Death Row Records (auch bekannt als Tha Row Records) ist ein Musiklabel, das von Suge Knight, Dr. Dre, The D.O.C. und Dick Griffey gegründet wurde. Es war einst das Zuhause der Rapper Dr. Dre, Snoop Doggy Dogg, Left-Eye und Tupac Shakur und gilt als das dominierende Label der G-Funk-Ära, das den Hip-Hop der 1990er Jahre maßgeblich geprägt hat. Death Row hat weltweit über 50 Millionen Tonträger verkauft und einen Umsatz von über 750 Millionen Dollar verbucht.

Im Jahr 2022 erwarb Snoop Dogg das Unternehmen, um das Label wieder zu reaktivieren.

Geschichte Death Row Records (seit 2001 auch bekannt als Tha Row Records) wurde von dem ehemaligen Footballspieler Marion „Suge“ Knight und Dr. Dre (André Young) im Jahre 1991 gegründet. Als erste Death Row-Veröffentlichung erschien ein Jahr später das Album The Chronic des ehemaligen N.W.A-Mitglieds Dr. Dre. Auf dem Album, das sich über vier Millionen Mal verkaufte, debütierten unter anderem heutige Hip-Hop-Größen wie Daz Dillinger, Kurupt und Snoop Dogg. Mit diesem Album hatte Death Row sich sofort einen Namen als innovatives und erfolgreiches Hip-Hop-Label gemacht. Es folgte das kommerziell noch erfolgreichere Debüt-Album von Snoop Dogg mit dem Titel Doggystyle, welches sich ca. 4 Millionen Mal verkaufte und damit vierfach Platin erhielt.

Death Row baute sich einen Roster mit vielen heutzutage großen Namen in der Szene auf. Kurupt und Daz Dillinger brachten als Tha Dogg Pound das Album Dogg Food heraus. Im Vergleich zu den Death-Row-Vorgängern fiel es kommerziell gesehen eher schlecht aus.

1995 unterschrieb dann Tupac Shakur, der zu dem Zeitpunkt wegen sexueller Belästigung im Gefängnis saß, einen Vertrag bei Death Row für ein „normales“ und ein Doppelalbum. Im Gegenzug bezahlte Suge Knight die Kaution von 1,4 Mio. Dollar. 1996 veröffentlichte er dann mit All Eyez on Me das erste Doppelalbum der Hip-Hop-Geschichte. Mit ca. 10 Millionen verkauften Einheiten ist es das meistverkaufte Album von Death Row Records.

1996 verließ Dr. Dre Death Row, um sein eigenes Label Aftermath Entertainment zu gründen. Nach dem Tod von Tupac am 13. September 1996 verließen weitere Künstler das Label. Snoop Dogg veröffentlichte noch ein weiteres Album mit dem Titel Tha Doggfather, das er dem kurz zuvor verstorbenen Rapper Tupac Shakur widmete. Das Album fiel eher enttäuschend aus; Snoop Dogg verließ ebenfalls das Label und unterschrieb bei dem Label No Limit Records von Master P.

Die Künstler, die bei Death Row blieben, warfen den anderen Feigheit und Untreue vor, was sie in Liedern wie Easy to be a Soldier, When There Ain’t No War oder auch Fuck Dre deutlich zum Ausdruck brachten. In der Zwischenzeit wurde Daz Dillinger zum Death Row Vize-Präsidenten. Aber auch er wollte nicht länger bei Death Row bleiben. Nachdem er 1998 sein Solo-Debüt Retaliation, Revenge & Get Back veröffentlichte, verließ er Ende 1999 das Label und gründete das Independent-Label DPG Recordz, welches anfangs als Sub-Label von Death Row gedacht war. 2000 veröffentlichte er das Album R.A.W, das zu Großteilen noch aus Material aus Death-Row-Zeiten stammt. Kurupt, der das Label bereits 1998 verlassen hatte, aber noch gute Kontakte zu seinem Partner Daz und Suge Knight pflegte, kehrte 2002 wieder zu Death Row zurück, um dort die Stelle des Vize-Präsidenten zu übernehmen, was Daz und Kurupt zu erbitterten Feinden werden ließ. Mittlerweile sind die Differenzen aber beiseitegelegt, nachdem sich beide 2005 zufällig über den Weg liefen und miteinander redeten.

Nach Suge Knights Freilassung wurde das Label 2001 in Tha Row Record umbenannt. Mit neuen Künstlern (Crooked I, Tha Realest, Eastwood, Kurupt) versuchte Tha Row den Wiederaufstieg. Crooked I, der sich auf diversen Mixtapes und den hauseigenen Death Row-Compilations einen Namen machte, konnte bis zum Schluss nie sein angekündigtes Album veröffentlichen. Lediglich Kurupt veröffentlichte 2005 noch sein Album Against Tha Grain, verließ kurz darauf aber auch wieder das Label.

Insgesamt verkaufte Death Row über 50 Millionen Alben.

