KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten ist eine im Rahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklungen“ (FONA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projektinitiative, mit der innovative Ansätze zur Anpassung an den Klimawandel gefördert werden sollen.

miniatur|Luftaufnahme des Hamburger Hafens. Durch den Klimawandel wird mit einem Meeresspiegelanstieg gerechnet, der sich auch auf den tideabhängigen Bereich der Elbe auswirkt. Mit KLIMZUG sollen, ausgehend von konkreten lokalen Anforderungen, innovative Anpassungsstrategien an den Klimawandel und damit einhergehende Wetterextreme für Regionen entwickelt werden. Ziel ist es, die zu erwartenden Klimaänderungen adäquat in regionale Planungs- und Entwicklungsprozesse einzubinden. Globale Fragestellungen – wie zum Klimawandel – müssen mit Maßnahmen auf regionaler bzw. lokaler Ebene beantwortet werden. Daher wird der regionale Aspekt in KLIMZUG besonders betont. Es soll damit zum einen die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Regionen gestärkt und zum anderen die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien, Verfahren und Strategien zur Anpassung an Klimawandel in Regionen vorangetrieben werden.

KLIMZUG trägt als Maßnahme zur deutschen Hightech-Strategie zum Klimaschutz sowie zur Nationalen Anpassungsstrategie bei. Sie ergänzt darüber hinaus die erste BMBF-Fördermaßnahme zur Forschung und Entwicklung von Möglichkeiten, mit dem Klimawandel umzugehen.

Zahlen und Fakten Die sieben KLIMZUG-Verbünde werden für fünf Jahre durch die Forschungsförderung des BMBF unterstützt. In ihnen arbeiten zahlreiche regionale Partnereinrichtungen aus Forschung, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft zusammen. Jedem Verbund stehen bis zu 15 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt beträgt das Fördervolumen von KLIMZUG rund 83 Millionen Euro. Der Förderzeitraum erstreckt sich von 2008 bis 2014. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Ansatz Hintergrund der Initiative ist die Überzeugung, dass auch durch einen erfolgreichen Klimaschutz eine kurzfristige Minderung der zu erwartenden Klimaänderungen nicht möglich ist. Daher besteht dringender Bedarf für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik an neuen, verbesserten Wegen zur Anpassung an den Klimawandel. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) leistet mit der Förderung des Forschungsprogramms „KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ einen Beitrag zur Steigerung der Anpassungskompetenz in Deutschland.

Da globale Fragestellungen zum Thema Klimawandel mit Maßnahmen auf regionaler bzw. lokaler Ebene beantwortet werden müssen, wird der regionale Aspekt in KLIMZUG besonders betont. Es soll damit zum einen die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Regionen gestärkt und zum anderen die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien, Verfahren und Strategien zur Anpassung an Klimawandel in Regionen vorangetrieben werden. KLIMZUG trägt als Maßnahme zur deutschen Hightech-Strategie zum Klimaschutz sowie zur Nationalen Anpassungsstrategie bei.

Ziele und Strategien Klimaanpassung bedeutet in erster Linie, die negativen Konsequenzen der Klimafolgen für Mensch und Umwelt zu reduzieren bzw. Vorbereitungen zu treffen, dass Wohlstand, Lebensqualität und Zukunftsmöglichkeiten möglichst wenig leiden.Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (Hrsg.) (2009): Dem Klimawandel begegnen. Die Deutsche Anpassungsstrategie. (PDF; 3,6 MB) Ziel der Anpassungsforschung unter KLIMZUG ist es, dazu beizutragen, dass in Regionen die zu erwartenden Wetterereignisse in die regionalen Planungsprozesse einbezogen werden. Zudem sollen Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, durch die Regionen und Wirtschaftsbereiche für ein Leben und Wirtschaften unter den Bedingungen des Klimawandels gerüstet sind. „Damit soll zum einen die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit von Regionen erhöht, zum anderen die Entwicklung und Nutzung neuer Technologien, Verfahren und Strategien zur Anpassung an Klimawandel in Regionen vorangetrieben werden.“Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten (KLIMZUG) Regionen gewinnen im Wettbewerb – die Welt gewinnt mit!

