miniatur|Mahler in dat Johr 1892 Gustav Mahler (* 7. Juli 1860 in Kalischt, Böhmen; † 18. Mai 1911 in Wien) weer en öösterrieksch Komponist in’ Övergang vun de Laatromantik to de Moderne. He weer nich blots en vun de bedüüdenst Komponisten vun de Laatromantik, sonnern ok en vun de berühmtst Dirigenten vun sien Tiet un as Operndirekter en bedüüdend Reformer vun dat Musiktheater.
Leven Kindheit un Familie miniatur|links|Gustav Mahler as Kind, um un bi 1865 miniatur|Graffsteen vun sien Öllern up den jöödschen Karkhoff in Jihlava (Iglau) Gustav Mahler entstamm ut en jöödsch Familie. Sien Grootvader weer Šimon Mahler, Pächter un later Eegendömer vun en Wienbrenneree in Kalischt in Böhmen. De sien Söhn Bernard Mahler (* 1827 in Lipnitz; † 1889 in Iglau) hett 1857 Marie Herrmann (* 1837 in Ledetsch; † 1889 in Iglau) heiraadt. Se stamm ut de Familie vun en Seepfabrikanten. Nah de Heirat hebbt de Öllern vun Gustav Mahler to de Wienbrenneree en Gasthoff in Kalischt köfft, dat latere Gebortshuus vun Gustav Mahler. 1860 hebbt de Öllern Gasthoff un Geschäft in Kalischt weer verköfft un sünd in de mährisch Stadt Iglau trucken, wo Mahler den överweegend Deel vun sien Jöögd verbocht hett. Hier muss he mit ansehn, wu de Vader de Moder verhaun dee, een Trauma, dat he later blots mit de Hülp vun Sigmund Freud bewältigen kunn.Mahler - In gemessenem Schritt. (OT: La 5e symphonie de Mahler: d'un pas mesuré.) Feernseh-Speelfilm, Frankriek, 2009, 65 Min., Regie: Pierre-Henry Salfati, Produktschoon: 13 Production, arte France, düütsch Eerstsennen: 25. Januar 2010, vun arte Vun veerteihn Kinner sünd söss fröh storven. Gustav weer dat tweetöldste, sien Bröer Isidor weer bi Gustav sien Gebort aber all storven. Besünners de Dood vun sien Bröer Ernst mit darteihn Johren, as Gustav sülvst eerst fievteihn weer, hett hüm düchtig to schaffen maakt. Beid Öllern sünd storven, as Mahler noch kien dartig Johr old weer. Dornah föhl he sück verplicht, för sien jüngeren Geschwister to sörgen. He hulp sien Bröers, bit se sülvständig weern. Een vun de is nah Amerika utwannert. Mahler nehm sien Süster Justine to sück, de hüm völ Johren den Huusholt führt hett, bit se beid in dat sülvig Johr heiraadt hebbt. Justine (1868–1938) un Mahler sien jüngste Süster, Emma (1875–1933) hebbt de Bröers Arnold bzw. Eduard Rosé heiraadt, de Musiker in dat Philharmonische Orchester vun Wien weern.
Utbillen As Gustav Mahler veer Johr old weer, fung sien musikalische Utbillen mit dat Akkordeon an. Kört dorup harr he sien eersten Klaveerünnerricht. Mit söss Johren geev he all sülvst Ünnerricht un hett ok eerste Stücken komponeert, de aber nich mehr erhollen sünd. He hett eerst de Grundschool, later dat Gymnasium besöcht. He hett vör leest, hör Volks- un Danzmusik bi entspreken festlich Gelegenheiten, de Militärmusik vun de in Iglau statschoneert Suldaten un in de Synagoge ok jöödsch Musik. All disse Elemente sünd in sien Warken immer weer to finnen.
Mit teihn Johren is he eerstmals as Pianist uptreden un mit twalf Johren geev he Konzerte mit technisch bannig anspröökvull Stücken vun Liszt un Thalberg.
Mit fievteihn Johren gung he up Empfehlung vun en Früend vun de Familie nah Wien an’t Konservatorium un studeer bi Julius Epstein (Klaveer) un Franz Krenn (Kompositschoon). In beid Facken wunn he in dat nächste Johr den eersten Pries. Mitstudenten weern ünner annern Hans Rott, Hugo Wolf un Mathilde Kralik von Meyrswalden. Den Schoolstoff hett he as Externer sülvständig wieder lehrt. 1877 hett he sien Afslussprüfungen an dat Gymnasium in Iglau maakt. He is woll bi dat eerste Mal dörfallen, hett dann denn aber bi’n tweeten Mal schafft. In’ Dezember hett he de Eerstupführen vun Anton Bruckner sien 3. Sinfonie hört un kreeg den Updrag, en veerhannig Klaveeruttoog dorför hertostellen. 1878 schreev he den Text för Das klagende Lied nah en Märken in de Bechstein-Sammlung, hett dat Kompositschoonsstudium mit dem Diplom afslooten un wunn mit en Klavierquintett, dat verschullen is, den eersten Pries. In de Konservatoriumsjohren hett he an twee Opern arbeit, de he aber nich fardigstellt hett: Die Argonauten nah en Drama vun Grillparzer un Rübezahl. An de Universität hett he ok eenig Semester lang Archäologie, Geschichte, bi Eduard Hanslick Musikgeschichte studeert un hett ok Vörlesungen bi Bruckner hört.
