Hinweis: Diese Liste bezieht sich auf die Liste der Baudenkmäler im Stadtteil Nymphenburg. Die Baudenkmäler im Stadtteil Neuhausen finden sich in der Liste der Baudenkmäler in Neuhausen. Bei einigen Straßen (z. B. Romanstraße) trennt die Stadtteilgrenze die Straße und es befinden sich ein Teil der Hausnummern der Straße in der einen Stadtteil-Liste und die Fortsetzung in der anderen Stadtteil-Liste.

Ensembles Schloss Nymphenburg, das stadtnahe Gartenschloss der bayerischen Kurfürsten des 18. Jahrhunderts, bildet, über die unmittelbar zur Schlossanlage gehörigen Teile mit dem Schlosspark und seinen Parkbauten hinaus ein Ensemble, indem es Stadtlandschaft ordnet und bestimmt. Mittel hierzu ist eine geläufige Form barocker Stadtbaukunst, in der Straße und Gewässer gleichwertig eingesetzt sind: Das von Westen, von der Würm durch den Nymphenburger Kanal herangeführte Wasser wird nach Osten weitergeführt, wobei ein zweiter Kanal, der Biedersteiner, gegen Norden abgezweigt wird. Diesem entspricht gegen Südosten die Straßenverbindung zur Stadt, die allerdings in ihrer durchgehenden Form aufgegeben wurde. Mit diesem beliebten Grundmuster der Patte d’oie sollte eine Neustadt, die Karlstadt (nach Kurfürst Karl Albrecht) strukturiert werden. Der Ausbau begann am Alleekanal, wo er sich bis zur Gegenwart dank strenger Bauvorschriften an die Ausgangskonzeption hält. Das Grundrissmuster wird noch durch weitere Straßenstrahlen ergänzt. Hierzu gehört die Maria-Ward-Straße, an deren Anfang sich das Institut der Englischen Fräulein bewusst dem Schlossensemble einfügt. Auch die Anlage des Botanischen Gartens im Anschluss an die Orangerie schreibt das Ensemble sinnvoll fort; gegenüber, im Süden, ordnet sich ihm eine Biedermeierbebauung ein. (E-1-62-000-43) Wohnanlage an der Rüdigerstraße Die Mietshausbebauung in der Rüdigerstraße und den daran unmittelbar anschließenden Bereichen bilden auf Grund der vereinheitlichenden Gestaltung und deren zusammenhängender Errichtung in den Jahren 1928 bis 1938 ein Ensemble. Die im Stadtteil Nymphenburg befindliche Straße wurde nachträglich in das südlich des Schlosses projektierte Geviert zwischen Hirschgartenallee, Kriemhilden-, Gunther- und Lierstraße eingefügt; in den Plänen ist die Straße zunächst als Aufteilungsstraße bezeichnet. Die Wohnhausbauten sind durch die Architekten Mischlin & Vogl als Gesamtanlage für denselben Eigentümer, den Baumeister Andreas Reinhart, ab 1928 konzipiert worden. Auf Grundlage dieser Planung wurde die Gesamtanlage errichtet, wenngleich auf Grund der verzögerten Ausführung während der Krisenjahre stilistische Unterschiede erkennbar sind. Seitens der Baubehörde wurde auf die Einheitlichkeit der Bauten ein besonderer Wert gelegt. Entlang der Rüdigerstraße und ausgreifend auf die Lier-, Kriemhildenstraße und Hirschgartenallee entstanden beiderseits jeweils dreigeschossige Walmdachbauten, bestehend aus drei bzw. vier zusammenhängenden, einzeln erschlossenen Häusern, in offener bzw. Pavillonbauweise. Lediglich an der Ecke Rüdiger-/Kriemhildenstraße und Hirschgartenallee bilden acht zusammenhängende Bauten eine geschlossene Bauweise. Dabei sind die Gebäude Kriemhildenstraße 30, 34 und 36 sowie Rüdigerstraße 11, die jeweils in Ecklage platziert sind, viergeschossig ausgebildet. Als erste Bauphase entstanden bis 1931 abschnittsweise die Gebäude an der Westseite der Rüdigerstraße mit Kriemhildenstraße 36–40 und Hirschgartenallee 14, 16 sowie Lierstraße 19, 23 mit Rüdigerstraße 10. Die Fassaden dieses ersten Bauabschnitts besitzen jeweils expressionistisch gestaltete Eingangsportale und weit überstehende Traufgesimse. Bereits zur Bauzeit waren die Dachgeschosse überwiegend ausgebaut. Die elegant auf die Fassaden abgestimmten verputzten Gauben sind bei der überwiegenden Mehrzahl der Gebäude noch vorhanden. Alle Wohnungen in den Hauptgeschossen weisen hofseitig dreieckig geschlossene Loggien auf. Die Bauten auf der Westseite der Rüdigerstraße sind etwas zurückgesetzt, wohl um im Sinne des Bauens der 1920er/30er Jahre eine bessere Belichtung der Wohnungen zu ermöglichen. So entstanden hier schmale Vorgärten, die durch Stampfbetoneinfriedungen eingefasst sind. Für diese Bauten wird eine einheitliche Farbgebung als blaugrün durchgefärbter Terranova-Spritzwurf angegeben. Die zweite Bauphase bildet die Gruppe Rüdigerstraße 2–8, erbaut 1935/36. Bei diesen verzichtete man auf die expressionistischen Portale zugunsten einfacher Kunststeineinfassungen sowie auf die Loggien. Der Dachbereich ist durch eine breite Schleppgaube über die beiden mittleren Bauten betont. Zuletzt errichtete man 1937/38 die Wohnbauten Kriemhildenstraße 30–34. Mit dem im Mittelbau angeordneten hohen Portal mit darüber befindlichem Balkon erhält diese Gruppe einen leicht monumentalisierenden Ausdruck. Nicht mehr ausgeführt werden konnte der Bau an der Guntherstraße, wohl aufgrund der Baubeschränkungen im Zweiten Weltkrieg. Trotz der durch die Genehmigungsbehörden durchgesetzten einheitlichen Gesamtwirkung lässt die Mietshausbebauung an der Rüdigerstraße und den angrenzenden Straßenzügen eine architektonisch-stilistische Entwicklung zwischen den während der Zeit der Weimarer Republik realisierten und denen in den Bauphasen in der NS-Diktatur errichteten Bauten erkennen. Auch wenn vereinzelte Kriegsschäden aufgetreten sind, wurden diese anschließend unter weitestgehender Wahrung des Gesamtbildes wieder behoben. Einige Bauten besitzen noch ihren ursprünglichen Bestand an Kastenfenster sowie bauzeitliche Außentüren. Bei mehreren Bauten sind diese bereits in jüngerer Zeit erneuert worden. Zudem ist bei Rüdigerstraße 5 der Dachbereich in jüngerer Zeit durch Umbauten beeinträchtigt. (E-1-62-000-102)

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