mini|Halle 1, Mayday 2009 Die Mayday ist eine Veranstaltung der elektronischen Tanzmusik, die jährlich in den Westfalenhallen in Dortmund stattfindet. Der Name Mayday leitet sich einerseits vom internationalen Notrufsignal im Sprechfunk ab, dem anglisierten französischen « (Venez) m’aider » (dt. „Kommt mir helfen!“), andererseits ist er auch eine Anspielung darauf, dass die Veranstaltung meistens in der Nacht auf den 1. Mai stattfindet.
Geschichte Die Idee zur Veranstaltung kam von Fabian Lenz (DJ Dick) und fand Unterstützung durch dessen Bruder Maximilian (WestBam) und die Szene-Zeitschrift Frontpage. Geschäftsführer der Mayday GmbH war WestBams Freund und Förderer William Röttger. Die erste Mayday fand am 14. Dezember 1991 in „Die Halle“ in Berlin-Weißensee statt, dem heutigen Motorwerk, und wurde von etwa 5000 Menschen besucht. Mit der Veranstaltung sollte der durch die Wende vor dem Aus stehende Radiosender DT64 unterstützt werden. Das Sendegebiet von DT 64 erstreckte sich über die fünf neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Berlin-Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und passte damit nicht in die dort von der Politik neugeschaffene Struktur der Rundfunklandschaft mit MDR, ORB und NDR. DT 64 war der erste deutsche Radiosender, der Techno ausstrahlte, u. a. mit Marushas wöchentlicher Sendung Dancehall. Er ermöglichte damit einer breiten Masse an jungen Menschen den Zugang zu diesem Musikgenre, die aufgrund ihres jungen Alters oder aufgrund räumlichen Abstands nicht ohne weiteres Zugänge zu Technoclubs und den damals teils illegalen Technopartys gefunden hätten.Mayday 1991–2001, in: Szenemag, April 2001
Der Radiosender wurde trotz des Erfolges der Veranstaltung am 31. Dezember 1991 in Mecklenburg-Vorpommern und am 1. Januar 1992 im Raum Berlin-Brandenburg abgeschaltet. Namhafte DT-64-Radiomoderatorinnen – so auch Marusha – wechselten u. a. zum damals neu entstehenden ORB-Jugendsender Rockradio B.
Am 30. April 1992 fand erneut eine Mayday statt, diesmal im Eisstadion in Köln. Am 1. Juli 1992 wurde DT 64 auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von UKW abgeschaltet und sendete unter dem Namen „Sputnik“ nur noch auf der marginalen Mittelwelle. Die Mayday fand dennoch weiterhin statt – von 1992 bis 1996 zweimal jährlich, einmal am 30. April und noch einmal zwischen Ende November und Mitte Dezember. 1993 fand die Mai-Mayday erstmals in den Westfalenhallen in Dortmund statt. Die Winter-Mayday blieb zunächst in Berlin und wurde auch einmal in Frankfurt am Main veranstaltet.
1994 fand die Winter-Mayday unter dem Motto „The Raving Society“ aufgrund der großen Nachfrage an zwei aufeinander folgenden Abenden mit dem gleichen Line-up an DJs als so genannte „Twin-Mayday“ statt, da für die eigentliche Veranstaltung am 26. November bereits vor Veröffentlichung der Werbung keine Karten mehr erhältlich gewesen waren. Der zusätzliche Abend erzeugte Vorwürfe von „Ausverkauf“ oder „Abzocke“. Die „Twin-Mayday“ blieb ein einmaliges Experiment. Ab 1997 wurde die Winter-Mayday aufgegeben, für die jedes Jahr nach einer neuen Halle gesucht worden war, und man konzentrierte sich auf die Mai-Mayday in den Westfalenhallen. Seit 1998 unterstützt eve&rave Münster e. V. die Veranstaltung mit einem Drogeninformationsstand. Seit 2000 wurde versucht, die Mayday in andere Länder zu exportieren. Es existieren oder existierten regelmäßige Mayday-Raves in Polen, Russland und Ungarn.
