rechts|mini|220px|Steilsprung mit 2 Stangen, Dekorelementen als Unterfang und breiten Fangständern rechts|mini|220px|Die Auflagen der abgeworfenen Stange sind erkennbar. Die Auflagen passen in die Löcher der Eisenschiene am Ständer. rechts|mini|220px|Nach dem Kreuz liegt eine Stange am Boden, die das Pferd dazu anregt konzentriert und ruhig weiter zu galoppieren. Einfache Sprungständer. Kerben für die Sprungauflagen auf der Außenseite. Diese Bauweise ist leichter als mit Eisenschienen.

Hindernisse gibt es in mehreren Disziplinen des Pferdesports. Es gibt Hindernisse, die gesprungen werden müssen, beispielsweise beim Springreiten, Jagdreiten und bei der Vielseitigkeit und Hindernisrennen. Es gibt aber auch Schritt- und Trab-Cavalettis oder Stangen die in der entsprechenden Gangart ohne Sprung überwunden werden. Fahrsport-Hindernisse müssen durchfahren werden.

Bestandteil einer Geländestrecke beim Vielseitigkeitsreiten Hindernis auf einer Pferderennbahn für Hürdenrennen Hindernis auf einer Pferderennbahn für Jagdrennen Hindernis auf einer Jagdstrecke beim Jagdreiten Hindernis im Fahrsport beim Hindernisfahren (Kegelfahren) Hindernis im Fahrsport beim Geländefahren (Marathon) Geschicklichkeitparcours für Gelassenheitsprüfungen, die Bodenarbeit und im Westernreiten für die Disziplin Trail

Hindernisse für den Fahrsport, das Springreiten und die Vielseitigkeit werden im Folgenden beschrieben.

Allgemeines Alle Hindernisse im Pferdesport sollten so beschaffen sein, dass die Verletzungsgefahr gering ist. Eine Gefahr ist, dass ein Pferd auf eine am Boden liegende Stangen tritt, weil eine Stange an die falsche Stelle gerollt ist. Darum sollten Stangen gegen Wegrollen gesichert werden und auf die richtigen Abstände geachtet werden.

Meistens werden schwere, standfest und solide Hindernisse bevorzugt. Fichtenholz mit einer normalen Restfeuchte von 15 % hat eine Dichte von rund 400 kg/m³. Damit wiegt eine Stange von vier Metern Länge bei zehn Zentimetern Durchmesser bereits 12 Kilogramm. Hindernisständer, insbesondere Fangständer sind wesentlich schwerer, vor allem wenn sie gelochte Eisenschienen für die Sprungauflagen haben. Deshalb werden immer mehr leichte Hindernisse aus Aluminium oder splittersicherem Kunststoff verwendet. Bei einem zuverlässigen Pferd können unter Umständen zwei zusammengesteckte „Schwimmnudeln“ statt einer Hindernisstange mit Erfolg verwendet werden, vorausgesetzt die Schwimmnudeln werden gut festgeklemmt.Badenudeln als Hindernisse, vielseitige Verwendung von Schwimmnudeln und Krabbeltunneln als Hindernisse für Pferde, Swiss Horse Agility Bei der Ausbildung junger Pferde empfiehlt sich das nicht. Für die Bodenarbeit werden häufig plastikummantelte weiche schaumgummiartige Elemente verwendet, die beim Drauftreten nachgeben. Sie werden auf den Boden gelegt oder aufeinander gestapelt.Ziele der Dualaktivierung, auf dualaktivierung.org Alternativ können im Training 3 m lange Stangen mit 8 cm Durchmesser, die nur noch rund 6 kg wiegen, zusammen mit leichten Aluminium-Ständern verwendet werden.

Hindernisstangen und Ständer müssen gegen Feuchtigkeit geschützt gelagert werden, damit sie sich nicht vollsaugen, noch schwerer werden und verrotten. Das Holz muss behandelt werden.Roland Boost: Kreative Cavaletti-Arbeit: Mehr Abwechslung im Trainingsalltag. BLV Buchverlag, 2014, ISBN 3-8354-1230-2, S. 28, Kapitel „Cavaletti einfach selbst gemacht“ Meistens werden sie zunächst weiß grundiert und anschließend mit einem bunten Anstrich versehen.

