In den folgenden Listen werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Dresden aufgelistet. Es werden im ersten Teil die Ergebnisse der Wahlen zum Stadtverordnetenkollegium zwischen 1919 und 1932 angegeben, im zweiten Teil die Ergebnisse der Stadtratswahlen ab 1990. Im dritten Teil stehen die Stadtbezirksbeiratswahlergebnisse ab 2019 und die Ortschaftsratswahlergebnisse ab 1999.
Es werden nur diejenigen Parteien und Wählergruppen aufgelistet, die bei wenigstens einer Wahl mindestens zwei Prozent der gültigen Stimmen erhalten haben. Bei mehrmaligem Überschreiten dieser Grenze werden auch Ergebnisse ab einem Prozent aufgeführt. Das Feld der Partei, die bei der jeweiligen Wahl die meisten Stimmen bzw. Sitze erhalten hat, ist farblich gekennzeichnet.
Kommunalwahlen 1919–1933
Parteien zur Zeit der Weimarer Republik
Die Parteien und Wählergruppen traten bis einschließlich 1924 nicht unter ihrem Namen an, sondern unter dem Namen des ersten Kandidaten auf ihrer Liste als Listenkopf.Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 85 und Anlage 5: Zugehörigkeit zum Stadtverordnetenkollegium Dresdens in den Jahren 1919 – 1933, S. 10.
ASPD: Alte Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1926 als ASPS: Alte Sozialdemokratische Partei Sachsens CSVD: Christlich-Sozialer Volksdienst DDP: Deutsche Demokratische Partei 1919 als Beamte; Liste Eichler 1921 als Beamte; Liste Oertel 1924 als DDP; Liste Dr. Dehne 1932 als DStP: Deutsche Staatspartei DNVP: Deutschnationale Volkspartei 1919 als Bürgerlicher Ausschuss; Liste Thierfelder 1921 gemeinsamer Antritt von Bürgerlichem Ausschuss und Freiem Ausschuss als Bürgerliche Einheitsliste; Liste Holst 1924 als DNVP; Liste Kohlmann 1933 als Kampffront Schwarz-Weiß-Rot DRP: Deutsche Rentner-Partei DsP: Deutschsoziale Partei 1924 als Liste Bont DVFP: Deutschvölkische Freiheitspartei 1926 als Völkisch-soziale Arbeitsgemeinschaft DVP: Deutsche Volkspartei 1919 als Freier Ausschuss; Liste März 1921 gemeinsamer Antritt von Bürgerlichem Ausschuss und Freiem Ausschuss als Bürgerliche Einheitsliste; Liste Holst 1924 als DVP und Zentrum; Liste Dr. März KPD: Kommunistische Partei Deutschlands 1921 als Liste Gäbel 1924 als Liste Schreiter NSDAP: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei SPD: Sozialdemokratische Partei Deutschlands bis 1921 als MSPD; Liste Kühn 1924 als VSPD; Liste Elsner ÜR: Überparteiliche Rechte USPD: Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1919 als Liste Hänel 1921 als Liste Menke 1924 als Liste Lunze VRP: Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung Z: Deutsche Zentrumspartei 1924 gemeinsamer Antritt mit der DVP als DVP und Zentrum; Liste Dr. März
Wählergruppen zur Zeit der Weimarer Republik
Beamte 1924 als Liste Lubich DNG: Deutsche Notgemeinschaft ElrL: Einheitsliste der revolutionären Linken Eid: Eidgenossenschaft FBA: Freier bürgerlicher Ausschuss HB: Allgemeiner Hausbesitzerverein zu Dresden 1924 als Liste Paul HW: Handwerk, Handel und Gewerbe 1924 als Liste Kuntzsch 1929 als Einheitsliste des Mittelstandes 1932 als Handwerk, Gewerbe, Verkehr und sonstige Mittelstandsgruppen HG: Handel und Gewerbe PA: Privatangestellte 1919 als Liste Wachsmuth 1921 als Angestellte; Liste Schmidt
Abkürzung
Ges.: Gesamt Wbt.: Wahlbeteiligung
Wahlen zum Stadtverordnetenkollegium 1919–1933
Stimmenanteile der Parteien in Prozent
Jahr Wbt. SPD DDP DVP DNVP USPD KPD HW HB ASPD VRP NSDAP 19191,Dresdner Anzeiger: 10.02.1919, Gisela Hoppe: Die Dresdner Stadtverwaltung in der Weimarer Republik 1919–1933, S. 180, in: Stadtmuseum Dresden (Hrsg.): Dresdner Geschichtsbuch 8, Altenburg 2002, S. 163–180 und Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 85. 55,2 46,78 16,36 13,76 13,40 4,71 – – – – – – 19212,Dresdner Anzeiger: 08.11.1921 und 14.11.1921 und Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 88–93. k. A. 34,3 7,4 41,3 bei DVP 9,9 5,0 – – – – – 19243,Dresdner Anzeiger: 14.01.1924 und Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 90–93. k. A. 27,7 9,0 14,8 12,8 0,6 13,4 9,9 3,5 – – DsP 6,7 19264,Dresdner Anzeiger: 14.11.1926 und Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 95–102. 67,3 34,9 5,8 12,8 11,4 – 12,7 8,0 3,7 4,2 3,1 DVFP 0,9 19295,Dresdner Anzeiger: 15.11.1929 und Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 99. 74,5 37,2 6,9 15,8 9,0 – 8,8 8,6 4,4 1,3 0,7 4,7 19326,Dresdner Anzeiger: Sonderblatt 13.11.1932 und Anita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 100f. 68,9 29,9 2,2 4,7 5,9 – 17,2 2,0 3,4 – – 29,9
Fußnoten
1 1919: zusätzlich PA: 5,0 % 2 1921: zusätzlich PA: 2,0 % 3 1924: zusätzlich Beamte: 1,8 % 4 1926: zusätzlich Zentrum: 1,4 %, FBA: 0,8 % und ElrL: 0,2 % 5 1929: zusätzlich Zentrum: 1,5 %, DRP: 0,6 % und Eid: 0,5 % 6 1932: zusätzlich Zentrum: 1,6 %, CSVD: 1,4 %, HG: 0,8 %, ÜR: 0,5 %, VRP: 0,3 % und DNG: 0,2 %
SitzverteilungAnita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, Anlage 1: Sitzverteilung im Stadtverordnetenkollegium von Dresden in den Jahren 1919 – 1932.
