Weinberg (, fränkisch: Wai-bärchE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 198. Dort folgendermaßen transkribiert: „waibęrch“.) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Weinberg liegt in der Gemarkung Hennenbach.
Geografie Die ehemalige Einöde Weinberg bildet mit Ansbach eine geschlossene Siedlung. Nördlich des Orts liegt die Flur Weiherranken und das Waldgebiet Tiergarten.
Geschichte Der Ort wurde 1732 in den Oberamtsbeschreibungen des Johann Georg Vetter als „Weinberg“ erstmals schriftlich erwähnt.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 198. Die geschichtlichen Wurzeln reichen jedoch bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück, als ein Weinberg angelegt wurde, um eine Alternative zu den Main- und Tauberweinen zu haben, die bis dahin kostspielig nach Ansbach verfrachtet werden mussten. Wegen Ungenießbarkeit des Weines wurde der Weinberg jedoch bald wieder aufgegeben. Im Jahre 1524 ging der Weingarten samt Einöde in Privatbesitz über.A. Biernoth: 25 Jahre Eingemeindungen in die Stadt Ansbach, [ohne Seitenangabe].
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Weinberg zur Realgemeinde Hennenbach. In Weinberg gab es zwei Anwesen (ein Haus, eine Wirtschaft). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Beide Anwesen hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 926. Es gab zu dieser Zeit eine Untertansfamilie.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 130. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 994.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Weinberg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hennenbach und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Hennenbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.
Ab 1853 wurde das kleine Landgut Weinberg für die Jugendpflege als „Rettungsanstalt“ genutzt. Diese ging zwar wenige Jahre später wieder ein, hatte aber wegen der guten Bewirtschaftung reiche Erträge gebracht, so dass mit den Erlösen wenige Jahre später in der Humboldtstraße in Ansbach ein neues Erziehungsheim gebaut werden konnte.
In der Nachkriegszeit wurde bei Weinberg eine Siedlung angelegt, die bereits 1963 nach Ansbach eingemeindet wurde. Am 1. Juli 1972 wurde dann auch die Einöde im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Stadt Ansbach eingegliedert. Die bis dahin fast einen Kilometer vom Stadtrand entfernte Einöde ist nach reger Neubautätigkeit bis in die Achtzigerjahre ins zusammenhängende Stadtgebiet integriert.
Baudenkmäler zweigeschossiges Gasthaus des 18. Jahrhunderts, zum Teil Fachwerk, mit Walmdach Zehntscheune des 18. Jahrhunderts, Fachwerk mit Krüppelwalm
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 4 10 3 20 8 5 26 6 6 5HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 2 2 2 1 3 1 2Quelle
Religion Der Ort ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Johannis (Ansbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Einzelsiedlung in der kreisfreien Stadt Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1732