Kritik Es wird kritisiert, dass nicht die Minderung der Klimaerwärmung das Ziel ist, sondern deren Folgen abgefedert werden sollen. Die Fördermaßnahme zielt damit nicht auf die Reduktion des CO2-Ausstoßes z. B. der Wirtschaft, was aber als notwendig gilt und in bisherigen Fördermaßnahmen zum Klimaschutz besonders betont wurde. Hierbei ist allerdings anzumerken, dass bei KLIMZUG bewusst der Schwerpunkt auf der Anpassung an die Klimafolgen gelegt wurde (siehe oben). Gesellschaft und Wirtschaft sollen also vorbereitet den bisher absehbaren, unvermeidlichen negativen Folgen des Klimawandels ausgesetzt sein. Das heißt aber nicht, dass im Bemühen um einen wirksamen Klimaschutz nachgelassen werden kann. Klimaschutz steht bereits bei anderen BMBF-Fördermaßnahmen, z. B. „klimazwei – Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen“, im Vordergrund und wird auch weiterhin Ziel von Förderinitiativen des BMBF und anderer Ministerien sein.

Einige Kritiker halten zudem die Projektlaufzeit von fünf Jahren für nicht ausreichend, um Weichen für das Jahr 2050 zu stellen. Hierzu heißt es jedoch in KLIMZUG: „Die Umsetzung der Klimaanpassung soll durch die Bildung regionaler Netzwerke zwischen Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltung und gesellschaftlichen Bedarfsträgern erreicht werden. KLIMZUG will durch diese Kooperationsnetzwerke die Stärken der Akteure bündeln und eine Integration der zu erwartenden Klimaänderungen in regionale Planungs- und Entwicklungsprozesse erreichen. Hiermit soll zu einer zeitgerechten Klimaanpassung beigetragen werden, die langfristig tragfähig ist und den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt.“

Regionale Netzwerke Die Umsetzung der Klimaanpassung soll durch die Bildung regionaler, innovativer Netzwerke zwischen Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltung und gesellschaftlichen Gruppen erreicht werden. KLIMZUG will dadurch die Stärken der jeweiligen Akteure bündeln und eine Integration der zu erwartenden Klimaänderungen in regionale Planungs- und Entwicklungsprozesse erreichen. Zudem wird so regional unterschiedlichen Anpassungsbedarfen Rechnung getragen. Laut KLIMZUG soll dadurch „zu einer zeitgerechten Klimaanpassung beigetragen werden, die langfristig tragfähig ist und den Wirtschaftsstandort Deutschland stärkt.“Bundesministerium für Bildung und Forschung: Entsprechend heißt es in der vom Bundestag vorgestellten „Klimaanpassungsstrategie“: „Es sollen (…) nicht nur klimabedingte Risiken gemindert, sondern ggf. auch Chancen, die sich durch den Klimawandel ergeben, genutzt werden.“Deutscher Bundestag: Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel. (PDF; 1,2 MB), Drucksache 16/11595, 19. Dezember 2008

In sieben deutschen Regionen soll dies beispielhaft entwickelt werden. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel müssen nach Regionen spezifisch entwickelt und umgesetzt werden: Küstengebiete unterscheiden sich von Mittelgebirgen und ländliche Gegenden von Städten. Deshalb ist KLIMZUG regional angelegt. Neue Anpassungsmaßnahmen werden auf die Modellregionen zugeschnitten und dort erprobt. Diese sollen zum Vorbild für weitere Regionen in Deutschland, aber auch in anderen Ländern werden.

In diesen KLIMZUG-Regionen werden tragfähige Kooperationsnetzwerke zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgern aufgebaut. Auf diesem Weg wird die Anpassung an den Klimawandel in praxistaugliche Lösungen umgesetzt und eine hohe Akzeptanz bei den Akteuren erreicht. Die sieben Netzwerke arbeiten interdisziplinär und unter Einbeziehung der örtlichen Entscheidungsträger. Dadurch werden die wissenschaftlichen, planerischen, technischen sowie unternehmerischen Stärken der Akteure gebündelt.

