Die Poetry-Slam-Meisterschaft (englisch: National Poetry Slam) bezeichnet den ranghöchsten Wettbewerb in Poetry-Slam eines Landes oder einer Sprachgemeinschaft. Die deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft (auch: GIPS – German International Poetry Slam) wird seit 1997 einmal pro Jahr in wechselnden Städten ausgetragen. Über einhundert Teilnehmer, die sich im Vorfeld über regionale Wettbewerbe qualifiziert haben, kämpfen dabei um die Titel.

Vertreter von Poetry-Slams aus Deutschland, Österreich (seit 2000), der Schweiz (seit 2000), Liechtenstein (seit 2009), Luxemburg (seit 2014) und aus Südtirol (seit 2019) kommen zusammen, um die Gewinner in den Disziplinen „Einzel“, „Team“ und „U20“ (seit 2004) zu ermitteln. Im Rahmen der Poetry-Slam-Meisterschaft finden Vorrunden (seit 2000), Einzelwettbewerbe, Teamwettbewerbe, U20-Wettbewerbe (ab 2013 separat ausgerichtet), Gastauftritte, Themen-Slams und das szeneinterne Slam-Masters-Meeting statt. Veranstaltet werden die Poetry-Slam-Meisterschaften von den Mitgliedern der Poetry-Slam-Szene. Per Abstimmung werden Ausrichter und Austragungsort zwei Jahre im Voraus im Rahmen des Slam-Masters-Meetings bestimmt.

Die Tradition der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften wurde 1997 von Wolf Hogekamp begründet. Nach dem Vorbild der nordamerikanischen „National Poetry Slams“ werden landesweite Wettbewerbe organisiert, die 2001 auf den gesamten deutschen Sprachraum ausgedehnt wurden. Laut Angaben des Organisators hatte die Veranstaltung im Jahr 2011 während fünf Tagen über 14.000 Besucher, davon 4000 beim Finale. www.slam2011.de.

Deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaften Eine tabellarische Übersicht über sämtliche Meisterschaften sowie Sieger findet sich im Artikel Poetry-Slam.

I. Meisterschaft / Berlin 1997 Die ersten deutschsprachigen Meisterschaften wurden am 3. und 4. Oktober 1997 in Berlin ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Bas Böttcher2. Boris Preckwitz & Till Müller-Klug3. ?Teamwettbewerb-Sieger Team Hamburg (Nadine Barth, Cenk Bekdemir, Michael Weins, Markus Wiese)OrganisatorWolf Hogekamp Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Nancy Peiffer, Dagmar Gabler, Jaromir Konecny, Rayl Patzak, Wehwalt Koslovsky, RAN, Wolf Hogekamp, Claudius Hagemeister, Robby Göllmann.

Die ersten deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften dauerten zwei Tage lang. Sämtliche Runden wurden im Club Ex’n'Pop ausgetragen, dort wo 1993 auch der erste deutschsprachige Poetry-Slam von Wolf Hogekamp ausgerichtet wurde. Rund 200 Besucher verfolgten die Meisterschaft.

II. Meisterschaft / München 1998 Die zweiten deutschsprachigen Meisterschaften wurden am 13. und 14. November 1998 in München ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Michael Lentz2. Daniela Lindemann3. Bas Böttcher & RANTeamwettbewerb-Sieger Team Köln (Guido Gramatke, Bob Lakermann, Michael Tönnis, Wehwalt Koslovsky)OrganisatorenKo Bylanzky, Rayl Patzak Der Film Slam Nation hat im Rahmen der zweiten deutschsprachigen Meisterschaften Deutschland-Premiere. Mit Marc-Kelly Smith ist auch der Erfinder des Poetry-Slams anwesend.

Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Tracy Splinter, Leona Gonsalves, Dagmar Gabler, Jaromir Konecny, Wehwalt Koslovsky, Hartmut Pospiech, Pamela Granderath, Le Schmuck, Dirk Huelstrunk, Jan Off, Bdolf, Sarah Mankau, Simone Ohne, Hadayatullah Hübsch, Bob Lakermann, Michael Wefers, Conny von Wahnwitz.

III. Meisterschaft / Weimar 1999 Die dritten deutschsprachigen Meisterschaften wurden im Oktober 1999 in Weimar ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Tracy Splinter2. Jaromir Konecny3. Wehwalt KoslovskyTeamwettbewerb-Sieger Team Tübingen (Florian Werner, Mr. Magic, Simone Ohne, Friedemann B. Holder)OrganisatorBas Böttcher Bislang hatte sich die Bezeichnung National für die Meisterschaften durchgesetzt, doch da von nun an regelmäßig Poeten aus der Schweiz und Österreich (sowie Liechtenstein und Luxemburg) teilnehmen (dürfen), einigt man sich im Laufe der Zeit auf German International Poetry Slam, kurz GIPS, als neuen Namen für die Meisterschaften. Mit Tracy Splinter siegte erstmals eine Frau im Einzelwettbewerb, insgesamt sind rund zwanzig Poeten und elf Teams im Wettbewerb. Weimar war 1999 Kulturhauptstadt Europas.

Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Philipp Weber, Verena Carl, Klaus Cäsar Zehrer, Knud Wollenberger und Volker Pieringer.

IV. Meisterschaft / Düsseldorf 2000 Die vierten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 30. September bis 3. Oktober 2000 in Düsseldorf ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Jan Off2. Jaromir Konecny3. Jürg Halter & Tom ComboTeamwettbewerb-Sieger Team Aachen (Hartmut Heil, Gerhard Horriar, Michael Stetter)OrganisatorenAndré Michael Bolten, Robby Göllmann, Pamela Granderath, Wehwalt Koslovsky Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Marlene Stamerjohanns, Ulrike Ulrich, Bernhard Bauser

Erstmals finden nicht nur Halbfinals, sondern aufgrund der gewachsenen Teilnehmeranzahl (40, erstmals auch Delegationen aus der Schweiz und Österreich anwesend) auch Vorrunden statt.

V. Meisterschaft / Hamburg 2001 Die fünften deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 15. bis 17. November 2001 in Hamburg ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Sebastian Krämer2. Ralf Schlatter3. Dan RichterTeamwettbewerb-Sieger Team Winterthur (Sibylle Aeberli, Tom Combo, Suzanne Zahnd)OrganisatorenTina Uebel, Hartmut Pospiech, Frederike Moldenhauer, Michel Abdollahi Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Sandra Künzi, Daniel Ryser, Christian Hirdes, Timo Brunke, Wehwalt Koslovsky, Knud Wollenberger, Mind J Jizum, Sushi da Slamfish, Florian Graf H.H. von Hinten, Bud Rose, Raimund Meisenberger, Gabriel Koch, Pascal Keimel.

Drei Schweizer erreichen das Einzelfinale, das einzige Schweizer Team erringt den Titel. Insgesamt sind einhundertfünfzig Poeten aus 29 Städten in Hamburg am Start. Mit insgesamt sechzehn Finalisten ist das Einzelfinale 2001 das mit Abstand größte. Ein Mitschnitt des Finales in der Hamburger Markthalle erschien auf CD (International German Poetry Slam -Literatur! Live, direkt und spontan, Hoffmann und Campe Verlag, ISBN 978-3-455-30286-8).

VI. Meisterschaft / Bern 2002 Die sechsten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 19. bis 21. September 2002 in Bern ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Lasse Samström2. Daniel Ryser3. Fiva MCTeamwettbewerb-Sieger Team Wuppertal (Jonas Jahn, Markim Pause, Lasse Samström, Michael Wefers)OrganisatorenMatthias Burki, Yves Thomi Weitere Finalisten im Einzelwettbewerb: Michael Schönen, Svetlana Jovanovic, Timo Brunke, Markim Pause, Wehwalt Koslowsky, Etrit Hasler, Alex Dreppec, Etta Streicher, Tim Verbarg, Tobias Hoffmann.

Die erste Meisterschaft außerhalb Deutschlands erreicht insgesamt 2000 Zuschauer. Lasse Samström gelang es als erstem Poeten, im gleichen Jahr sowohl den Einzel- als auch den Team-Wettbewerb zu gewinnen.

VII. Meisterschaft / Darmstadt/Frankfurt 2003 Die siebten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 2. bis 5. Oktober 2003 in Darmstadt und Frankfurt ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Sebastian Krämer2. Michael Schönen3. Tobias BorkeTeamwettbewerb-Sieger Team Passau (Raimund Meisenberger, Markus Pissarek)OrganisatorenOliver Gaussmann, Alex Dreppec, Dirk Hülstrunk, Rüdiger Wenig Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs: Dagmar Schönleber, Dalibor Markovic, Florian Graf H.H. von Hinten, Marco Kreye, Andreas Grimm, Marlene Stamerjohanns, Antje Herden, Thompson.

Erstmals wurden die Meisterschaften parallel in zwei Städten ausgetragen.

VIII. Meisterschaft / Stuttgart 2004 Die achten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 29. bis 31. Oktober 2004 in Stuttgart ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Gabriel Vetter2. Anselm Neft3. Nora GomringerTeamwettbewerb-Sieger Team Tübingen (Jakob Nacken, Helge Thun)U20-Wettbewerb-Sieger Lino WiragOrganisatorenTimo Brunke, Angelika Brunke Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Micha Ebeling, Nora Gomringer, Sebastian Krämer, Timo Borke, Christian Meyer, Stefan Schrahe.

