mini|hochkant=1.4|Eingangsbereich des Stadtmuseums (2011) Das Stadtmuseum Düsseldorf (ISIL: DE-MUS-038619) ist ein stadtgeschichtlich und stadttheoretisch orientiertes Museum in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Es ist untergebracht im Palais Spee in der Carlstadt am südlichen Rand des historischen Stadtkerns.
Geschichte mini|Palais Hondheim 1874 als Historisches Museum durch die Stadtverordnetenversammlung gegründet, wurde dieses im Hondheimschen Palais an der Akademiestraße (heute Hafenstraße) untergebracht. Der Anstoß zur Museumsgründung war die Schenkung an Ölgemälden aus dem Nachlass des Grafen von Stutterheim im Oktober 1873. mini|links|Burgplatz mit Schlossturm und Galeriegebäude (links), 1908 In der Zeit von 1879 bis 1902 nahm Prinz Georg von Preußen, Protektor des Historischen Museums, Einfluss auf Standort, Sammlung und Präsentation. Durch seine Schenkungen und sein Vermächtnis konnten die Sammlungsgebiete erweitert und eine Porträtsammlung ausgebaut werden. Und das Historische Museum zog Ende November 1879 in das Galeriegebäude des Schlosses am Burgplatz. Von 1884 bis 1893 war Ludwig Heitland Kustos.
1897 erfolgte der Umzug in das ehemalige Lagerhaus der so genannten Reuterkaserne.
Von 1906 bis 1912 leitete Rudolf Weynand nebenamtlich das Historische Museum der Stadt Düsseldorf. Von 1913 bis 1926 wurde Karl Koetschau, Direktor der Städtischen Kunstsammlung Düsseldorf, dem heutigen Museum Kunstpalast, in Personalunion gleichzeitig Direktor des Hetjens-Museums und des Historischen Museums. Ab 1914 wurde eine „Kriegssammlung“ aufgebaut.
mini|Kunstgewerbemuseum, Foto um 1910 Von 1926/27 bis 1935 war Paul Wentzcke, seit 1912 Direktor des Stadtarchivs, auch Leiter des Historischen Museums, und die Personalunion mit den Städtischen Kunstsammlungen wurde aufgehoben. Ab November 1927 wurde das Historische Museum, das 1928 mit dem Stadtarchiv verbunden wurde, im damaligen Kunstgewerbemuseum am Friedrichplatz 3–7, dem heutigen Grabbeplatz, untergebracht. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Sammlungen der Stadt über ganz Düsseldorf verteilt. Bis 1930 entstanden die Abteilungen „Theatergeschichte“, „Düsseldorf als Garnisonsstadt“, „Düsseldorfer Karneval“, Düsseldorf und seine Schifffahrt, ein „Schützenzimmer“ und es wurde eine Möbelsammlung (ab 1927) aufgebaut. 1933 erhielt das Historische Museum den Namen Stadtmuseum.Stadtmuseum, Sehenswürdigkeiten der Stadt, im Adressbuch der Stadt Düsseldorf 1938, Grabbeplatz 3/5, S. 2–3.
Bei der Trennung von Stadtarchiv und -museum am 10. Oktober 1933 wurde Hans Brückner (1887–1970), schon seit 1922 Mitglied der DVFP und von 1923 bis 1925, dann wieder ab 1931 in der NSDAP, mit der Leitung des Stadtmuseums betraut. Ihm fiel damit die Aufgabe zu, dort eine „germanenkundliche Abteilung“ zu errichten, die Teil einer kompletten Umgestaltung des Hauses im nationalsozialistischen Sinne sein sollte.Stephan Laux: Zwischen Traditionalismus und „Konjunkturwissenschaft“: Der Düsseldorfer Geschichtsverein und die rheinischen Geschichtsvereine im Nationalsozialismus. Sonderdruck aus Blätter für deutsche Landesgeschichte, Band 141/142, 2005/2006 (PDF), S. 128–129 Von 1935 bis 1946 war Brückner Direktor des Stadtmuseums. Im Mai 1935 wurde die Abteilung „Germanenschau“ eröffnet, mit Wanderausstellung ab 1938. Am 5. Juli 1935 eröffnete Brückner mit Hilfe des damaligen Düsseldorfer Hafendirektors Heinrich Etterich eine Ausstellung der ältesten Sammlungen zur Geschichte der Rheinschifffahrt. Diese Sammlung wurde der Öffentlichkeit zunächst temporär 1936 während des Düsseldorfer Hafentags im Stadtmuseum, ab 1937 dauerhaft im „Grünen Gewölbe“ des Planetariums präsentiert. 1978 beschloss der Rat der Stadt Düsseldorf, das Schifffahrtsmuseum dauerhaft im Schlossturm unterzubringen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört, der Kern der Sammlung blieb aber durch Auslagerungen erhalten. Von 1946 bis 1950 war Karl Steinebach Direktor des Stadtmuseums. Unter seiner Leitung zog das Museum 1948 in das Obergeschoss im Ehrenhof 2 (heute NRW-Forum). 1955 erfolgte der Umzug ins Schloss Jägerhof unter der Leitung von Gert Adriani, von 1950 bis 1958 Direktor des Stadtmuseums, ab 1954 auch Direktor des Kunstmuseums.