Jahr Ges. SPD DDP DVP DNVP USPD KPD HW HB ASPD VRP NSDAP 19191 84 39 11 12 14 4 – – – – – – 19212 84 30 6 35 bei DVP 8 4 19243 75 21 7 11 10 – 10 7 3 – – DsP 5 19264 75 26 5 10 9 – 10 6 3 3 2 – 19295 75 28 5 12 7 – 7 7 3 – 1 4 19326 75 22 2 4 4 – 13 1 3 – – 22 19337 53 18 – 2 5 – – – – – – 26
Fußnoten
1 1919 zusätzlich: PA: 4 Sitze 2 1921: zusätzlich: PA: 1 Sitz. Die bürgerliche Einheitsliste bzw. die bürgerlichen Listen teilten sich im Gremium auf Parteifraktionen auf: DNVP (13), DDP (12), DVP (17), später DVP 16. MSPD: 30, KPD 5 durch Wechsel von DVP zur SPD und SPD zur KPDAnita Maaß: Politische Kommunikation in der Weimarer Republik - Das Dresdner Stadtverordnetenkollegium 1918–1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2009, S. 90. 3 1924: von der gemeinsamen Liste von DVP und Zentrum entfielen 10 Sitze auf die DVP und 1 Sitz auf das Zentrum. Zusätzlich: Beamte: 1 Sitz 4 1926: zusätzlich: Z: 1 Sitz 5 1929: zusätzlich: Z: 1 Sitz 6 1932: zusätzlich: CSVD: 1 Sitz, HG: 1 Sitz, ÜR: 1 Sitz und Z: 1 Sitz 7 1933: Neubildung des Stadtverordnetenkollegiums auf Basis des ersten "Gleichschaltungsgesetzes" vom 31. März 1933 entsprechend dem Ergebnis der Reichstagswahl vom 5. März 1933 im Stadtgebiet. Stimmen und Sitze der KPD wurden laut § 12 dabei nicht berücksichtigt. Dadurch hatte das Gremium nur noch 53 Sitze. Die letzten Vertreter der SPD verloren ihr Mandat durch die „Verordnung zur Sicherung der Staatsführung“ des Reichsinnenministers Wilhelm Frick vom 7. Juli 1933. Zusätzlich: CSVD: 1 Sitz und Z: 1 SitzChristel Hermann: Oberbürgermeister der Stadt Dresden Ernst Zörner und Stellvertreter Eduard Bührer, S. 202, in: Stadtmuseum Dresden: Dresdner Geschichtsbuch 6, Altenburg 2000, S. 199–218.
