mini|hochkant=1.4|Cupsiegermannschaft 2010 des SK Sturm Graz

Der Sportklub Sturm Graz (durch ein Sponsoring offiziell Sportklub Puntigamer Sturm Graz)Siehe den Vereinsregisterauszug., kurz SK Sturm Graz oder Sturm Graz, ist ein Fußballverein aus der steirischen Landeshauptstadt Graz. Der Verein spielt in der erstklassigen österreichischen Bundesliga, die Amateurmannschaft in der 2. Liga, die Frauenmannschaft in der ÖFB Frauen-Bundesliga. Heimstätte des SK Sturm Graz ist seit 1997 die Merkur Arena im Bezirk Liebenau. Der Heimatbezirk des SK Sturm Graz ist Jakomini. Dort liegen mit der altehrwürdigen Gruabn und dem an der Mur gelegenen Augarten zwei für den Klub bedeutsame Spielstätten der Vereinsgeschichte. Die 2. Mannschaft – offiziell: SK Sturm Graz II (ehemals: Sturm Amateure) – spielt mittlerweile im Solarstadion Gleisdorf. Die Frauenfußballabteilung des Vereins trägt die Heimspiele im eigenen Trainingszentrum in Messendorf aus. Die Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß. Die Grazer Brauerei Puntigam ist seit 1996 Hauptsponsor des Klubs. Er gehört mit seinen 20.400 Mitgliedern (Stand: 30. Juni 2025) zu den größeren Sportvereinen in Österreich.

Die statutenmäßige Gründung als Grazer Fußballclub „Sturm“ fand am 31. März 1912 um 10.00 Uhr im Hotel Goldene Birn statt, wobei die Gründungsmitglieder bereits seit 1. Mai 1909 den Spielbetrieb als lose Fußballmannschaft geführt hatten. Da ab Februar 1920 überdies unter anderem eine Leichtathletik- und Handballsektion geschaffen wurde, erfolgte im Jänner desselben Jahres die Umbenennung in Grazer Sportklub „Sturm“. Heute besteht nur mehr der ursprüngliche Fußballverein samt Amateurmannschaft und Jugend, der sich seit den 1950er-Jahren SK Sturm Graz nennt und meist nur mehr unter diesem Namen bekannt ist.

Größte Erfolge des Vereins sind der Gewinn der österreichischen Fußballmeisterschaft in den Saisonen 1997/98, 1998/99, 2010/11, 2023/24 und 2024/25. Internationale Bekanntheit erlangte der Klub vor allem durch die Teilnahmen an den Champions-League-Saisonen 1998/99, 1999/2000 und 2000/01. In der Saison 2000/01 gelang sensationell der Gruppensieg in Gruppe D mit 10 Punkten (vor Galatasaray Istanbul (9 Punkte), Glasgow Rangers (8 Punkte) und AS Monaco (7 Punkte)). Erst in der Saison 2021/22 gelang es einem anderen österreichischen Team (FC Red Bull Salzburg) eine Champions League-Gruppenphase zu überstehen, ein Gruppensieg in der Königsklasse glückte jedoch bis zur Einführung des Systems der Ligaphase mit der Saison 2024/25 keinem anderen Verein aus Österreich.

Der Profispielbetrieb ist in die SK Sturm Sportbetriebe GmbH ausgegliedert, deren einzige Gesellschafterin die SK Sturm sales & communication GmbH ist, die wiederum eine hundertprozentige Tochter der vereinseigenen SK Sturm Wirtschaftsbetriebe GmbH ist.Siehe die , die SK Sturm sales & communication GmbH und die SK Sturm Wirtschaftsbetriebe GmbH auf firmenabc.at, abgerufen am 23. März 2017.

Geschichte 1909–1918 – Anfangsjahre Saisonergebnisse 1912/13 & 1913/14 SaisonLigaPlatzTorePunkte 1912/13 Meisterschaft des DAFV 1) 1. 22:4 15 1913/14 Meisterschaft des DAFV 1) 1. 2) 2) 1) Meisterschaft des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandesder zweitklassigen Amateurvereine.2) Keine Daten vorhanden

Der SK Sturm Graz wurde am 1. Mai 1909 im Gasthaus Schafzahl in der Grazer Pestalozzistraße als Grazer Fußballclub Sturm in unmittelbarer Nähe des Augartens gegründet. Der Legende nach soll jener Sturm, der am Gründungstag in Graz geherrscht haben soll, bei der Namensfindung des neuen Klubs Pate gestanden haben. Wahrscheinlich wurde der Name jedoch in Anlehnung an den damals renommierten tschechischen Klub DBC Sturm Prag gewählt, der am 18. und 19. April 1909 in Graz zu Gast war.

