mini|300px|Marienkirche in Marienhafe Die Samtgemeinde Brookmerland ist ein Gemeindeverband im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Die Samtgemeinde besteht aus den Mitgliedsgemeinden Marienhafe, Leezdorf, Osteel, Rechtsupweg, Upgant-Schott und Wirdum. Verwaltungssitz ist Marienhafe.
Das Brookmerland, wie es umgangssprachlich auch genannt wird, hat auf 77,25 Quadratkilometern Einwohner. Daraus ergibt sich eine Einwohnerdichte von Einwohnern je Quadratkilometer, die nicht nur über dem ostfriesischen (), sondern auch leicht über dem niedersächsischen Vergleichswert (), jedoch unter dem der Bundesrepublik (etwa 230) liegt.
Das Gebiet der Gemeinde liegt auf einem Teil der historischen Region Brookmerland, deren Bezeichnung von dem altfriesischen Wort brōk stammt, das für eine moorige Bruchlandschaft steht, die früher kaum besiedelt war. Diese zog sich vom Westrand des Ostfriesischen Geestrückens von der Ley (Norder Tief) bis zur Flumm (Fehntjer Tief) hin.
Zum kulturellen Erbe der Samtgemeinde zählen die historischen Kirchen in Marienhafe und Osteel mitsamt ihren Orgeln. Daneben gibt es weitere historische Gebäude wie Steinhäuser (ehemalige Häuptlingsburgen), Gulfhöfe und Windmühlen.
Wirtschaftlich ist die Gemeinde von mittelständischen Betrieben, hauptsächlich für die Nahversorgung, geprägt. Auch der Tourismus spielt eine bedeutende Rolle, wobei sich die Gegend um Marienhafe als ehemaliger Zufluchtsort des Seeräubers Klaus Störtebeker als Störtebekerland vermarktet. Die Landwirtschaft spielt bei der Flächennutzung eine bedeutende Rolle. Insgesamt ist die Samtgemeinde Brookmerland eine Auspendler-Gemeinde in die Städte Emden, Aurich und Norden, in deren Mitte Brookmerland liegt.
Geografie Lage und Ausdehnung { "type": "ExternalData", "service": "geoshape", "ids": "Q633537" } Brookmerland liegt im westlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel in Niedersachsen nordnordwestlich von Emden und südöstlich von Norden im Landkreis Aurich. Es grenzt unmittelbar an die Stadt Norden und liegt westlich der Kreisstadt Aurich. Die Nordseeküste ist nur wenige Kilometer entfernt, am kürzesten ist es zur Leybucht, die sich westlich des Samtgemeindegebiets befindet.
Brookmerland ist mit 171 Einwohnern je km² im innerostfriesischen Vergleich überdurchschnittlich dicht besiedelt und liegt damit auch leicht über der Einwohnerdichte des Landes Niedersachsen (Vergleichszahlen: Ostfriesland 148, Niedersachsen 168), jedoch unter dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 230 Einwohnern je km². Die einzelnen Mitgliedsgemeinden haben jedoch sehr unterschiedliche Besiedelungsdichten: Während Wirdum einen Wert von 69 Einwohnern je km² aufweist, liegt die Einwohnerdichte von 500 Einwohnern je km² im eng begrenzten Hauptort Marienhafe höher als in allen anderen ostfriesischen Kommunen, Städte wie Emden und Leer eingeschlossen. Überdurchschnittlich stark besiedelt sind auch die im Moor angelegten Streusiedlungen Leezdorf und Rechtsupweg, während neben Wirdum auch Upgant-Schott und Osteel aufgrund ihrer großen Gemarkungsflächen und eines hohen Anteils von Landwirtschaftsflächen unter dem Samtgemeindedurchschnitt liegen.
