Die Verbandsgemeinde Maikammer ist eine Gebietskörperschaft im Landkreis Südliche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Der Verbandsgemeinde gehören die drei eigenständigen Ortsgemeinden Kirrweiler, Maikammer und Sankt Martin an.

Verbandsangehörige Gemeinden Ortsgemeinde Fläche (km²) Einwohner Kirrweiler 14,85 Maikammer 13,68 Sankt Martin 11,20 Verbandsgemeinde Maikammer 39,73 (Einwohner am )

Geschichte Die Verbandsgemeinde Maikammer wurde im Rahmen der in den 1960er Jahren begonnenen rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform auf der Grundlage des „Dreizehnten Landesgesetzes über die Verwaltungsvereinfachung im Lande Rheinland-Pfalz“ vom 1. März 1972, in Kraft getreten am 22. April 1972, neu gebildet.

Die Landesregierung erließ am 28. September 2010 das „Erste Gesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform“ um die Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Verwaltungskraft der kommunalen Strukturen zu verbessern. In dem Gesetz wurde u. a. festgelegt, dass Verbandsgemeinden mindestens 12.000 Einwohner (Hauptwohnung am 30. Juni 2009) umfassen sollen.Erstes Landesgesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform vom 28. September 2010 (PDF; 685 kB) In der Verbandsgemeinde Maikammer waren am Stichtag 7.966 Einwohner gemeldet.rlpDirekt Innerhalb der befristeten sogenannten Freiwilligkeitsphase (bis zum 30. Juni 2012) kam ein freiwilliger Zusammenschluss der Verbandsgemeinde Maikammer mit einer benachbarten Gebietskörperschaft nicht zustande.

Per Landesgesetz wurde am 20. Dezember 2013 verfügt, dass die Verbandsgemeinde Maikammer am 1. Juli 2014 in die Verbandsgemeinde Edenkoben eingegliedert wurde.Landesgesetz über die Eingliederung der Verbandsgemeinde Maikammer in die Verbandsgemeinde Edenkoben vom 20. Dezember 2013. Abgerufen am 26. April 2015. Die Verbandsgemeinde Maikammer reichte daraufhin beim rheinland-pfälzischen Verfassungsgerichtshof eine Normenkontrollklage ein. Mit Urteil vom 8. Juni 2015 wurde das Gesetz vom 20. Dezember 2013 für verfassungswidrig und daher für nichtig erklärt, sodass die Verbandsgemeinde Maikammer in ihrer ursprünglichen Form wiederhergestellt wurde., abgerufen am 14. Juni 2015 Die rechtswidrige Zwangsfusion kostet den Steuerzahler 300.000 Euro.

Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl bezogen auf das heutige Gebiet der Verbandsgemeinde Maikammer; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 5.178 1835 5.420 1871 4.946 1905 6.369 1939 6.737 1950 7.543 Jahr Einwohner 1961 7.244 1970 7.108 1987 6.992 1997 7.949 2005 8.078

Politik Verbandsgemeinderat Der Verbandsgemeinderat Maikammer besteht aus 24 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der hauptamtlichen Bürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Verbandsgemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne BL FWG BFM Gesamt 2024 4 10 2 4 3 1 24 Sitze 2019 4 13 – 5 – 2 24 SitzeWahlband Kommunalwahlen 2019 Verbandsgemeindeebene auf wahlen.rlp.de 2016 4 13 – 4 2 1 24 Sitze 2009 5 13 – 3 3 – 24 Sitze 2004 5 13 – 3 3 – 24 Sitze BL = Bürgerliste e. V. FWG = Freie Wählergruppe der Verbandsgemeinde Maikammer e. V. BFM = Bürgerforum Maikammer e. V.

Im Rahmen der allgemeinen Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurde kein neuer Verbandsgemeinderat gewählt, da zum 1. Juli 2014 die Verbandsgemeinde aufgelöst bzw. in die Verbandsgemeinde Edenkoben integriert werden sollte. Aufgrund der Aufhebung der Zwangsfusion durch den Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz blieb der im Jahr 2009 gewählte Verbandsgemeinderat vorerst wieder im Amt. Eine Neuwahl des Verbandsgemeinderates wurde zum 31. Januar 2016 durchgeführt. 2019 folgte dann zum regulären Wahltermin ein erneuter Urnengang.

Bürgermeister Bürgermeisterin ist seit dem 1. Januar 2018 Gabriele Flach (CDU). Bei der Direktwahl am 24. September 2017 wurde sie mit einem Stimmenanteil von 79,8 % gewählt. Bei der Direktwahl am 6. April 2025 wurde sie bei einem Mitbewerber mit 80,5 % der Stimmen für weitere acht Jahre wiedergewählt.

Flach ist Nachfolgerin von Karl Schäfer (CDU), der das Amt 34 Jahre lang innehatte.

Wappen Die Wappenbeschreibung lautet: „In von Silber und Blau achtfach geteiltem Schildbord in Silber ein blauer Pfahl, belegt mit einem silbernen Gemarkungszeichen in Form eines aufsteigenden Pfeils, dessen Schaft kreuzförmig endet, rechts ein blaues Kreuz, dessen Schaft oben hakenförmig linkshin umgebogen ist und links ein blaues Hufeisen mit abwärtsgekehrten Stollen.“

Das Wappen wurde 1977 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und enthält Elemente der Wappen der drei Ortsgemeinden.Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3

Wirtschaft und Infrastruktur Der Weinbau und die weinverarbeitenden Betriebe sind die dominierende wirtschaftliche Kraft in den verbandsangehörigen Gemeinden. Die Rebanbaufläche erstreckt sich am Haardtrand auf einer Breite von etwa 8 km bis in die Rheinebene. Der Dienstleistungssektor ist aufgrund der fremdenverkehrlichen Entwicklung vor allem in den Gemeinden St. Martin und Maikammer sehr ausgeprägt. Arbeitsstätten sind dort hauptsächlich die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie die Einrichtungen des Handels. Im produzierenden Gewerbe dominiert der Automobilzulieferer Tenneco – früher Gillet – mit etwa 1200 Beschäftigten, die teilweise auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde liegt. Ansonsten sind überwiegend Gewerbebetriebe mit ortsgebundener Struktur beziehungsweiseagrargewerblicher und baugewerblicher Ausprägung vorhanden, beispielsweise Weinkellereien, Kfz-Werkstätten, Baufirmen und sonstige Handwerksbetriebe und Versorgungsbetriebe.

Die Ortsgemeinde St. Martin ist anerkannter Luftkurort und die Ortsgemeinde Maikammer anerkannter Erholungsort.

Weblinks

Verbandsgemeinde Maikammer

Einzelnachweise

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