Diedelkopf ist ein Stadtteil der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Kusel. Bis 1939 war er eine selbständige Gemeinde.
Lage Der Ort liegt im sogenannten Musikantenland, einem Teilbereich des Nordpfälzer Berglandes unmittelbar westlich der Kernstadt und ist mit ihr baulich inzwischen zusammengewachsen, sodass eine räumliche Trennung nicht mehr möglich ist. In der Ortslage vereinigen sich der Bledesbach und der Pfeffelbach zum Kuselbach; zudem mündet hier der Blaubach in den Kuselbach. Nordöstlich schließt sich die Ortsgemeinde Blaubach an, deren Siedlungsgebiet mit Diedelkopf ebenso fast zusammengewachsen ist.
Straßen Die Straßenbezeichnungen in Diedelkopf lauten: Alter Weg, Am Mühlbach, Am Pfaffenrech, Blaubacher Straße, Bledesbacher Straße, Blockweg, Brückenweg, Burgweg, Großenstein, Haselrech, Hubehaus, Im Eck, Im Höfchen, Körborner Straße, Schloßhöhe, Schulweg, Sodpfad, Trierer Straße und Wingertstraße.Straßentabellen auf kommwis.de
Geschichte Diedelkopf gehörte zunächst zur Grafschaft Veldenz und ab dem 15. Jahrhundert zu Pfalz-Zweibrücken. Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Diedelkopf in den Kanton Kusel eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte er in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war er Bestandteil des Landkommissariat Kusel, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.
1928 hatte Diedelkopf 483 Einwohner, die in 73 Wohngebäuden lebten. Sowohl die Katholiken als auch die Protestanten gehörten seinerzeit zur Pfarrei von Kusel. Im Jahr 1939 wurde Diedelkopf in die Nachbarstadt Kusel eingemeindet.
Politik Ortsbezirk Der Stadtteil Diedelkopf ist einer von zwei Ortsbezirken der Stadt Kusel und wird von einem Ortsbeirat sowie einem Ortsvorsteher politisch vertreten.
Ortsbeirat Der Ortsbeirat besteht aus 7 Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Ortsbeirat: Wahl SPD CDU Gesamt 2024 3 4 7 Sitze 2019 5 2 7 Sitze 2014 5 2 7 Sitze 2009 6 1 7 Sitze 2004 6 1 7 Sitze
Ortsvorsteher Wolfgang Ehlhardt (CDU) wurde im Sommer 2024 Ortsvorsteher von Diedelkopf. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 66,9 % gegen einen Mitbewerber durchsetzen können.
Sein Vorgänger Michael Brückner (SPD) hatte das Amt am 21. Februar 2017 übernommen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit 74,54 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden,Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: . bei der Wahl 2024 trat er nicht erneut an.
Brückners 2016 verstorbener Vorgänger Bernd Gilcher (SPD) hatte das Amt seit 1991 ausgeübt.
Wappen Das Wappen von Diedelkopf zeigte einst eine Forelle.Ludwig Heinrich Baum: Kuseler Chronik (Geschichte einer deutschen Kleinstadt), Kusel 1928. S. 51.heraldry-wiki.com
Kultur Eine Brücke über den Kuselbach aus dem Jahr 1744 und die Dampfbäckerei von 1912 stehen als Kulturdenkmäler unter Denkmalschutz.
Infrastruktur Verkehr Ab 1936 besaß Diedelkopf einen Halt an der Bahnstrecke Türkismühle–Kusel. Der Bahnhof befand sich in der Ortsmitte. Bereits im Mai 1936, ein halbes Jahr vor der durchgehenden Streckeneröffnung, war der von Osten kommende Streckenabschnitt bis zum Bahnhof fertiggestellt. Dadurch war er vorübergehend Endbahnhof. 1959 wurde die Bahnstation wegen mangelnder Inanspruchnahme geschlossen. In der Folgezeit wurde die Strecke stillgelegt und 1971 abgebaut. Mittlerweile wurde auf der Bahntrasse der Fritz-Wunderlich-Weg angelegt. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 420.
Sport In Diedelkopf gibt es den Fußballverein SG Blaubach-Diedelkopf, dessen Anlagen sich jedoch größtenteils auf der Gemarkung der Nachbargemeinde Ruthweiler befinden.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kusel Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kusel) Kategorie:Gemeindeauflösung 1939 Kategorie:Kusel Kategorie:Ortsbezirk von Kusel