miniatur|280px|Der Wölfersheimer See, der größte See der Wetterauer Seenplatte Die Wetterauer Seenplatte ist eine Seenplatte, also eine Gruppe von Seen und Teichen, in der Horloffsenke (Naturraum 234.0), einem Teil der Wetterau in Hessen.

Entstehung Die Seen der Wetterauer Seenplatte sind nicht natürlichen Ursprungs. Es handelt sich um Tagebaurestseen, die bei der Rekultivierung von Tagebauen des Wetterauer Braunkohlereviers entstanden sind. Einige kleinere Teiche sind Absinkweiher aus der Zeit des untertägigen Braunkohlebergbaus, das heißt mit Wasser vollgelaufene Tagesbrüche von eingestürzten unterirdischen Hohlräumen.

Regionalparkprojekt Die Seenplatte soll als eigenständiges Projekt im Regionalpark Rhein-Main des Planungsverbandes Rhein-Main entwickelt werden. Hierfür gründeten die Kommunen Wölfersheim, Reichelsheim, Echzell und Hungen Anfang 2008 eine formale Arbeitsgemeinschaft.Bürgermeister bringen „Wetterauer Seenplatte“ auf den Weg - Pressemitteilung auf www.woelfersheim.de (PDF)

In den Bereichen Naherholung, Sport, Landschaftskunst, Erhalt des Kulturerbes und Naturschutz wollen die Städte kooperieren, um die Lebensqualität, den Wohn- und Freizeitwert der Region zu verbessern, diese für den Tourismus attraktiver zu machen und somit auch wirtschaftlich zu fördern. Für Besucher der Region sollen hierfür unter anderem verschiedene Natur- und Erlebnispfade angelegt, Museen und ein Informationszentrum entstehen. Weiterhin ist eine Anbindung an überregionale Rad- und Wanderwege wie den Niddaradweg oder den Vulkanradweg sowie Themenstraßen wie die Deutsche Limes-Straße geplant.

Natur- und Vogelschutz Die Tallandschaft der Horloff mit ihren Auen ist insbesondere für den Vogelschutz als Brut- und Rastgebiet besonders wertvoll.

Das Regionalparkprojekt soll eng mit dem Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Wetterau verzahnt werden. In dieses 1989 ausgewiesene, etwa 7.400 Hektar große Landschaftsschutzgebiet sind mehr als 30 kleinere und größere Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rund 1.400 ha eingebettet. Hierzu zählen auch mehrere der Wetterauer Seen (siehe Tabelle unten).Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz: Die Naturschutzgebiete in Echzell und Reichelsheim (Karte), online auf www.norbert-kuehnberger.de Das Projekt Auenverbund wurde 1988 mit dem Europäischen Umweltpreis ausgezeichnet, gehört zum Natura 2000-Programm und ist als Europäisches Vogelschutzgebiet registriert.Thomas Brandt, Christoph Moning und Christian Wagner: Die Horloffaue zwischen Hungen und Reichelsheim in Hessen - Wasservögel in der Wetterau nordöstlich von Frankfurt. In: Der Falke - Journal für Vogelbeobachter, 2/2009, online auf www.schattenblick.de

Radfahren und Wandern Anlässlich der Landesgartenschau in Bad Nauheim veröffentlichten die vier Kommunen 2010 eine Radfahrkarte mit zwei Tourenvorschlägen. Die Karte ist kostenlos in den Rathäusern der Gemeinden erhältlich.http://wetterauer-seenplatte.de/index.php/freizeit/radfahren Im Jahr 2017 erfolgte eine Neuauflage mit verbesserter Kartographie, die ebenfalls kostenfrei in den Rathäusern erhältlich ist.

Seen und Teiche See Größe Lage Koordinate Tagebau Tagebaubetrieb Nutzung heute Trais-Horloffer See (auch Inheidener See) 35,1 ha zwischen Inheiden und Trais-Horloff Tagebau Inheiden 1918–381938–50 Badebetrieb und Wassersport Sachsensee (auch Barbarasee) ca. 35 ha südöstlich von Bellersheim Tagebau I 1961–75 Naherholung, Angelteich Oberer Knappensee 36,3 ha nordöstlich von Utphe Tagebau IV(Tagebau Utphe) 1974–84NSG Mittlere Horloffaue - Oberer und Unterer Knappensee auf www.norbert-kuehnberger.de Unterer Knappensee ca. 32 ha südöstlich von Utphe Naturschutzgebiet("Mittlere Horloffaue") (PDF) Wölfersheimer See 38 ha östlich von Wölfersheim Tagebau Wölfersheim 1927–43 Naherholung, Angeln Heldtteich ca. 1 ha nordöstlich von Wölfersheim - < 1 ha südöstlich von Wölfersheim Naturschutzgebiet("Im Grenzstock von Gettenau") Herrschaftlicher Teich(auch Schwelteich) < 1 ha östlich von Wölfersheim,nordwestlich von Echzell kein Tagebaurestsee - Naturschutzgebiet("Schwelteich von Echzell") Teufelsee je ca. 25 ha nördlich von Weckesheim,nordwestlich von Heuchelheim Tagebau II/III(Tagebau Heuchelheim) 1962–89 Naturschutzgebiet("Pfaffensee und Teufelsee")Pfaffensee und Teufelsee auf www.nabu-bingenheim.deNSG Pfaffensee und Teufelsee auf www.norbert-kuehnberger.de Pfaffensee Gettenauer Teich(e) ca. 1,2 ha westlich von Gettenau Angeln, Biotop Heuchelheimer Teiche < 1 ha Westlicher Ortsrand von Heuchelheim Klärteiche für Abwasser der Betriebsanlage Tgb. II/III Reichelsheimer Teich(e) ca. 1 ha Südwestlicher Ortsrand von Reichelsheim Tagebau VI / Absinkteich 1983–89Pflug, W.: Das Wetterauer Braunkohlerevier. in: Braunkohletagebau und Rekultivierung, Springer, Berlin u. a., 1998. Zitiert in: Brigitte Nixdorf et al.: (PDF; 14,0 MB), BTU Cottbus Bergwerksee (Reichelsheim) ca. 30 ha nördlich von Dorn-Assenheim Tagebau VII 1988–91 Konzept in Planung Weckesheimer Teich(auch Leonhard-Teich) ca. 1 ha Südöstlicher Ortsrand von Weckesheim Naherholung, Angeln

Weblinks Natur-Bilder aus der Wetterau Website der Wetterauer Seenplatte

Einzelnachweise

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