Leichtathletik bei denXXIV. Olympischen Spielen zentriert|80px|Olympische Ringe 80px|Leichtathletik Informationen Datum: 23. September bis 2. Oktober Wettkampfort: Austragungsort: Olympiastadion Seoul Entscheidungen: Männer: 24/Frauen: 18Official Report : Games of the XXIVth Olympiad, Seoul 1988, Volume 2, Resultate Leichtathletik: S. 215–270, englisch/französisch (PDF, 49.580 KB), abgerufen am 12. Dezember 2021 ← Los Angeles 1984 Barcelona 1992 → 200x200px|Logo der Olympischen Spiele 1988 Olympische Spiele 1988Medaillenspiegel Leichtathletik Platz Mannschaft 16px|Goldmedaillen 16px|Silbermedaillen 16px|Bronzemedaillen Total 1 13 7 6 26 2 10 6 10 26 3 6 11 10 27 4 4 2 1 7 5 2 1 1 4 6 1 1 1 3 7 1 1 – 2 1 1 – 2 1 1 – 2 10 1 – 1 2 1 – 1 2 12 1 – – 1 13 – 6 2 8 14 – 2 – 2 15 – 1 3 4 16 – 1 1 2 17 – 1 – 1 18 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 – – 1 1 Bei den XXIV. Olympischen Spielen 1988 in Seoul fanden 42 Wettkämpfe – davon 24 für Männer und 18 für Frauen – in der Leichtathletik statt. Austragungsort war das Olympiastadion Seoul.
Teilnehmer Nach den beiden letzten von Boykotts geprägten Spielen in Moskau und Los Angeles blieb diesmal das Fehlen so vieler Nationen mit Topathleten aus. Auch in Seoul gab es zwar wie fast schon üblich politisch motiviertes Fernbleiben zahlreicher Nationen. Dies hatte jedoch nicht die entscheidende Bedeutung wie 1980 und 1984. Hintergrund für die neuerlichen Probleme war das Gezerre um die Mitausrichtung der Spiele durch Nordkorea. So fehlten letztendlich folgende Länder: Nordkorea, Kuba, Nicaragua, Äthiopien, Albanien, die Seychellen und Madagaskar.
Zum letzten Mal gab es bei Olympischen Spielen zwei getrennte deutsche Teams und die Sowjetunion trat letztmals unter dieser Nationenbezeichnung bei Olympischen Spielen an. Bei den Spielen 1992 sollte es noch einmal eine gemeinsame sowjetische Mannschaft geben, die als Gemeinschaft Unabhängiger Staaten an den Start ging. Anschließend sollte die Zeit der UdSSR bzw. GUS endgültig zu Ende sein. All dies wusste jedoch zum Zeitpunkt der Spiele von Seoul noch niemand.
