Nauholz war zuletzt ein Ortsteil der neuen Großgemeinde Netphen im Kreis Siegen in Nordrhein-Westfalen. Er wurde aufgrund des Baus der Obernautalsperre aufgelöst. Durch den Ort floss der Nauholzbach. Die Gemarkung des Ortes betrug 956 ha.

Geschichte Kurz vor 1300 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung des Ortes: Eine Urkunde vom 26. Juli 1328 nennt den Ort als Nuboldysa.Siegener Urkundenbuch Band I, Siegen, 1887, S. 108–109, Nr. 125. Im Jahre 1643 übten laut einem Güterverzeichnis alle acht Hausbesitzer im Ort den Beruf des Köhlers aus.Geschichte Brauersdorfs auf: brauersdorfer.de Von 1806 bis 1813 gehörte der Ort zum „Kanton Netphen“ im Großherzogtum Berg; unter der danach folgenden preußischen Verwaltung wurde dann die „Bürgermeisterei Netphen“ geschaffen. Ab 1844 gehörte Nauholz zum Amt Netphen. 1925 waren von den 133 Einwohnern 67 katholisch und 66 evangelisch. Eingerichtet waren ein Postamt, eine Freiwillige Feuerwehr sowie eine Elektrizitätsversorgung des Zweckverbandes Netphen. Die Gemeindevertretung bestand aus sieben Mitgliedern; Gemeindevorsteher war Holderberg.genealogy.net: Amt Netphen Nauholz gehörte evangelisch wie katholisch zum Kirchspiel Netphen. Im kleinen Bergwerk Erzvater wurde nach Erz gegraben.

1955 wurde ein Feuerwehrhaus errichtet. Im Oktober 1964 wurde Emil Klappert (CDU) zum Bürgermeister und Amtsvertreter gewählt. Stellvertreter wurde Wilhelm Höcker (CDU).Bürgermeister und Gemeinderäte 1964 gewählt auf: brauersdorfer.de

1964 begannen die Arbeiten an der geplanten Talsperre. Den Einwohnern wurde nicht mitgeteilt, ob auch Nauholz oder nur Obernau von der Umsiedlung betroffen sein würden; es wurde sogar starker Tourismus versprochen, woraufhin Anwohner neu- und umbauten und in Fremdenzimmer und eine Gaststätte investierten.Nauholzer rüsteten sich schon für den Fremdenverkehr an der Obernau-Talsperre. auf: brauersdorfer.de, 25. Januar 1964. Im Zuge des Baues mussten die Orte Nauholz und Obernau ganz und das benachbarte Brauersdorf teilweise weichen, obwohl die Fläche von Nauholz nicht überflutet wurde – es ging allein um den Trinkwasserschutz. Die meisten Gebäude, darunter zweihundertjährige Fachwerkhäuser, wurden im Zuge von Feuerwehrübungen kontrolliert abgebrannt.Roter Hahn auf vier Häusern: Sie mußten der Obernau-Talsperre weichen. auf: brauersdorfer.de, 12. Oktober 1968. 1968 wurde der Ort vollständig aufgelöst und abgerissen. Im Zuge der Gemeindereform, die am 1. Januar 1969 in Kraft trat, wurde Nauholz zwar ein Teil der neuen Gemeinde Netphen, bestand als Siedlung allerdings nicht mehr. Die Gemarkung Nauholz existiert formal noch. 1971 wurde die Talsperre fertiggestellt.

Noch heute besteht die Waldgenossenschaft Nauholz. auf: siegen-info.de

Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968. Jahr Einwohner 1818 131 1861Ritters geografisch-statistisches Lexikon. 1865, S. 222. 175 1885Westfälisches Gemeindelexikon. 1887, S. 110/111. 137 1895Westfälisches Gemeindelexikon. 1897, S. 112/113. 127 1905 110 Jahr Einwohner 1910 122 1925 133 1933 136 1939 127 1950 141 Jahr Einwohner 1955Zeitzeichen auf: brauersdorfer.de 135 1961 148 1964 130 1967 123

Weblinks

Nauholz lebt

Einzelnachweise

Quellen

Geschichte der Obernautalsperre

Kategorie:Geographie (Netphen) Kategorie:Wüstung im Kreis Siegen-Wittgenstein Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Gemeindeauflösung 1969