mini|hochkant|Rathaus mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche mini|hochkant|Katholische Kirche St. Josef Ober-Hilbersheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim an.
Geographie Der Weinort liegt ca. 15 Kilometer südwestlich von Mainz am Welzbach und ist ein von der Landwirtschaft geprägter Ort. aus der SWR Landesschau Rheinland-Pfalz online im Internet: 6. Juni 2014 Bad Kreuznach befindet sich knapp 10 Kilometer südwestlich von Ober-Hilbersheim.
Nachbarorte sind Nieder-Hilbersheim, Engelstadt, Wolfsheim und Sprendlingen.
Geschichte Die erste überlieferte Erwähnung wird in einer Urkunde des Klosters Disibodenberg auf das Jahr 1108 als Hilbridisheim zurückgeführt. Um 1200 befindet sich der Ort im Besitz der Grafschaft Sponheim. Eine Erwähnung von Ober-Hilbersheim als superior hilbersheim zur Unterscheidung von Nieder-Hilbersheim befindet sich in einer Urkunde von 1219 des Mainzer Erzbischofs Siegfried II. von Eppstein. Ab zirka 1232 gehört Ober-Hilbersheim in den Besitz der Grafschaft Sponheim, Graf Simon III. von Sponheim-Vianden verpfändet den Ort am 1. Oktober 1369 an die Grafschaft Falkenstein, welche bis 1523 bestehen bleibt. Zwischen 1560 und 1707 fällt der Gemeinschaftsbesitz an Kurpfalz und die Markgrafschaft Baden-Baden.
Zwischen 1697/1701 und 1880 wird die Kirche von beiden Konfessionen simultan genutzt. Am 29. Oktober 1795 kann der katholische Pfarrer Georg Seckardt die befohlene Einäscherung des Dorfes verhindern. Ober-Hilbersheim ist zwischen 1797 und 1814 französisch und gehört zum Kanton Wörrstadt im Département du Mont-Tonnerre. Ab 1835 gehört es zum Kreis Alzey, 1852 folgt der Wechsel zum Kreis Oppenheim. Die Freiwillige Feuerwehr wird 1862 gegründet und der Postdienst wird 1876 eröffnet. Ab 1883 bis 1884 wird der Neubau der evangelischen Kirche anstelle der Simultankirche im neugotischen Stil und der katholischen St. Josefskirche am nördlichen Ortsrand begonnen. Die Freigabe der Telegraphen- und Telefonverbindung erfolgt am 26. April 1895.
1912 erfolgt die Elektrifizierung von Ober-Hilbersheim. Zwischen 1926 und 1932 findet eine Flurbereinigung statt. Bei der Verwaltungsreform im Volksstaat Hessen vom 1. November 1938 wechselte die Gemeinde Ober-Hilbersheim aus dem aufgelösten Kreis Oppenheim in den Kreis Bingen, der seitdem Landkreis Bingen genannt wurde. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 19. März 1945 gegen 17 Uhr marschieren US-Streitkräfte ein.
Die Einrichtung der öffentlichen Hauswasserversorgung erfolgte 1954 und 1955. Der Kanalbau und die Errichtung einer Kläranlage folgte 1959. Die Schule wird 1970 geschlossen und sechs Jahre später eröffnet ein Kindergarten im Schulhaus. Am 17. Juli 2003 wird erstmals der eintausendste Einwohner gezählt. Beim Landesentscheid von „Unser Dorf hat Zukunft“ konnte die Ortsgemeinde am 14. Oktober 2005 die Silbermedaille erreichen.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Ober-Hilbersheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Heiko Bieser wurde am 1. Juli 2022 Ortsbürgermeister von Ober-Hilbersheim. Bei der Direktwahl am 15. Mai 2022 war er als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 85 % zum Nachfolger von Heiko Schmuck gewählt worden, nachdem dieser angekündigt hatte, das Amt aus persönlichen Gründen mit Wirkung zum 30. Juni 2022 niederzulegen. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Heiko Bieser wiederum als einziger Bewerber mit einem Stimmenanteil von 90,3 % bei einer Wahlbeteiligung von 74,7 % wiedergewählt.
