links|mini|Emile Deville (1824–1853) Émile Deville (* 25. Januar 1824 in Paris; † 8. Januar 1853 in Rio de Janeiro)Étienne Mulsant u. a., S. 307 war ein französischer Mediziner und Tierpräparator.Comptes rendus hebdomadaires des séances de l'Académie des sciences Volume 42 Académie des sciences 1856 - Page 807 "On en doit la découverte à. ce, savant naturaliste, ainsi qu'à feu M. Émile Deville, l'un de ses compagnons de voyage."Expédition dans les parties centrales de l'Amérique du Sud 1857 - Page 44 60 pages -"Au retour de l'expédition dont nous faisons connaître aujourd'hui les résultats scientifiques, nous avions cru cette espèce entièrement nouvelle, et nous l'avions dédiée à notre ami et collègue M. Émile Deville, qui faisait partie de ..."
Leben und Wirken Deville war Teilnehmer der großen Südamerika-Expedition 1843–1847 unter Führung von François Louis Nompar de Caumont de La Force, die im Auftrag von Louis-Philippe I. unterwegs war. Neben dem Mediziner und Botaniker Hugh Algernon Weddell (1819–1877) und dem Geologen Alexandre Victor Eugène Hulot d'Osery (1819–1846) wurde Deville, Angestellter des Muséum national d’histoire naturelle, als Präparator ausgewählt. Die Expedition begann am 30. April 1843 in Brest, dauerte bis 1847 und führte über Brasilien nach Peru. Am 9. Oktober 1845 brach sie in Sarayacu auf und fuhr zunächst unter großen Schwierigkeiten den Bobonaza-Fluss hinunter. Später erreichte sie an den Río Ucayali.Francis de La Porte de Castelnau, S. V
Deville brachte von der Reise mehrere Papageien mit. Obwohl ein Großteil der Aufzeichnungen verlorengegangen waren, war es Deville, der 1851 die mitgebrachten Vögel als Weddellsittiche erstmals wissenschaftlich beschrieb. Daneben beschrieb er gemeinsam mit de Castelnau verschiedene Krabbenarten und 1848 den Weißschwanz-Springaffen.
Zusammen Léon Lefebvre-Duruflé und einem Herrn Duret brach er 1852 zu einer zweiten Reise nach Brasilien und Paraguay auf. Im Oktober 1852 erreichten sie Rio de Janeiro. Bei der Ankunft in Brasilien wurde Déville von Kaiser Peter II. und vielen wichtigen Würdenträgern empfangen.Berthold Seemann, S. 65 Doch schon bald erkranken alle drei an Gelbfieber. Am 19. Dezember 1852 verstarb zunächst P. Duret.Ministère de l'instruction publique et des cultes, S. 457 Trotz der Hilfe der besten Ärzte von Rio de Janeiro erlag auch Deville am 8. Januar 1853 den Folgen der Gelbfiebererkrankung. Der ebenfalls erkrankte Léon Lefebvre-Duruflé überlebte und kehrte als einziger der drei 1853 nach Frankreich zurück.
Am 9. Januar wurde Déville auf dem Friedhof des heiligen Johann-Baptist zu Grabe getragen. Viele bedeutende Persönlichkeiten aus Frankreich und Brasilien begleiteten den Leichenzug.
