mini|Stadtansicht Emmerich 1647 (Stich von Matthäus Merian) Die Familie Gomperz ist eine der ältesten und bedeutendsten jüdischen Familien, welche seit dem 16. Jahrhundert am Niederrhein in Emmerich und Kleve nachweisbar ist und sich europaweit verzweigt hat.Gompertz surname cross reference.
Geschichte Der Name entstand aus dem deutschen Vornamen Gumpert (Gundbert) und war ursprünglich ein Beiname des jüdischen Namens, ehe er zum Nachnamen wurde, seine Schreibweise variierte u. a. zu Gompel, Gumpel, Gompertz, Gompers, Gumpert, Gumperts, Gumpertz. In Emmerich, Kleve und Wesel lebten die ersten Gründer der Familie, sie nahmen zumeist den Namen der Stadt als Nachnamen an, so dass ein Cleve oder Emmerich zur Sippe Gomperz zählt, dagegen Namensträger der Gumprecht aus Berlin nicht, wie Archivalien ergaben. Die Gompert Emmerich nahmen später den Namen Gomperts (Gompertz, Gompers, Gompert) an und gingen über Amsterdam nach London und in die USA. In England heirateten sie u. a. in die Familie Montefiore ein.
Vor allem die Nachkommen des Rabbi Mordechai Gumpel, welche in Emmerich und Kleve (Cleve) ansässig wurden, brachten berühmte und einflussreiche Familienmitglieder hervor. Die Patrizierfamilien der Oppenheimer, Wertheimer, Todesco, Auspitz und Lieben heirateten wiederholt in seine Nachkommenschaft ein.Martin Pollack: Des Lebens Lauf. Jüdische Familienbilder aus Zwischeneuropa. C. Brandstätter 1987, ISBN 3-85447-198-X, S. 32 ff.
Stammväter Rabbiner Mordechai Gumpel Rabbi Salomon Mordechai Gompel (Gumpel) († nach 1647) erhielt als einer von zwei Juden im Jahre 1600 das Recht durch den Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg, in Emmerich zu leben.Ernst Kobau: „Rastlos zieht die Flucht der Jahre“ … Josephine und Franziska von Wertheimstein, Ferdinand von Saar. Böhlau Verlag, Wien 1997, ISBN 3-205-98624-5, S. 35. Er wurde auch Salomon Emmerich genannt. Am 22. November 1610 wurde sein Schutzbrief durch den Markgrafen von Brandenburg erneuert. Salomon ehelichte Jachet Agathe bat Issachar (Jacet Gans,The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints, Submission Search: 724070-0428102091324. Jachet Beer; † 22. Februar 1636 in Metz) aus Frankfurt am Main. Seine Söhne bildeten die Stammväter der europäischen Häuser, da sich zur damaligen Zeit nur der erstgeborene Sohn in der Stadt niederlassen durfte. Der Reichtum der Familie entstand im Dreißigjährigen Krieg durch Ankauf von Beute der freibeuterischen Heere des Grafen Peter Ernst II. von Mansfeld und des Herzogs Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel. Mordechai Gumpel ben Emmerich (* um 1585; † 9. Oktober 1664 in Kleve, bestattet in Emmerich) blieb in Emmerich → weiter bei: Emmerich David ben Salomon Emmerich Gumpel († um 1662) A blog for more history based articles in regards to the role of Catholic Jews in history, genealogy and legends., musste die Stadt verlassen und ging nach Wesel, da die Stadt nur 4 Juden duldete, als er seinen Wohnsitz nehmen wollte. Er nannte sich daher auch David Wesel. → weiter bei: Wesel Jacob Gumpel († 1722) ging nach Wesel, nun auch Jacob Wesel genannt. → weiter bei: Wesel Bela Rahel Gumpel ging nach Metz
Emmerich mini|Der Jüdische Friedhof an der Boschstraat in Zaltbommel mini|Jüdischer Friedhof Amsterdam-Muiderberg mini|Grabstein des Philosophen Moses Mendelssohn (1729–1786) auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Mitte
Rabbi Mordechai Gumpel (amtlich Marcus Gumperts) (* um 1585; † 9. Oktober 1664 in Kleve, bestattet in Emmerich), war Landesrabbiner und Vorsteher der Gemeinden des Herzogtums Cleve Er hatte sich als Lieferant der brandenburgischen Regierung in Kleve besonders gut bewährt und bei dem großen Kurfürsten und seinen Räten hohe Anerkennung gefunden.Denkwürdigkeiten der Glückel von Hameln. Aus dem Jüdisch-Deutschen übersetzt, mit Erläuterungen versehen und hrsg. von Alfred Feilchenfeld, Jüdischer Verlag Berlin, Gräfenhainichen 1920, S. 20 (). Man erneuerte ihm alle 15 Jahre seinen Schutzbrief, Anfeindungen seiner Neider konnten seinem Ruf als Wohltäter und Stifter nicht schaden, in der Gemeinde nannte man ihn Rabbi Gumpel Cleve.