Bürgermeister seit 1905
1905–1934: Adam Linck II. 1934–1938: Ernst Linck II. 1938–1945: Ernst Linck I. 1945: Ludwig Siefert 1946–1956: Karl Lahr (FDP, ab 1956 FVP) 1956–1967: Ernst Linck II. 1967–1973: Walter Faßel 1973–1979: Elisabeth Bauer 1979–1988: Emil Klippel 1988–2001: Dieter Linck 2001–2022: Heiko Schmuck seit 2022: Heiko Bieser
Wappen Die Ortsgemeinde Ober-Hilbersheim darf seit dem 14. September 1981 ein Wappen führen.
Gemeindepartnerschaften Winterstein (seit 1993) Bonavigo (Provinz Verona, seit 2001)
Kultur und Sehenswürdigkeiten Theater Kinder-Theatergruppe Ober-Hilbersheim seit 1988
Museen Museum „Historische Zeit(t)räume“ im alten Schrothaus
Musik Männergesangverein 1833 Ober-Hilbersheim e. V. (MGV) mit Kinderchor, belcantO-H und Männerchor Ev. Kirchenchor Ober-Hilbersheim Kath. Kirchenchor Ober-Hilbersheim
Kulturdenkmäler Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ober-Hilbersheim Wasserbehälter (Ober-Hilbersheim)
Sport Turn- und Sportgemeinde 1891 e. V. Ober-Hilbersheim (TSG) Tennisclub Ober-Hilbersheim e. V. (TC), seit 1993 Regelmäßige Veranstaltungen Seit 2023 findet im Sommerhalbjahr ein Mal pro Monat der von jeweils einem Verein/Kirche organisierte „Sängerplatztreff“ statt. An Pfingsten feiert Ober-Hilbersheim ein Pfingstfest (seit 2023). Die Ober-Hilbersheimer Kerb findet immer am zweiten Wochenende im Juli statt. Der Ober-Hilbersheimer Märchen-Weihnachtsmarkt findet seit 1988 regelmäßig am Wochenende des 2. Advent statt (Samstag und Sonntag).
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Der Ort wird durchquert von den Landstraßen 414 und 415. Die Bundesautobahnen 60, 61 und 63 sind mit dem Auto in 10 bis 20 Minuten zu erreichen. Die KRN-Buslinien 625 und 626 durchqueren Ober-Hilbersheim Richtung Engelstadt und Ingelheim im Rundkurs im Halbstunden-Takt.
Öffentliche Einrichtungen Freiwillige Feuerwehr Gemeindekindergarten „Haus der Vereine“ seit 11. Juni 2006 Jugendraum in der Ortsmitte
Bildung Volksbildungswerk Ober-Hilbersheim
Söhne und Töchter des Ortes
Jochen Riebel (* 1945 † 2015), Politiker (CDU), ehem. Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Hessischen Staatskanzlei
Literatur Johann Goswin Widder: Versuch einer vollständigen Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstl. Pfalz am Rheine. Teil 4. Frankfurt, Leipzig 1788, S. 48–50. Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart, Gießen 1905, S. 352–354. Franz Dumont: Die katholischen Gemeinden Appenheim und Oberhilbersheim im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur kurpfälzischen Kirchengeschichte. In Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 28 (1976); S. 101–128. Stefan Grathoff: Ober-Hilbersheim. Geschichte eines rheinhessischen Dorfes von dem 8. bis in das 20. Jahrhundert; Ingelheim, 1995 Heiko Schmuck: Ober-Hilbersheim. Illustrierte Dokumentation eines rheinhessischen Dorfes im 19. und 20. Jahrhundert; Horb am Neckar, 1999 Ober-Hilbersheim: Gedenkschrift aus Anlass der 100. Wiederkehr der Einweihung der St. Josefskirche in Ober-Hilbersheim. Hg. Carl-Brilmayer-Gesellschaft; Gau-Algesheim, 1983 (Beiträge zur Geschichte des Gau-Algesheimer Raumes 8). Der Friedhof von Ober-Hilbersheim in Geschichte und Gegenwart. Zur Sepulkralkultur eines rheinhessischen Dorfes. In: Alzeyer Geschichtsblätter 32 (2000), S. 142–163.
Weblinks
Offizielle Homepage der Ortsgemeinde Ober-Hilbersheim Geschichte von Ober-Hilbersheim auf regionalgeschichte.net
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mainz-Bingen Kategorie:Ort in Rheinhessen Kategorie:Weinort in Rheinland-Pfalz Kategorie:Ersterwähnung 1108