Wies disse Studienjohren in Wien hörr Mahler mit Siegfried Lipiner un anner to den philosophischen un literarischen Früennenskrink Engelbert Pernerstorfer, worut Levensfrüendschapen entstunnen un wodör he völfältig geistige Anregungen kreeg. För eenig Johren wurr he ok to’n strengen Vegetarier. Friedrich Eckstein gifft dorto folgen Beschrieven vun Mahler:
Zitat Einer von ihnen war eher klein von Gestalt; schon in der sonderbar wippenden Art seines Ganges machte sich eine ungewöhnliche Reizbarkeit bemerkbar, sein geistig gespanntes, überaus bewegtes und schmales Gesicht war von einem braunen Vollbart umrahmt, sein Sprechen sehr pointiert und von stark österreichischer Klangfarbe. Er trug immer einen Pack Bücher oder Noten unter dem Arm und die Unterhaltung mit ihm ging zumeist stoßweise vor sich. Sein Name war Gustav Mahler.Friedrich Eckstein: Alte unnennbare Tage! Herbert Reichner Verlag, Wien 1936, S. 112.
De Dirigent un Operndirekter 1880 wurr Gustav Mahler Kapellmeester in dat Sömmertheater in Bad Hall un hett in’ November de Kantate Das klagende Lied fardigstellt.
Dornah folgen verscheeden Kapellmeesterstellen, an de he hööftsächlich Opern to dirigeeren harr un mit dit Genre riek Erfohrungen sammeln kunn. He kunn so ok de bedüüdensten Dirigenten vun sien Tiet mit Konzerten höörn, hett ok hör Bekanntschap maakt as ok mit de Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski un Richard Strauss. De Statschonen weern: Laibach (1881–1882), Olmütz (1883), Kassel (1883–1885), Prag bi den Intendanten Angelo Neumann (Juli 1885 bit 1886), Leipzig (Juli 1886 bit Mai 1888) as Kolleeg vun Arthur Nikisch, mit de dat to Rivalitäten keem, un Budapest (Oktober 1888 bit März 1891), wo he Königlicher Operndirekter weer. He keem (1883) ok to’n eersten Mal nah Bayreuth, hett de Festspeelupführungen sehn un hett de Bekanntschap vun Cosima un Siegfried Wagner maakt. In Budapest hett Brahms en Vörstellung vun den Don Giovanni besöcht, in de Lilli Lehmann sung, un weer vun Mahler as Dirigent düchtig beindruckt.
Van März 1891 bit April 1897 weer Mahler eerster Kapellmeester an dat Stadt-Theater in Hamborg. He hörr intüschen to de anerkannt Dirigenten vun Europa. So kunn he denn ok de groot europäisch Städer as Gastdirigent bereisen, to’n Bispeel mit grooten Spood London van Juni bit Juli 1892. Mahler harr in disse Johren en düchtig anstrengend Arbeitspensum. He dirigeer mehr as hüüd begäng, bispeelswies in de Saison 1894/95 138 vun 367 Vörstellungen, dorto acht Philharmonische Konzerte. In dat sülvig Johr komponeer he verscheeden Leeder, hett de 2. Sinfonie afslooten, hett denn in Berlin de Eerstupführen vun de eersten dree Satzen leit un komponeer in wenig Sömmerweeken fiev Satzen (mit Utnahm vun den eersten) vun de 3. Sinfonie. In Hamborg legg he buterdem mit sien Opernarbeit den Grundsteen to en nee Musiktheaterstil.
In de Hamborger Tiet gung he nee Früendschapen in. Besünners wichtig wurr de mit den jungen Bruno Walter, de as Chorleiter un Korrepetitor över Empfehlung vun Bernhard Pollini an dat Stadttheater keem. Walter folg hüm ok as tweet Kapellmeester nah Wien un hett sück in den Loop vun sien ganz Leven mit all sien Können för de Musik vun Gustav Mahler insett.