Stadion mini|hochkant=1.9| Das Olympiastadion wurde für die Austragung der olympischen Wettkämpfe neu erbaut. Nicht nur die Leichtathletikwettbewerbe, sondern auch die Eröffnungs- und Schlussfeier, das Fußballfinale und Springreiten fanden hier statt. Das Fassungsvermögen lag zum Zeitpunkt der Olympischen Spiele 1988 bei ca. 100.000 Zuschauern. Heute beträgt die Kapazität nur noch ca. 70.000 Zuschauer.Olympic Stadium olympics.com, 14. Juni 2020 (englisch), abgerufen 20. November 2021
Wettbewerbe Im Wettbewerbsangebot gab es eine Erweiterung für die Frauen und eine Veränderung im Speerwurf der Männer. Mit dem 10.000-Meter-Lauf kam eine zweite Bahnlangstrecke ins olympische Programm. Damit gab es für Frauen und Männer gleichermaßen zwei Bahnlangstrecken. Allerdings betrug die kürzere dieser beiden Strecken für die Frauen 3000, für die Männer 5000 Meter. Das sollte sich ab 1996 ändern. Bei den Frauendisziplinen standen noch weitere Ergänzungen für die Zukunft an. Im Bereich der Sprünge, Würfe und im Gehen sollte es später eine sukzessive Angleichung an den Wettkampfkatalog der Männer geben. Bei den Männern wurde am 1. April 1986 ein neues Speermodell vorgeschrieben. Die wichtigste Änderung lag in der Verlagerung des Schwerpunktes für das Gerät nach weiter vorne. Das hatte zwei Gründe. Die mit den früheren Speeren erzielten Weiten reichten inzwischen in Dimensionen, denen manche Sportanlage nicht mehr gewachsen war – Uwe Hohns Weltrekord lag seit 1984 bei 104,80 m. (englisch) Hauptgrund aber war der Auftreffwinkel des Speers auf dem Boden nach dem Wurf. Bei den früheren Geräten war dieser Winkel oft so flach, dass es einen kaum oder sogar gar nicht sichtbaren Abdruck gab und es für die Weitenmessung oft sehr schwierig wurde. Immer wieder gab es strittige Entscheidungen zur Frage der Gültigkeit bzw. Ungültigkeit eines Wurfes. Dieses Problem reduzierte sich durch die neuen Speere auf ein Minimum, denn der Auftreffwinkel wurde steiler und der Auftreffpunkt damit deutlich erkennbar. Ansonsten blieb das Männerangebot bis heute – Stand November 2021 – in derselben Form erhalten wie schon seit längerer Zeit praktiziert.
Doping Einer der spektakulärsten Dopingfälle der Sportgeschichte ereignete sich hier in Seoul im 100-Meter-Finale der Männer. Der Kanadier Ben Johnson wurde drei Tage nach seinem Sieg wegen Dopingvergehens disqualifiziert. Allerdings erscheint das gesamte Ergebnis dieses Rennens nun, nachdem mehrere Jahrzehnte vergangen sind, mit dem heutigen Wissen äußerst fragwürdig. Dieser 100-Meter-Lauf wurde mancherorts als „das schmutzigste Rennen aller Zeiten“9,79 – Das schmutzigste Rennen aller Zeiten, geo-television.de, abgerufen am 12. Dezember 2021. bezeichnet. Nicht nur Ben Johnson hatte erwiesenermaßen gegen die Dopingbestimmungen verstoßen. Auch dem bis heute offiziellen 100-Meter-Olympiasieger Carl Lewis waren vorher bei Tests in den USA drei verbotene Substanzen nachgewiesen worden. Der Sechste, Johnsons Landsmann Desai Williams, gestand später die Einnahme nicht erlaubter Mittel. Allen anderen Finalteilnehmern mit Ausnahme von Calvin Smith, USA, und dem Brasilianer Robson da Silva wurden in späteren Jahren Dopingvergehen nachgewiesen. Mit teilweise haarsträubenden Erklärungen und Ausflüchten versuchten die betroffenen Athleten sich herauszureden.Heute vor 25 Jahren: Das Rennen der Super-Doper. In: Focus Online. 24. September 2013 (focus.de), abgerufen am 12. Dezember 2021.
Eine gewisse Fragwürdigkeit stellt sich auch ein in Bezug auf die Supersprinterin dieser Spiele Florence Griffith-Joyner mit ihren unerreichten Zeiten über 100 und 200 Meter ein. Ihr wurde nie Dopingmissbrauch offiziell nachgewiesen. Allerdings gibt es gewisse Hinweise und Anzeichen, die zumindest zu Zweifeln führen. Dazu gehören ihre enorme Muskelmasse, ihre Leistungssprünge, die Aussage einer KrankenschwesterSchnell wie der Tod. In: Der Tagesspiegel. 23. September 1998 (tagesspiegel.de), abgerufen am 12. Dezember 2021. und die zahlreichen heute bekannten Vertuschungen von positiven Dopingbefunden dieser Jahre in den Vereinigten Staaten. So gibt es keinen unmittelbaren Beweis, aber eine Ungewissheit bleibt.Leichtathletik. Ein Hauch von Hollywood. In: Der Spiegel. H. 40/1998, 24. September 1998 (spiegel.de), abgerufen am 12. Dezember 2021.
