Christian Alexander Oedtl (* um 1661 in Tirol; † 6. Jänner 1737) war ein österreichischer Architekt und Baumeister des Barocks.
Leben Oedtl wirkte als kaiserlicher Baumeister in Wien. Im Jahre 1699 wirkte er an der Planung des Palais Questenberg-Kaunitz in Wien mit.Allgemeines und Historisches - Palais Questenberg-Kaunitz. (burghauptmannschaft.at) Er war zu Beginn des 18. Jahrhunderts einer der größten Bauunternehmer in Wien und arbeitete mit Johann Bernhard Fischer von Erlach und Lukas Hildebrandt zusammen. Er leitete unter anderem den Umbau des Schlosses Trautmannsdorf einschließlich des Einbaus der Schlosskapelle.Schloss Trautmannsdorf. Später lieferte Oedtl auch eigene Baupläne.
Im Auftrag der Fürsten Dietrichstein entwarf er 1719 die Pläne zum Wiederaufbau des ausgebrannten Schlosses Nikolsburg. Dabei entstanden die dreigeschoßigen Süd- und Westflügel sowie die Freitreppe zur Sommerreitschule. Nach Plänen von Matthias Steinl realisierte Oedtl den Bau der Wiener Alserkirche. Er leitete ebenfalls den Bau der Pfarrkirche in Laxenburg nach einem Entwurf von Johann Wieser.Die Fassade der Alserkirche. (alserkirche.at)
Nach neueren Erkenntnissen wird Oedtl auch als Architekt des um 1703 errichteten Palais Windisch-Graetz in der Wiener Renngasse angesehen.
Zwischen 1750 und 1760 wurde das Schloss Prštice nach Oedtls Plänen barock umgestaltet. Zusammen mit Jakob Prandtauer entwarf Oedtl die Pläne für den Prandtauer-Hof in Wien.
Oedtl hinterließ ein Verzeichnis seiner zwischen 1683 und 1726 erbauten Werke, die hauptsächlich in Niederösterreich zu finden sind.
Werke mini|Palais Harrach ab 1692: Palais Harrach in Wien ab 1698: Palais Dietrichstein in Laxenburg (Grünne Haus) (zugeschrieben) 1702–1703: Palais Windisch-Graetz in Wien ab 1712: Palais Trautson in Neubau, nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach 1713–1720: Neugestaltung des Schlosses Marchegg 1717–1719: Geheime Hofkanzlei in Wien nach Plänen von Johann Lukas von Hildebrandt 1718: Palais Batthyány in Wien 1719–1730: Wiederaufbau des Schlosses Nikolsburg nach dem Brand von 1719 ab 1721: Wallfahrtskirche Mariae Heimsuchung bei den Drei Eichen in Lechwitz 1722–1724: Umbau des Schlosses Eckartsau und Errichtung der Schlosskapelle
Der kaiserliche Steinbruch Vor allem tragende Architekturteile wurden aus härtestem Kaiserstein gearbeitet, so ist eine intensive Zusammenarbeit mit Kaisersteinbrucher Meistern dokumentiert.Einige Namen und Bauten: Oedtl Christian Alexander, Sasslaber Simon, Wieser Johann, Haresleben Johann Georg und Leopoldstädter Kaserne, Laxenburger Pfarrkirche in: Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. Band 2: I–Z. Museums- und Kulturverein Kaisersteinbruch, Bruckneudorf-Kaisersteinbruch 2004.Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. Band 2: I–Z. (, PDF; 9,5 MB).
Eine Auswahl:
Literatur Wilhelm Georg Rizzi: Der Tiroler Baumeister Christian Alexander Oedtl. In: Das Fenster. Tiroler Kulturzeitschrift. Heft 28, 1981, S. 2821–2851. Antonín Jirka: Christian Alexander Oedtl na Moravě. Nová připsání. 1984, S. 233–240. Walpurga Oppeker: Christian Alexander Oedtl und Franz Jänggl. Zwei Wiener bürgerliche Maurermeister an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert. In: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. Band 61, 2005, S. 99–152.
Weblinks
Christian Alexander Oedtl im Portal Südmähren
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Österreich) Kategorie:Architekt des Barock Kategorie:Person (Habsburgermonarchie vor 1804) Kategorie:Geboren im 17. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1737 Kategorie:Mann