Geologie und Böden Das Gebiet der Samtgemeinde Brookmerland ist an der Oberfläche geologisch von Schichten des Pleistozäns und des Holozäns bestimmt. Die erdgeschichtlich älteren Teile des Pleistozäns sind die Geestgegenden im Nordosten des Gemeindegebietes, auf denen zum Teil holozäne Moorschichten aufliegen. Der Westen und der Süden des Gemeindegebietes liegen in der Marsch, ebenfalls eine holozäne Schicht. mini|Typischer Gley-Boden Das zentrale Gemeindegebiet um Marienhafe, Osteel, Upgant-Schott, Rechtsupweg und Leezdorf weist teils anmoorige Podsol- und Gley-Podsol-Böden in zumeist feuchter Lage auf. Die anmoorigen Gebiete sind nach Kultivierungsmaßnahmen inzwischen größtenteils abgetorft.Angaben in diesem und den folgenden Absätzen stammen, sofern nicht anders referenziert, aus Heinz Voigt, Günter Roeschmann: Die Böden Ostfrieslands, in: Karl-Heinz Sindowski, Heinz Voigt, Günter Roeschmann, Peter Schmid, Waldemar Reinhardt, Harm Wiemann: Geologie, Böden und Besiedlung Ostfrieslands. (Ostfriesland im Schutze des Deiches, Bd. 1), Verlag Deichacht Krummhörn, Pewsum 1969, S. 51–106, hier S. 96 sowie kartografische Beilage. Der weitere Untergrund besteht aus Sand, der teilweise schwach lehmig ist, oft über Lehm und Ton. Östlich von Leezdorf und Rechtsupweg schließen sich in geringerem Umfang Hochmoorböden sowie stark humose Böden auf mittlerweile abgetorften Flächen an. Westlich einer ungefähren Linie Osteel-Siegelsum befinden sich Marschböden. Dabei handelt es sich um zwei schmale Streifen von Knickmarschböden, die kalkfrei bis schwach kalkhaltig sind. Weiter westlich, im Bereich der früheren Leybucht, gibt es kalkreichere Seemarschböden. Der Süden des Gemeindegebietes um Wirdum besteht zum Großteil aus Seemarschböden, die nach der Eindeichung der Leybucht gewonnen wurden. Auch dort schließen im Osten schmale Streifen von Knickmarschböden an. mini|Torfschichten im Moor Die kleinen Hochmoorflächen im Osten des Samtgemeindegebietes bestehen aus der höher liegenden Weißtorfschicht und einer Schwarztorfschicht darunter, die wiederum auf mineralischem Gestein aufliegt. Das Alter der ostfriesischen Hochmoore wird im Allgemeinen auf zirka 5000 Jahre geschätzt. Nachdem der leichtere Weißtorf abgeräumt war, wurde der Schwarztorf zu brikettähnlichen Quadern gepresst, die als Heizmaterial dienten. Die abgetorfte Fläche wurde später kultiviert, dazu waren verschiedene Bodenverbesserungsmaßnahmen erforderlich. Grundsätzlich eignen sich kultivierte Moorböden aufgrund ihrer Nährstoffarmut eher als Grünland.
Die Gley-Böden sind durch hohe Grundwasserstände gekennzeichnet. Ähnliches gilt für die Podsole in feuchter Lage, den Übergangsbildungen zum Gley. Auch sie müssen im Samtgemeindegebiet drainiert werden und werden zumeist als Grünland genutzt.
Seemarschböden haben einen hohen Kalkgehalt von vier bis zwölf Prozent, was für die ackerbauliche Nutzung von Belang ist. Da sie wesentlich aus Schlick bestehen, sind etwa sechs Prozent organische Substanzen. Hohe Grundwasserstände, besonders im Frühjahr und Herbst, machen eine Drainage durch zahlreiche Entwässerungsgräben (Schloote) erforderlich. Ein hoher Kalkgehalt im Boden erlaubt bessere landwirtschaftliche Erträge. Die jungen Seemarschböden haben zumeist eine hohe bis sehr hohe Bodenwertzahl. Die etwas küstenferneren Knick- und Brackmarschböden entstanden aus den feineren und deshalb dichteren Sedimenten, die in früheren Zeiten landeinwärts getrieben wurden. Aufgrund der höheren Dichte sind die tonigen Böden schwerer und weisen oft Staunässe auf. Zudem sind sie kalkärmer.
Die abgesackten Knick- und Brackmarschböden bei Wirdum und Siegelsum liegen unter Normalnull. Die höchstgelegenen Stellen sind die zum großen Teil abgetorften Hochmoorböden bei Leezdorf und Rechtsupweg bis etwa vier Meter über Normalnull.
