Von „phänomenaler Kausalität“ wird in der Psychologie, spezieller auch in der Sozialpsychologie, gesprochen, wenn eine Bewegung oder die Veränderung eines Objektes als verursacht durch ein anderes Objekt wahrgenommen werden (oder etwa in der Sozialpsychologie ein Ereignis oder anderer Sachverhalt als verursacht durch die Eigenart oder das Verhalten einer Person).
Frühe grundlegende psychologische Arbeiten zur phänomenalen Kausalität gehen vor allem auf den Gestalttheoretiker Karl Duncker (1903–1940)siehe Karl Duncker (1935): Zur Psychologie des produktiven Denkens. Darin widerlegt Duncker David Humes Auffassung von der Unmöglichkeit des Kausalerkennens am Einzelfall und bereitet damit den Boden für die späteren Versuche Albert Michottes. sowie auf den ebenfalls gestalttheoretisch orientierten belgischen Psychologen Albert Michotte (1881–1965)Albert Michotte (1946): The Perception of Causality zurück, der 1946 über eine Reihe von Experimenten über die Kausalwahrnehmung berichtete.Eine auf Michotte zurückgehende Demonstration zur phänomenalen Kausalität findet sich hier:
Hypothesen über derartige Wahrnehmungsprozesse wurden später auch in sozialpsychologischen Experimenten überprüft.„Locus of cause“. In: Paul F. Secord, Carl W. Backman: Social psychology. McGraw-Hill Book Company New York 1964. S. 87 ff. In der Sozialpsychologie wird versucht, die „Kausalattribution“ (also die Wahrnehmung oder Zuschreibung der Verursachung) durch die Attributionstheorie(n) zu erklären, die vor allem auf den Gestaltpsychologen Fritz Heider (1896–1988) zurückgehen.
Einzelnachweise
Kategorie:Allgemeine Psychologie Kategorie:Sozialpsychologie