Hindernisse beim Springreiten links|mini|Hindernisstangen aus Holz links|mini|Gestapelte weiche Plastikelemente Die Parcours-Hindernisse für Springprüfungen werden aus beweglichem Material aufgebaut. Für den Turniersport gibt es Empfehlungen zur Beschaffenheit von Hindernismaterial für Prüfungen über abwerfbare Hindernisse.Empfehlung zur Beschaffenheit von Hindernismaterial für LP über abwerfbare Hindernisse einschließlich Vorbereitungsplatz (PDF; 0,2 MB), auf pferd-aktuell.de

Hindernisstangen sind meistens aus Holz, können aber auch aus Kunststoff sein. Sie sind 3–4 m lang und haben einen Durchmesser von 8 bis 10 cm. Das Gewicht und der Durchmesser der Stangen spielen in Wettkämpfen eine wichtige Rolle. Je leichter eine Stange ist, umso leichter wird sie abgeworfen. Je kleiner der Durchmesser der Stangen ist, umso filigraner wirkt das Hindernis. Es wird vom Pferd weniger wahrgenommen und weniger respektiert. Daher neigen die Pferde dazu nachlässiger zu springen und Fehler zu machen.

Der Raum zwischen den Stangen und der Erde sollte in den unteren Klassen nicht leer sein. Dazu kann beispielsweise unten in den Ständer eine Planke eingehängt werden, eine Bürste oder andere Elemente als Unterfang unter die Stangen gestellt werden. Für das Pferd ist ein ausgefüllter Sprung leichter zu taxieren, als eine einzelne frei in der Luft schwebende Stange. Hindernisse in kräftigen Farben werden besser wahrgenommen, als unauffällige Farben.

Die Stangen werden von je zwei Ständern getragen. Die Ständer sollten standfest und nicht zu leicht sein, damit sie nicht bei jedem Luftzug umfallen. An den Ständern sind höhenverstellbare Halterungen, die so genannten Auflagen, angebracht, auf die die Stangen gelegt werden. Die Auflagen haben eine konkave, ausgehöhlte Auflagefläche, in die die Stangen hineingelegt werden. Bei tiefen Auflagen liegen die Stangen fester und werden nicht so leicht abgeworfen, bei flachen Auflagen, fallen die Stangen leichter herunter. Bei internationalen Wettkämpfen ist die Tiefe der Auflagen vorgeschrieben. Auf dem Abreitplatz für Springprüfungen sind mindestens zwei Sprünge aufgebaut, ein Steilsprung sowie ein Oxer. rechts|mini|220px|Hochweit-Sprung: eine Triplebarre bei CSI*-Turnier mit der Nummer vor dem rechten Ständer, roten Fahnen rechts und weißen Fahnen links

Bei der Stangenarbeit werden die Stangen auf den Boden gelegt und bei Bedarf gegen Wegrollen gesichert.

Bei Wettkämpfen werden die Hindernisse rechts mit einer roten Fahne und links mit einer weißen Fahne markiert und so die Richtung in der sie gesprungen werden müssen angezeigt. Die Nummer wird vor der roten Fahne, also auf der rechten Seite des Hindernisses aufgestellt. Die Nummern zeigen die Reihenfolge der Hindernisse an. rechts|mini|220px|Ungewöhnliches Geländehindernis in London, 2012

Zu beiden Seiten der Sprünge werden meist Fänge aufgestellt. Sie dienen dazu, dass sich das Pferd auf das Hindernis konzentriert und nicht seitlich ausweicht. Bei Turnieren werden die Fänge meistens noch mit Blumen, Bäumen und andere Dekorationselementen verbreitert. Mit Hilfe des Blumenschmucks kann ein bestimmter Weg vorgegeben werden. Manchmal erschrecken Pferde vor unvermutet auftauchenden Dekorationselementen. Bei internationalen Wettkämpfen wetteifern die Parcoursbauer um eine möglichst originelle Gestaltung der Sprünge und des Parcours.

Steilsprünge Ein Steilsprung wird aus zwei Ständern, Stangen, Planken und anderem beweglichem Material gebaut.SPRINGREGLEMENT (SR) SWISS EQUESTRIAN, swiss-equestrian.ch Ein Kreuz ist in der Mitte niedrigerDie Hindernisse im Springreiten, 5. September 2024, auf mayadelorez.com und leitet das Pferd dazu, mittig zu springen. Kreuze sind im Training und der Ausbildung sehr beliebt, kommen auf Turnieren jedoch nur in Einstiegswettbewerben und auf Abreiteplätzen vor. Durch Stangen, die vor, unter oder hinter dem Sprung am Boden liegen, kann das Pferd geleitet werden. Eine Stange am Boden unter dem Sprung erleichtert dem Pferd das Taxieren. Eine Vorlegestange ungefähr 3 m vor dem Sprung hilft dem Pferd beim Anreiten des Sprungs.Steilsprung mit Vorlegestange, FN Video Eine Stange im richtigen Abstand nach dem Sprung regt das Pferd dazu an noch einmal aufzupassen, sodass es nach dem Sprung nicht davonstürmt. Ein Rick besteht nur aus Stangen. Planken sind breiter und auffälliger als Stangen und können Pferde irritieren, wenn sie Planken als Sprünge noch nicht kennen. Andererseits wirken sie massiver als Stangen, sodass die Pferde mehr Vorsicht am Sprung zeigen und das Risiko geringer ist als bei Stangen, dass nachlässige Vorderbeine zum Abwurf führen. Planken liegen fester in den Auflagen, sodass sie weniger leicht abgeworfen werden. Aus diesem Grund wird oben meist eine Stange verwendet, oder sehr flache Auflagen, sodass auch eine Planke leicht fällt. Eine Mauer besteht aus leichten Mauerteilen, die je nach Aufbau in der Höhe variiert werden können. Eine Mauer ist undurchsichtig, die Pferde können also nicht sehen, was sich direkt hinter der Mauer befindet. Bei mangelndem Vertrauen werden Mauern eher verweigert als sonstige Hindernisse. Springt das Pferd die Mauer, wird nur selten gerissen, da das massige Aussehen zu viel Vorsicht bei den Pferden führt.

