Eine wie Alaska (englischer Originaltitel Looking for Alaska) ist der vielfach ausgezeichnete Debütroman des US-amerikanischen Schriftstellers John Green. Der Jugendroman erschien 2005 bei Dutton (Penguin Verlag) und wurde 2007 in der deutschen Übersetzung von Sophie Zeitz im Carl Hanser Verlag veröffentlicht.

Das Buch handelt von dem 16-jährigen Miles Halter, der auf ein Internat in Alabama wechselt. Dort verliebt er sich in seine Mitschülerin Alaska Young, die ihn fasziniert und gleichzeitig überfordert. Im Laufe des Schuljahres kommen sie sich langsam näher, bis Alaska im Januar bei einem Unfall ums Leben kommt. Daraufhin beginnt Miles zusammen mit seinen Freunden, den Grund für ihren plötzlichen Tod zu finden, und erkennt dabei, wie wichtig Alaska für sie alle war.

Aufbau und Handlung Erzählt wird die Geschichte von Protagonist Miles Halter, der aus der Ich-Perspektive rückblickend von den Ereignissen berichtet. Dabei schildert er in chronologischer Reihenfolge detailliert einzelne Szenen.

Der Roman ist in zwei Teile gegliedert, die in der deutschen Übersetzung mit Vorher (orig. Before) und Danach (orig. After) überschrieben sind. Beide Teile sind wiederum in kurze Abschnitte eingeteilt, deren Überschrift die Anzahl der Tage bis beziehungsweise seit dem zentralen Ereignis, dem Tod Alaskas, angeben. So beginnt das Buch mit dem Abschnitt Einhundertsechsunddreißig Tage vorher und endet mit Einhundertsechsunddreißig Tage danach. Es werden jedoch immer wieder Tage und ganze Wochen übersprungen, die im darauffolgenden Abschnitt zumeist kurz resümiert werden.

Vorher

Der erste Teil des Romans beginnt mit einer Abschiedsparty, die Miles’ Eltern für ihren Sohn veranstalten. Der 16-jährige Teenager wird seine Heimat Florida verlassen, um in Alabama das Internat Culver Creek zu besuchen. Wie Miles erwartet, erscheinen nur zwei Personen zu der Feier, da er an seiner bisherigen Schule nicht beliebt ist.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 7, 9

Als seine Eltern ihn fragen, weshalb er sich entschlossen hat, nach Culver Creek zu wechseln, zitiert er die letzten Worte des französischen Dichter Rabelais: Er möchte sich auf „die Suche nach dem großen Vielleicht“ machen.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 10 Die letzten Worte berühmter Persönlichkeiten zu finden und zu lernen ist das Hobby von Miles.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 17f, 27

In Culver Creek lernt Miles zunächst seinen Zimmerkollegen Chip Martin kennen, der den Spitznamen „The Colonel“ trägt. Miles erhält von ihm den Spitznamen „Pummel“ (orig. Pudge), John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 21 Mit diesem Namen stellt der Colonel ihn auch Alaska Young vor, in die sich Miles auf den ersten Blick verliebt.

In seiner ersten Nacht wird Miles von einigen Tagesschülern mit Klebeband gefesselt und in den See auf dem Schulgelände geworfen. Der Grund dafür scheint zu sein, dass er mit dem Colonel das Zimmer teilt.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 38, 40 Daraufhin beschließen Alaska, der Colonel und Miles, es den Tätern mit einem eigenen Streich heimzuzahlen.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 41f

Im Laufe des Romans wächst Miles’ Zuneigung zu Alaska,John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 109 die jedoch einen Freund auf dem College hat. Dennoch gibt sie Miles des Öfteren zu verstehen, dass auch sie Gefühle für ihn hat. So bittet Alaska ihn, über Thanksgiving mit ihr in der Schule zu bleiben und nicht nach Hause zu seinen Eltern zu fahren.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 105 Dennoch stellt sie ihm die aus Rumänien stammende Lara Buterskaya vor, die schließlich Miles’ Freundin wird.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 169

Während eines groß angelegten Streichs gegen die Tagesschüler übernachten Miles, Alaska, Lara und Takumi, ein weiterer Freund, in einer Scheune vor dem Schulgelände.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 140, 169 Im Laufe des Abends erfahren sie von Alaska, dass sie als 8-Jährige den Tod ihrer Mutter erlebte. Statt den Notruf zu wählen, sah sie vor Angst gelähmt dabei zu, wie ihre Mutter an einer Hirnblutung starb. Obwohl ihr Vater ihr schließlich verzieh, fühlt sie sich schuldig.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 164f

Zwei Tage später spielen der Colonel und Alaska, die beide betrunken sind, mit Miles Wahrheit oder Pflicht. Gleich Alaskas erste Aufgabe für Miles lautet John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 179 Später am Abend telefoniert Alaska mit ihrem Freund und kehrt aufgewühlt und hysterisch aufs Zimmer zurück. Sie bittet Miles und den Colonel, ihr dabei zu helfen, unbemerkt das Schulgelände zu verlassen. Trotz Bedenken und ohne ihr Ziel zu kennen, unterstützen sie die betrunkene Alaska dabei, mit ihrem Auto davonzufahren.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 181f

Danach Der zweite Teil des Buchs beginnt mit einer Vollversammlung der Schulgemeinde, auf der „Der Adler“ (orig. The Eagle), der Kontaktlehrer Mr. Starnes,John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 25 den Schülern mitteilt, dass Alaska bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 185 Miles, der auf eine Fortsetzung der Romanze gehofft hatte,John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 183 ist verzweifelt und gibt sich allein die Schuld an ihrem Tod:

Nachdem sie den ersten Schock überwunden haben, versuchen Miles und der Colonel herauszufinden, was in der Nacht geschehen ist.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 207f Beide fühlen sich schuldig an Alaskas Tod, da sie zugelassen haben, dass sie betrunken Auto fährt.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 193, 199 Sie halten deshalb vor den anderen geheim, was an dem Abend zuvor passiert ist.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 195

Im Laufe der nächsten Wochen durchsuchen sie Alaskas Zimmer, sprechen mit einem Polizisten, der Augenzeuge des Unfalls war,John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 215ff und versuchen im Selbstversuch herauszufinden, wie betrunken Alaska zum Zeitpunkt ihres Todes war.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 239f, 242 Dabei kommen sie zu dem Schluss, dass Alaskas Unfall Suizid gewesen sein könnte, auch wenn sie kein Motiv dafür erkennen.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 217, 221f, 243

Während die Schulleitung im Gedenken an Alaska einen Spielplatz bauen lässt, spielen ihre Freunde ihr zu Ehren einen Streich an der Schule.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 266 Für den „Expertentag“, an dem auswärtige Redner Vorträge für die Schüler halten, engagieren sie einen Stripper, der unter dem Decknamen Dr. William Morse einen Vortrag über die Sexualität von Jugendlichen hält.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 269f, 272

Erst kurz vor Ende des Schuljahres erkennen Miles und der Colonel durch ZufallJohn Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 264 eine Verbindung von Alaskas Unfall mit dem frühen Tod ihrer Mutter: Alaska hatte zu jedem Todestag weiße Blumen auf ihr Grab gelegt, aufgrund der Ereignisse zuvor hat sie den Jahrestag dieses Mal jedoch vergessen. Voller Verzweiflung darüber und über ihre Schuld am frühen Tod ihrer Mutter wollte sie dies nachholen. Damit ist ein Motiv für den eventuellen Suizid gefunden. Bis zuletzt wird jedoch offen gelassen, ob Alaskas Tod wirklich Selbstmord oder ein Unfall war.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 282 In einem Brief berichtet Takumi dem Colonel und Miles zu Beginn der Sommerferien, dass er Alaska in der Nacht ihres Tods noch gesehen und gesprochen hat. Dadurch teilt er nun die Schuld am Tod Alaskas mit seinen Freunden.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 290f

Entstehung und Hintergrund miniatur|John Green (2008) John Green begann die Arbeit an Eine wie Alaska im Herbst 2001, nachdem er eine Weile für Booklist, das Magazin der American Library Association, gearbeitet hatte. Dort kam er zum ersten Mal mit moderner Jugendliteratur in Berührung und entdeckte diese als sein Metier.John Green: Abgerufen am 25. Juli 2010. Green schrieb das Buch nach eigenen Angaben in drei bis vier Jahren, wobei sich die Arbeit durch die Trennung von seiner damaligen Freundin verzögerte. Zudem schrieb er nach einem ersten Entwurf fast den gesamten Roman neu.John Green: Advice on Dumb Boyfriends, Going to College, and More Videoblog bei YouTube. Abgerufen am 12. Mai 2010.

