Emerson Fittipaldi (* 12. Dezember 1946 in São Paulo) ist ein ehemaliger brasilianischer Rennfahrer und zweifacher Formel-1-Weltmeister. Er wurde 1972 der bis dahin jüngste Weltmeister der Geschichte, bis der Rekord 2005 erstmals durch Fernando Alonso unterboten wurde.

Karriere mini|links|Fittipaldi 1971 im Lotus 72 auf dem Nürburgring mini|links|Fittipaldi im McLaren M23 von 1974 mini|links|Fittipaldi beim Indy 500 von 1994 Nachdem er 1969 die britische Formel-3-Meisterschaft gewonnen hatte, kam Emerson Fittipaldi 1970 als dritter Fahrer neben Jochen Rindt und John Miles in das Lotus-Team zur Formel 1. Er verhalf Rindt indirekt zum Weltmeistertitel postum, weil er sehr überraschend den Großen Preis der USA 1970 in Watkins Glen gewann und somit dem in der Weltmeisterwertung Zweitplatzierten wichtige Punkte wegnahm. Bis 1973 fuhr er für das Team von Colin Chapman und wurde 1972 Weltmeister. Im folgenden Jahr bekam Fittipaldi im Team mit Ronnie Peterson starke Konkurrenz. Mit zwei Spitzenfahrern versäumte das Team, sich rechtzeitig für einen Fahrer zu entscheiden, sodass Jackie Stewart seinen dritten Weltmeistertitel gewinnen konnte. Er lag in der Gesamtwertung knapp vor Fittipaldi, der Vize-Weltmeister und Peterson der WM-Dritter wurde.

Emerson Fittipaldi hatte wahrscheinlich das Gefühl, dass Colin Chapman Peterson bevorzugte, und unterschrieb rechtzeitig für 1974 bei McLaren. Jackie Stewarts Rücktritt und der Neubeginn bei Ferrari begünstigte etwas seinen WM-Titel. Fittipaldi war zwar immer noch ein absoluter Spitzenfahrer, aber das Feuer, das er von 1970 bis 1972 hatte, war nicht mehr da. Er fuhr rationaler und besonnener. 1975 errang er zwar mit McLaren noch zwei Grand-Prix-Siege (Buenos Aires und Silverstone) und auch die Vize-Weltmeisterschaft. Doch dem aufstrebenden Niki Lauda und dessen Ferrari-Team konnte er kaum noch Paroli bieten.

Nach dieser Saison unterschrieb er für 1976 beim von Copersucar unterstützten Team seines Bruders Wilson Fittipaldi. Doch der Karriereknick war da. Von 1976 bis 1980, als er für das Copersucar/Fittipaldi-Team fuhr, verbesserte er sich bis 1978 zwar regelmäßig leicht, aber mehr als ein zweiter Platz (Großen Preis von Brasilien 1978 in Jacarepagua) sprang nicht heraus. 1979 und 1980 stagnierte das Team immer mehr und Fittipaldi verlor recht bald die Lust. Am 5. Oktober 1980 fuhr er in den USA seinen letzten Grand Prix.

1981 wechselte er ins Management des Fittipaldi-Teams. Spitzenfahrer des Teams war Keke Rosberg. Der Finne errang keinen einzigen WM-Punkt und konnte sich bei fünf Rennen nicht einmal qualifizieren. Wie schwach das Fittipaldi-Auto wirklich war, zeigte sich ein Jahr später als Keke Rosberg im Williams-Ford Weltmeister wurde.

Zwischen 1984 und 1996 fuhr „Emmo“ in der IndyCar World Series. Er gewann 1989 die Meisterschaft und das Indianapolis-500-Rennen. 1993 wiederholte er den Sieg bei den Indianapolis 500.

Nach einem schweren Feuerunfall 1996 beim Michigan 500 sowie einem Absturz mit seinem privaten Ultraleichtflugzeug im Jahr darauf beendete er seine Karriere als aktiver Rennfahrer. Im Jahr 2003 kehrte er als Teamchef eines eigenen Rennstalls in die Champ-Car-Serie zurück.