Ab 1958 übernahm Meta Patas, Direktorin des Kunstmuseums, die kommissarische Leitung. Im Jahr 1963 endete die Personalunion mit dem Kunstmuseum. Unter der Direktorin Meta Patas zog das Museum in das ehemalige Palais Spee (1. Bauabschnitt) um und wurde in Stadtgeschichtliches Museum umbenannt.
1977 wurde der Westflügel im Palais Spee (2. Bauabschnitt) erweitert. Direktor Wieland Koenig (1979–2002) forcierte den Aufbau der Sammlung zur Kunst im Widerstand und der Zeit des Nationalsozialismus. 1980 erfolgte die Rückumbenennung in Stadtmuseum.
Am 2. Juni 1991 wurde das Stadtmuseum nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus von Niklaus Fritschi (3. Bauabschnitt) wieder eröffnet. Am 2. September 2003 übernahm Susanne Anna die Leitung des Hauses. Nach einer neunmonatigen Schließung wurde die Neukonzeption der Öffentlichkeit vorgestellt.
Chronik 14. Oktober 1873 – Annahme von Ölgemälden aus dem Nachlass des Grafen von Stutterheim (Sammlung Stutterheim) durch die Stadtverordnetenversammlung Düsseldorf 5. Mai 1874 – Beschluss zur Gründung eines historischen Museums durch die Stadtverordnetenversammlung Standort: Palais Hontheim, Feuerwehrhaus, Akademiestraße (heute Hafenstraße) 5 Verwaltung des „Historischen Museums“ durch ein Kuratorium (Oberbürgermeister und sechs Bürger) ab 1874 Notar Carl Strauven als „Conservator“ 1879–1902 Prinz Georg von Preußen, Protektor des Historischen Museums, nahm Einfluss auf Standort, Sammlung und Präsentation Erweiterung des Sammlungsgebietes, Aufbau einer Porträtsammlung durch Schenkungen und Vermächtnis des Prinzen Georg von Preußen 1879 7. Oktober 1879 – Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über einen Umzug in das Akademiegebäude (Galeriegebäude des Schlosses), Burgplatz Ende November 1879 – Wiedereröffnung 1884–1893 – Kustos (= ab 1913 Direktor) Ludwig Heitland 1894–1906 – Kustos Emil Niepmann September 1897 – Umzug in das ehemalige Lagerhaus, Reuterkaserne 1 / Schloßufer 41 1906–1912 – Kustos Rudolf Weynand 1913–1926 – Prof. Karl Koetschau, Direktor der Städt. Kunstsammlung (heute Stiftung museum kunst palast), wurde in Personalunion gleichzeitig Direktor des Hetjens-Museums und des Historischen Museums ab 1914 – Aufbau einer „Kriegssammlung“ 1926/27-1935 Direktor des Stadtarchivs und des Stadtmuseums: Paul Wentzcke Personalunion mit den Städt. Kunstsammlungen aufgehoben, Historisches Museum mit dem Stadtarchiv verbunden 1. November 1927 – Wiedereröffnung nach Umzug in ehemaliges Kunstgewerbemuseum, Friedrichplatz (Grabbeplatz) 3–7, bis zu diesem Zeitpunkt Sammlung über ganz Düsseldorf verteilt ab 1927 – Aufbau einer Möbel-Sammlung ab 1929 – Aufbau der Abteilungen „Theatergeschichte“, „Düsseldorf als Garnisonsstadt“, „Schützenzimmer“ und „Düsseldorfer Karneval“ um 1930 – Aufbau der Abteilung „Düsseldorf und seine Schiffahrt“ 1933 Umbenennung in „Stadtmuseum“ 30. Juni 1933 – Eröffnung eines Garnison-Museums im Stadtmuseum 1935–1946 – Direktor Hans Brückner 1935 Aufhebung der Personalunion mit dem Stadtarchiv Mai 1935 – Eröffnung der Abteilung „Germanenschau“, ab 1938 Wanderausstellung 5. Juli 1935 – Eröffnung der Abteilung „Garnisonmuseum“ im Schlossturm, 2. Mai 1937 – Eröffnung der Abteilung „Schiffahrt“ im „Grünen Gewölbe“ des Planetariums Ende 1937–1939 Schließung des Stadtmuseums, Renovierung des Gebäudes Friedrichplatz 3–7 Neuordnung der Sammlungspräsentation 27. August 1939 – Wiedereröffnung ab Weihnachten 1939 – Schließung des Museums wegen Kriegsbeginns, Neueröffnung in verkleinertem