Animal Crossing (jap. bzw. ) ist eine Videospielreihe von Nintendo, die 2001 mit dem gleichnamigen Spiel Animal Crossing startete. Das Spielprinzip der Simulationsspiele spielt sich in einer Fabelwelt ab und verläuft, mit Ausnahme der Spin-offs, in Echtzeit. In Deutschland erschienen Serienableger für den Nintendo GameCube, den Nintendo DS, die Wii, den Nintendo 3DS und die Nintendo Switch. Für Wii U und iOS/Android erschienen Ableger der Serie.
Besonders in Japan gehört Animal Crossing zu den populärsten Spielereihen. Der Ableger für die Nintendo Switch, Animal Crossing: New Horizons, ist mit weltweit über 45 Millionen verkauften Einheiten der bisher erfolgreichste Teil der Serie.
Erfinder der Spielreihe ist Katsuya Eguchi.
Spielprinzip In der Animal-Crossing-Reihe übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen menschenähnlichen Avatar, der in ein von sprechenden Tieren bewohntes Dorf oder in eine Campinganlage zieht (siehe Animal Crossing: Pocket Camp). Er bekommt meist von Tom Nook ein kleines Haus gestellt. Um dieses abzuzahlen, müssen diverse Tätigkeiten verrichtet werden, die dazu dienen, die Bewohner der Stadt und einige Möglichkeiten des Gelderwerbes kennenzulernen. Ist das Haus abgezahlt, bietet Tom Nook dem Spieler mehrfach eine Vergrößerung des Hauses an, für die er jedes Mal mehr Geld verlangt. So lässt sich die eigene Wohnmöglichkeit auf mehrere Zimmer und Stockwerke vergrößern.
Um Geld für die Bezahlung der Haus-Erweiterungen zu erhalten, hat der Spieler verschiedene Möglichkeiten. Im Dorf befinden sich zahlreiche Bäume, an denen Früchte wachsen. Die Früchte lassen sich nach Schütteln der Bäume aufsammeln und verkaufen. Mithilfe einer Angel können im Fluss, im Meer oder in Seen Fische gefangen werden. Ebenso kann der Spieler mit einem Kescher Insekten einfangen, durch deren Verkauf er ebenfalls Geld erhält. Mittels einer Schaufel ist es zudem möglich, Fossilien auszugraben. Nach einer Analyse im Museum durch Eugen lassen sich diese ebenfalls verkaufen. Alternativ können alle Exemplare der Insekten, Fische und Fossilien dem Museum auch einmalig gespendet werden, um dessen Sammlung zu vervollständigen.
In der Ortschaft sind neben dem Spieler weitere Bewohner ansässig. Bei ihnen handelt es sich um sprechende Tiere, die in eigenen Häusern wohnen und mit dem Spieler interagieren können. Hin und wieder ziehen Tiere aus dem Dorf aus und werden durch neue Bewohner ersetzt. Die im Dorf lebenden Tiere nehmen nur selten Einfluss auf das Spielgeschehen. Allerdings verändern mehrere der Bewohner ihr Verhalten gegenüber dem Spieler und werden freundlicher, wenn dieser sie über eine gewisse Zeit regelmäßig anspricht. So kann man zum Beispiel die Vorgeschichte im Verhältnis verschiedener Charaktere erfahren oder man bekommt ein Foto von ihnen geschenkt.
Ein weiterer Aspekt des Spiels ist das eigene Haus, dessen Inneneinrichtung mithilfe zahlreicher Möbelstücke, Böden und Tapeten individuell gestaltet werden kann. Täglich wird die Inneneinrichtung von der sogenannten „Akademie des schönen Hauses“ bewertet, dessen Vorsitzender Fred ist. Erreicht der Spieler mit seiner Einrichtung bestimmte Punktegrenzen, bekommt er diverse Preise.
mini|220x124px|rechts|Das Animal-Crossing-Logo Die Schneiderei des Dorfes wird von Tina und Sina geführt. In der Schneiderei kann der Spieler zahlreiche Kleidungsstücke kaufen und dadurch sein Aussehen anpassen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Kleidungsstücke selbst zu gestalten und danach zu tragen.
Eine Besonderheit der Animal-Crossing-Reihe ist, dass es in Echtzeit abläuft. Das Spiel richtet sich nach der eingestellten Systemzeit der entsprechenden Konsole. Die Stunden, Tage und Jahre vergehen genau wie im richtigen Leben, 24 virtuelle Stunden entsprechen dabei 24 realen Stunden. Die Zeit, die man nicht spielt, also in Animal Crossing „abwesend“ ist, vergeht im Spiel trotzdem. Auch sind viele Dinge im Spiel tages-, monats- oder jahreszeitabhängig. So finden Feste nur an bestimmten Tagen statt oder lassen sich diverse Fisch- und Insektenarten nur in bestimmten Monaten beobachten und fangen.