Im März 2005 wurde Suge Knight zu einer Zahlung von 106 Millionen Dollar an Lydia Harris aufgefordert. Diese behauptete, dass ihr Ehemann, der inhaftierte Drogenkönig Michael „Harry-O“ Harris, 1,5 Millionen Dollar zur Gründung des Labels beigesteuert hatte und dafür im Gegenzug einen Anteil von 50 Prozent des Labels erhalten sollte. Am 4. April 2006 leitete der Chef des Labels Death Row in Los Angeles für sich selbst wie für sein Musiklabel ein Konkursverfahren ein.

Nach der Insolvenz 2006 wurde das Label drei Jahre später für 18 Millionen Dollar von WIDEawake Entertainment ersteigert.Chris Gardner: Snoop Dogg Acquires Death Row Records, Label That Launched His Career. In: hollywoodreporter.com vom 9. Februar 2022. Es wechselte in den nächsten Jahren mehrfach die Besitzer und wurde schließlich von der MNRK Music Group erworben, die von einem von Blackstone verwalteten Private-Equity-Fonds kontrolliert wurde.

Im Februar 2022 erwarb Snoop Dogg das Unternehmen von MNRK und Blackstone. Die Bedingungen des Kaufvertrags wurden nicht bekannt gegeben. Die erste Veröffentlichung nach dem Neustart war BODR (Bacc On Death Row) von Snoop Dogg, welches das 30. Jubiläum der ersten Veröffentlichung von Death Row Records, The Chronic von Dr. Dre im Jahr 1992, markierte.

Verwicklung in Gang-Aktivitäten Unter der Leitung von Suge Knight war Death Row Records kein gewöhnliches Musikunternehmen. Knight war Mitglied von Mob Piru, einem Ableger der Bloods, einer der größten Straßengangs der Vereinigten Staaten. Er verschaffte verschiedenen Bloods-Mitgliedern Jobs bei Death Row, meist als Sicherheitspersonal. Die angeheuerten Bloods waren aber auch im Auftrag von Knight am Drogenhandel sowie an Körperverletzungen und Morden beteiligt.

Am 7. September 1996 wurde Tupac Shakur bei einem Drive-by-Shooting tödlich verletzt. Unmittelbar zuvor hatte sich der Rapper, der nach seiner Unterschrift bei Death Row auch Mitglied von Mob Piru geworden war, mit Orlando Anderson geprügelt. Anderson war Mitglied der Crips, die seit den 1970ern mit den Bloods verfeindet sind. Obwohl der Mord an Tupac Shakur bis heute nicht aufgeklärt wurde, mutmaßen viele, dass es sich um einen Racheakt der Crips als Reaktion auf die Schlägerei handelte.

Nur ca. sechs Monate nach der Ermordung Shakurs wurde The Notorious B.I.G., der zu diesem Zeitpunkt erfolgreichste Rapper der Ostküste, erschossen. Der Polizist Greg Kating, der an den Ermittlungen zum Mord an The Notorious B.I.G. beteiligt gewesen war, veröffentlichte im Jahr 2011 ein Buch, in dem er behauptete, dass Suge Knight den Mord beauftragt habe. Demnach sei Knight der Überzeugung gewesen, dass Sean Combs, CEO von Bad Boy Records, hinter dem Tod von Shakur stecke und mit diesem Death Row Records im Konflikt zwischen East-Coast- und West-Coast-Rappern entscheidend habe schwächen wollen. Verschiedene Angehörige von The Notorious B.I.G. und Russell Poole, der ebenfalls an den Ermittlungen zum Mordfall beteiligt war, gehen jedoch davon aus, dass der Mord zusätzlich vom Los Angeles Police Department (LAPD) unterstützt wurde. Einige Beamte des LAPD sollen für Suge Knight gearbeitet haben und Mitglieder der Bloods gewesen sein. Auch der Mord an The Notorious B.I.G. bleibt bis heute offiziell ungelöst.

Ab 1997 wurden bis in die Anfänge der 2000er hinein verschiedene Mob-Piru-Mitglieder erschossen. Es wird vermutet, dass diese Morde das Werk anderer Gangs sind, die sich bei Suge Knight für dessen Machenschaften in den Jahren zuvor rächen und diesem zu verstehen geben wollten, dass sie auch ihn töten wollen. Allerdings lebt Knight noch. Er verbüßt seit 2018 eine 28-jährige Haftstrafe, weil er 2015 zwei Männer mit einem Pick-up überfuhr, von denen einer starb.

Aktuelle Interpreten NameUnter Vertrag seitAnzahl der Veröffentlichungen bei Death Row RecordsSnoop Dogg2022 (Besitzer des Labels; zuvor bereits 1991–1998)4Merkules2022–Jane Handcock20221October London20222Julian Torres2023–Dame Debiase2023–D Smoke2023–Kurupt2024 (zuvor bereits 1992–1998)1Tha Dogg Pound2023 (zuvor bereits 1992–1998)2Danny Boy2024 (zuvor bereits 1994–1999 und 2002–2005)1Snoopy Badazz20221Mase2022–Charlie Bereal2024–

Ehemalige Death-Row-Interpreten

Veröffentlichungen ohne Box-Sets und DVDs

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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