KLIMZUG-Regionen dynaklim Dynamische Anpassung regionaler Planungs- und Entwicklungsprozesse an die Auswirkungen des Klimawandels in der Emscher-Lippe-Region (Ruhrgebiet)

Im Mittelpunkt des dynaklim-Vorhabens stehen die möglichen Auswirkungen des prognostizierten Klimawandels auf die Verfügbarkeit und Nutzung des Wassers in der Region und die damit verbundenen Folgewirkungen auf Bevölkerung, Wirtschaft und Umwelt.

INKA BB Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Region Brandenburg Berlin

Hintergrund Bereits heute machen sich der Klimawandel und Extremwetterlagen (z. B. Starkregen, Stürme, Dürre-, Hitze-, Frostperioden) in der Region Berlin Brandenburg deutlich bemerkbar. Auf Grund der vergleichsweise geringen Jahresniederschläge (557 mm, Deutschland ca. 789 mm), eines hohen Gewässeranteils (2,3 % der Fläche) und der Dominanz sandiger Böden mit geringer Speicherkapazität ist die Region Brandenburg besonders anfällig gegenüber lang anhaltenden Hitze- und Trockenperioden und damit einhergehender Wasserknappheit. Auch der Ballungsraum Berlin unterliegt den Auswirkungen des Klimawandels. So ist hier die Aufheizung der Stadt während Hitzeperioden und die kurzfristige Verschlechterung der Qualität städtischer Gewässer durch Starkregenereignisse zu befürchten bzw. schon zu beobachten.

Ziel Es ist das gemeinsame Ziel der Projektpartner in INKA BB, die Nachhaltigkeit der Land- und Wassernutzung sowie des Gesundheitsmanagements in der Region unter veränderten Klimabedingungen zu sichern. Dazu wird die strategische Anpassungsfähigkeit von Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung an den sich abzeichnenden Klimawandel gefördert.

Konkret setzt sich INKA BB das Ziel, Unternehmer und deren Interessenvertretungen sowie politisch-administrative Entscheidungsträger in die Lage zu versetzen, innovativ mit klimawandelbedingten Chancen und Risiken der Landnutzung und des Wasser- und Gesundheitsmanagements umzugehen, geeignete Anpassungsstrategien in der Kooperation von Wissenschaft und Praxis zu entwickeln und dauerhaft zu implementieren sowie erprobte Anpassungsstrategien politisch administrativ oder institutionell zu unterstützen.

Handlungsfelder Die in INKA-BB geplanten Forschungsarbeiten erfolgen in 24 Teilprojekten, die inhaltlich miteinander vernetzt sind und einem gemeinsamen, übergeordneten Arbeitsprogramm folgen. Sie sind in die drei Handlungsfelder Netzwerkentwicklung und Netzwerksicherung Landnutzung und Wassermanagement gegliedert.

Projektpartner Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg Charité – Universitätsmedizin Berlin DHI-WASY GmbHDHI-WASY GmbH Fachhochschule Eberswalde Freie Universität Berlin Humboldt-Universität zu Berlin Institut für angewandte Gewässerökologie GmbH (IaG)Institut für angewandte Gewässerökologie GmbH (IaG) Institut für Wasser und Boden Dr. Uhlmann (IWB) Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V. (ATB) Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) e. V. Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) Die Projektpartner bilden das INKA BB Konsortium, das gemeinsam mit einer Vielzahl von Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung die Aufgabenstellung in INKA BB bearbeitet.Homepage von INKA BB

KLIMZUG Nord miniatur|Wilseder Berge in der Lüneburger Heide. Es werden künftig vermehrte Niederschläge erwartet, die sich auf die Heidepflanzen auswirken. Strategische Anpassungsansätze zum Klimawandel in der Metropolregion Hamburg

Themenfelder Konkret laufen insgesamt 25 Projekte in den drei Themenfeldern: