Ensembles Stadtlohner Straße. Die einheitlich aus zwanzig Einzelgliedern gestaltete Reihenhausanlage mit Einfamilien- und Mietshäusern wurde 1909–11 von der Münchner Terraingesellschaft Neuwestend AG nach Plänen Theodor Fischers erbaut. Bemerkenswert an der im reduziert historisierenden Stil gehaltenen Anlage ist nicht nur der für damalige Verhältnisse wohnungstechnische Komfort (Bäder, Warmwasserheizungen, Ausstattung mit Gas und elektrischem Licht), sondern auch die durch die Kombination von Miets- und Einfamilienhäusern angestrebte Mischung verschiedener sozialer Schichten. Formal zeigen die zu einheitlichen Gruppen zusammengefassten Häuserzeilen deutliche Anklänge an die Musterprojekte der Deutschen Gartenstadtgesellschaft (Hellerau und Falkenberg). Die Anlage öffnet sich mit dreigeschossigen Flügelbauten nach Süden, während sie im Norden, über die Perhamer Straße hinweg, mit ebenfalls dreigeschossigen Bauten geschlossen ist. Dazwischen spannen sich zweigeschossig traufseitig die Reihenhäuser, doch, vor allem durch Dachausbauten, soweit differenziert, dass jedes Glied Individualität besitzt. (E-1-62-000-62)
Villenkolonie Schlosspark Laim. Ausgereiftes Beispiel einer Einfamilienreihenhaussiedlung des frühen 20. Jahrhunderts: Die von der Terraingesellschaft Neuwestend AG als Villenkolonie Schlosspark Laim geplante Reihenhaussiedlung wurde im Jahre 1912 nach Plänen des Architekten Hans Brühl als Einfamilienhausanlage errichtet. Der kleinstädtische Charakter dieser Anlage zeigt deutlich den formalen Einfluss der Deutschen Gartenstadtgesellschaft, ohne jedoch deren organisatorische Formen genossenschaftlichen Zusammenlebens zu übernehmen. Die Erschließungsstraße ist über einen kleinen Platz versetzt geführt; der weiterführenden Verkehrsstraße (Agnes-Bernauer-Straße) öffnet sie sich zwischen entsprechenden Eckbauten. Gegen Westen wendet die Anlage geradezu eine Außenfront, die an eine kleinstädtische Befestigung erinnert und sich auch nur mit einem Tor öffnet. Die meist zweigeschossigen, vorwiegend zu Ketten zusammengeschlossenen Häuser sind malerisch reich gegliedert. (E-1-62-000-59)
Zeilenbauten Friedenheim. Die 1928 bis 1930 errichteten Reihenhäuser als Zeilenbauten innerhalb der Siedlung Friedenheim bilden ein Ensemble. Die einheitliche Gruppe aus zweigeschossigen Satteldachgebäuden plante der Architekt Bruno Biehler für die Gemeinnützige Wohnungsfürsorge A.G. München. Die Reihenhaus-Wohnanlage ist Teil der Siedlung Friedenheim und stellt deren ersten Bauabschnitt dar. Das Geviert für die etwa 190 Reihenhäuser liegt westlich der Fürstenrieder Straße und ist nach Süden bis an die Saherrstraße geführt, nach Norden durch die Indersdorfer- und nach Westen durch die Joergstraße begrenzt. In fünf parallel geführten Straßen sind die Zeilenbauten nordsüdlich ausgerichtet und zu unterschiedlichen langen Gruppen zusammengefasst. Zwischen den beiden mittleren Straßen ist nach Norden von den Zeilenbauten ein Bereich für Garagenhöfe freigehalten. Erdgeschossige Baukörper für Ladennutzung verbinden an zwei Stellen die Zeilen nach Norden. Die Reihenhäuser nehmen jeweils die beiden Geschosse ein ohne Dachausbauten. Über eine kleine Vorgartenzone mit niedriger Mauer und Treppe sind die Bauten erschlossen. Jeder Wohneinheit ist unmittelbar ein Garten zugeordnet, der über eine Terrasse vom Haus zugänglich ist. Rückwärtig erschließt ein Gartenweg die Grundstücke zusätzlich. Die teils langgestreckten Satteldachbauten sind gänzlich ohne Gliederung und Dekor gestaltet, nur sind Sockel und Traufe leicht vorgezogen. Eine regelmäßige Reihung der jeweils zweiachsigen Reihenhäuser wird über die Fallrohre erzielt. Einzige Bereicherung sind die kreuzförmigen Gitter vor den kleinen Fenstern im Erdgeschoss. Die Wohnanlage ist Teil eines Programms der Gemeinnützigen Wohnungsfürsorge A.G. München zur Linderung der Wohnungsnot in den 1920er Jahren. Die schlichte Architektursprache der Bauten und die städtebauliche Anordnung nach damaligen Vorstellungen guter Belichtung und Belüftung der Bauten zeigt Einflüsse modernen Bauens in der Zeit der Weimarer Republik. Die Bauten sind in weitgehender Einheitlichkeit erneuert und in ihrer Gesamtanlage als Reihenhäuser in Zeilen mit großen Gärten ungestört überliefert, da keine späteren Zubauten oder Ergänzungen vorgenommen worden sind. (E-1-62-000-94)
Einzelbauwerke
Ehemalige Baudenkmäler
Anmerkungen
Einzelnachweise
Literatur
Weblinks
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