Gründer des Grazer Fußballclubs „Sturm“ Oberlehrer Probst Fritz Longin Karl Assmann Hans Schönbacher Franz Schönbacher Leopold Schönbacher Gabriel Schönbacher Karl Schönbacher Haar Fritz Weigl Franz Ott Richard Ott Hugo Weiß Fritz Klima Richard Sartory Franz Falland Fritz Sotana Albert Kämmerer Hans Kämmerer Rudolf Egger Fritz Friedrich Edy Pasch Arnold Schmidt Anton Smolnik Anton Weixl

Anfangs war Sturm eine kleine Gemeinschaft von Schülern zwischen 16 und 18 Jahren. Der damalige Gymnasiast und allererste „Präsident“ des SK Sturm, Karl Assmann, erinnerte sich 1934 in einer Festzeitschrift an den Gründungstag:

mini|links|Der Grazer Augarten im Dezember 2008

Mit dem Einstieg von Arnold Schmidt, der bis dorthin Obmann der Grazer Sportvereinigung (GSV) war, kam erstmals ein Vereinsgeist auf, der, so Karl Assmann, aus jungen Sturm-Mannschaft den Grazer Fußballclub „Sturm“ schuf. Jene Versammlung, in der der Beitritt zum Deutsch-Alpenländischen Fußballverband, der Vorgänger des heutigen Steirischen Fußballverbandes, sowie die statutengerechte Vereinsgründung vorgenommen wurde, fand am 31. März 1912 auf Schmidts Initiative statt. Erster offizieller Obmann wurde Ing. Longin, erster Kapitän Franz Schönbacher, Arnold Schmidt wurde 1. Schriftführer, und der zu diesem Zeitpunkt studierende Assmann übernahm das Amt des 2. Schriftführers. Durch den Obmann der GSV konnte der Klub an Sonn- und Wochentagen auf dessen Platz trainieren, da noch kein eigener Sportplatz existierte.

Am 14. November 1909 fand bereits das erste, medial beachtete Spiel von Sturm statt, von dem tags darauf das Grazer Tagblatt von einer „überraschenden jungen Sturmmannschaft“ berichtete. Gegner war ein aus der zweiten und dritten Mannschaft kombiniertes GSV-Team; das Spiel endete mit einem 3:3-Unentschieden. Am 28. November 1909 verlor Sturm gegen GSV II mit 2:10.

Ab 1910 war der Platz der Sportvereinigung in der Fröhlichgasse die ständige Spielstätte von Sturm. Das erste Spiel gegen einen Nicht-Grazer Verein fand am Platz des 1902 gegründeten Grazer AK (GAK) in der Körösistraße statt. Gegner war Concordia Agram aus Zagreb, das damals noch Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war. Das hart umkämpfte Spiel gewann Sturm mit 2:1. Zahlreiche Partien, so gegen den GAK, Rapid Graz, den Klagenfurter AC oder Germania Graz, folgten.

mini|links|Erstes Logo des Vereins: Die Sturm-Fahne:An leicht nach links geneigter Fahnenstange mit einer Leine gehisst rechts die vom Wind gewellte Fahne. Sie ist rechteckig und horizontal etwas länger als hoch. Horizontal verlaufen je vier schwarze und weiße Streifen, oben Beginn mit Schwarz. Links oben ein weißes quadratisches Feld mit den zwei aufrechten Buchstaben „ST“, das kleinere „T“ überkreuzend über das „S“ gelegt.

1912/13 fand die erste (Amateur-)Meisterschaft des Deutsch-Alpenländischen Fußballverbandes statt. Die Teilnehmer waren Rapid Graz, Sturm Graz, die Grazer SV, die Amateure Graz sowie der Deutsche SK. Sturm gewann diese Meisterschaft mit drei Punkten Vorsprung vor Rapid Graz. Auch in der Saison 1913/14 konnte Sturm diese Meisterschaft gewinnen.

1914, kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, konnte die junge Sturm-Mannschaft gegen den GAK ein 0:0 erzielen und wurde mit der Zuerkennung der Erstklassigkeit belohnt. Der Österreichische Fußball-Verband (ÖFV) [heute der Österreichische Fußballbund (ÖFB)] forderte jedoch ein Spiel gegen einen Wiener Profi-Verein, damit die Erstklassigkeit offizielle Gültigkeit bekommen kann. Der Ausbruch des Krieges verhinderte die Austragung dieses Spiels, sodass Sturm zweitklassig blieb. Zahlreiche Sturm-Spieler mussten 1914 in den Krieg ziehen und fielen. Die Grazer waren dennoch einer der wenigen Vereine, die während des Krieges den Spielbetrieb aufrechterhalten konnten. Mitgründer Arthur Longin, der nicht im Kriegseinsatz war, organisierte mit zahlreichen anderen die Spiele.