Umfang 1939–1945 – Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude des Stadtmuseums zerstört, der Kern der Sammlung blieb durch Auslagerung erhalten 1946–1950 – Direktor Karl Steinebach (Studienrat) 1946 – Museumsverwaltung, Ehrenhof 3, Bestände in Depots 1948 – Umzug in das Obergeschoss im Ehrenhof 2 (heute Forum NRW) 27. Februar 1949 – Wiedereröffnung im Ehrenhof 2 1950–1958 – Direktor Gert Adriani, ab 1954 auch Direktor des Kunstmuseums 1955 – Umzug in das Schloss Jägerhof 1958 – Kommissarische Leitung Meta Patas, Direktorin des Kunstmuseums 1963 Aufhebung der Personalunion mit dem Kunstmuseum Direktorin Meta Patas Umzug in das wiederhergestellte Palais Spee (1. Bauabschnitt) Umbenennung in „Stadtgeschichtliches Museum“ 1977 – Erweiterung des Westflügels im ehemaligen Palais Spee (2. Bauabschnitt) 1979–2002 – Direktor Wieland Koenig 1979–2003 – Aufbau der Sammlung zur Kunst im Widerstand und Zeit des Nationalsozialismus 1980 – Umbenennung in „Stadtmuseum“ 1984 – Wiedereröffnung der Abteilung Schifffahrtmuseum im Schlossturm 2. Juni 1991 – Wiedereröffnung nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus von Prof. Niklaus Fritschi (3. Bauabschnitt) ab 1994 – Das Schifffahrtmuseum im Schlossturm wird in Form einer Public Private Partnership zwischen Stadtmuseum und dem Verein der Freunde und Förderer des Schifffahrtmuseums e.V. betrieben 1998 – Schließung des Schifffahrtmuseums im Schlossturm aufgrund von Renovierungsarbeiten 12.–13. Mai 2001 – Feier zur Wiedereröffnung des Schlossturms 2. September 2003 – Direktorin Susanne Anna 2004 – Renovierung und Neugestaltung des Erweiterungsbaus, Einrichtung des Stadthistorischen Forums 2005 – Renovierung und Neugestaltung der Sammlungspräsentation im Palais Spee 12. Februar 2006 – Wiedereröffnung des Palais Spee
Architektur mini|Spee’sches Palais von der Gartenseite aus gesehen mini|Spee’scher Graben mit erhaltener Bastion der Zitadelle mini|Der Spee’sche Park, im Hintergrund das Stadtmuseum Am 2. Juni 1991 wurde der vom Architekten Niklaus Fritschi entworfene Erweiterungsbau des Stadtmuseums eröffnet. Der Neubau ist entsprechend dem Palais Spee auf den Park hinter dem Museum ausgerichtet. Der Park wurde vom Gartenarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe auf Resten der Festung Düsseldorf angelegt. Die offene Architektur Fritschis wurde bei der Entwicklung der Neukonzeption 2003 weitergeführt. Die in der postmodernen Architektur des Erweiterungsbaus angelegte zusammenhängende Struktur diente als Grundlage für den Umbau des Erdgeschossbereichs im Erweiterungsbau des Stadtmuseums Düsseldorf zum „Stadttheoretischen Forum“. Die Veränderungen wurden nötig durch die gewandelten Anforderungen an Funktion und räumliche Repräsentation sowie eines sich veränderten Verständnisses von Museumsarchitektur und der Einbeziehung der Museumsnutzer.
Sammlungen Sammlungen der Ur- und Frühgeschichte und Ältere Stadtgeschichte mini|Bild des Kurfürsten Jan Wellem von Jan Frans van Douven 1716 Die Sammlung umfasst als zeitlichen Rahmen die Steinzeit bis zum späten 18. Jahrhundert. Schwerpunkte liegen in der landesgeschichtlich bedeutenden Epoche der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg (16. und 17. Jahrhundert) sowie in der Regierungszeit der Herzöge von Jülich-Berg aus dem Hause Pfalz-Neuburg (17. bis 18. Jahrhundert). Die Bestände umfassen unter anderem archäologische Fundstücke, Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Objekte der angewandten Kunst sowie Archivalien.