Die Handlung und die Personen in Eine wie Alaska basieren zu weiten Teilen auf John Greens eigenen Erfahrungen während seiner Zeit an der High School. Genau wie Miles wuchs er in Florida auf. Zudem war auch er seit der Middle School unbeliebt und wechselte nach seinem ersten Jahr in der High School auf ein Internat in der Nähe von Birmingham, Alabama, die Indian Springs School, an der er 1995 seinen Abschluss machte.Indian Springs School: Alumni of Note Nach eigener Aussage ist Culver Creek nahezu identisch mit der Indian Springs School im Jahr 1995, viele der im Roman beschriebenen Schauplätze finden sich auch auf dem Gelände des realen Vorbilds.John Green: Looking for Alaska at My High School (Video) Veröffentlicht auf YouTube am 6. August 2010. Abgerufen am 26. August 2010. Der Streich mit dem Stripper, den Miles und seine Freunde am Ende des Schuljahres spielen, basiert auf einem sehr ähnlichen Streich, den John Green und seine Mitschüler zum Abschluss ihrer Schulzeit organisierten.John Green: Beitrag auf YouTube, veröffentlicht am 8. Dezember 2007. Abgerufen am 23. Juli 2010.

Ebenso wie Miles beschäftigt sich John Green seit seiner Jugend mit den letzten Worten berühmter Persönlichkeiten.John Green: Last Words: The Source NotesJohn Green: Famous Last Words Videoblog bei YouTube. Abgerufen am 12. Mai 2010. Im Nachwort zu Eine wie Alaska weist Green darauf hin, dass er die beiden wichtigen letzten Worte des Buchs, die von Rabelais und Bolívar, aus jeweils mehreren überlieferten Varianten gezielt für die Geschichte ausgewählt hat.John Green: Eine wie Alaska. München 2009, S. 287f Auf seiner Website gibt er zudem die Quellen aller verwendeten letzten Worte an.

Auf die Frage von Lesern, was genau mit Alaska passiert sei, antwortete Green auf seiner Homepage, dass er „I don’t know anything more about what happened to Alaska than you do.“ sparksflyup.com Dies sei ihm auch bei der Arbeit an dem Buch bewusst gewesen. Green überlässt es damit dem Leser, ob er den Tod Alaskas als Unfall oder Suizid bewertet.

Rezeption Sowohl von den jugendlichen Lesern als auch von der Kritik wurde der Roman positiv aufgenommen. Insbesondere hervorgehoben wurden die Nähe John Greens zu seinen Figuren, die Realitätstreue und die Tatsache, dass Looking for Alaska das erste Buch des Autors ist.

Das US-amerikanische Magazin KLIATT verglich die Geschichte von Miles mit der von Holden Caulfield in Der Fänger im Roggen von J. D. Salinger, einem Klassiker der amerikanischen Jugendliteratur.Paula Rohrlick: Green, John. Looking for Alaska. Erschienen in KLIATT, 2005.

Auszeichnungen Eine wie Alaska wurde international mit mehreren bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Ein Jahr nach der Erstveröffentlichung wurde John Green für sein Werk 2006 der Michael L. Printz Award für besondere Verdienste um die US-amerikanische Jugendliteratur verliehen. auf der Homepage der American Library Association Im selben Jahr stand Eine wie Alaska zudem auf der Liste der besten Jugendbücher der Amerikanischen Bibliotheksgesellschaft ALA (ALA Best Books for Young Adults), auf der Homepage der American Library Association bekam einen Teens’ Top 10 Award und war ein Quick Pick for Reluctant Young Adult Readers. Bereits 2005 war Eine wie Alaska zudem auf der Auswahlliste zum Los Angeles Times Book Prize.