Die Grazer SV zerbrach rasch nach Kriegsbeginn, Spieler der Sportvereinigung wechselten daraufhin zu Sturm. Jedoch fehlte dem SK Sturm bald eine Spielstätte, da der GSV-Platz kriegsbedingt unbespielbar wurde.Wir sind Sturm!, 1909–1918: S. 16–23.Hier regiert der SK Sturm, S. 112–113.

1919–1924 – Erste Heimstätte, Erstklassigkeit und Erfolg Saisonergebnisse 1920/21–1923/24 SaisonLigaPlatzTorePunkteTitel 1920/21 Steirische Liga 1. 15:3 8 (StAM) 1921/22 Steirische Liga 2. 23:5 10 1922/23 Steirische Liga 1. 45:5 16 (StAM) 1923/24 Steirische Liga 2. 86:12 28 (StAM): Steirischer Amateurmeister

Kurz nach Kriegsende, zu Weihnachten 1918, sammelten sich die Schwarz-Weißen bereits im Sportcafé Berghaus an der Grazer Radetzkybrücke. 1919 hatte der damalige Sturm-Spieler Michael Höller jr. die Idee, jene Wiese an der Ecke Jakominigürtel/Klosterwiesgasse, die sein Vater von der Stadt Graz gepachtet hatte, als neuen Sturm-Platz zu nutzen. Er führte zusammen mit Anton Berghaus, Karl Schönbacher und Rudolf Jäger die Verhandlungen mit seinem Vater; schließlich stimmte Michael Höller sen. zu. Die Adaptierung zum Sportplatz wurde sofort mit finanzieller Unterstützung vom Österreichischen Fußball-Verband und vom Staatsamt für soziale Gesundheit in Angriff genommen. Der eigene Sturm-Platz, später besser bekannt als Gruabn, war geboren. Karl Assmann erinnerte sich an diese Zeit:

Am 20. April 1919 war mit Hakoah erstmals ein Wiener Verein zu Gast bei Sturm. Sturm verlor knapp mit 2:3, was zu damaligen Zeiten fast wie ein Sieg galt, da sich das Profifußballgeschehen zur damaligen Zeit in Wien abspielte. Tags darauf konnte die junge, ambitionierte Sturm-Elf die Wiener mit 1:0 besiegen. Am 20. Juli 1919 erklärte der Deutsch-Alpenländische Fußballverband Sturm endgültig im Frühjahr 1919 für erstklassig, der wahre Profibetrieb spielte sich jedoch im Wiener Fußballgeschehen ab.

Am 15. Februar 1920 fand die Jahreshauptversammlung in der Schwechater Bierhalle in der Grazer Herrengasse statt. Da neben der Fußballsektion mit der Kampfmannschaft, Reserve, Jugend und Schülern eine Handball- und Leichtathletiksektion (inklusive einer Frauenhandballgruppe) gegründet wurde, nannte sich der Verein von nun an Grazer Sportklub „Sturm“.

In der Saison 1920/21 wurde die erste reguläre Steirische Fußballmeisterschaft ausgetragen. Die Teilnehmer waren der GAK, Sturm und der Arbeiter Athletik Club (AAC). Die zweite Liga bestand aus den Amateuren, Hakoah Graz, Rapid Graz, Gösting und der GSV. Nach einem 1:0-Erfolg über den GAK stand Sturm als erster offizieller Steirischer Meister fest. 1921/22 konnte Sturm den GAK mit 3:2 besiegen, gegen SC Wacker Wien (2:2), den Wiener Associationfootball-Club (WAF) (1:1) und Germania Wien (2:0) blieb Sturm ebenfalls ungeschlagen. Im entscheidenden Spiel gegen den GAK im Frühjahr 1922 unterlagen die Schwarz-Weißen mit 0:2. Der GAK wurde Steirischer Meister, Sturm wurde Zweiter.

In der Saison 1922/23 gewann Sturm gleich vier Derbys gegen den GAK und wurde schließlich wieder Steirischer Meister. Eine bis heute anhaltende Rivalität entwickelte sich mit ebendiesem sieben Jahre älteren GAK, der, anders als Sturm, als „Nobelverein“ galt, was die Anreise zum Spiel gegen Sturm 1921 mit Fiakern beweisen sollte. Am 6. Juli 1923 gastierte der Wiener und österreichische Fußballmeister SK Rapid bei Sturm und überreichte dabei den Wimpel Dem steirischen Meister Sturm Graz in alter Freundschaft, Sportklub Rapid Wien. Sturm unterlag in diesem Spiel mit 1:3. Anfang 1923 wurde der ehemalige Nationalspieler Josef Haist als erster hauptamtlicher Trainer der Vereinsgeschichte engagiert.