2011 feierte die Mayday ihren zwanzigsten Geburtstag unter dem Motto „Twenty Young“. Auf einem zusätzlichen fünften Floor traten ausschließlich DJs aus den Anfangsjahren auf. Des Weiteren wurde dort keine moderne Veranstaltungstechnik eingesetzt, sondern ebenfalls die aus den Anfangsjahren. Außerdem wurde mit 27.000 Besuchern ein neuer Rekord aufgestellt. music-liveandmore.com
DJ WestBam, der bis auf den niederländischen Ableger der Mayday am 24. September 2011 an allen 60 Mayday-Events weltweit teilgenommen hatte, gab im Februar 2014 aufgrund Differenzen mit dem Veranstalter i-Motion seinen Ausstieg bekannt. Damit werden die Hymnen der Events auch nicht mehr wie zuvor von den Members of Mayday produziert. Nachfolger ist das Projekt The Mayday Masters, das im Folgejahr in Friends of Mayday umbenannt wurde. (Ersatz für nicht mehr existende Originalseite) (abgerufen am 16. Juni 2017)
Am 3. Mai 2016 diente die Mayday in der Dortmunder Westfalenhalle als lebendige Hintergrundkulisse für Dreharbeiten der deutschen Filmkomödie Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt von Regisseur Arne Feldhusen von 2017.Am Set von „Magical Mystery“ Meldung auf der Homepage der Film und Medien Stiftung NRW auf www.filmstiftung.de (Film- und Medienstiftung NRW), 4. Mai 2016, abgerufen am 18. Juli 2020
Die für 2020 geplante Veranstaltung sollte aufgrund der Corona-Pandemie zunächst auf Oktober verschoben werden und wurde später ersatzlos abgesagt.
Mottos, DJs und Besucherzahlen Datum / Motto DJs Ort Bemerkung Besucher 14. Dezember 1991 Best of House and Techno ’91 Live: Ravesignal, Speedy J, Mental Overdrive, The Hypnotist DJs: Frank de Wulf, Westbam, Sven Väth, Dick, DJ Rok, Tanith, Dave Angel, Moneypenny, Sascha, Marusha, Mate Galic, Neutron 9000, Pure Energy Berlin 5.000 30. April 1992 A New Chapter Of House And Techno Live: G.T.O., Aphex Twin, Sonic Solution (Ceejay Bolland), T2 (Outlander), Cosmic Baby, Format, Overdrive, Allstars DJs: Joey Beltram, Westbam, Jeff Mills, Lenny Dee, DJ Dick, Eddy de Clerq, Tanith, DJ Rok, Mate Galic, Till, Delirium DJ-Team, Roland Casper, Sven Väth, Marusha, Hell, XS Chill Space, Brand-X Benelux, Godfather Talla 2XLC, DJ Team Pure Energy Köln einzige Mayday in Köln 12.000 12. Dezember 1992 Forward Ever, Backward Never Live: Ramirez, Plutone, Sound of Rotterdam, Force Mass Motion, N-R-G, Master of Disaster, Insider DJs: Westbam, Paul Elstak, Richie Hawtin, Adam X, DJ Dick, Tanith, Ratty, Miss Djax, Rok, Mark Spoon, Marusha, Roland BPM Ltd., Oliver Bondzio, DJ Team Milk, Jens Berlin 7.000 30. April 1993 The Judgement Day Live: Moby, The Prodigy, N-R-G, Fierce Ruling Diva, Resistance D., PCP, Genlog, Hardsequencer, Equinox, T.Vee DJs: Jeff Mills, Westbam, Lenny Dee, Frankie Bones, Kid Paul, Dick, Lisa 'N' Eliaz, Tanith, Boscaland