Weingarten ist ein Ortsteil der Landgemeinde Hörsel im Nordwesten des thüringischen Landkreises Gotha.
Geographie Geographische Lage Das Dorf liegt nördlich des Thüringer Waldes, etwa 14 Kilometer von der Kreisstadt Gotha und etwa 45 Kilometer von der Landeshauptstadt Erfurt entfernt. Weingarten liegt im Norden des hohen Haynberges, der das Tal der Hörsel (etwa ) vom tiefer gelegenen Nessetal (etwa ) als flache Anhöhe trennt. Die nächstliegenden Dörfer sind Friedrichswerth im Norden, Sonneborn im Nordosten, Neufrankenroda im Südosten, Teutleben im Süden und Ebenheim im Westen. Am südlichen Ortsrand liegt der Dorfteich, Quellteich des Gliemen-Bachs, der in Richtung Osten fließt und zwischen Sonneborn und Friedrichswerth die Nesse erreicht.
Ausdehnung des Gebiets Die Gesamtfläche der Gemarkung Weingarten beträgt 402 Hektar.
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung Weingartens findet sich in einer undatierten Urkunde des Fuldaer Abts Burchard (1168–1176).Ernst Friedrich Johann Dronke (Hrsg.): Codex Diplomaticus Fuldensis. Cassel 1850, Nr. 831, S. 410. Der Ort gehörte nach dem Erwerb durch die Herren von Hopffgarten bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichte Mitte des 19. Jahrhunderts zum Hopffgartenschen Gericht im Herzogtum Sachsen-Gotha, Sachsen-Gotha-Altenburg bzw. Sachsen-Coburg und Gotha. Ab 1920 lag er im Land Thüringen.
Am 1. Januar 1997 wurde Weingarten Mitgliedsgemeinde der 1994 gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Hörsel. Durch Beschluss des Thüringer Landtags am 16. November 2011 konnte die Verwaltungsgemeinschaft Hörsel zum 1. Dezember 2011 aufgelöst und durch einen freiwilligen Zusammenschluss der zehn bisher selbstständigen Gemeinden Aspach, Ebenheim, Fröttstädt, Hörselgau, Laucha, Mechterstädt, Metebach, Teutleben, Trügleben und Weingarten die Landgemeinde Hörsel neu gebildet werden., 9. Jg., Nr. 10/2011 (PDF; 869 kB), hrsg. v. Verwaltungsgemeinschaft „Hörsel“, Hörselgau, 25. November 2011, S. 1StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember): 1994 – 202 1995 – 203 1996 – 193 1997 – 186 1998 – 186 1999 – 176 2000 – 176 2001 – 183 2002 – 189 2003 – 183 2004 – 183 2005 – 180 2006 – 177 2007 – 162 2008 – 171 2009 – 164 2010 – 157 2014 – 163 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Ehemalige Bürgermeister Bei der Bürgermeisterwahl am 27. Juni 2004 wurde Klaus Klar zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Am 6. Juni 2010 wurde er in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit begann am 1. Juli 2010. Mit der Umwandlung zur Landgemeinde wurde er zum 1. Dezember 2011 zum Ortschaftsbürgermeister (mit einer Amtszeit bis 2016).
1994–2004: Günther Rudloff (Freiwillige Feuerwehr Weingarten)Bürgermeisterwahlen am 12. Juni 1994 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011Bürgermeisterwahlen am 13. Juni 1999 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011 2004–2011: Klaus Klar (FWG/parteilos)Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen, in: (PDF; 3,3 MB), hrsg. v. Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt, April 2008Bürgermeisterwahlen am 6. Juni 2010 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke mini|Dorfkirche
Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die namenloseNach Aussage des Pfarrvikars, Christian Schaube, ist bisher in Akten und Urkunden noch kein Name der Kirche gefunden worden. Dorfkirche. Die kleine Kirche ist sehr alt. Urkunden, in denen die Kirche erwähnt wird, besagen, dass sie bereits im 13. Jahrhundert bestanden hat. Es wird vermutet, dass es sich hier um die älteste Dorfkirche Thüringens handelt. Vermutlich wurde sie im Zuge der Reisen des Bonifatius aus Ohrdruf im 8. Jahrhundert erbaut. In einer quadratischen Einlassung im quaderförmigen, steinernen Altar treffen sich unter bestimmten Voraussetzungen die Sonnenstrahlen, eine Tatsache, die auf eine heidnische Kultstätte hinweist, die vielleicht im Zuge der Missionierung durch Bonifatius von den Einheimischen zu einer christlichen Kirche umgebaut wurde. Die Kirche beinhaltet zwei Emporen und etwa 120 Sitzplätze, ein Raumangebot, das dem Gottesdienstbesuch früherer Zeiten entsprochen hat. Die Kirchgemeinde gehört zum Kirchspiel Metebach, dem weiterhin die Kirchgemeinden Neufrankenroda, Asbach und Ebenheim angehören.
Wirtschaft und Infrastruktur Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt, wobei der größte Teil der Ackerflächen von einem Betrieb mit Sitz in Sonneborn bewirtschaftet wird.
Verkehr Der nächste Bahnhof ist in Mechterstädt oder Fröttstädt etwa sieben Kilometer südlich von Weingarten. Die Buslinie 820 der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha verbindet Weingarten mit der Kreisstadt Gotha.
Wasser und Abwasser Die Wasserver- und Abwasserentsorgung wird durch den Wasser- und Abwasserzweckverband Mittleres Nessetal sichergestellt.
Einzelnachweise
Weblinks
Weingarten auf der Seite der Gemeinde Hörsel
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