mini|Guido Reimer (* 31. Juli 1901 in Ronsperg; † ?) war als SS-Obersturmführer Kommandeur des SS-Sturmbanns im Konzentrationslager Buchenwald. Im Dachauer Buchenwald-Prozess wurde er zum Tode verurteilt (später in lebenslange Haft umgewandelt). Das Personal im KZ Mittelbau-Dora arbeitete zur Zeit des Nationalsozialismus im KZ Mittelbau-Dora. Die personelle Aufteilung war für die Konzentrationslager einheitlich vorgegeben durch die Inspektion der Konzentrationslager (IKL). Im KZ Mittelbau-Dora gab es sechs Abteilungen, die unterschiedliche lagerbezogene Aufgaben wahrnahmen. Die Struktur der Konzentrationslager im Aufbau der Abteilungen richtete sich jedoch nach der Größe der KZ. Somit besaßen nicht alle Konzentrationslager diese für das KZ Mittelbau-Dora aufgelistete Zusammenstellung der Abteilungen.
Umfang und Zusammensetzung des Lagerpersonals Das Lagerpersonal umfasste im Juni 1944 1000 Personen. Nachdem das KZ Mittelbau im Oktober 1944 eigenständiges Konzentrationslager wurde, waren mit Gründung des SS-Totenkopfsturmbanns Mittelbau ab Ende 1944 dort etwa 3300 SS-Männer im Einsatz. Nach der Evakuierung des KZ Auschwitz kamen weitere SS-Männer ins KZ Mittelbau, was zu einem Anstieg des Lagerpersonals führte.Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945, Göttingen, 2007, S. 103f Über die Hälfte der Wachmannschaften waren ursprünglich Angehörige der Luftwaffe und wurden erst am 1. September 1944, einige Wochen vor der Gründung des SS-Totenkopfsturmbanns zur Waffen-SS überstellt.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 329f In den Wachmannschaften waren zudem sogenannte Volksdeutsche hauptsächlich aus Jugoslawien eingesetzt. Das folgend aufgeführte Personal der sechs Standortabteilungen umfasste nur etwa 15 % der Gesamtstärke des Lagerpersonals.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 290
Abteilung I: Kommandantur Die Kommandantur war die oberste Instanz; der Lagerkommandant war Befehlshaber des gesamten SS-Personals. Zur Unterstützung der Lagerkommandanten fungierten die Adjutanten.
Lagerkommandanten
LagerkommandantZeitpunktOtto FörschnerSeptember 1943 bis 1. Februar 1945Richard Baer1. Februar 1945 bis April 1945
Adjutanten
AdjutantenZeitpunktHans Joachim RitzSeptember 1943 bis April 1944Heinrich DetmersDezember 1943 bis November 1944Kurt HeinrichNovember 1944 bis Februar 1945Karl HöckerFebruar 1945 bis April 1945
Abteilung II: Politische Abteilung (Lager-Gestapo) Die Aufgaben der Politischen Abteilung umfassten im Wesentlichen die Bekämpfung der Lagerwiderstandsbewegung, die Verhinderung von Fluchten und Kontakten zur Außenwelt, das Anfertigen und Verwalten von Häftlingskarteien sowie die Korrespondenz mit der Gestapo, Kriminalpolizei und dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA).
Leitung der Politischen Abteilung
NameZeitpunktKriminalobersekretär Hans HuweJuli 1944 bis Januar 1945Kriminalsekretär Karl HerschelmannKarl Herschelmann – NordhausenWiki, abgerufen am 29. Januar 2022.Januar 1945 bis Februar 1945Kriminalsekretär KreseFebruar 1945Hans SchurzMärz 1945 bis April 1945
Weiteres Personal der Politischen Abteilung des KZ Mittelbau-Dora: Wilhelm Boger, Pery Broad
Abteilung III: Schutzhaftlagerführung Der Leiter der Schutzhaftlagerführung war gleichzeitig Stellvertreter des Kommandanten. Er führte in der Regel den amtlichen Schriftverkehr mit über- und untergeordneten Dienststellen. Ihm unterstanden Rapportführer, Blockführer und Kommandoführer. Sie bewachten innerhalb des Lagers und in den Außenkommandos und -lagern die Zwangsarbeiten. Sie hatten Befehlsgewalt über Funktionshäftlinge und Häftlinge.