DJ Team, John & Julie, Andi Düx, Rok, Marusha, Mate Galic, Marco Zaffarano, Nicky Sprenger, DJ Jörg, Rene Dortmund Erste Mayday in Dortmund 16.000 11. Dezember 1993 The Religion Live: Hocus Pocus, Ilsa Gold, Lunatic Asylum, Dream Your Dream, Edge of Motion, Norman, Robert Görl, Surprise Act DJs: Deg, Electric Indigo, DJ T 1000, Jimmy Crash, Luke Slater, Dark Raver, Oliver Bondzio, Pierre Morgan, DJ Sonic, Jerome Pacman, Westbam, DJ Dick, Marusha, Tanith Berlin 6.000 30. April 1994 Rave Olympia Live: Bonzai Allstars, Acid Junkies, Ultra-Sonic, RMB, Ravers Nature, Genlog, Ilsa Gold, Plus Surprise (Alien Factory) DJs: Westbam, Marusha, Dick, Tanith, Carl Cox, Frankie Jones, Fly, Bukem, Laurent Garnier, Paul Elstak, Ron Trent, Miss Djax, Gizmo, Hardsequencer, HMC Juice, Pascal F.E.O.S., Steve Mason, Tom, Hooligan, Pierre Morgan, Plank, Gangsta, Cirillo, Woody, Terry Belle, DJ Disko Dortmund 24.000 (Polizei), 30.000 (Veranstalter) 25.–26. November 1994 The Raving Society (We are Different) Live: Members of Mayday, Q-Tex, Acid Scout, Pravda Traxx, CJ Bolland, Phrenetic System, RMB, Raver’s Nature DJs: Westbam, Dj Dick, Marusha, Tanith as well as Laurent Ho, DJ Edge, Tofke, Luke Slater, Dano, Mike Dearborn, Frankie Jones, Dave Clarke, Andy Düx, Jens Mahlstedt, Tommy Yamaha Berlin einzige mehrtägige Mayday (sog. Twin-Mayday) 34.000 30. April 1995 Reformation Live: Members of Mayday, Genlog, Force Mass Motion, Moby, Sunbeam, Meteor 7, Nerurotek, Mike Dearborn, Black Acid, The Source Experience DJs: Tantra, Tom Clark, Joey Beltram, Trevor Rockcliffe, Carl Cox, Tanith, Josh Wink, Hell, Jeff Mills, Manu le Malin, Hooligan, Mark Oh, Daz Saund, Marusha, Yves de Ruyter, Hardsequencer, Miss Djax, Westbam, Mark Spoon, Colin Dale, Dick, Gary D., DJ Skull Dortmund 22.000 16. Dezember 1995 The Great Coalition Live: Members of Mayday, Steve Stoll, Raver’s Nature, Cherrymoon Trax, Zulutronic, Resistance D, Scan X, Fanatic Cracks, Gamble 202 DJs: Ken Collier, Gayle San, Westbam, Misjah, Dougal, DJ Pierre, Dick, Craig Walsh, Carl Cox, Armand van Helden, Cari Lekebusch, EDGE, Steve Mason, Dae Davis, L.U.P.O., Stephanovitch, Talla 2XLC, Brenda Russel, ROZZO, Dr. Motte, Sharam, Sylvie Marks, Mark Spoon, Roland Casper, Tom Wax, K1, DISKO, Lawrence Burden, Moneypenny, Sascha, Marusha, Mate Galic, Neutron 9000, Pure Energy Frankfurt am Main einzige Mayday in Frankfurt am Main 18.000 30. April 1996 The Day X Live: Phuture, Members of Mayday, The Dentist, GIOTTO, Rob Acid, Future Funk, AWEX, RMB, Mijk van Dijk DJs: Westbam, Kenny Larkin, Dick, Roy Davis, Lawrence Burden, DJ Digital, Marusha, Fabio Paras, Afrika Islam, Carl Cox, Super DJ Dimitry, CLÉ, DJ Skull, 100 % Isis, Hardsequencer, Youri, Blu Peter, FLY, Hooligan, Mischa Woran, Daz Saund, Steve Bug, Steve Mason, Andy Düx, Nigel