mini|Sergei Nikolski 1997 Sergei Michailowitsch Nikolski (, englische Transkription Sergey Mikhailovich Nikolsky oder Nikolskii; * in Sawod Taliza, Gouvernement Perm, heute Oblast Swerdlowsk; † 9. November 2012 in MoskauTodesmeldung auf der Website des Moskauer Steklow-Instituts) war ein russischer Mathematiker.
Leben Nikolski wollte zunächst Ingenieur werden und besuchte bis 1929 das Institut für Volksbildung in Jekaterinoslaw (heute Universität Dnepropetrowsk). Danach studierte er an der Lomonossow-Universität als Schüler von Andrei Kolmogorow. In den 1930er Jahren arbeitete er an der Universität Dnepropetrowsk und habilitierte sich am Steklow-Institut für Mathematik, an dem er danach tätig war. Seit 1948 lehrt er außerdem am Moskauer Institut für Physik und Technologie (MIPT), wo er noch 2005 Vorträge hielt.
Nikolski beschäftigte sich unter anderem mit Funktionalanalysis und Approximationstheorie. 1951 führte er die Nikolski-Räume ein,Siehe Albrecht Pietsch History of Banach spaces and linear operators, Birkhäuser 2007, S. 446 ausführlich behandelt in seinem Buch Approximation of functions of several variables and Imbedding Theorems. Sein Schüler Oleg Bessow führte darauf aufbauend 1961 die Besov-Räume ein. Nikolski schrieb ein in Russland verbreitetes Analysis-Lehrbuch (1. Auflage 1973).
1972 wurde er Mitglied der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften. Er war auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften (1980) und der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (1976). 1954 hielt er einen Plenarvortrag auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Amsterdam (Einige Fragen der Approximation von Funktionen durch Polynome), 1962 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress (ICM) in Stockholm (On boundary properties of differentiable functions of several variables). 2000 wurde er mit dem Kolmogorow-Preis der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet.
Er sollte nicht mit Nikolai Kapitonowitsch Nikolski verwechselt werden, der sich ebenfalls mit Analysis befasst.
Schriften Approximation of functions of several variables and imbedding theorems, Springer Verlag 1975 (russisches Original Nauka, Moskau 1969) Operators, functions and systems. An easy reading. Band 1: Hardy, Hankel and Toeplitz, American Mathematical Society 2002 mit Valentin Petrovich Il’in, Oleg Besov Integral representation of functions and embedding theorems, 2 Bände, Wiley 1978, 1979 Herausgeber: Theory and applications of differentiable functions of several variables, American Mathematical Society 1967 Quadrature formulae, Delhi, Hindustan Publ. Corp. 1964 Kurs in Mathematischer Analysis (russisch), 2 Bände, Nauka 1975 mit Ya. S. Bugrov: Differential equations, multiple integrals, series, theory of functions of a complex variable, Mir Publ., Moskau 1983
Literatur Eintrag in Siegfried Gottwald, Karl-Heinz Schlote, Hans-Joachim Ilgauds Lexikon bedeutender Mathematiker, Teubner 1990
Weblinks Konferenz zu seinem 100. Geburtstag 2005
Liste von Doktoranden beim Mathematics Genealogy Project Никольский, Сергей Михайлович Eintrag bei der Russischen Akademie der Wissenschaften (russisch) Sergeĭ Mikhaĭlovich Nikol’skiĭ in der Datenbank zbMATH (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (MIPT) Kategorie:Mathematiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Träger des Verdienstordens für das Vaterland Kategorie:Träger des Staatspreises der UdSSR Kategorie:Absolvent der Lomonossow-Universität Moskau Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 2012 Kategorie:Hundertjähriger Kategorie:Mann