Gewässer Westlich von Marienhafe liegt die „Quelle“ der Abelitz, eines mäandrierenden Flüsschens, das durch das Gemeindegebiet fließt und südlich von Wirdum in das Alte Greetsieler Sieltief mündet. Dieses entwässert über das Knockster Tief in die Ems. Die Abelitz wird bei Marienhafe aus mehreren Entwässerungsgräben, regional Schloot genannt, gespeist und nimmt in ihrem Verlauf weitere Schloote auf. Neben den Schlooten fließt der Abelitz die Maar zu, die ihren Ursprung in der Nachbargemeinde Südbrookmerland hat. Kurz vor der Einmündung in das Alte Greetsieler Sieltief nimmt die Abelitz noch den Abelitz-Moordorf-Kanal auf, der im Auricher Stadtteil Georgsfeld seinen Ursprung hat und teils kanalisiert durch das Südbrookmerland fließt. Die Abelitz entwässert somit einen Großteil der Samtgemeinde Brookmerland und der Gemeinde Südbrookmerland, wofür der I. Entwässerungsverband Emden mit Sitz im Krummhörner Hauptort Pewsum zuständig ist. Das Alte Greetsieler Sieltief fließt südlich von Wirdum durch das Gebiet der Samtgemeinde und nimmt das Wirdumer Tief auf, einen kurzen Kanal, der früher die Verkehrsanbindung von Wirdum per Boot in die Krummhörn und nach Emden sicherstellte.Theodor Janssen: Gewässerkunde Ostfrieslands. Verlag Ostfriesische Landschaft, Aurich 1967, ohne ISBN, S. 211 ff.
Flächennutzung + Flächennutzung 2011 Nutzung Fläche in ha Gebäude- und Freifläche 740 davon Wohnfläche 536 davon Gewerbe- und Industriefläche 33 Betriebsfläche 22 davon Abbauflächen 18 Erholungsfläche 61 davon Grünanlage 40 Verkehrsfläche 356 davon Straße, Weg, Platz 340 Landwirtschaftsfläche 6.284 davon Moor 8 davon Heide 1 Wasserfläche 176 Waldfläche 77 Flächen anderer Nutzung 9 davon Friedhöfe 3 davon Unland 4 Gesamtfläche 7.725
Mit 81,34 Prozent liegt der Anteil der Landwirtschaftsflächen am Gesamtgebiet über dem ostfriesischen Durchschnitt von 75 Prozent,Eberhard Rack: Kleine Landeskunde Ostfriesland. Isensee Verlag, Oldenburg 1998, ISBN 3-89598-534-1, S. 115. der seinerseits deutlich über dem bundesrepublikanischen Durchschnitt von 52 Prozent liegt. Neun Hektar dieser Fläche sind noch als ursprüngliche(s) Moor bzw. Heide zu bezeichnen. Der Löwenanteil der Landwirtschaftsflächen ist Grünland. Das Brookmerland ist nur wenig bewaldet – selbst innerhalb des waldarmen Ostfriesland, das im bundesrepublikanischen Vergleich eine extrem unterdurchschnittliche Waldfläche (etwa 2,5 Prozent) aufweist. Es gibt nur wenige kleinere aufgeforstete Flächen auf den Wilden Äckern östlich von Upgant-Schott sowie in den hochmoornahen Gebieten nordöstlich von Leezdorf und Rechtsupweg. Die Wasserflächen im Gebiet der Samtgemeinde sind, von wenigen kleinen Tümpeln und Kolken abgesehen, ausschließlich Tiefs, Kanäle und Entwässerungsgräben.
Gliederung der Samtgemeinde Die Samtgemeinde Brookmerland besteht aus sechs Mitgliedsgemeinden. Dies sind neben dem Hauptort und Verwaltungssitz Marienhafe die Gemeinden Leezdorf, Osteel, Rechtsupweg, Upgant-Schott und Wirdum. Daneben gibt es noch weitere Ortschaften, die zum Gebiet der jeweiligen Mitgliedsgemeinde gehören. Tjüche und Siegelsum bildeten bis kurz vor der Gemeindereform eigenständige Gemeinden und wurden nach Marienhafe beziehungsweise Upgant-Schott eingemeindet. Weitere kleinere Ortschaften und Wohnplätze, besonders in den Gemeinden Osteel und Wirdum, sind auf frühere Neuanlagen nach Eindeichungen zurückzuführen, so beispielsweise Osteeler Altendeich und Wirdumer Altendeich.
Nachbargemeinden Das Brookmerland grenzt im Norden und Nordwesten an die Stadt Norden, im Nordosten an die Samtgemeinde Hage, im Osten an die Gemeinde Großheide, im Südosten an die Gemeinde Südbrookmerland, im Südwesten an die Gemeinde Krummhörn und im äußersten Süden an die Gemeinde Hinte.
Klima Das Brookmerland liegt in der gemäßigten Klimazone, hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist insgesamt von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.
Nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen befindet sich die Samtgemeinde in der Einteilung Cfb. C steht für ein warm-gemäßigtes Klima, Cf für ein feucht-gemäßigtes Klima mit warmen Sommern b.
Die nächstgelegene Wetterstation auf dem ostfriesischen Festland befindet sich in Emden (siehe dort für weitere Informationen).
Schutzgebiete