Eine weitere Sportlerin der Superlative dieser Spiele war die Goldmedaillengewinnerin im Weitsprung und Siebenkampf Jackie Joyner-Kersee, USA. Auch für sie liegen keine offiziellen Nachweise wegen Dopingmissbrauchs vor, aber auch in diesem Fall gibt es ähnliche Zweifel wie im Fall Florence Griffith-Joyner.Joyner-Kersee Fights Steroid Rumors. In: The New York Times. 18. Oktober 1998 (englisch, nytimes.com), abgerufen am 12. Dezember 2021.
Sportliche Erfolge Das Leistungsniveau bei diesen Olympischen Spielen war wie so oft zu Zeiten solcher Höhepunkte für die Sportler ausgesprochen hoch. In fünf Disziplinen wurden sechs Weltrekorde aufgestellt. In weiteren 25 Disziplinen wurde der olympische Rekord 51 Mal eingestellt oder verbessert. Weltrekorde im Einzelnen: 100-Meter-Lauf, Männer: 9,92 s – Carl Lewis (USA), Finale bei einem Rückenwind von 1,1 m/s 4-mal-400-Meter-Staffel, Männer: 2:56,16 min (egalisiert) – USA (Danny Everett, Steve Lewis, Kevin Robinzine, Harry Reynolds), Finale 200-Meter-Lauf, Frauen: 21,56 s – Florence Griffith-Joyner (USA), Halbfinale bei einem Rückenwind von 1,7 m/s 200-Meter-Lauf, Frauen: 21,34 s – Florence Griffith-Joyner (USA), Finale bei einem Rückenwind von 1,3 m/s 4-mal-400-Meter-Staffel, Frauen: 3:15,17 min (egalisiert) – Sowjetunion (Tazzjana Ljadouskaja, Olga Nasarowa, Marija Pinigina, Olha Bryshina), Finale Siebenkampf, Frauen: 7291 P – Jackie Joyner-Kersee (USA), Finale Olympische Rekorde im Einzelnen: 200-Meter-Lauf, Männer: 19,75 s – Joe DeLoach (USA), Finale bei einem Rückenwind von 1,7 m/s 10.000-Meter-Lauf, Männer: 27:21,46 min – Brahim Boutayeb (Marokko), Finale 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 13,17 s – Roger Kingdom (USA), Viertelfinale bei einem Rückenwind von 0,6 m/s 110-Meter-Hürdenlauf, Männer: 12,98 s – Roger Kingdom (USA), Finale bei einem Rückenwind von 1,5 m/s 3000-Meter-Hindernislauf, Männer: 8:05,51 min – Julius Kariuki (Kenia), Finale 20-km-Gehen, Männer: 1:19:57 h – Jozef Pribilinec (Tschechoslowakei), Finale 50-km-Gehen, Männer: 3:38:29 h – Wjatscheslaw Iwanenko (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,36 m (egalisiert) – Hennadij Awdjejenko (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,36 m (egalisiert) – Hollis Conway (USA), Finale Hochsprung, Männer: 2,36 m (egalisiert) – Rudolf Powarnizyn (Sowjetunion), Finale Hochsprung, Männer: 2,36 m (egalisiert) – Patrik Sjöberg (Schweden), Finale Hochsprung, Männer: 2,38 m – Hennadij Awdjejenko (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,80 m – Grigori Jegorow (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,85 m – Rodion Gataullin (Sowjetunion), Finale Stabhochsprung, Männer: 5,90 m – Sergej Bubka (Sowjetunion), Finale Dreisprung, Männer: 17,61 m – Christo Markow (Bulgarien), Finale Kugelstoßen, Männer: 22,02 m – Ulf Timmermann (DDR), Finale Kugelstoßen, Männer: 22,16 m – Ulf Timmermann (DDR), Finale Kugelstoßen, Männer: 22,29 m – Ulf Timmermann (DDR), Finale Kugelstoßen, Männer: 22,47 m – Ulf Timmermann (DDR), Finale Diskuswurf, Männer: 66,82 m – Jürgen Schult (DDR), Finale Hammerwurf, Männer: 84,76 m – Sergei Litwinow (Sowjetunion), Finale Hammerwurf, Männer: 84,80 m – Sergei Litwinow (Sowjetunion), Finale Speerwurf, Männer: 76,76 m – Seppo Räty (Finnland), Qualifikation Speerwurf, Männer: 77,44 m – Kazuhiro Mizoguchi (Japan), Qualifikation Speerwurf, Männer: 78,66 m – Peter Borglund (Schweden), Qualifikation Speerwurf, Männer: 85,90 m – Jan Železný (Tschechoslowakei), Qualifikation 100-Meter-Lauf, Frauen: 10,88 s – Florence Griffith-Joyner (USA), Vorlauf bei einem Rückenwind von 1,0 m/s 100-Meter-Lauf, Frauen: 10,88 s (egalisiert) – Evelyn Ashford (USA), Viertelfinale bei einem Rückenwind von 1,8 m/s 100-Meter-Lauf, Frauen: 10,62 s – Florence Griffith-Joyner (USA), Viertelfinale bei einem Rückenwind von 1,0 m/s 200-Meter-Lauf, Frauen: 21,76 s – Florence Griffith-Joyner (USA), Finale bei einem Rückenwind von 0,7 m/s 400-Meter-Lauf, Frauen: 48,65 s – Olha Bryshina (Sowjetunion), Finale 1500-Meter-Lauf, Frauen: 3:53,96 min – Paula Ivan (Rumänien), Finale 3000-Meter-Lauf, Frauen: 8:26,53 min – Tetjana Samolenko (Sowjetunion), Finale 10.000-Meter-Lauf, Frauen: 31:44,69 min (erster OR) – Ingrid Kristiansen (Norwegen), Vorlauf 10.000-Meter-Lauf, Frauen: 31:05,21 min – Olga Bondarenko (Sowjetunion), Finale 100-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 12,47 s – Jordanka Donkowa (Bulgarien), Viertelfinale 100-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 12,38 s – Jordanka Donkowa (Bulgarien), Finale bei einem Rückenwind von 0,2 m/s 400-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 54,58 s – Ellen Fiedler (DDR), Vorlauf 400-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 54,00 s – Debbie Flintoff-King (Australien), Halbfinale 400-Meter-Hürdenlauf, Frauen: 53,17 s – Debbie Flintoff-King (Australien), Finale Hochsprung, Frauen: 2,03 m – Louise Ritter (USA), Finale Weitsprung, Frauen: 7,06 m (egalisiert) – Jelena Belewskaja (Sowjetunion), Qualifikation bei einem Gegenwind von 0,5 m/s Weitsprung, Frauen: 7,11 m – Galina Tschistjakowa (Sowjetunion), Finale bei einem Rückenwind von 1,3 m/s Weitsprung, Frauen: 7,18 m – Heike Drechsler (DDR), Finale bei Windstille Weitsprung, Frauen: 7,22 m – Heike Drechsler (DDR), Finale bei einem Rückenwind von 0,5 m/s Weitsprung, Frauen: 7,40 m – Jackie Joyner-Kersee (USA), Finale bei einem Rückenwind von 0,9 m/s Diskuswurf, Frauen: 71,84 m – Martina Hellmann (DDR), Finale Diskuswurf, Frauen: 72,30 m – Martina Hellmann (DDR), Finale Speerwurf, Frauen: 72,62 m – Petra Felke (DDR), Finale Speerwurf, Frauen: 74,68 m – Petra Felke (DDR), Finale