Für das brasilianische Nationalteam in der A1GP-Serie fungierte er ebenfalls als Teamchef.

2005 sorgte er für eine Überraschung, als er trotz seines inzwischen fortgeschrittenen Alters die Teilnahme an der GP Masters-Serie ankündigte und bereits im ersten Rennen knapp hinter seinem ehemaligen Champ-Car-Kontrahenten Nigel Mansell den zweiten Rang belegte.

2008 nahm er gemeinsam mit seinem Bruder Wilson am Steuer eines Porsche 997 GT3 an der brasilianischen GT3-Meisterschaft teil.

Er ist Mitglied der Laureus World Sports Academy.

Im November 2014 trat Fittipaldi erneut vom Rücktritt zurück und nahm in einem Ferrari 458 Italia des AF Corse Teams am 6-Stunden-Rennen in São Paulo teil, dem Finale der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC).

Privatleben Emerson Fittipaldi lebt in dritter Ehe und hat sieben Kinder. Aus seiner ersten Ehe mit Maria Helena von 1970 bis 1982 stammen drei Kinder. Mit seiner zweiten Ehefrau Teresa hat er zwei Kinder. Die Ökonomin Rossana Fanucchi heiratete er Anfang Dezember 2012 nach elf Jahren des Zusammenlebens. Mit ihr hat er ebenfalls zwei Kinder, den 2007 geborenen Sohn Emerson „Emmo Jr.“, der ebenfalls als Rennfahrer aktiv ist,Instagram-Account seines Sohnes (Emerson Fittipaldi Jr.), abgerufen am 25. März 2022. und eine 2012 geborene Tochter.Emerson Fittipaldi oficializa união com Rossana Fanucchi em São Paulo, GloboEsporte, 8. Dezember 2012.

Er lebt heute zeitweise in der Nähe seiner Geburtsstadt São Paulo, wo er eine Orangenplantage besitzt. Ein weiteres Hobby ist die Produktion von Zigarren. Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien 2018 unterstützte Fittipaldi den rechtsextremen Kandidaten Jair Bolsonaro.Der Rechtsaußen und die Sympathien aus dem Fußball auf der Internetseite der FAZ vom 28. Oktober 2018, abgerufen am 11. April 2021.

Statistik Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der Automobil-Weltmeisterschaft.

Grand-Prix-Siege 1970 (Watkins Glen) 1972 (Jarama) 1972 (Nivelles-Baulers) 1972 (Brands Hatch) 1972 (Spielberg) 1972 (Monza) 1973 (Buenos Aires) 1973 (Interlagos) 1973 (Barcelona) 1974 (Interlagos) 1974 (Nivelles-Baulers) 1974 (Bowmanville) 1975 (Buenos Aires) 1975 (Silverstone)

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 1970 8 4 15 DNS 1 DNF 1971 DNF DNF 5 3 3 DNF 2 8 7 NC 1972 DNF 2 1 3 1 2 1 DNF 1 1 11 DNF 1973 1 1 3 1 3 2 12* DNF DNF DNF 6 DNF 2 2 6 1974 10 1 7 3 1 5 4 3 DNF 2 DNF DNF 2 1 4 1975 1 2 NC DNS 2 7 8 DNF 4 1 DNF 9 2 2 1976 13 17* 6 DNF DNQ 6 DNF DNF 6 13 DNF DNF 15 DNF 9 DNF 1977 4 4 10 5 14 DNF DNF 18 11 DNF DNQ 11 4 DNQ 13 DNF 1978 9 2 DNF 8 9 DNF DNF 6 DNF DNF 4 4 5 8 5 DNF 1979 6 11 13 DNF 11 9 DNF DNF DNF DNF DNF DNF 8 8 7 1980 NC 15 8 3 DNF 6 13* 12 DNF 11 DNF DNF DNF DNF

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 1971 Escuderia Nacional CS Porsche 917 DNF

Einzelergebnisse in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 2014 AF Corse Ferrari 458 Italia 21

Literatur Roger Benoit: Emerson Fittipaldi. Copress-Verlag München, 1974.

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Einzelnachweise

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