Hundstadt ist ein Ortsteil von Grävenwiesbach im hessischen Hochtaunuskreis.

Geographie Hundstadt liegt im östlichen Hintertaunus im Naturpark Taunus. Das Dorf liegt ca. 2,5 Kilometer südöstlich von Grävenwiesbach. Höchste Erhebung bei Hundstadt ist der Quarzitfelsen des Hirschsteinlai mit 430 Metern über NN.

Nachbarorte sind Laubach (südwestlich), Naunstadt (westlich), Michelbach (östlich) und Wilhelmsdorf (südlich).

Hundstadt ist mit knapp 900 Einwohnern der zweitgrößte Ortsteil der Gemeinde Grävenwiesbach.

Geschichte Die Lage von Hundstadt – zusammen mit den Ortsteilen Mönstadt und Naunstadt ergibt sich ein Halbkreis-Gebilde um Grävenwiesbach – lässt darauf schließen, dass es sich um einen geplanten, von Grävenwiesbach ausgehenden Ausbauort handelt. Aus dem Namen kann man schließen, dass der Ort zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert entstanden ist. Dieser Zeit ist die Gründung der „statt-Orte“ zuzuordnen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hundstadt als „Hoenstad“ 1410. Im Jahr 1568 gab es in Hundstadt die meisten Pferde im Kirchspiel, was darauf schließen lässt, dass ein Fuhrunternehmen tätig war. Dafür spricht auch der Umstand, dass die Straße von Limburg a. d. Lahn in die Wetterau zu dieser Zeit an dem Ort vorbeiführte.

Außenstelle des Arbeitserziehungslagers Heddernheim Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Hundstadt eine Außenstelle des Arbeitserziehungslagers Heddernheim. Im amtlich „Heeres-Neben-Munitionsanstalt Wilhelmsdorf“ genannten Lager wurde Munition bis zur Verwendung durch die Wehrmacht aufbewahrt und verwaltet. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Gelände zwischen 1946 und 1958 für die Unterbringung von vertriebenen Sudetendeutschen verwendet. Nach Kündigung dieser wurde das Gelände dem Bundesgrenzschutz übergeben. Das Gelände befindet sich nach der Umstrukturierung des Bundesgrenzschutzes heute im Besitz der Bundespolizei als ein zentrales Versorgungslager.

Hessische Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Grävenwiesbach, Heinzenberg, Hundstadt, Laubach, Mönstadt und Naunstadt freiwillig zur erweiterten Gemeinde Grävenwiesbach.. Für das Gebiet der sechs früheren Gemeinden wurden per Hauptsatzung jeweils Ortsbezirke errichtet.

Politik Ortsbeirat Für Hundstadt besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hundstadt) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 64,97 %. Dabei wurden gewählt: ein Mitglied der CDU, drei Mitglieder der „Freien Wählergemeinschaft Grävenwiesbach“ (FWG) und ein Mitglied der Liste „Unabhängige Bürger“ (UB). Der Ortsbeirat wählte Barbara Lauth (FWG) zur Ortsvorsteherin.

Wappen

Sehenswürdigkeiten

Hirschsteinfelsen Nicht weit vom Dorf liegt im Wald als Quarzitfelsen der Hirschsteinfelsen, früher auch Hirschsteinsley genannt, der durch Jahrhunderte lange Steinbruchnutzung sehr verkleinert wurde. In früherer Zeit soll der Felsen doppelt so hoch gewesen sein und für Baumaterial zum Usinger Schloss- und Straßenbau gedient haben.

Brunnen Hundstadt verfügt über fünf gusseiserne Brunnen, deren ältester sich in der Hauptstraße 24 befindet. Der Brunnen aus dem Jahr 1871 ist auf der Längsseite aus zwei Platten zusammengefügt, die mit Löwenköpfen geschmückt sind. Die einteiligen Seiten weisen einen leeren Kreisring auf. An der Ecke Hauptstraße/Weilerweg befindet sich ein Brunnen aus dem Jahr 1893. Dieser ist genauso wie die aus dem gleichen Jahr stammenden Brunnen in der Hauptstraße und im Naunstädter Weg mit Akanthusrosetten geschmückt.Karl Baeumerth: Gußeiserne Brunnen im Usingen Land. In: Jahrbuch Hochtaunus 1993, , S. 44–45.

Wirtschaft und Infrastruktur Ortsbeschreibung Das Erscheinungsbild des Ortsteils Hundstadt ist geprägt von der langgezogenen Hauptstraße, die in zwei Wohnbaugebiete mit offener Bauweise am westlichen und östlichen Ortsrand ausläuft. Zentral gelegenen ist der alte Ortskern mit teilweise geschlossener Bauweise und Mischnutzung. An das östliche Wohnbaugebiet (Feldbergstraße/Auf den Gräben) schließt sich ein kleines Gewerbegebiet mit vier Unternehmen, sowie dem Sportplatz an.

Verkehr Parallel zur langgezogenen Ortslage verlaufen zwei Verkehrswege durch das Gemarkungsgebiet Hundstadt. Die Bundesstraße 456 im Norden und die Landesstraße 3063 im Süden gehören zu den Hauptverkehrsadern im nördlichen Hintertaunus. Sie verbinden den Kreis-Limburg-Weilburg sowie den Lahn-Dill-Kreis mit dem Usinger Becken, dem Vordertaunus und damit mit der Großstadt Frankfurt am Main. Außerdem besitzt Hundstadt einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Friedrichsdorf–Albshausen, durch den Hundstadt per Bahn an Grävenwiesbach bzw. Waldsolms und Bad Homburg bzw. Frankfurt angebunden ist.

Weblinks

Ortsteilgeschichte Hundstadt im Internetauftritt der Gemeinde Grävenwiesbach. Ortsgeschichte auf der Internetseite des Heimat- und Geschichtsvereins Grävenwiesbach e. V.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Hochtaunuskreis Kategorie:Geographie (Grävenwiesbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Hochtaunuskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971