Walker, Liza 'N' Eliaz, Mate Galic, Miss Yetti, Acid Maria, Treibhaus–DJs Dortmund 20.000 14. Dezember 1996 Life On Mars Live: Members of Mars, Earth Nation, Richard Bartz, Genlog, Beroshima, Dutch Ambient Federation DJs: Westbam, Jeff Mills, Carl Cox, DJ Vice, C.J. Bolland, Marusha, Jesse Saunders, DJ Dan, DJ Dick, Sven U.K., Grooverider, Jon Carter – Monkey Mafia, TC Brain, Talla 2XLC, Sharam, Hardsequencer, LaDiDa, Oscar Mulero, Dole Berlin letzte Mayday in Berlin 8.000 30. April 1997 Sonic Empire Live: Aux 88, Ultrahigh, Jimi Tenor, RMB, Members of Mayday, Punk Anderson, The Jeyenne, Raver’s Nature, Petra, View to the Future, Pascal’s Bongo Massive, Live Percussion DJs: Takkyu Ishino, Marshall Jefferson, Derek de Large, Westbam, DJ Assault, Marusha, Carl Cox, Dick, DJ Hell, DJ Hype & MC Det, Steve Mason, Nick Warren, Miss Djax, Lawrence Burden, Stretch & Vern, Woody, Justin Berkmann, Marc Spoon, King-O & DJ Errik, Afrika Islam, Dani König, The Extremist, Pierre, Appollo & Sebel, Bassface Sascha, Doorkeeper, Piet Blank, Steffen Irlinger & Ingo Sänger Dortmund 18.000 30. April 1998 Save The Robots Live: Denki Groove, Members of Mayday, Green Velvet, The Advent, Hardfloor, Miss Djax, Christopher Just, Genlog, Orinko DJs: Dave Angel, Westbam, DJ Assault, Mickey Finn, Roberto Q. Ingram, Zzino, Mark Spoon, Derek de Large, Karl 'Tuff Enuff' Brown, Gogo, Dr. Motte, Stretch&Vern, Woody, Andry Nalin, Bryan Gee, Hardy Hard, Bassface Sascha, Tom Novy, Chris Liebing, E.D. 2000, Piet Blank, Frank Müller, Appollo, SEBBO, Lexy, Irlinger&Sänger, Special: Mr. X & Mr. Y Dortmund 20.000 30. April 1999 Soundtropolis Live: Technasia, Mr. X & Mr. Y, Johannes Heil, Way out West, Members of Mayday, Miss Kittin & The Hacker, Brotherhood, Egoexpress DJs: Westbam, Farley Jackmaster Funk, Seb Fontaine, Takkyu Ishino, Paul van Dyk, Bad Boy Bill, Marc Spoon, Hell, 'Evil Ninja' Moby, Hardy Hard, DJ I.C.O.N., Piet Blank & Jaspa Jones, Talla 2 XLC, Sharam, Frank Müller, DJ Clé, Natalie de Borah, Lexy, Valentino Kanzyani, Rok, Taucher, T-Quest, Gent, DJ Errik, Mario de Bellis, Babor, Eric Borgo Dortmund 20.000 30. April 2000 Datapop Live: Mr. X & Mr. Y, Sigue Sigue Sputnik, Zombie Nation, Members of Mayday, Mijk van Dijk, Humate, Beroshima, Autotune DJs: Westbam, Paul van Dyk, Mauro Picotto, Takkyu Ishino, DJ Bero, Ella Gotman, Miss Kittin & Mikky B, Marc Spoon, Dr. Motte, Seb Fontaine, Blank & Jones, Hardy Hard, Haktan O'Nal, Rok, Curtis, Lexy, Tom Novy, DJ Icon, Sharam, Natalie de Borah, Timo Maas, Toni Rios, Andry Nalin, Marco Bailey, Laday Tom, Taucher, Marco Remus, Tomcraft Dortmund 22.000 30. April 2001 10 In 01 Live: Denki Groove, Mr. X & Mr. Y, Members of Mayday, Random Noise Generation, Lexy & K-Paul, Anthony Rohter, Miss Djax, Ural 13 Diktators, Beroshima, Terence Fixmer