Dedikationsnamen Im Jahr 1859 beschrieben Charles de Souancé (1823–1896) und François Victor Masséna (1799–1863), zweiter Herzog von Rivoli und dritter Fürst von Essling, den Devillesittich (Pyrrhura devillei). Die Namensgebung war eine Ehrerbietung an Deville.François Victor Masséna u. a., S. 73 Auch der Weißbauch-Ameisenfänger (Drymophila devillei) ( & , 1906) beinhaltet seinen Namen im Artepitheton. Außerdem widmete ihm Frédéric de Lafresnaye im Jahr 1850 eine Unterart des Perlhals-Baumsteigers (Dendrexetastes rufigula devillei)Frédéric de Lafresnaye S. 102 und Jules Bourcier zusammen mit Étienne Mulsant im Jahr 1848 eine Unterart der Beryllamazilie (Amazilia beryllina devillei).Jules Bourcier u. a., S. 272
Auch in der Ichthyologie fand sein Name in einer Art der Gattung Brycon Einzug. So benannte Francis de La Porte de Castelnau 1855 eine neue Fischart Chalceus devillei, die heute als Brycon devillei klassifiziert ist.Francis de La Porte de Castelnau, S. 69 Dazu beschrieb 1853 Henri Milne Edwards (1800–1885) eine neue Krabbenart unter dem Namen Sylviocarcinus devillei.Henri Milne Edwards, S. 215
In der Paläontologie nannte 1855 François-Louis-Paul Gervais ein Fossil eines ausgestorbenen Unpaarhufers Equus de Deville (Equus devillei), heute unter dem Namen Hippidion devillei bekannt.François-Louis-Paul Gervais, S. 35
In französischer und englischer Literatur findet man die Trivialnamen Toui de Deville und Deville's Parakeet für den Kobaltflügelsittich (Brotogeris cyanoptera). Dies hatte seinen Ursprung darin, dass Deville 1851 in Revue et magasin de zoologie pure et appliquée die neue Art Conurus jugularis beschrieben hatte.Émile Deville, S. 209 Erst sehr viel später entdeckten August von Pelzeln und George Robert Gray, dass jagularis bereits durch den Tovisittich (Brotogeris jugularis) (Statius Müller, 1776) belegt war. Während Gray den Namen Sittace devillei wählteGeorge Robert Gray, S. 150, entschied sich von Pelzen für Sittace cyanoptera.August von Pelzeln, S. 260 Da 1859 bereits der Devillesittich beschrieben war, setzte sich von Pelzens Name laut Internationale Regeln für die Zoologische Nomenklatur durch, doch blieb der Trivialname.
Edmond de Selys-Longchamps nannte 1880 eine zu den Prachtlibellen gehörende Art Lais devillei für den ehemaligen belgischen Konsul von Quito und heutigen Konsul von Sansibar Émile Clement Napoléon de Ville (1836–1881), der am 4. Januar 1881 in Sansibar verstarb.Edmond de Selys-Longchamps, S. IL Heute ist sie unter dem Namen Mnesarete devillei bekannt. Da die Veröffentlichung weit nach dem Tod von Deville erfolgte, kann es sich nicht um den gleichen Deville handeln. Ebenso dürfte eine Reptilienart der Familie Craugastoridae, die George Albert Boulenger 1880 unter dem Namen Anolis de Villei beschrieb, und die heute unter dem Namen Pristimantis devillei geführt wird, dem ecuadorianischen Konsul gewidmet sein, da das Typusexemplar ebenfalls aus Ecuador stammte.George Albert Boulenger, S. 42
Erstbeschreibungen von Émile Deville Deville war für einige Vogel- und Säugetierarten und Unterarten der Erstautor. Dabei arbeitete er auch mit Koryphäen wie Marc Athanase Parfait Œillet Des Murs (1804–1894), François-Louis-Paul Gervais (1816–1879), Philip Lutley Sclater (1829–1913) und Isidore Geoffroy Saint-Hilaire (1805–1861) zusammen.
Vogelarten Zu den Vogelarten, die Deville beschrieb, gehören chronologisch: Amazonastrogon (Trogon ramonianus) & , 1849 Blaustirn-Glanzvogel (Galbula cyanescens) , 1849 Helmstirnvogel (Psarocolius oseryi) (, 1849) Streifenfaulvogel (Micromonacha lanceolata) (, 1849) Rotschnabel-Grundkuckuck (Neomorphus pucheranii) (, 1851) Weddellsittich (Aratinga weddellii) (, 1851) Prinz Luzians Rotschwanzsittich (Pyrrhura lucianii) (, 1851) Purpurkehlkotinga (Porphyrolaema porphyrolaema) ( & , 1852)
Säugetierarten Zu den Säugetierarten, die Deville beschrieb, gehören chronologisch: Weißschwanz-Springaffe (Callicebus discolor) ( & , 1848) Weißnasensaki (Chiropotes albinasus) ( & , 1848) Sotalia (Sotalia fluviatilis) ( & , 1853)
Vogelunterarten Zu den Vogelunterarten, die Deville beschrieb, gehören chronologisch: Gelbschnabel-Glanzvogel (Galbula albirostris chalcocephala) , 1849 Kronentyrann (Onychorhynchus coronatus castelnaui) , 1849 Riesenglanzvogel (Jacamerops aureus isidori) , 1849 Tupfenbartvogel (Capito niger amazonicus) & , 1849
Werke
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Ornithologe Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1824 Kategorie:Gestorben 1853 Kategorie:Mann