Weiterhin verzichtet Animal Crossing auf klassische Spielelemente. So gibt es weder eine fortlaufende Handlung noch konkrete Missionen oder Aufgaben. Ein festes, erreichbares Spielende existiert ebenso wenig. Im Mittelpunkt des Spiels stehen somit das Sammelprinzip und die Interaktion mit den Nichtspielercharakteren.
Die virtuelle Spielwelt wird dabei sehr lebensecht präsentiert, indem man mit Umwelt und Tieren interagieren, verschiedenen Beschäftigungen nachgehen oder diverse im Spiel stattfindende Feste und Feiertage begehen kann. Außerdem gibt es verschiedene Witterungen: Es kann regnen, schneien, die Sonne scheinen, neblig sein oder gewittern.
Spiele Animal Crossing
Animal Crossing (, Dōbutsu no Mori) wurde in Japan am 14. April 2001 für Nintendo 64 veröffentlicht, schaffte aber nicht den Weg in den Westen. Am 14. Dezember 2001 erschien das Spiel als Dōbutsu no Mori+ (どうぶつの森+) für Nintendo GameCube. Hierbei handelt es sich um eine mit dem Originalspiel auf dem Nintendo 64 fast inhaltlich identische Version, die aber technisch vor allem durch den Einsatz diverser Grafikfilter aufgewertet wurde. Am 15. September 2002 erschien das Spiel in Nordamerika, am 24. September 2004 erfolgte die Veröffentlichung in Europa.
Animal Crossing: Wild World
Animal Crossing: Wild World (, Oideyo: Dōbutsu no Mori) wurde in Japan am 23. November 2005 für Nintendo DS veröffentlicht. Am 31. März 2006 wurde die europäische Fassung auf den Markt gebracht. Es bot als erstes Spiel der Reihe die Option, online zu spielen. Mit über 12 Millionen verkauften Exemplaren ist es eines der erfolgreichsten Spiele für diese Plattform.
Animal Crossing: Let’s Go to the City
Animal Crossing: Let’s Go to the City (, Machi e ikō yo: Dōbutsu no Mori) erschien am 20. November 2008 für Wii in Japan. Wenige Tage später wurde das Spiel am 5. Dezember 2008 in Europa veröffentlicht. Es ist das erste Spiel, das WiiSpeak unterstützt. Die Spielwelt wird in die gewohnte Ortschaft und eine Großstadt unterteilt, in der sich das Geschäftsleben abspielt.
Animal Crossing: New Leaf
Animal Crossing: New Leaf (, Tobidase: Dōbutsu no Mori) erschien am 8. November 2012 in Japan und am 14. Juni 2013 in Europa für die Systeme der Nintendo-3DS-Familie. Erstmals kann der Spieler die Rolle des Bürgermeisters annehmen und dadurch intensiver an der Gestaltung der Ortschaft mitwirken. Mit über 9 Millionen verkauften Exemplaren zählt es zu den erfolgreichsten Spielen für Nintendo 3DS. Die kostenlose Erweiterung Animal Crossing: New Leaf – Welcome Amiibo erschien im November 2016 als Download und wenig später auch im Einzelhandel.
Animal Crossing: Happy Home Designer
Animal Crossing: Happy Home Designer (, Dōbutsu no Mori: Happī Hōmu Dezainā) ist das erste Spin-off der Reihe, das am 30. Juli 2015 in Japan und am 2. Oktober 2015 in Europa für die Systeme der Nintendo 3DS-Familie veröffentlicht wurde. Es ist das erste Nintendo-Spiel, das Amiibo-Karten unterstützt. Es unterscheidet sich von den vorherigen Spielen, da der Schwerpunkt in Happy Home Designer auf dem Gestalten der Häuser für NPCs liegt.
Animal Crossing: Amiibo Festival
Animal Crossing: Amiibo Festival (, Dōbutsu no Mori: amiibo Fesutibaru) erschien am 20. November 2015 in Europa und einen Tag später in Japan. Das Spiel ist ein Spin-off der Reihe für Wii U und basiert auf der Verwendung von Amiibo-Figuren.
Animal Crossing: Pocket Camp
Animal Crossing: Pocket Camp ist ein Mobile-Spiel für Android und iOS. Es wurde am 25. Oktober 2017 in Australien und weltweit am 21. November desselben Jahres veröffentlicht. Der Spieler verwaltet darin einen Campingplatz.
