Ernst Willy Kurt Sander, bis 1940 unter dem Geburtsnamen Ernst Sabinski, (* 14. März 1916 in Tsingtau; † 6. Juli 1989 in GelsenkirchenSterberegister des Standesamtes Gelsenkirchen Nr. 281/1989.) war ein deutscher SS-Oberscharführer und bei der Gestapo in Niedersachswerfen eingesetzt.

Leben Sander erlernte nach Beendigung der Volksschule in Deutsch-Eylau (1922–1930) das Elektrikerhandwerk. Noch vor dem Abschluss der Elektrikerlehre 1934 trat er zum 30. Juli 1933 der SS bei (SS-Nummer 247.365).Bundesarchiv R 9361-III/170884 Von 1934 bis 1936 gehörte er der Leibstandarte SS Adolf Hitler an und danach in Magdeburg dem Werkschutz der Braunkohle-Benzin AG. Zum 1. März 1935 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.602.112).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/36340059 Ab 1939 war er bei der Gestapo tätig und arbeitete bei den Stapoleitstellen in Prag sowie Danzig und dem Grenzkommissariat Gotenhafen.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 671f. Von Januar 1944 bis April 1945 war er bei der Gestapo Niedersachswerfen tätig, wo ihm der Bereich Sabotageangelegenheiten im Mittelwerk unterstand.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 660. Sander misshandelte Häftlinge bei Verhören im KZ Dora-Mittelbau und dem Außenlager Boelcke-Kaserne um Angehörige von Widerstandsgruppen und Sabotage bei der Raketenproduktion aufzudecken.Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Göttingen 2001, S. 351f.

Nach Kriegsende tauchte Sander alias Sabinski unter und unterhielt in Bottrop ein Elektroinstallateurgeschäft. Im Essener Dora-Prozess, der am 17. November 1967 begann, war Sander gemeinsam mit Helmut Bischoff, dem ehemaligen Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) des Sperrgebiets Mittelbau, sowie dem früheren KZ-Aufseher Erwin Busta angeklagt.Andrè Sellier: Zwangsarbeit im Raketentunnel – Geschichte des Lagers Dora, Lüneburg 2000, S. 518. Am 8. Mai 1970 wurde Sander im Essener Dora-Prozess zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Haftstrafe musste Sander jedoch nicht antreten.Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945, Göttingen, 2007, S. 155.

Literatur Jens-Christian Wagner (Hrsg.): Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943–1945 Begleitband zur ständigen Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. Wallstein, Göttingen, 2007, ISBN 978-3-8353-0118-4. Jens-Christian Wagner: Produktion des Todes: Das KZ Mittelbau-Dora, Wallstein Verlag, Göttingen 2001, ISBN 3-89244-439-0.

Einzelnachweise

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