten Engagement für die „Salzburger Nachrichten“, davon 44 Jahre als Gesellschafterin, scheidet Trude Kaindl-Hönig 2021 als Gesellschafterin aus, nachdem sie ihre operative Tätigkeit bereits 2015 beendet hatte. Der Entschluss erfolgte im Einvernehmen mit ihrem Bruder und Miteigentümer Max Dasch, der die Beteiligung übernommen hat.

Am 17. April 2024 starb Max Dasch, Mitbegründer und Herausgeber der Salzburger Nachrichten. Sein Sohn Maximilian übernahm im August 2024 die Herausgeberschaft.

Angaben zur Zeitung Die Salzburger Nachrichten sind eine überregionale österreichische Tageszeitung mit einem Verbreitungs-Schwerpunkt im Bundesland Salzburg. Laut Österreichischer Media-Analyse befinden sich zwei Drittel der SN-Leser im Bundesland Salzburg.

Unter der Woche besteht die Tageszeitung aus vier überregionalen Büchern und einem kleinformatigen Lokalteil für Salzburg. Das erste Buch ist der Politik-Teil. Die nachfolgenden großformatigen Teile der Zeitung eröffnen mit den Themen Kultur, Wirtschaft und Sport. Weitere Rubriken sind Österreich-Chronik, Medien, Weltchronik und Wissen/Gesundheit. In der Samstagsausgabe findet sich die Beilage „Wochenende“ mit Hintergrundberichten („Ursache&Wirkung“) sowie Schwerpunktthemen wie Tourismus, Klimawandel, „Geist&Welt“ sowie Kulinarik und die Seite „Staatsbürger“. Das Wochenende enthält auch Berichte und Anzeigen aus den Bereichen Karriere, Immobilien und Mobilität. Berichte unter dem Titel SNuppi wenden sich speziell an Kinder und sind zur besseren Lesbarkeit in größerer Schrift gedruckt.

Die Zeitung unterhielt eine eigene Wien-Redaktion unter der Leitung von Andreas Koller, welcher auch stellvertretender Chefredakteur war. Als Karikaturist der Zeitung fungiert Thomas Wizany.

Auflage und Reichweite Die verkaufte Auflage betrug im Jahr 2017 68.728 Exemplare, wovon 64.659 Stück auf Abonnements entfielen. Von ihren laut Österreichischer Media-Analyse 230.000 Lesern (3,0 Prozent Reichweite) erreicht sie 150.000 im Bundesland Salzburg. Das ergibt eine Reichweite von 31,9 Prozent im Bundesland Salzburg. Gemäß Österreichischer Webanalyse (ÖWA) erreicht das Online-Angebot der Salzburger Nachrichten („SN Online Netzwerk“) im Jahr 2020 durchschnittlich pro Monat 2,921.000 Unique Clients, 10,8 Millionen Visits und über 49,8 Millionen Seitenabrufe.Österreichische Webanalyse: ÖWA Basic - Salzburger Nachrichten Online Netzwerk. Abgerufen am 12. Juli 2021.

Blattlinie Im Impressum der SN heißt es zur Blattlinie:

Chefredakteure Gustav Canaval (1945–1959) René Marcic (1959–1964) Karl Heinz Ritschel (1964–1995) Engelbert Washietl (1995) Ronald Barazon (1995–2006) Manfred Perterer (2006–2025)Die Geschichte der Salzburger Nachrichten. In: sn.at. Abgerufen am 13. August 2020. Karin Zauner (seit Juli 2025)

Weitere periodische Produkte der SN-Mediengruppe „Salzburger Woche“. Die „Salzburger Woche“ bildet einen Ring von Wochenzeitungen im Bundesland Salzburg. Dieser besteht aus den Titeln „Stadt Nachrichten“, „Flachgauer Nachrichten“, „Tennengauer Nachrichten“, „Pongauer Nachrichten“, „Pinzgauer Nachrichten“ und „Lungauer Nachrichten“. Sie wird jeweils am Donnerstag als Beilage in der jeweiligen Tagesausgabe der „Salzburger Nachrichten“ verbreitet. 14-täglich erfolgt die Lieferung an jeden Haushalt. „Salzburger Fenster“. Das „Salzburger Fenster“ ist seit 2020 ein Monatsmagazin in der Stadt Salzburg. „Hallo Nachbar!“. Diese regionale Wochenzeitung erscheint gratis und wird in der Regel 14-täglich an Haushalte im bayrischen Grenzraum zu Salzburg zugestellt. „ImmoExtra“: erscheint elfmal pro Jahr als Beilage der „Salzburger Nachrichten“ in der Gesamtausgabe. „Dahoam“ ist ein österreichweit als Beilage der „Salzburger Nachrichten“ erscheinendes Magazin mit Heimatbezug. Es erscheint viermal pro Jahr. „Auf da Roas“ ist ein österreichweit als Beilage der „Salzburger Nachrichten“ erscheinendes Magazin für Freizeit und Reisen und erscheint viermal pro Jahr. „Salome“ ist ein im Bundesland Salzburg den „Salzburger Nachrichten“ beiliegendes Magazin über Mode, Interieur und Reise. Es erscheint dreimal pro Jahr. „Salzburg 100“ ist ein Magazin über Freizeit und Lebensstil im Zentralraum Salzburg (Stadt, Flachgau, Tennengau). Es erscheint zweimal pro Jahr. „JobExtra“: erscheint siebenmal im Jahr als Beilage der „Salzburger Nachrichten“ in der Salzburgausgabe sowie im angrenzenden Oberösterreich und Bayern. „Die Besten“-Serie: ist eine Reihe erscheinender Magazine über Immobilien, Karriere und Wirtschaft. „Der Spielplanet“: erscheint seit 2022 jährlich und soll durch das Ferienprogramm für Kinder führen. „Neubau & Eigenheim“: erscheint einmal jährlich und widmet sich Neubauprojekten sowie Produkten und Dienstleistungen rund um das Eigenheim.

Beteiligungen