Animal Crossing: New Horizons
Animal Crossing: New Horizons ist der fünfte Teil der Serie und erschien am 20. März 2020 exklusiv für Nintendo Switch. Im fünften Teil wird der Spieler zum Inselsprecher ernannt und muss die Insel neben Tom Nook verwalten. Am 5. November 2021 wurde das erste kostenpflichtige DLC zu dem Hauptspiel Animal Crossing: New Horizons veröffentlicht. Animal Crossing: Happy Home Paradise ist dem Hauptspiel thematisch angepasst und ähnelt in der Spielweise Animal Crossing: Happy Home Designer.
Anwendungen Neben den Spielen wurden zahlreiche weitere Anwendungen als Download veröffentlicht. Die Animal-Crossing-Lobby erschien am 7. August 2013 kostenlos für den Nintendo eShop der Wii U und wurde am 31. Dezember 2014 eingestellt. In der Lobby konnten zahlreiche Bewohner getroffen und mit anderen Spielern über das Nintendo Network interagiert werden. Der Animal-Crossing-Rechner erschien im Nintendo DSi Shop des Nintendo DSi. Die Animal-Crossing-Uhr erschien ebenfalls im Nintendo DSi Shop. Photos with Animal Crossing ist eine Foto-Anwendung für den Nintendo 3DS, über die der Spieler mithilfe von AR-Karten Fotos mit ausgewählten Animal-Crossing-Charakteren aufnehmen kann.
Charaktere
Das Dorf des Spielers wird von verschiedenen tierischen Charakteren bewohnt. Er kann sich mit ihnen unterhalten, ihnen Briefe und Pakete schicken oder Aufgaben für sie übernehmen. Gelegentlich ziehen Nachbarn aus dem Dorf aus oder neue hinzu. Die Anzahl der tierischen Bewohner ist auf acht bzw. seit New Leaf auf zehn begrenzt. Die Tiere verkörpern verschiedene Persönlichkeiten und reagieren dementsprechend auf Aussagen des Spielers. Seit Wild World führen die Tiere auch Dialoge untereinander, die der Spieler mitverfolgen kann, richten ihr Haus neu ein oder reagieren merklich freundlicher und persönlicher auf den Spieler, wenn dieser sich aus- oder unzureichend mit den Tieren beschäftigt. Neben den regulären Bewohnern spielen andere Charaktere eine bestimmte Rolle in der Stadt. Abhängig von ihrer Tätigkeit können sie ständig oder nur selten angetroffen werden, manche lediglich an bestimmten Tagen im Jahr.
Tom Nook ist ein Tanuki und Inhaber der Immobilienfirma ImmoNook. Bis Let's go to the City besaß er einen eigenen Laden im Dorf. Nachdem der Spieler mit dem Kauf von Gegenständen einen bestimmten Gesamtpreis überschritt, schloss der Laden für einen Tag und eröffnete am darauffolgenden Tag in größerer Form mit einem größeren Angebot wieder. Seit New Leaf kümmern sich seine Neffen Schlepp und Nepp um den Laden. In New Horizons ist Tom Nook von ImmoNook zu Nook Inc. gewechselt, die sich unter anderem um die Flüge kümmert und für das Inselleben sorgt.
Die Igelschwestern Tina und Sina sind Inhaberinnen der Schneiderei der Stadt. Dort kann der Spieler Oberteile, Hosen, Röcke, Kleider, Regenschirme, Accessoires kaufen. Seit Wild World ist es möglich, Kleidungsstücke gestalten und selbst erstellten Designs als QR-Code zu speichern. Diese können wiederum bei Tina und Sina an der Nähmaschine eingelesen werden, zudem werden die beiden von ihrer Schwester Samthea unterstützt, die sich speziell um den Verkauf von Kopfbedeckungen und Accessoires kümmert. In New Horizons legt Samthea ihren Künstlernamen ab und möchte wieder Minna genannt werden. Statt Tina und Sina in der Schneiderei zu helfen, hat Minna ihr eigenes Modelabel gegründet und schaut ab und zu bei der Insel vorbei.
Die zwei Eulen Eugen und Eufemia sind für das Museum des Dorfes zuständig. Eugen betreut seit jeher die Sammlung von Insekten, Fischen, Meerestieren, Dinosaurierskeletten und Kunstwerken. Seit Wild World wird er von seiner Schwester Eufemia unterstützt, die das Observatorium betreibt, in New Leaf ist sie für den Museumsladen zuständig. In New Horizons arbeitet Eufemia nicht mehr im Museum, sondern kommt ab und zu die Insel besuchen, um nachts die Sterne zu beobachten.