Kommunalwahlen seit 1990
Parteien
AfD: Alternative für Deutschland B’90/Grüne: Bündnis 90/Die Grünen → Grüne B.F.D.: Bund Freier Demokraten → 1990: FDP BSW: Bündnis Sahra Wagenknecht CDU: Christlich Demokratische Union Deutschlands 1990 als Demokratische Union: gemeinsame Liste von CDU der DDR, Demokratischer Aufbruch und Deutsche ForumparteiOberbürgermeister für Dresden. (Serie „20 Jahre Deutsche Einheit“. Interview mit Dr. Herbert Wagner). In: Die Dresdner Union, Mai 2010, S. 5. CDU der DDR: Christlich-Demokratische Union Deutschlands der DDR → CDU DFD: Demokratischer Frauenbund Deutschlands Die PARTEI: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative DSU: Deutsche Soziale Union FDP: Freie Demokratische Partei 1990 als F.D.P.: Freie Demokratische Partei der DDR Grüne: B’90/Grüne 1990 als Grüne Partei in der DDR Linke: Die Linke bis 2004: PDS NF: Neues Forum (Forum) 1990: als Bündnis 90, gemeinsame Liste mit Demokratie Jetzt NPD: Nationaldemokratische Partei Deutschlands PDS: Partei des Demokratischen Sozialismus → Linke 1990: gemeinsame Liste mit Die Nelken und Kommunistische Partei Deutschlands Piraten: Piratenpartei Deutschland SPD: Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1990 als Sozialdemokratische Partei in der DDR T. Zastrow: Team Zastrow - Bündnis Sachsen 24
Wählergruppen
AFW: Allgemeine Freie Wähler Cossebaude Aktiv: Aktiv für Oberwartha BILQ: Bürgerinitiative Lebensqualität BKH: Bürgerkomitee Hellerau BL: Bürgerliste Dresden BüBü: Bürgerbündnis DissDD: Dissident:innen Dresden FB: Freie Bürger FBD: Freie Bürger Dresden FKD: Für die Kleingärtner Dresdens FWA: Freie Wählervereinigung Altfranken FWD: Freie Wähler Dresden FWG: Freie Wähler Gompitz FWM: Freie Wählervereinigung Mobschatz FWO: Freie Wähler Oberwartha FWS: Wählervereinigung Schönborn FWV: Freie Wählervereinigung 1990 als Gruppe der 20: Freie Wählervereinigung parteiloser Dresdner Bürger NB: Nationales Bündnis Dresden Neue: Wählervereinigung DIE NEUEN (Oberwartha) SFW: Sportfreunde Weixdorf WV WfDSO: Wählervereinigung "Wir für Dresden Südost" UFV: Unabhängiger Frauenverband UWS: Unabhängige Wähler Schönfeld-Weißig Vosi: Wählervereinigung Volkssolidarität WfH: Wir für’s Hochland ZWx: Zusammen für Weixdorf
Abkürzung
Ges.: Gesamt Wbt.: Wahlbeteiligung
Stadtratswahlen
Stimmenanteile der Parteien in Prozent
Jahr Wbt. AfD CDU Grüne SPD T. Zastrow Linke BSW Piraten FDP FBD FWV NPD DSU Vosi 19901 71,3 39,3 4,3 9,6 15,3 5,52 5,7 8,5 1,3 19943 67,0 34,2 8,3 14,7 22,2 4,8 4,5 2,0 3,3 2,9 1999 53,7 42,8 5,8 13,2 24,2 4,0 2,3 1,5 2,9 2,5 20044 45,9 28,2 12,1 11,5 23,8 7,3 2,7 2,2 3,1 20095 49,0 31,0 15,4 12,3 16,2 12,1 5,2 3,7 1,2 2014 53,2 7,0 27,6 15,7 12,8 20,9 3,3 5,0 3,8 0,1 2,8 20196 66,9 17,1 18,3 20,5 8,8 16,2 2,4 7,5 1,5 5,3 0,6 20247 70,8 19,4 18,0 14,6 9,08,1 7,8 7,2 3,2 2,8 0,9 3,5
1 1990: zusätzlich: NF: 7,6 %, DFD: 0,8 %, UFV: 0,7 % und BKH: 0,6 % 2 FDP: 0,8 % und B.F.D.: 4,7 % traten getrennt an. Von den Mandaten entfielen 1 auf die FDP und 6 auf den B.F.D. 3 1994: zusätzlich: NF: 1,8 % 4 2004: zusätzlich: NB: 4,0 %, BL: 3,9 % 5 2009: zusätzlich: BüBü: 2,7 % 6 2019: zusätzlich: Die PARTEI: 1,8 % 7 2024: zusätzlich: Die PARTEI: 1,9 %, Freie Sachsen: 1,5 %, Volt: 1,2 %, DissDD: 1,0 %
Sitzverteilung
Jahr Ges. AfD CDU Grüne SPD T. Zastrow Linke BSW FWV Piraten FDP FBD PARTEI NPD BüBü NB BL Vosi DSU NF 19901 130 51 6 13 20 7 7 2 11 10 1994 70 25 6 11 16 1 3 3 2 2 1 1999 70 32 4 9 18 1 2 1 1 2 2004 70 21 9 8 17 5 2 3 2 2 1 2009 70 23 11 9 12 9 3 2 1 2014 70 53 21 11 92 15 2 3 2 2 2019 70 12 13 154 6 12 4 1 5 1 1 20245 7014 13 10 66 55 2 2 2 1 1
Die Abgeordneten des Bürgerbündnisses (BüBü) und der Freien Bürger (FBD) bildeten nach der Wahl 2009 eine gemeinsame Fraktion.
Die Abgeordneten der Piraten schlossen sich nach der Wahl 2014 der Fraktion der Linke an. Ein Mandatsträger der Freien Bürger und die FDP bildeten 2014 eine gemeinsame Fraktion, dieser schloss sich Anfang 2016 ein ehemaliger Stadtrat der AfD-Fraktion an (Austritt Mitte 2015). Ab dem 15. November 2018 kam es durch den Fraktionsaustritt von drei SPD-Stadträten und dem Zusammenschluss mit einem Freien Bürger zur Bildung einer weiteren Fraktion, der Bürgerfraktion.