Erstmals wurde der U20-Titel vergeben, mit Gabriel Vetter gewann erstmals ein Schweizer den Einzeltitel.

IX. Meisterschaft / Leipzig 2005 Die neunten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 27. bis 29. Oktober 2005 in Leipzig ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Volker Strübing2. Christian Bartel3. Lydia DaherTeamwettbewerb-Sieger Tha Boyz with tha Girlz in tha Back (Nora Gomringer, Mia Pittroff und Fiva)U20-Wettbewerb-Sieger Nadja Schlüter & Krok (Krisha Kops)OrganisatorenLeif Greinus, Sebastian Wolter, Martin Wolter Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs (unter anderem): Katinka Buddenkotte, Marlene Stamerjohanns

Einmalig gab es zwei Siegerinnen im U20-Wettbewerb.

X. Meisterschaft / München 2006 Die zehnten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 08. bis 12. November 2006 in München ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Marc-Uwe Kling2. Felix Römer3. Tobias BorkeTeamwettbewerb-Sieger Team LSD (Volker Strübing, Micha Ebeling)U20-Wettbewerb-Sieger Lara StollOrganisatorenKo Bylanzky, Rayl Patzak Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs: Lars Ruppel, Felix Bonke, Florian H.H. Graf von Hinten, Volker Strübing, Sebastian Krämer, Etrit Hasler, Katinka Buddenkotte, Pauline Füg, Grög!.

XI. Meisterschaft / Berlin 2007 Die elften deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 3. bis 7. Oktober in Berlin ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Marc-Uwe Kling2. Sebastian 233. Philipp ScharrenbergTeamwettbewerb-Sieger/ SMAAT (Sebastian 23, Felix Römer, Lars Ruppel, Gabriel Vetter)U20-Wettbewerb-Sieger Julian HeunOrganisatorenWolf Hogekamp, Petra Anders, Wehwalt Koslovsky, Gauner, Frank Klötgen, Paul Hofmann, Sebastian Krämer Weitere Finalisten: Pauline Füg, Volker Strübing, Maik Martschinkowsky, Harry Kienzler, Micha Ebeling, Heiner Lange, Andy Strauß, Mirco Buchwitz, Team Word Alert.

Team- und Einzelwettbewerb wurden 2007 einmalig in einem gemeinsamen Runde ausgetragen. Neben den Siegern SMAAT erreichte nur das Frankfurter Team Word Alert (Dalibor, Telhaim, Ken Yamamoto) das Finale. Marc-Uwe Kling war der erste und bislang letzte Slam-Poet, der seinen Titel im Folgejahr verteidigen konnte.

XII. Meisterschaft / Zürich 2008 Die zwölften deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 19. bis 22. November 2008 in Zürich ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Sebastian 232. Julian Heun3. Johanna Wack & Gabriel VetterTeamwettbewerb-Sieger Team LSD (Volker Strübing, Micha Ebeling)U20-Wettbewerb-Sieger Bleu BroodeOrganisatorenLukas Hofstetter, Richi Küttel, Martin Otzenberger, Patrick Armbruster, Etrit Hasler, Ivo Engeler, Matthias Frei Weitere Finalisten des Einzelwettbewerbs: Vincent Welt, Micha Ebeling, Florian Cieslik, Sven Kamin, als Featued Poet: Mark-Uwe Kling.

Das Finale wurde ausnahmsweise mit direkten Duellen ausgetragen, so dass sich zwei dritte Plätze ergeben.

XIII. Meisterschaft / Düsseldorf 2009 Die dreizehnten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 29. bis 31. Oktober 2009 in Düsseldorf ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Philipp Scharrenberg2. Christian Ritter3. Julius FischerTeamwettbewerb-Sieger PauL (Bumillo, Heiner Lange, Philipp Scharrenberg)U20-Wettbewerb-Sieger Yasmin HafedhOrganisatorenMarkim Pause, Pamela Granderath, Christine Brinkmann Weitere Finalisten im Einzelwettbewerb: Julian Heun, Sebastian 23, Nico Semsrott, Björn Högsdal, Lara Stoll, Karsten Hohage, Bumillo, als Featured Poet: Tracy Splinter.

XIV. Meisterschaft / Ruhrgebiet 2010 Die vierzehnten deutschsprachigen Meisterschaften wurden vom 10. bis 13. Oktober 2010 in verschiedenen Städten im Ruhrgebiet ausgetragen. Einzelwettbewerbssieger1. Patrick Salmen2. Daniel Wagner3. Jasper DiedrichsenTeamwettbewerb-Sieger Team und Struppi (Moritz Neumeier, Jasper Diedrichsen)U20-Wettbewerb-Sieger Laurin BuserOrganisatorenSebastian Rabsahl, Misha Verollet, Frank Klötgen