Rabbi Mordechai Gumpel heiratete Simelie Bas Moses Halevy Herz († 26. Februar 1665). Jecheskel Juda Lime Gomperz († 20. September 1711 in Cleve), auch Leeman Gompers von Amsterdam, 1665 in Nijmegen namentlich genannt. Er war gemeinsam mit Abraham Cohen (Charleville) Pächter der städtischen Bank van Lening in Nijmegen. Im Dezember 1669 erhielt er für Lippstadt das Privileg, da sein Neffe Benedict Elias dort lebte. In der Stadt handelte er mit holländischen Waren und ehelichte seine Nichte, Sara Hitzel Gomperz († 17. Juni 1713 in Amersfoort, bestattet auf dem Friedhof Muiderberg). Diese Eheschließung sorgte für derartiges Aufsehen, dass der Kurfürst am 22. Juli 1668 den Statthalter Moritz nachforschen ließ, ob das gesetzlich überhaupt möglich war. Als Kriegsfaktor des Kurfürsten versorgte er gemeinsam mit seinem Neffen Moses Salomon Salman die Armee mit Munition, Geschützen und Monturen. Im Jahre 1681 lebte er in Wesel, das Privileg trat er an seinem Neffen Ruben Elias ab, lebte bis zu seinem Tod in Kleve und wurde in Emmerich bestattet. Bär Issachar Gomperz ehelichte Hendele bas Judah Leib Pinkerle, Schwester der Autorin Glückel von Hameln (1645–1724) Josef Elias Cleve-Gomperz († 28. Juni 1689 in Kleve) heiratete Sara Mirjam Bendit (* 6. Dezember 1636 in Jülich; † 20. November 1691 in Kleve). Er hat sich besonders als geschäftlicher Vertrauensmann (Hoffaktor) des Großen Kurfürsten und der kurbrandenburgischen Regierung in Cleve, aber auch als Vorsteher und Wohltäter der Judenschaft der Grafschaft Cleve berühmt gemacht. Die Abschaffung des Leibzolls in der Grafschaft Cleve war ihm zu verdanken.Denkwürdigkeiten der Glückel von Hameln. Aus dem Jüdisch-Deutschen übersetzt, mit Erläuterungen versehen und hrsg. von Alfred Feilchenfeld, Jüdischer Verlag Berlin, Gräfenhainichen 1920, S. 117. Aus der Cleve-Gomperz-Linie ging Stammvater Chaim Aron Cleve (auch Heimann Mangelius; * ca. 1630; † 28. September 1704; in Altona; dessen Sohn Magnus Gompertz Cleef († 1734)) hervor, er gründete die Hamburger Familienlinie der Gomperz, welche auch in Altona ansässig war und die sich später mit Guggenheim und Mendelssohn verband.Denkwürdigkeiten der Glückel von Hameln. Aus dem Jüdisch-Deutschen übersetzt, mit Erläuterungen versehen und hrsg. von Alfred Feilchenfeld, Jüdischer Verlag Berlin, Gräfenhainichen 1920, S. 226. Moses Salomon Salman († 17. Juli 1708 in Emmerich), Schtadlan, Inhaber hoher Ehrenämter der Landesjudenschaft. Seine Witwe Judith Juta Tamar überlebte ihn um etliche Jahre, eine Tochter blieb in Emmerich, die anderen Kinder gingen nach Hamburg, Fürth und Wien und Amsterdam. Arjeh Loeb Gomperz Amsterdam († 17. Januar 1738, bestattet in Muiderberg), auch Lion Arieleib Salomon Shlomo-Zalman Gompert Emmerich genannt.Gompert Emmerich Ashkenazi Amsterdam in the Eighteenth Century. Er lebte in Amsterdam und kam dort zu Ämtern und Würden, seine Ehefrau Bela (Beile) Joseph († 3. April 1728 in Amsterdam, bestattet in Muiderberg), Tochter des Joseph Josel Levys aus Metz. Ein Teil ihrer Nachkommen blieb in Holland, dort finden sich in den Kirchenbüchern auch Eintragungen von Familienmitgliedern, welche in Amsterdam heirateten, dann in England lebten: Barend Ber Lion Leib Gompert Emmerich († 1738), heiratete 1718 in Amsterdam. Er war der Sohn von Lion Arieleib Salomon Shlomo-Zalman Gompert Emmerich. Phillip heiratet Sim(me)le Tsimle Benedictus Bendit Gompert Kleef, (* 1735 in Kleef), Witwe des Juda Isaac Arrentheuber Ashkenazi Amsterdam in the Eighteenth Century. Oder: Gittele († 1761, bestattet auf dem Friedhof Muiderberg). Gitteles Mutter war Sara Gompert und ihre Großmutter Vrouwtje Gompert. Barent Gompertz (* 1700 in Amsterdam; † um 1768), auch Behr Emerik genannt → weiter bei: Amsterdam Mozes Lion