NameFunktionZeitraumHeinrich ForsterSchutzhaftlagerführerJanuar 1944 bis Juli 1944Hans MöserSchutzhaftlagerführerJuli 1944 bis Januar 1945Franz HößlerSchutzhaftlagerführerFebruar 1945 bis April 1945Erhard BraunyRapportführerAugust 1943 bis November 1944Otto BrinkmannII. RapportführerOktober 1941 bis Mitte 1943Kurt BrummII. RapportführerOktober 1944 bis April 1945Josef KestelRapportführer?
Weiteres Personal der Abteilung Schutzhaftlagerführung im KZ Mittelbau-Dora: Xaver Stärfel, Wilhelm Dörr
Abteilung III/E: Arbeitseinsatz Die Abteilung Arbeitseinsatz wurde durch den Arbeitseinsatzführer geleitet. Der Arbeitsdienstführer, direkt dem SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt unterstellt, war für die Einteilung der Häftlingskommandos sowie auch deren Abordnung zu zivilen Firmen zuständig.
NameZeitpunktAlois KurzAugust 1943 bis Dezember 1944RehnJanuar 1945Wilhelm SimonOktober 1943 bis März 1945Max SellFebruar 1945 bis April 1945
Abteilung IV: Verwaltung (SS-Standortverwaltung) An der Spitze stand der SS-Verwaltungsführer. Abteilung IV regelte die Versorgung mit Kleidung und Lebensmitteln. Das beschlagnahmte Eigentum der Häftlinge wurde hier verwaltet.
NameZeitraumWestphal? – September 1944Otto BrenneisSeptember 1944 bis April 1945
Abteilung V: Sanitätswesen (Standortarzt) Zur Abteilung V (Sanitätswesen) gehörten die KZ-Ärzte und SS-Sanitätsdienstgrade des Krankenreviers. Der Lager- und SS-Standortarzt stellte nach der Ermordung von Häftlingen nachträglich Totenscheine mit natürlicher Todesursache aus.
Standortarzt
NameZeitraumDr. Karl KahrJanuar 1944 bis Januar 1945Dr. Eduard WirthsFebruar 1945 bis April 1945
Weiteres Personal der Abteilung Sanitätswesen im KZ Mittelbau-Dora:
Lagerärzte: Heinrich Plaza, Alfred Kurzke, Wilhelm Michaelsen, Heinrich Rindfleisch, Alois Gaberle Zahnärzte: Alfred Kaiser, Palfner
Abteilung VI: Kulturabteilung Die Kulturabteilung war für die Truppenbetreuung zuständig. Schulungsabende und Filmvorführungen sollten die Weltanschauung des Lagerpersonals prägen.
NameZeitraumKurt KnittelFebruar 1945 bis April 1945
Wachkompanie KZ Mittelbau-Dora Die Truppe bildete die eigentliche Wachmannschaft des KZ. Die Wachkompanie war für die Außensicherung des KZ verantwortlich, wurde teils auch im inneren KZ-Bereich eingesetzt.
Kommandeur des SS-Totenkopfsturmbann Mittelbau
NameZeitraumJosef KollmerOktober 1943 bis Mai 1944StaupendahlSeptember 1944 bis Januar 1945Klein?
Literatur Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945. Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Wallstein, Göttingen 2007, ISBN 978-3-8353-0118-4. Jens Christian Wagner: Konzentrationslager Mittelbau-Dora. In: Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors – Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Band 7, Verlag C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-52967-2. Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Wallstein Verlag, Göttingen 2001, ISBN 3-89244-439-0. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-16048-0. Andrè Sellier: Zwangsarbeit im Raketentunnel – Geschichte des Lagers Dora, zu Klampen, Lüneburg 2000, ISBN 3-924245-95-9.
Einzelnachweise
Kz Mittelbau-Dora, Personal