rechts|mini|220px|Überbauter Wassergraben

Hochweitsprünge Ein Hochweitsprung wird meistens aus vier Ständern, Stangen, Planken und anderem beweglichem Material gebaut. Bei einem Oxer sind die vordere und die hintere Stange gleich hoch. Der höchste Punkt der Sprungkurve liegt in der Mitte zwischen den beiden Stangen. Im Training wird oft die hintere Stange ein Loch höher gelegt und ist dadurch für das Pferd besser zu erkennen. Bei einem Oxer liegt auf dem hinteren Ständerpaar nur eine Stange. Er darf nur in die vorgesehene Richtung gesprungen werden. Ein Doppelrick besteht aus zwei gleich hohen Ricks und kann deshalb von beiden Seiten gesprungen werden. Triplebarre: besteht aus drei Ricks, die in der Höhe ansteigen. Die Flugkurve muss damit den höchsten Punkt über der letzten Stange haben und nicht mittig über dem Sprung. Verdener Bank (Cavaletti oder niedrige Stange vor Steilsprung) Hogback: auch Schweinerücken genannt, dachförmiges Hindernis überbauter Wassergraben, auch Liverpool: Steilsprung oder Oxer über einem Wassergraben. Der Wassergraben kann trocken sein und nur aus dem blauen Plastikmaterial bestehen. Das Pferd wird dazu verleitet nach unten zu schauen und nimmt das Hindernis weniger wahr. Entsprechend konzentriert müssen Reiter und Pferd anreiten.

Weitsprünge Ein Weitsprung in einem Springparcours ist eine flache, mit Wasser gefüllte Wanne und heißt Wassergraben. Wenn ein Pferd in das Wasser tritt, spritzt es und schlägt Wellen. Entweder wird dadurch der Fehler erkannt oder durch einen Hufabdruck einem Plastilin-Band, das das Ende des Grabens markiert. Wassergräben gibt es in verschiedenen Weiten, von 2 m bis zu 5 m bei schweren Springen. Vor dem Wassergraben steht meist eine Bürste, um das Pferd aufmerksam zu machen. Nach dem Wassergraben ist meist der Boden angepasst, beispielsweise Sand aufgeschüttet, damit das Pferd nicht auf den Wulst der Wanne tritt. Ein Wassergraben besteht meist aus einer gewebeverstärkten PVC-Plane und mit einem rundherum laufenden, nachgiebigem Wulst, der ungefähr 10 cm hoch ist. Solch ein Kunststoff-Wassergraben ist leicht auf- und wieder abzubauen. Ein fest installierter Wassergraben ist meist aus schwerem, schwarzem oder blauem Vollgummi,Wassergraben, Beck+Heun – Reitsport-Manufaktur der nicht so leicht verrutscht und haltbarer ist.

Kombination Eine Kombination besteht aus mehreren Sprüngen, zwischen denen ein oder zwei Galoppsprünge liegen. Eine Kombination aus zwei Sprüngen heißt zweifache Kombination, eine aus drei Sprüngen dreifache Kombination. Eine Kombination hat nur eine Hindernisnummer. Die Teilhindernisse werden mit den Buchstaben A, B und C bezeichnet.

In einem Derby werden auch spezielle Hinderniskombinationen, wie Pulvermanns Grab aufgebaut.

In-Out Liegt kein Galoppsprung zwischen den Sprüngen, also muss das Pferd nach der Landung sofort wieder abspringen, heißen sie In-Out. In-Outs dürfen nicht zu hoch sein. Zwei In-Outs kann das Pferd mit Schwung springen, bei längeren Sprungreihen muss das Pferd immer stärker mit der Hinterhand arbeiten. Die Sprungreihen müssen also auf die Kondition des Pferdes abgestimmt sein. Einfache In-Outs sind beispielsweise Galoppcavalettis.