Zitat: Und da stand er nun in Person in der Theaterkanzlei, als ich von meinem Antrittsbesuch bei Pollini heraustrat: bleich, mager, klein von Gestalt, länglichen Gesichts, die steile Stirn von tiefschwarzem Haar umrahmt, bedeutende Augen hinter Brillengläsern, Furchen des Leides und des Humors im Antlitz, das, während er mit einem anderen sprach, den erstaunlichsten Wechsel des Ausdrucks zeigte, eine gerade so interessante, dämonische, einschüchternde Inkarnation des Kapellmeisters Kreisler, wie sie sich der jugendliche Leser E. Th. A. Hoffmann’scher Phantasien nur vorstellen konnte; er fragte mich freundlich-gütig nach meinen musikalischen Fähigkeiten und Kenntnissen – was ich zu seiner sichtlichen Befriedigung mit einer Mischung von Schüchternheit und Selbstgefühl erwiderte – und ließ mich in einer Art Betäubung und Erschütterung zurück. […] Mahler erschien mir in Antlitz und Gebaren als Genie und Dämon […]Bruno Walter: Gustav Mahler. Herbert Reichner Verlag, Wien 1936, S. 11 f.
miniatur|hochkant=1.1|Gedenktafel an dat Wahnhuus in Wien,Rennweg 5 = Auenbruggergasse 2
1897 bit 1907 weer Mahler mit sien Karriere an dat astreevt Teel. He harr de in Europa herutragend Stellung vun en eersten Kapellmeester un Hoffoperndirekter in Wien. Hier führ he van 1900 bit 1903 mit Heinrich Lefler un af 1903 mit Alfred Roller, en billen Künstler, de he to de Tätigkeit as Bühnenbildner brocht hett, sien Opernreform dör. Dör intensive Probenarbeit stieger he de Leistung vun Orchester un Singerensemble un hett de in en dramatisch Gesamtkonzept infügt. Hahl pathetisch Gesten an’ Bühnenrand stahn Gesangskünstler in överlaaden Kostümen un Bühnenbiller hett Roller in entrümpelte, interessant dörstruktureert Bühnenrüüms un in Bewegungskostüme ümwannelt, in de Mahler de Singerdarsteller wirklich speelen un hör Rullen ok as Schauspeler utgestalten leet.
miniatur|links|Mahler in dat Johr 1898
Wiel he in Wien de best Singer un Singerinnen anhüern kunn, wurr sien Tiet as Hoffopernintendant en Hoochblööt un kann as Anfang vun de neetietlich Operninszeneeren betekent wurrn. Dorünner weern de Singer-Schauspelerin Anna von Mildenburg, de best Wagner-Dorstellerin vun disse Tiet, de Koloratursingerin Selma Kurz, deren besünner lang „Kört-Triller“ berühmt wurrn, Marie Gutheil-Schoder, de as Carmen un in anner liedenschaplich Mezzosopranrullen groot rutkeem, Hermann Winkelmann un Leopold Demuth, de Heldentenöre Erik Schmedes un Franz Naval as ok de Johrhunnertsinger Leo Slezak, de sien bemarkenswert Koppstimm noch up de eerst Schallplatten van 1905 in en Arie ut „Die weiße Dame“ un in Lohengrin sien Afscheedgesang to hören is, as ok de dramatische Utdruckskraft vun dissen ganz vun Mahler sien Inszeneerenskunst präägten Singer in Tannhäusers „Romvertellen“.
Mahler hett sück dööpen laaten un is to’n Katholizismus wesselt, wiel he mit Recht antisemitische Hinnernisse befürchten dee: Zitat: "Mein Judentum verwehrt mir, wie die Sachen jetzt in der Welt stehen, den Eintritt in jedes Hoftheater. – Nicht Wien, nicht Berlin, nicht Dresden, nicht München steht mir offen. Überall bläst der gleiche Wind.“ Brief an Friedrich Löhr, Ende 1894 oder Januar 1895. Ziteert nah: Herta Blaukopf (Hrsg.): Gustav Mahler Briefe. Zsolnay, Wien 1996, ISBN 3-552-04810-3, S. 140. .
Dem jöödschen Glooven stunn he nich besünners nah. Sien Weltanschauung weer ehrder en natuurreligiöse un philosophische, wat an sien Angaven un Texten to de 3. Sinfonie, to de 8. Sinfonie un to dat Lied von der Erde besünners utpräägt to erkennen is. He hett sück aber ok intensiv mit den Wedderupstahns- un Erlösungsgedanken vun dat Christendom befaat, wat besünners in de 2. un 3. Sinfonie düütlich wurrd.
miniatur|Gustav Mahler (Radeeren vun Emil Orlik, 1902)
Wiels de Wiener Johren is he dör ganz Europa reist, ünner annern bit nah Sankt Petersburg, Venedig, Rom, Paris, Amsterdam, um to dirigeeren un sien eegen Kompositschonen mit ünnerscheedlich Spood uptoführen. He wunn överall enthusiastisch Anhänger. In Amerika wurrn sien Warken ebenfalls upführt un bannig geschätzt.