Der Gewöhnliche Stechrochen (Dasyatis pastinaca) ist eine Rochenart des östlichen Atlantiks, der wie alle Stechrochen mit einem Giftstachel ausgestattet ist.

Merkmale mini|links|Unterseite Der Gewöhnliche Stechrochen erreicht eine Körperlänge von maximal 2,5 Meter und ein Gewicht von bis zu 10 Kilogramm. Dabei bleibt er in der Regel deutlich unter einem Meter Länge. Er hat einen für Rochen typischen abgeflachten Körper, der die Form einer Raute hat, mit einem dünnen langen Schwanz. Die Rückenseite ist braun und dunkel marmoriert, die Unterseite ist weiß. Auf dem Schwanz trägt der Rochen einen mit Widerhaken besetzten Giftstachel (daher der Artname pastinaca – weil für die Römer der Stachel Ähnlichkeit mit der Pastinaken-Wurzel hatte). Rückenflossen sind nicht vorhanden.

Verbreitung mini|240px|Verbreitungsgebiet des Gewöhnlichen Stechrochens Der Gewöhnliche Stechrochen lebt auf dem Meeresboden im östlichen Atlantik von der Südküste Großbritanniens und der Nordsee bis zur Küste Mauretaniens sowie im Mittelmeer.

Lebensweise Wie die Mehrzahl der Rochen ist auch der Gewöhnliche Stechrochen ein bodenlebender Fisch, wobei er in Küstennähe bis 200 Meter, meistens zwischen 20 und 35 Metern Tiefe, auf Sand- und Schlammböden anzutreffen ist. Die dämmerungs- und nachtaktiven Rochen halten sich tagsüber verborgen im Sand auf und ernähren sich vor allem von wirbellosen Tieren wie Krebstieren, Weichtieren und Stachelhäutern sowie von kleinen Fischen.

Die Weibchen sind lebendgebärend (ovovivipar), die vier bis sechs Embryonen entwickeln sich in einem plazentaähnlichen Zottenbereich, der vom rechten Eileiter gebildet wird und Nährstoffe absondert. Die Tragzeit beträgt etwa vier Monate.

Gefährdung und Schutz Die IUCN („Weltnaturschutzunion“) stuft die Art als gefährdet (vulnerable) ein. Sie fällt in der Fischerei als Beifang an. In Westafrika wird der Gewöhnliche Stechrochen auch getrocknet und geräuchert, um in andere Länder exportiert zu werden. Im Mittelmeerraum steht der Gewöhnliche Stechrochen in fünf der sechs bestehenden Meeresschutzgebiete der Balearen unter Schutz. Wird die Art dort in der erlaubten handwerklichen Fischerei gefangen, muss sie wieder freigelassen werden. In vielen Meeresschutzgebieten in Westafrika mangelt es jedoch an Kapazitäten für eine wirksame Durchsetzung von Naturschutzvorgaben.

Belege Andreas Vilcinskas: Fische. Mitteleuropäische Süßwasserarten und Meeresfische der Nord- und Ostsee. BLV, München 2000, ISBN 3-405-15848-6, S. 54.

Literatur Andreas Vilcinskas: Fische. Mitteleuropäische Süßwasserarten und Meeresfische der Nord- und Ostsee. BLV, München 2000, ISBN 3-405-15848-6, S. 54.

Weblinks

Dasyatis pastinaca im Fischartenatlas der Deutschen Ichthyologischen Gesellschaft e.V. (Verbreitungsdaten der deutschen Meeresgebiete und der Trilateralen Wattenmeerkooperation (NL, D, DK), weitere Informationen) Dasyatis pastinaca in Bibliography Database of living/fossil sharks, rays and chimaeras (Chondrichthyes: Elasmobranchii, Holocephali) (Artbeschreibung, Typen, Referenzen, Links, Bilder und Parasiten)

Kategorie:Stechrochen