Arieleib Gompert Emmerich (* 1709 in Amsterdam; † 13. März 1751 in Amsterdam, bestattet in Muiderberg)David Kaufmann s. A., Max Freudenthal: Zur Geschichte jüdischer Familien II (Die Familie Gomperz). Kommissionsverlag von J. Kauffman, Frankfurt am Main 1907; S. 338 f. → weiter bei: Amsterdam Judith Juta Tamar Gomperz (* 1671; † 18. April 1738 in Wien) ehelichte Mendel Menachem Emanuel Oppenheimer (* 1657; † 13. September 1721 in Wien). Er war der Sohn des Samuel Wolf Oppenheimer (1630–1703) Baer Mendel (Emanuel) Oppenheim (* 1709; † 21. Juni 1753), ehelichte Maria Gude Benedictus Gomperz (* in Nijmegen; † vor 1755) Samuel Oppenheimer (* 1735; † 20. November 1807 in Wien). Der Spitalarzt studierte in Utrecht und praktizierte in Pest, ehe er als erster jüdischer Arzt am 12. Februar 1786 die Zulassung für Wien erhielt.Gerson Wolf: Die jüdischen Friedhöfe und die „Chewra kadischa“ (fromme Bruderschaft) in Wien. Alfred Hölder Wien 1879, S. 27. → siehe unten Lea Eleonora Oppenheimer (* 1695; † 15. Oktober 1742 in Wien), ehelichte Simon Wolf Wertheimer (* 1681; † um 1764 in München), Sohn des Samson Wertheimer (1658–1724) Ruben Elias Gomperz (* 1655 in Emmerich; † 20. Juni 1705 in Wesel), auch Ruben Wesel,Historische Kommission zu Berlin: Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Band 28. Walter de Gruyter 1968, S. 37. Kriegslieferant und Finanzier deutscher Fürsten. Er ließ die Synagoge in Wesel erbauen und wurde Vorsteher der cleveschen Judenschaft. Er war Freund und Gönner des Rabbi David Oppenheim (1664–1736) und des Rabbi Judah MehlerJüdischer Friedhof Bonn-Schwarzrheindorf (1623–1956 / 416 Einträge): Inv.-Nr. 4055 (29. November 2010) (1660–1751). Rabbi Baruch Bendit Wesel (* um 1690; † 1754), auch Benedix Ruben Gumpertz genannt, ließ sich um 1715 in Breslau nieder. Er wurde Münzlieferant der kaiserlich schlesischen Kammer zu Breslau. Ab 1744 war er Landesrabbiner von Schlesien. Helene, verehelicht mit Philipp Lazarus Hirschel, einem wohlhabenden Breslauer Münzfaktoristen. Jacob Gomperz († 28. März 1742 in Kleve), Hoffaktor und Vorsteher der Landjudenschaft Benedict Elias Gomperz († 14. November 1708 in Cleve), genannt Benedix Lippstadt lebte in Lippstadt und wurde Vorsteher der Judenschaft der Grafschaft Mark. Auf der Leipziger Messe war er 1694–1696 vertreten und unterstützte seinen Bruder Ruben Elias im Münzhandel. Sein Begräbnis war ebenfalls in Emmerich, seine Frau Rosina überlebte ihn fast 20 Jahre und starb hochbetagt. Salomon Salman Gumpertz (* 1662; † 1728), er siedelte aus Leiden nach Prag, um als Arzt tätig zu werden. Moses Salomon Gumpertz (* in Metz; † 11. Mai 1742 in Prag). Mordechai Gumpel lebte in Soest, hatte eine Ausbildung zum Rabbiner in Amsterdam genossen. Seine Pleite als Händler 1693/1694 riss auch etliche christliche Kunden mit in finanzielle Probleme, so dass er verfolgt fliehen musste, der Bürgermeister von Soest ließ ihn noch 30 Jahre später verhaften. Loeb Gomperz war Buchhalter im Bankhaus Oppenheimer in Wien. Jachet (Agathe) († 21. November 1709 in Metz), Ehefrau des Abraham Krambach-Schwab, Gemeindevorsteher in Metz Moses Krumbach-Schwab ehelichte Glückel von Hamelns Tochter Esther. Die beiden errichteten später in gemeinsamer Stiftung eine reich fundierte Talmudklause in Metz, aus der später das im Jahre 1859 nach Paris verlegte Rabbinerseminar hervorging.Denkwürdigkeiten der Glückel von Hameln. Aus dem Jüdisch-Deutschen übersetzt, mit Erläuterungen versehen und hrsg. von Alfred Feilchenfeld, Jüdischer Verlag Berlin, Gräfenhainichen 1920, S. 157. Elia Krambach-Schwab Sara Hitzel ehelichte ihren Onkel Jecheskel Juda Lime, auch Leeman Gompers von Amsterdam Bella Gomperz († 27. April 1720 in Kleve) heiratete ihren Cousin Juda Löb Gomperz (1656–1728)